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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.01.2026

Atmosphärische Fantasy

Daughter of Smoke and Bone
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Das Cover gefällt mir leider nicht besonders, auch wenn man fairerweise sagen muss, dass es den Inhalt ziemlich genau trifft, schließlich geht es um ein Mädchen mit blauen Haaren.
Karou ist eine begabte ...

Das Cover gefällt mir leider nicht besonders, auch wenn man fairerweise sagen muss, dass es den Inhalt ziemlich genau trifft, schließlich geht es um ein Mädchen mit blauen Haaren.
Karou ist eine begabte Kunststudentin in Prag. Was niemand weiß: Sie ist bei einer Familie von Chimären aufgewachsen und pendelt über magische Portale zwischen den Welten. Doch eines Tages taucht der Seraphim Akiva mit seinen Geschwistern auf und zerstört alle Zugänge zur Zwischenwelt. Karou wird abrupt von ihrer Familie getrennt und setzt fortan all ihr Wissen und Können daran, einen Weg zurück in ihr früheres Zuhause zu finden.
Dabei begegnet sie erneut Akiva. Nach anfänglichen Kämpfen müssen beide erkennen, dass sie mehr verbindet, als sie wahrhaben wollen. Bis zu diesem Punkt ist das Buch spannend, flüssig zu lesen und absolut auch für jüngere Leser geeignet.
Dann jedoch fühlt es sich stellenweise an, als hätte ein Autor:innenwechsel stattgefunden. Die sich entwickelnde Liebe wird sehr ausführlich und wortgewaltig beschrieben, der Ton wird zunehmend philosophisch. Es geht um das Wesen der Liebe, aber auch um Krieg, Schuld und Entscheidungen. Die Handlung tritt in diesem Mittelteil etwas auf der Stelle, wirkt dabei jedoch nie wirklich langatmig.
Später nimmt die Geschichte wieder Fahrt auf, als von der Zeit vor Karous Geburt erzählt wird. Auch hier steht eine leidenschaftliche Liebe im Mittelpunkt. Karou erfährt endlich, wer sie wirklich ist, woher sie stammt und welche Rolle Akiva damals – und heute – in ihrem Leben spielt.
Insgesamt lässt sich das Buch gut lesen, auch wenn für mich ein spürbarer stilistischer Umbruch stattfindet und sich die Erzählweise deutlich verändert.
Die Hörbuchversion wird von Julia Nachtmann eingelesen. In Dialogen ist sie großartig und transportiert Emotionen bis in feinste Nuancen. Leider machen Dialoge nur einen kleinen Teil aus, und auf Dauer empfand ich ihre Lesung im erzählenden Teil als etwas zu monoton.
Auf alle Fälle ist es ein interessantes Buch, in dessen Gedankengänge man sich gerne vertieft.

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Veröffentlicht am 25.01.2026

Tödliche Prüfungen in Killmarth

The Ordeals
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Beim E-Book fehlt leider eines der großen Highlights, nämlich das wirklich wunderschöne Cover mit farbigem Buchschnitt. Gerade bei einem Titel wie diesem ist das schade, denn optisch macht das Buch einiges ...

Beim E-Book fehlt leider eines der großen Highlights, nämlich das wirklich wunderschöne Cover mit farbigem Buchschnitt. Gerade bei einem Titel wie diesem ist das schade, denn optisch macht das Buch einiges her. Inhaltlich kann The Ordeals diesen kleinen Verlust aber mehr als ausgleichen.
Die Killmarth Academy ist eine staatlich geförderte Schule für Magiebegabte, die gezielt Kämpfer gegen gefährliche, blutsaugende Wesen ausbildet. Die Prüfungen sind brutal, gnadenlos und oft ein Kampf auf Leben und Tod, um schwächere Kandidaten konsequent auszusieben. Genau dieser hohe Einsatz sorgt von Anfang an für Spannung.
Für die Waise Sophia ist Killmarth die einzige Chance, ihrem übermächtigen und äußerst geheimnisvollen Onkel zu entkommen. Seine Rolle bleibt lange rätselhaft, ebenso die Vergangenheit ihrer Eltern, was die Geschichte zusätzlich geheimnisvoll macht.
Besonders gelungen sind die Prüfungen selbst. Sie sind kreativ, mörderisch und nervenaufreibend beschrieben. Das Buch liest sich dadurch sehr flüssig und zieht einen schnell hinein.
Die Liebesgeschichte mit ihrem Kommilitonen Alden Locke bleibt dagegen eher blass. Die Gefühle entwickeln sich zu schnell und hätten mehr Raum und Aufbau vertragen. Auch die Kampfszenen sind stellenweise etwas zu ausführlich, was mich persönlich schnell langweilt.
Trotz kleiner Schwächen überwiegt die Spannung klar. Am Ende bleiben bewusst viele offene Fragen. Vor allem rund um Sophias Familie und ihren Onkel ist für mich nicht alles aufgeklärt. Gerade deshalb macht das Buch große Lust auf die Fortsetzung, die ich definitiv lesen werde.

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Veröffentlicht am 24.01.2026

schwedische Gemütlichkeit

Lågomby
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Das Hörbuch punktet mit einer angenehmen, ruhigen Sprechstimme, die gut zur schwedischen Dorfidylle passt. Marie wagt nach einem Beziehungsende einen Neustart – und landet in einem Ort, in dem wirklich ...

Das Hörbuch punktet mit einer angenehmen, ruhigen Sprechstimme, die gut zur schwedischen Dorfidylle passt. Marie wagt nach einem Beziehungsende einen Neustart – und landet in einem Ort, in dem wirklich jeder jeden kennt. Viel Alltag, viel Beobachtung, viel zwischen den Zeilen.

Typisch skandinavisch: ruhig, überschaubar, fast entschleunigt. Kaffeetrinken scheint hier ein zentrales soziales Ereignis zu sein und wird entsprechend oft zelebriert. Das sorgt für Atmosphäre, bremst die Handlung aber auch aus.

Die Story bleibt leider recht vorhersehbar und insgesamt etwas flach. Unter der Oberfläche brodelt es. Trotzdem entsteht eine nette, warme Grundstimmung, die das Hörbuch gut nebenbei hörbar macht – ohne große emotionale oder inhaltliche Tiefe.

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Veröffentlicht am 23.01.2026

Beklemmend, düster, intensiv

Das Forsthaus
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Das Forsthaus von Marika Neitz ist von Anfang bis Ende von einer fast erdrückenden Düsternis durchzogen. Der abgelegene Schauplatz, der Wald, das Haus, das alles wirkt kalt, feindlich und hoffnungslos. ...

Das Forsthaus von Marika Neitz ist von Anfang bis Ende von einer fast erdrückenden Düsternis durchzogen. Der abgelegene Schauplatz, der Wald, das Haus, das alles wirkt kalt, feindlich und hoffnungslos. Atmosphäre kann die Autorin, keine Frage.
Auffällig sind die Figurenzeichnungen: Die männlichen Hauptfiguren erscheinen durchweg unsympathisch, dominant und oft schwer erträglich. Demgegenüber stehen Protagonistinnen, die voller innerer Konflikte stecken, gezeichnet von Problemen und meist die Leidtragenden der Handlung sind. Das verstärkt zwar die Härte der Geschichte, wirkt in der Häufung leider nur eindimensional.
Die Spannung trägt über weite Strecken, doch je weiter man liest, desto öfter schleicht sich das Gefühl ein, zu wissen, wohin die Reise geht. Vieles ist vorhersehbar, manche Eskalationen kommen nicht überraschend, sondern erwartbar. Der starke, beklemmende Aufbau kann das nicht immer auffangen.
Trotzdem bleibt Das Forsthaus ein intensiver, unangenehmer Thriller, der atmosphärisch überzeugt, inhaltlich aber nicht sein volles Potenzial ausschöpft.
Fazit: Sehr düster, stark inszeniert, aber zu berechenbar und in den Figuren zu einseitig.

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Veröffentlicht am 22.01.2026

Mit Mut statt Magie

Trials of Magic (Die Krone von Isandia 1)
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Isandia wird von einem menschlichen König regiert, der Magie fürchtet, mit tödlichen Konsequenzen. Alle 21-jährigen Hexen und Hexer müssen einmal im Jahr ein lebensgefährliches Trial absolvieren. Wer überlebt, ...

Isandia wird von einem menschlichen König regiert, der Magie fürchtet, mit tödlichen Konsequenzen. Alle 21-jährigen Hexen und Hexer müssen einmal im Jahr ein lebensgefährliches Trial absolvieren. Wer überlebt, wird in die königliche Armee eingezogen. Schon dieses Grundsetting ist düster und packend.
Im Mittelpunkt steht Amara, die leider überhaupt keine Magie besitzt, was keiner wissen darf. Stattdessen schlägt sie sich mit Klugheit, Beobachtungsgabe und Geschick durch die Prüfungen. Das macht sie zu einer angenehmen Protagonistin, die man schnell ins Herz schließt. Die Prüfungen sind spannend, abwechslungsreich und sehr bildhaft beschrieben. Auch die Nebenfiguren sind interessant angelegt, ganz besonders der General des Königs, an den Amara ihr Herz verliert.
Der Schreibstil ist lebendig und flüssig, man fliegt nur so durch die Seiten. Das Ende kommt unerwartet und sorgt dafür, dass man sofort zum nächsten Band greifen möchte. Ein echtes „Nur noch ein Kapitel“-Buch.
Als Hörbuch ebenfalls sehr gelungen: Chiara Haurand und Magnus Rook lesen atmosphärisch und passend zu den Figuren. Insgesamt ein starker Reihenauftakt mit großem Suchtfaktor.

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