Platzhalter für Profilbild

fredhel

Lesejury Star
offline

fredhel ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit fredhel über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.03.2026

Setting zu komplex

Born of Salt and Storm
0

Zunächst einmal muss ich das wunderschöne Cover in den Meeresfarben hervorheben. Es passt perfekt zur Atmosphäre der Geschichte und hat auch einen Bezug zum Inhalt.
Ich bin ursprünglich mit dem Hörbuch ...

Zunächst einmal muss ich das wunderschöne Cover in den Meeresfarben hervorheben. Es passt perfekt zur Atmosphäre der Geschichte und hat auch einen Bezug zum Inhalt.
Ich bin ursprünglich mit dem Hörbuch gestartet, habe aber gleich zweimal neu angefangen, weil ich den teils sehr komplexen Beschreibungen nur schwer folgen konnte. Der Einstieg fiel mir insgesamt nicht leicht. Nach dem Wechsel zur Printausgabe wurde es etwas verständlicher, blieb aber stellenweise zäh, bis ich schließlich besser in die Geschichte hineingefunden habe. Den weiteren Verlauf habe ich dann wieder als Hörbuch gehört, vor allem wegen der beiden Sprecher, die wirklich eindrucksvoll und mitreißend gelesen haben.
Im Mittelpunkt stehen Tavi und Eero, die eigentlich als Feinde aufgewachsen sind. Beim Kennenlernen stellen sie jedoch fest, dass vieles von dem, was sie über ihre Völker gelernt haben, nicht der Wahrheit entspricht. Diese Entwicklung fand ich grundsätzlich spannend. Allerdings haben mich die Figuren nicht vollständig überzeugt: Eero verfolgt konsequent seine eigenen Ziele und bleibt dabei undurchsichtig, während Tavi oft sehr eigensinnig und teilweise unüberlegt handelt. Ihr Fokus liegt stark darauf, ihre Eltern aus der Sklaverei zu befreien, selbst wenn sie dabei anderen schadet.
Der Mittelteil der Geschichte ist durchaus spannend und fesselnd, doch im Finale wird es wieder sehr komplex und teilweise schwer nachvollziehbar, auch wenn eine schockierende Wahrheit ans Licht kommt.
Insgesamt konnte mich das Buch leider nicht so packen, wie ich es mir nach dem zauberhaften Cover erhofft hatte. Die Fortsetzung werde ich daher vermutlich nicht lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.03.2026

Düstere Familiensaga

Wintertöchter Trilogie
0

„Wintertöchter“ von Mignon Kleinbek ist ein beeindruckendes, episches Werk, das mit seinen 1234 Seiten und drei Bänden im wunderschönen Schuber sofort ins Auge fällt. Die stimmigen Cover mit ihren winterlichen ...

„Wintertöchter“ von Mignon Kleinbek ist ein beeindruckendes, episches Werk, das mit seinen 1234 Seiten und drei Bänden im wunderschönen Schuber sofort ins Auge fällt. Die stimmigen Cover mit ihren winterlichen Motiven passen perfekt zur Atmosphäre der Geschichte und machen das Buch auch optisch zu etwas Besonderem.

Die Handlung spielt in einem abgelegenen österreichischen Gebirgsdorf und erstreckt sich über mehrere Jahrzehnte – von 1940 bis 2004. Im Mittelpunkt steht Anna, deren Leben bereits mit einer dramatischen Geburt beginnt. Wie alle Frauen ihrer Familie besitzt sie seherische Fähigkeiten, die jedoch weniger ein Geschenk als vielmehr ein Fluch sind – besonders in der Zeit des Nationalsozialismus, in der solche „Gaben“ schnell zur Gefahr werden können.

Man begleitet Anna durch ihr gesamtes Leben und erlebt hautnah ihre zahlreichen Schicksalsschläge. Die Autorin versteht es, die Geschichte unglaublich mitreißend und emotional zu erzählen. Besonders hervorzuheben sind die eindrucksvollen Beschreibungen der rauen Gebirgslandschaft und der harten Lebensbedingungen – man spürt förmlich die Kälte, die Entbehrungen und die Isolation.

Die drei Bände unterscheiden sich dabei deutlich in ihrer Wirkung: Der erste Band ist für mich der stärkste – fesselnd, atmosphärisch und sehr stimmig. Der zweite Band ist extrem bedrückend und stellenweise kaum auszuhalten, da die Ereignisse emotional sehr schwer wiegen. Der dritte Band fällt im Vergleich leider etwas ab und konnte mich nicht mehr ganz so überzeugen.

Trotz kleiner Schwächen im letzten Teil ist „Wintertöchter“ insgesamt eine intensive, bewegende und eindrucksvolle Familiensaga, die lange nachwirkt. Wer sich auf eine emotionale und teilweise sehr düstere Reise einlassen möchte, wird hier definitiv fündig.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.03.2026

Freundschaft, die überdauert

Der Sommer, der uns blieb
0

„Der Sommer, der uns blieb“ ist ein wunderschön gestaltetes Buch, das schon äußerlich begeistert: mit liebevollem Blümchen-Buchschnitt, Lesebändchen und zwei zauberhaften Lesezeichen.

Inhaltlich erzählt ...

„Der Sommer, der uns blieb“ ist ein wunderschön gestaltetes Buch, das schon äußerlich begeistert: mit liebevollem Blümchen-Buchschnitt, Lesebändchen und zwei zauberhaften Lesezeichen.

Inhaltlich erzählt der Roman die bewegende Freundschaft von Martin, Britta und Pia. Durch Rückblenden in ihre Kindheit und Szenen aus der Gegenwart entsteht ein intensives Bild ihrer Verbindung. Besonders berührend sind die aktuellen Lebenssituationen: Pia ist sterbenskrank, Britta unerwartet schwanger, und Martin kämpft mit einem schwierigen Verhältnis zu seiner Mutter.

Die kurzen Kapitel – jeweils aus der Perspektive einer der drei Figuren – geben tiefe Einblicke in ihr Seelenleben und machen das Buch sehr angenehm zu lesen. Die Sprache ist leicht und gut verständlich, wodurch man schnell in die Geschichte eintaucht.

Zwar ist der Plot stellenweise recht klischeehaft und kommt einem bekannt vor, doch die Protagonisten sind so nahbar und sympathisch gezeichnet, dass das kaum stört.

Eine angenehme, emotionale Lektüre, die sich wunderbar zwischendurch lesen lässt – absolut empfehlenswert!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.03.2026

Wilde Kanufahrt

His Dark Materials: Über den wilden Fluss
0

Das Buch handelt vom elfjährigen Malcom, einem außergewöhnlich schlauen, empathischen Jungen, der schon wie ein kleiner Philosoph denkt. Malcom hilft in der Gastwirtschaft seines Vaters und unterstützt ...

Das Buch handelt vom elfjährigen Malcom, einem außergewöhnlich schlauen, empathischen Jungen, der schon wie ein kleiner Philosoph denkt. Malcom hilft in der Gastwirtschaft seines Vaters und unterstützt auch gerne die Nonnen im Kloster. Als diese ein Baby in Obhut nehmen, beginnt Malcoms Abenteuer, denn das Kind ist plötzlich Mittelpunkt zwielichtiger Interessen.
Das Abenteuer beginnt, als Malcom und die Küchenhilfe das Baby in letzter Minute vor einer Entführung retten und sich bei strömendem Regen in einem Kanu auf einem über die Ufer tretenden Fluss retten müssen. Diese Szenen sind packend und gut geschrieben. Man beachte auch das Cover, das wunderschön Malcom auf dem Fluss wiedergibt.
Leider zieht sich die Handlung danach stark in die Länge. Es ist auf Dauer sehr kalt, die Figuren sind ewig durchnässt, müssen das Baby versorgen und bei jedem Halt lauert der Verfolger – das wiederholt sich zu oft und macht die Geschichte ziemlich langweilig.
Ein großer Pluspunkt ist der Sprecher Rufus Beck. Er rettet das Hörbuchniveau mit seiner lebendigen Stimme, seinem Timing und der Fähigkeit, Figuren und Stimmungen zum Leben zu erwecken. Man hört ihm einfach immer gerne zu.
Fazit: Eine spannende Grundidee und hervorragende Sprecherleistung, aber die Handlung zieht sich im Mittelteil zu sehr.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.03.2026

Zwischen Traum und Scheitern

Salto
0

Es gibt sicher schönere Buchcover – aber selten eines, das so gut zum Inhalt passt.

Das Abitur ist die erste große Zäsur im Leben: Plötzlich soll man wissen, wer man ist und wohin man will. Genau an diesem ...

Es gibt sicher schönere Buchcover – aber selten eines, das so gut zum Inhalt passt.

Das Abitur ist die erste große Zäsur im Leben: Plötzlich soll man wissen, wer man ist und wohin man will. Genau an diesem Punkt steht Marko. Er stammt aus einer Arbeiterfamilie, seine Mutter – Krankenschwester – ist früh verstorben. In seinem Kopf wird ihr Traum zu seinem eigenen: Er will Arzt werden. Trotz hervorragender Noten muss er zunächst in Budapest studieren.

Der Leser begleitet Marko durch Zweifel, Erwartungen und Rückschläge. Man erlebt die Intensität junger Gefühle – Hoffnung, Überforderung, Liebe und Verlust. Als erwachsener Leser ahnt man allerdings früh, dass Marko vielleicht nicht der geborene Arzt ist. Umso eindringlicher wirkt sein Ringen mit den Erwartungen an sich selbst.

Schwere Schicksalsschläge treffen sowohl Marko als auch seine Freundin Claire und stellen ihre Pläne und Hoffnungen immer wieder infrage.

Kurt Prödel erzählt diese Geschichte in einer sehr einfühlsamen, ruhigen Sprache. Der Roman entschleunigt, ist stellenweise bedrückend, aber nie hoffnungslos. Am Ende bleibt ein vorsichtiger Blick nach vorn – genau jener Moment, der im stilisierten Cover eingefangen scheint.

Ein Roman, der unter die Haut geht und lange nachhallt. Für mich ganz klar: fünf Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere