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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.04.2026

Tödliche Bienen

Tödliches Déjà-vu
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Ich habe das Hörbuch von Tödliches Déjà-vu von Anour mit richtig viel Spaß gehört. Insgesamt ein spannender Krimi mit dem Flair der Provence.
Die Story rund um die Polizeitruppe in der Provence hat mich ...

Ich habe das Hörbuch von Tödliches Déjà-vu von Anour mit richtig viel Spaß gehört. Insgesamt ein spannender Krimi mit dem Flair der Provence.
Die Story rund um die Polizeitruppe in der Provence hat mich schnell gepackt. Commissaire Louis Campanard ist einfach ein Highlight. Sein trockener, oft ziemlich genialer Humor lockert die Handlung total auf und sorgt immer wieder für kleine Schmunzler, selbst wenn es gerade ernster wird.
Auch die beiden Mitarbeiter werden pointiert dargestellt. Beide bringen ihre eigenen Baustellen mit, wirken dadurch erst etwas schräg, wachsen aber im Laufe der Geschichte richtig über sich hinaus. Gerade das macht sie so sympathisch und irgendwie auch authentisch.
Der Fall selbst, die ermordete militante Ökoaktivistin und die möglichen Verbindungen zu einer Pestizidfirma, ist spannend aufgebaut und bleibt durchweg interessant.
Was das Hörbuch aber wirklich nochmal auf ein anderes Level hebt, ist der Sprecher. Der ist einfach unglaublich gut. Jede Figur bekommt ihre eigene Stimme und ihren eigenen Ton, sodass man sofort weiß, wer gerade spricht. Das macht das Ganze richtig lebendig und zieht einen noch mehr in die Geschichte rein.
Die Atmosphäre der Provence wird gut wiedergegeben. Man hat direkt Bilder im Kopf und fühlt sich fast vor Ort.
Der Krimi ist ein wirklich hörenswertes Hörbuch mit starken Figuren und viel Charme.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Eine, die ihr Leben hinterfragt

Statt aus dem Fenster zu schauen
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Das Cover bezieht sich wunderbar auf den Inhalt des Romans. Genau so stellt man sich dieses verwilderte Grundstück vor, auf dem Sophie landet. Ein bisschen abgeschieden, ein bisschen wild, irgendwie frei. ...

Das Cover bezieht sich wunderbar auf den Inhalt des Romans. Genau so stellt man sich dieses verwilderte Grundstück vor, auf dem Sophie landet. Ein bisschen abgeschieden, ein bisschen wild, irgendwie frei. Sogar der kleine Teich ist beim genauen Hinschauen zu entdecken.
In der Geschichte geht es um Sophie, die eigentlich immer funktioniert hat. Gute Noten, Studium, alles geschniegelt und geplant. Und dann kommt dieser Punkt, an dem sie sich plötzlich fragt, wofür das eigentlich alles ist. Ziemlich spontan kauft sie sich für einen Spottpreis, der allerdings ihr ganzes Erspartes auffrisst, ein baufälliges Häuschen irgendwo in Ostdeutschland und lässt ihr altes Leben erstmal komplett hinter sich.
Ich mochte total, wie bodenständig das Ganze erzählt wird. Sie hat kaum Geld, kellnert, um sich überhaupt Essen leisten zu können. Vom Mund spart sie sich Farbe für die Wände oder die Dachpappe, damit es nicht reinregnet, ab. Das wirkt alles sehr real und gar nicht romantisiert.
Auch diese bewusste Abgrenzung von Familie und Freunden fand ich spannend. Sophie zieht sich zurück, hat kaum Handyempfang, lebt wirklich im Nirgendwo und muss für alles wirklich weite Strecken mit dem Rad zurücklegen. Aber genau das hilft ihr, runterzukommen und einen ganz anderen Blick aufs Leben zu bekommen. Weg von Leistungsdruck und Excel Tabellen, hin zu Natur, Stille, Sonnenuntergängen und einfach mal sein.
Der Schreibstil ist dabei sehr einfühlsam und bildhaft, ohne kitschig zu werden. Es ist eher ein ruhiges Buch, das einen zwischendurch nachdenklich macht und auf eine leise Art lange beschäftigt.
Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich das Ende. Gerade weil man Sophie auf diesem langen Weg begleitet, wirkt ihre Entscheidung für die Zukunft am Schluss ziemlich knapp abgehandelt. Das kam mir fast zu abrupt und hätte für meinen Geschmack mehr Raum verdient.
Trotzdem insgesamt ein sehr lesenswerter Roman, der zum Innehalten anregt.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Tierarzt unter Verdacht

Der Tote vom Klünderhof
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„Der Tote vom Klünderhof“ wirkt mit seinem eher biederen Cover zunächst unscheinbar, entpuppt sich aber als durchaus gelungener Reihenauftakt.

Im Mittelpunkt stehen der frisch gestartete Tierarzt Konstantin ...

„Der Tote vom Klünderhof“ wirkt mit seinem eher biederen Cover zunächst unscheinbar, entpuppt sich aber als durchaus gelungener Reihenauftakt.

Im Mittelpunkt stehen der frisch gestartete Tierarzt Konstantin und seine Tante Amalia – ein sympathisches, wenn auch eigenwilliges Duo. Gleich bei seinem allerersten Einsatz gerät Konstantin jedoch unter Mordverdacht, was seiner jungen Praxis erheblich schadet. Für zusätzlichen Druck sorgt die neue Polizeileiterin Finja Fehrmann, die nach einem Karriereknick in Düsseldorf nach Marne strafversetzt wurde. Entsprechend ehrgeizig legt sie sich sofort auf Konstantin als Hauptverdächtigen fest.

Die Dynamik zwischen den beiden ist spannend angelegt: Zwei starke, durchaus attraktive Persönlichkeiten, die sich zunächst nicht ausstehen können – wobei der Plot schon jetzt erahnen lässt, dass sich diese Beziehung in den Folgebänden noch entwickeln dürfte.

Der Kriminalfall selbst ist solides Handwerk, gut aufgebaut und mit einer stimmigen Auflösung versehen. Besonders gelungen ist die Darstellung der friesischen Lebensart, die stellenweise etwas störrisch, aber sehr authentisch wirkt.

Ein echtes Highlight ist zudem die Hörbuchversion: Die Vortragsweise von Oliver Dupont bringt Atmosphäre, Figuren und regionale Eigenheiten besonders eindrucksvoll zur Geltung.

Insgesamt ein unterhaltsamer Krimi mit kleinen Schwächen, aber viel Charme und Entwicklungspotenzial für die Reihe.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Schonungslos, keine leichte Kost

Mit beiden Händen den Himmel stützen
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„Mit beiden Händen den Himmel stützen“ ist ein Roman, der tief unter die Haut geht. Lilli Tollkien zeichnet das Leben von Lale in einer Umgebung, die von Chaos, Grenzüberschreitungen und fehlenden Strukturen ...

„Mit beiden Händen den Himmel stützen“ ist ein Roman, der tief unter die Haut geht. Lilli Tollkien zeichnet das Leben von Lale in einer Umgebung, die von Chaos, Grenzüberschreitungen und fehlenden Strukturen geprägt ist. Die Darstellung einer zügellosen Männer-WG, in der Drogen, Alkohol und fehlender moralischer Halt den Alltag bestimmen, wirkt erschütternd und beklemmend.

Besonders eindrücklich ist, wie schutzlos Lale vielen Situationen ausgeliefert ist – auch durch das Versagen der Erwachsenen in ihrem Umfeld. Der Roman scheut sich nicht, Tabus offen anzusprechen, und vermittelt ein bedrückendes Bild von einem Milieu, das von Ablehnung gegenüber Institutionen und Regeln geprägt ist.

Sprachlich ist das Buch klar und schnörkellos gehalten, was die Härte der Inhalte noch verstärkt. Gleichzeitig gelingt es der Autorin, Lales Entwicklung glaubwürdig darzustellen – vom begabten Kind hin zu einem Jugendlichen, der zunehmend in die vorgelebten destruktiven Muster abrutscht.

Trotz der intensiven und wichtigen Einblicke fällt es schwer, das Buch „gern“ zu lesen – die durchgehend düstere Stimmung und die belastenden Themen machen es emotional fordernd.

Insgesamt ein eindrucksvoller, schonungsloser Roman mit wichtigen Perspektiven – aber definitiv keine leichte Lektüre.

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Mördergattinnen auf Mörderjagd

Ein guter Blick fürs Böse
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Ein guter Blick fürs Böse von Elizabeth Arnott erzählt die Geschichte von drei Frauen, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch durch außergewöhnliche Umstände zu besten Freundinnen geworden sind. ...

Ein guter Blick fürs Böse von Elizabeth Arnott erzählt die Geschichte von drei Frauen, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch durch außergewöhnliche Umstände zu besten Freundinnen geworden sind. Was sie verbindet, ist ihre Vergangenheit, denn alle drei waren mit einem Serienmörder verheiratet und mussten nach deren Verhaftung nicht nur den Schock, sondern auch die Geringschätzung und Verurteilung der Öffentlichkeit ertragen.

Als ein neuer Serienmörder scheinbar nach einem ähnlichen Muster vorgeht, beschließen die drei, selbst aktiv zu werden und alles daranzusetzen, ihn zu entlarven. Die Grundidee klingt dabei äußerst spannend und vielversprechend.

Leider kann die Umsetzung mit dieser starken Ausgangslage nicht ganz mithalten. Statt eines packenden Thrillers entwickelt sich die Geschichte eher zu einer Charakterstudie der drei Frauen. Im Mittelpunkt steht, wie sie mit ihrer Vergangenheit umgehen, wie sie einander unterstützen und welche Entscheidungen sie in der Gegenwart für die Mörderjagd treffen.

Das ist zwar durchaus interessant, nimmt der Handlung aber viel von der erhofften Spannung. Insgesamt zieht sich die Geschichte stellenweise etwas und wirkt dadurch teilweise zäh.

Wer sich für tiefgehende Figuren und deren Entwicklung interessiert, kann hier dennoch auf seine Kosten kommen, wer jedoch einen durchgehend spannenden Thriller erwartet, könnte etwas enttäuscht sein. Insgesamt eine solide Idee mit schwächerer Umsetzung, daher gute vier Sterne.

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