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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.05.2019

Anabela, eine interessante Frau

Letzte Spur Algarve
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Leider ist mein Einstieg in die Anabela-Silva-Krimis aus Portugal erst bei diesem zweiten Band erfolgt. Doch auch ohne Vorkenntnisse findet man sich schnell mit den beteiligten Personen zurecht.

Anabela ...

Leider ist mein Einstieg in die Anabela-Silva-Krimis aus Portugal erst bei diesem zweiten Band erfolgt. Doch auch ohne Vorkenntnisse findet man sich schnell mit den beteiligten Personen zurecht.

Anabela hat ihre sichere Existenz in Deutschland aufgegeben, um ihre allmählich alt gewordenen Eltern im täglichen Leben zu unterstützen. Dem Kommissar João Almeida konnte sie wohl in der Vergangenheit schon mal bei der Aufklärung eines Falles behilflich sein, und auch jetzt bittet er wieder um Unterstützung. Ein Todesfall auf einem Reiterhof kommt ihm merkwürdig vor, aber er darf leider nicht weiter ermitteln. Anabela soll sich undercover bei einem Kreis von Tierheimhelfern umschauen. Schnell wird klar, dass die getötete Frau voller Geheimnisse und Widersprüchlichkeiten war.

Im Gegenzug hilft ihr João bei der Suche nach einem vor Jahrzehnten verschwundenen Säugling aus ihrer Verwandtschaft. Auch diese Nebenerzählung ist recht spannend, wie eigentlich das ganze Buch.

Man merkt deutlich, dass die Autorin mit Land und Leuten verwurzelt ist, so authentisch wird die Handlung unter portugiesischer Sonne wiedergegeben.

Man darf auf weitere Folgen mit Anabela und João gespannt sein, einem Paar, das viele innere Blockaden überwinden musste, ehe es zueinander fand. Für den Leser ist die Entwicklung der Liebesgeschichte natürlich ein weiteres Highlight.

Veröffentlicht am 18.04.2019

spannend

Dark Call - Du wirst mich nicht finden
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Holly Wakefield ist forensische Psychiaterin. Sie engagiert sich sehr für ihre Patienten und ist zugleich auch Dozentin am College. In ihrem ersten Fall arbeitet sie mit Detective Inspector Bishop zusammen. ...

Holly Wakefield ist forensische Psychiaterin. Sie engagiert sich sehr für ihre Patienten und ist zugleich auch Dozentin am College. In ihrem ersten Fall arbeitet sie mit Detective Inspector Bishop zusammen. Sie ergeben zusammen ein gutes Team, um einen gefährlichen Serienmörder zur Strecke zu bringen. Der Autor spart nicht mit blutigen Details an den Tatorten, so dass man als Leser starke Nerven haben sollte. Holly Wakefield behält cool den Überblick. Mir ist diese Protagonistin sehr sympathisch geworden, denn hinter ihrer analytischen Fassade zeigt sich ein überraschend schweres Schicksal, dass sich erst imVerlauf des Buches offenbart. Obwohl sie so gut in ihrem Job ist, arbeitet sie sehr teamorientiert und verantwortungsvoll. Der Autor zeigt sie nicht als eigenbrötlerische Intelligenzbestie, sondern als eine in sich gefestigte Frau. Mir gefällt das sehr gut. Das trägt mit dazu bei, dass ich dieses Buch verschlungen habe. Hauptsächlich aber hat mich die Handlung fasziniert. Erst zum Schluss versteht man, wie kunstvoll alles ineinander verwoben ist und wie raffiniert der Täter vorgegangen ist. Absolute Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 15.04.2019

In der Ruhe liegt die Kraft

Kühn hat Ärger
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Von Jan Weiler kannte ich nur diesen netten Roman "Maria, ihm schmeckt's nicht", doch das ist kein Vergleich zu "Kühn hat Ärger". Kommissar Kühn hat nach einem Burnout gelernt, seine Intuition als besondere ...

Von Jan Weiler kannte ich nur diesen netten Roman "Maria, ihm schmeckt's nicht", doch das ist kein Vergleich zu "Kühn hat Ärger". Kommissar Kühn hat nach einem Burnout gelernt, seine Intuition als besondere Gabe zu akzeptieren. Nun versucht er in seiner alten Truppe wieder Fuss zu fassen, was für seinen Kollegen, der sich schon als zukünftigen Leiter gesehen hat, ein Ärgernis darstellt. Die Ermittlungen führen in das Milieu einer sehr, sehr reichen Familie, deren Gutmenschtum fast aus allen Nähten quillt. Kühn läßt sich bezaubern, ehe er die häßlichen Seiten hinter der schönen Fassade erkennt. Ein krimineller arabischer Teenager hat sich unsterblich in das Töchterchen aus gutem Haus verliebt und unter dem Einfluss dieser perfekten, liebevollen Familie ändert er sein Leben. Er verläßt sein schädliches Umfeld, steckt Energie in einen guten Schulabschluss und ist auf dem besten Weg, die soziale Leiter zu erklimmen, als er auf brutalste Weise totgeschlagen wird.
Mir gefällt, wie Kühn das Verbrechen aufklärt. Unaufgeregt folgt er der Spur, auch wenn seine Sympathien ihm zeitweise das Denken vernebeln. Er hat sowohl private Probleme als auch gesundheitliche. Mit keinem kann er darüber sprechen, aber er will es auch gar nicht. Obwohl Kühn sich so abkapselt, ist sein Blick auf die Dinge nicht fokussiert, sondern sieht Menschen und Tatorte immer in ihrem Zusammenhang. Bei einem Kommissar mit soviel Tiefgang freut man sich schon auf Folgebände.

Veröffentlicht am 11.04.2019

Gnadenlos

Golden Cage. Trau ihm nicht. Trau niemandem. (Golden Cage 1)
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Dies ist mein erstes Buch von Camilla Läckberg und ich konnte es nicht aus der Hand legen. Erschreckend und bewundernswert ist diese Faye Adelheim. Für die Liebe ihres Lebens hat sie ihre eigenen Träume ...

Dies ist mein erstes Buch von Camilla Läckberg und ich konnte es nicht aus der Hand legen. Erschreckend und bewundernswert ist diese Faye Adelheim. Für die Liebe ihres Lebens hat sie ihre eigenen Träume zurückgestellt, doch als sie kaltblütig ohne einen Pfennig abserviert wird, erwacht ihr Stolz und ihr Einfallsreichtum. Mit über 30 startet sie endlich die steile Karriere, die sie schon längst hätte haben können, wenn ihr Mann sie nicht auf Hausweibchen reduziert hätte. In ihr steckt viel Potenzial. Ehemann Jack hat sie eindeutig unterschätzt, denn auch ihr Rachefeldzug ist unaufhaltsam.
Camilla Läckberg versteht es, viel Sympathie für eine im Prinzip eiskalte Person zu wecken. Faye liebt und hasst gleichermaßen leidenschaftlich, und in Rückblicken auf ihre schwierige Kindheit erklären sich diese Gegensätze. Von der ersten Seite wird man in Fayes Bann gezogen, doch das ist noch gar nichts zum Geniestreich auf den letzten Seiten. Hochspannung pur und absolute Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 10.04.2019

Die Vergangenheit holt einen immer wieder ein

SCHWEIGEPFLICHT
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Der Autor startet seinen Thriller spektakulär, blutig und geheimnisvoll. In der Nähe des Tatorts wird ein schwer verletzter Mann aufgegriffen, der sofort unter Tatverdacht gerät. Bevor er ins Koma fällt, ...

Der Autor startet seinen Thriller spektakulär, blutig und geheimnisvoll. In der Nähe des Tatorts wird ein schwer verletzter Mann aufgegriffen, der sofort unter Tatverdacht gerät. Bevor er ins Koma fällt, verlangt er nach Emelie Jansson als Verteidigerin. Sie ist eine vielversprechende Wirtschaftsanwältin, die ganz am Anfang einer steilen Karriere in einer renommierten Kanzlei steht. Strafverteidigung ist nicht ihr Metier und ist ihr sogar explizit untersagt. Dennoch übernimmt sie den Fall heimlich. Immerhin kann sie ein ehemaliges Mitglied der serbischen Mafia für ihre Ermittlungen einspannen. Dieser Mann, Teddy, hat seine Verbrecherkarriere beendet, aber das Leben ist nun mal nicht aufgeteilt in sauberes Schwarz und Weiss. Teddys Neffe Nikola hat sich nämlich schon wenige Tage nach der Entlassung aus dem Jugendknast entgegen aller Warnungen bis zum Hals in neue Schwierigkeiten gebracht. Die Erzählperspektive wechselt ständig zwischen diesen drei Personen, unterbrochen nur von geheimnisvollen Verhörprotokollen eines Mats Emanuelsson, der schon längst Selbstmord begangen hat. Die Zusammenhänge decken sich nur langsam auf, die Erzählweise ist meistens fern jeder Hektik. Es wird, wie so oft bei schwedischen Krimis, der Fokus auf die Personen gelegt: ihren Charakter, ihr Leben, ihre Denkweise. Als Leser versteht man die Motive, die sie vorantreiben und sie zwingen, so zu handeln, wie sie es letztendlich auch tun. Hier in diesem Buch ist es gerade dieser Mats Emanuelsson, der immer mehr in den Vordergrund rückt. Ein Zahlengenie, ein buchhalterischer Zauberkünstler, der den Hals nicht voll kriegt, der den Ausstieg aus den mafiösen Strukturen nicht schafft und seine Ehe und Familie daran zerbrechen läßt, anstatt sich Hilfe zu holen.
Jens Lapidus hat auf sehr ruhige Art eine Spannung aufgebaut, die bis zur letzten Seite anhält. "Schweigepflicht" ist für mich kein Pageturner gewesen, sondern ich konnte immer gut zwischendurch Pause machen und fand hinterher schnell wieder hinein. Vielleicht läßt mich deshalb die Handlung nicht so schnell los. Absolut genial ist allerdings der Schluss, denn obwohl die Romanhandlung völlig in sich abgeschlossen ist, gibt es einen zündenden Cliffhanger für einen Folgeband. Sehr elegant und tricky gelöst.