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Veröffentlicht am 05.05.2023

Alphatiere

In blaukalter Tiefe
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Wunderschön liegen die Schären im Abendrot. Das Cover zeigt den Schauplatz dieses Psychodramas von seiner besten Seite. Doch so beschaulich geht es nicht zu, als der Staranwalt Andreas eine Luxusjacht ...

Wunderschön liegen die Schären im Abendrot. Das Cover zeigt den Schauplatz dieses Psychodramas von seiner besten Seite. Doch so beschaulich geht es nicht zu, als der Staranwalt Andreas eine Luxusjacht für einen Trip in die Inselwelt Schwedens bucht. Es ist unter anderem ein Versuch, seine Ehe mit Caroline zu retten, die seit seinem Schlaganfall und ihrer Entlassung als Chefredakteurin eines bekannten Journals in Schieflage geraten ist. Er lädt auch seinen designierten Teilhaber Daniel mit seiner Partnerin Tanja zu diesem Trip ein. Außerdem gibt es noch den markanten Skipper Eric. Fünf Personen also, die sich auf engstem Raum von ihrer schlechtesten Seite zeigen. Caroline fühlt sich zu Eric hingezogen, Daniel will es seinem Chef um wirklich jeden Preis recht machen, und Andreas treibt seine Psychospielchen, um alle gegeneinander aufzuhetzen. Eine Crew auf einem Boot kann nur einvernehmlich einem Sturm standhalten. Also kommt es bei einem Unwetter zu der erwarteten Eskalation, die alles verändert.
Dieser Roman ist ein psychologisch geschickt gestricktes Drama, das die Geschehnisse aus wechselnden Perspektiven erzählt. Man schaut in die Köpfe der Beteiligten, die sich oft genug wie Pubertierende gebärden, ihre eigenen Bedürfnisse über die der anderen stellen. Nur Tanja, die einzige mit einem sozialen Gewissen, ist auf sich selbst gestellt und trifft vernünftige Entscheidungen.
Man darf auf das Ende gespannt sein, das zeigt, wohin solch egoistisches Verhalten führen kann.
Der Plot ist straff geschrieben. Es wird nie langweilig, obwohl es in erster Linie um Gefühle geht. Segler werden begeistert sein, weil viel von ihrem Sport in die Handlung mit einfließt. Nichtsegler sollten sich von den Fachtermini nicht abschrecken lassen. Das Buch ist trotzdem toll.

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Veröffentlicht am 04.05.2023

Hat Hand und Fuß

Das Schmerzfrei-Geheimnis
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Der Physiotherapeut Alexander Srokovskyi litt selbst lange unter Schmerzen. In seinem Buch ruft er nochmal ins Gedächtnis, dass Schmerzen ein Warnsignal des Körpers ist, auf das man eingehen soll, statt ...

Der Physiotherapeut Alexander Srokovskyi litt selbst lange unter Schmerzen. In seinem Buch ruft er nochmal ins Gedächtnis, dass Schmerzen ein Warnsignal des Körpers ist, auf das man eingehen soll, statt sich mit Schmerzmitteln zu betäuben. Sein Ansatz ist ein ganzheitlicher. Nicht nur die schmerzende Stelle ist zu behandeln, sondern man soll nach der Ursache suchen. Dazu gibt er verschiedene Hilfestellungen.
Was für mich das (Hör-)Buch so wertvoll macht: Er gibt dem Leser effektvolle Übungen mit auf den Weg, mit denen er angeblich in 66 Tagen mit nur 3 Minuten Training täglich eine Linderung erzielen kann. Ich werde es gerne versuchen, denn zum Glück gibt es einen Verweis auf die Homepage des Autors, auf der die Übungen ganz einleuchtend als 3D-Modell gezeigt werden.

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Veröffentlicht am 03.05.2023

Wie der Vater so der Sohn

Der treue Spion
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Auch ohne Kenntnis der Vorgängerbände kann man problemlos den Ermittlungen des Freiherrn von Gryszinski folgen. Er soll einen verschwundenen französischen Diplomaten aufspüren. Doch aus einer einfachen ...

Auch ohne Kenntnis der Vorgängerbände kann man problemlos den Ermittlungen des Freiherrn von Gryszinski folgen. Er soll einen verschwundenen französischen Diplomaten aufspüren. Doch aus einer einfachen Sache entsteht eine große internationale Spionageaffäre. Gryszinski und seine Gemahlin folgen einem russischen Hochstaplerpärchen nach St. Petersburg, um hochbrisante Papiere sicherzustellen. Der Ausgang der Mission verfolgt den Freiherrn bis in den Ruhestand hinein. Deswegen ist sein Sohn Fritz auch bestens mit den Fakten vertraut, als er im 1. Weltkrieg auf eine der damals beteiligten Personen trifft. Auch Fritz begibt sich auf die Suche und gerät in ernste Lebensgefahr.
Dies ist ein gut recherchierter historischer Roman, der einerseits wunderbar das Lebensgefühl der damaligen Zeit widerspiegelt, aber auch die Spannung einer Kriminalhandlung trifft. Es ist schon genial, wie die Papiere einer militärischen Erfindung praktisch zwei Generationen in Beschlag nimmt. Die Handlung wird dementsprechend in zwei Zeitebenen erzählt, die sich aber zum Glück nicht überkreuzen. Als Leser/Hörer behält man immer den Überblick.
Das Hörbuch wird sehr gekonnt von Michael Schrodt vorgelesen.

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Veröffentlicht am 03.05.2023

Eismumienkiller

Vipernbrut
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Im tief verschneiten Montana mordet ein Serienkiller alleinstehende Frauen und verwandelt sie in Eisskulpturen, die er an markanten Plätzen in der Öffentlichkeit platziert. Die Detective Selena Alvarez ...

Im tief verschneiten Montana mordet ein Serienkiller alleinstehende Frauen und verwandelt sie in Eisskulpturen, die er an markanten Plätzen in der Öffentlichkeit platziert. Die Detective Selena Alvarez und Regan Pescoli kommen mit dem Ermitteln fast nicht nach, vor allem, weil der Täter ganz offensichtlich einen Bezug zu Alvarez hat. Diese muss sich außerdem einem gut gehüteten Geheimnis aus ihrer Jugend stellen. In Liebesdingen jedoch öffnen sich für sie neue Türen.
"Vipernbrut" legt von Anfang an ein hohes Tempo vor, aber trotzdem reißt einen die Handlung nicht so mit, wie es wahrscheinlich von der Autorin geplant ist. Es gibt zu viel Persönliches, das immer wieder mit einfließt. Manches davon ist relevant, manches eher weniger. Die Motive des Täters bleiben bis zum Schluss verschwommen. Spannend ist dagegen die Location, wo er seine Opfer tötet und vorbereitet. Da geht das Kopfkino an.
Ulla Wagener ist eine tolle Besetzung als Sprecherin des Hörbuchs.

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Veröffentlicht am 01.05.2023

Kampf und blutiges Gemetzel

Der Paria
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Endlich mal ein Cover, das sich haargenau mit der Story deckt. Genauso habe ich mir den Helden Alwyn vorgestellt: Erschöpft, in abgerissenen Klamotten, die unweigerliche Kapuze tief ins Gesicht gezogen.
Alwyn ...

Endlich mal ein Cover, das sich haargenau mit der Story deckt. Genauso habe ich mir den Helden Alwyn vorgestellt: Erschöpft, in abgerissenen Klamotten, die unweigerliche Kapuze tief ins Gesicht gezogen.
Alwyn wächst als Vollwaise bei einer Horde Gesetzloser auf. Ein Hinterhalt tötet fast all seine Kameraden und zwingt ihn zur Flucht. Sein weiterer Lebensweg ist hart und entbehrungsreich. Er landet als Zwangsarbeiter in den Erzminen, bevor er als Soldat mit der sagenumwobenen Feldherrin Evadine in den Krieg zieht.
Der Autor beschreibt sehr grausam, zugleich detailreich das Kämpfen, das Töten und die Schlachten. Immer wieder gibt es neues Blutvergießen. Erst nach weit über der Hälfte dieses umfangreichen Buches kommt mehr Leben in den Plot, denn es gibt eine dunkle Hexe, magische Schriften und raffinierte Intrigen. Mir persönlich gefällt diese Wendung deutlich besser als endlose Beschreibungen von Gräueltaten.
Vermutlich kommen Liebhaber von mittelalterlichen Schlachtgeschehen bei diesem ersten Band einer Fantasy-Trilogie voll auf ihre Kosten. Der Autor hat ein Händchen für bildhafte Beschreibungen. Als Leser fühlt man sich mitten im Geschehen und kann mitfiebern. Deswegen halte ich 4 Lesesterne für gerechtfertigt, doch den Folgeband werde ich selbst nur lesen, wenn der Klappentext mehr Fantasy und Magie verspricht.

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