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Veröffentlicht am 17.04.2018

Fürchte nicht die Zukunft, sondern lebe die Gegenwart.

Wie man die Zeit anhält
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"Mein Leben ist wie eine Matrjoschka-Puppe, denke ich manchmal, verschiedene ineinander geschachtelte Versionen, bei denen die neueste immer die älteren umschließt, die früheren Leben von außen nicht sichtbar, ...

"Mein Leben ist wie eine Matrjoschka-Puppe, denke ich manchmal, verschiedene ineinander geschachtelte Versionen, bei denen die neueste immer die älteren umschließt, die früheren Leben von außen nicht sichtbar, aber immer noch da."

Inhalt:
Tom Hazard lebte schon viele Leben. Er mag aussehen, wie ein Mann in den Vierzigern, doch in Wirklichkeit ist er bereits mehrere hundert Jahre alt. Dieser Gendefekt, der ihn langsamer altern lässt, macht es gefährlich, länger an einem Ort zu leben, denn nach einer gewissen Zeit werden die Mitmenschen misstrauisch. Beziehungen und Freundschaften zu normalen Leuten sind unmöglich, muss er doch seine Andersartigkeit geheim halten. Tom wird zunehmend einsamer, bis er beschließt, dass das ständige Reisen ein Ende haben muss. Er lässt sich in London nieder und wird Geschichtslehrer an einer Schule, wo er die Französischlehrerin Camille kennenlernt, die in ihm nach langer Zeit unerwartete Gefühle weckt.

Aufbau, Schreibstil und Charaktere:
Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Tom geschrieben. Die Zeit, in der das Erzählte spielt, wechselt von Kapitel zu Kapitel zwischen der Gegenwart, die in London spielt und von Tom's jetzigem Lehrerleben berichtet, und verschiedenen längst vergangenen Jahren, in der man alles über seine Kindheit, Jugend, erste Liebe und ehemaligen Identitäten erfährt. Diese Flashbacks in die Vergangenheit werden häufig durch die kleinsten Dinge ausgelöst, sei es ein Buch, dessen Autor Tom einst traf, oder eine Straße, in der er mal lebte, und verbinden geschickt die Gegenwart mit den Anfängen von Tom's Leben, durch die man ihn erst richtig kennenlernt. In der ersten Hälfte des Buches wird mehr auf das schin Gewesene eingegangen als auf das Jetzige, sodass die "eigentliche" Geschichte erst später richtig Fahrt aufnimmt. Aber die kleinen Exkursionen in die früheren verschiedenen Lebensabschnitte von Tom sind mindestens genauso herzerwärmend und spannend.

Tom Hazard ist ein besonderer Charakter. Es ist nicht nur die Tatsache, dass er ungewöhnlich langsam altert, sondern auch seine Erfahrung, die er durch die vielen Jahre angesammelt hat, verknüpft mit einer Sanftheit und Ruhe, die ihn faszinierend macht. Er hat in seiner Jugend und auch danach noch vieles durchmachen müssen, was ihn maßgeblich geprägt hat, und diese Narben der Zeit merkt man ihm an. Zwar ist seine Art mit anderen zu sprechen immer der jeweiligen Zeit angepasst, doch man merkt, dass er wie eine alte Seele, sehr philosophisch und weise, denkt.

Fazit:
"Wie man die Zeit anhält" ist ein durch und durch wundervoller Roman. Man lernt nicht nur einiges über die Vergangenheit, sondern ist Teil einer romantischen, nachdenklichen und liebevoll geschriebenen Geschichte über einen Mann, der es nie leicht im Leben hatte und sich trotzdem bis zuletzt die Hoffnung an eine gute Zukunft bewahrt hat. Mir hat das Buch regelrecht das Herz gewärmt, es war ein Genuss, es zu lesen und kann es jedem empfehlen, selbst wenn Geschichte in der Schule früher eure Schwachstelle war.. wie auch meine. Lasst euch verzaubern durch das ungewöhnliche Leben des Tom Hazard!

Veröffentlicht am 29.03.2018

Going for the Offside

Going for the Goal
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"Regeln sind dazu da, gebrochen zu werden. Manchmal muss man im Leben ein Risiko eingehen."

Inhalt:
Jillian Nichols ist eine aufstrebende Sportagentin. Sie kämpft hart, hat sie es als junge Frau doch ...

"Regeln sind dazu da, gebrochen zu werden. Manchmal muss man im Leben ein Risiko eingehen."

Inhalt:
Jillian Nichols ist eine aufstrebende Sportagentin. Sie kämpft hart, hat sie es als junge Frau doch nicht leicht in der Branche. Doch es läuft gut für sie, bis eines Tages unerwartet Nick "The Punisher" Salinger, ein erfolgreiher Eishockeyspieler der NHL, ihr Büro stürmt und damit ihre Welt auf den Kopf stellt. Denn die beiden trafen sich bereits einmal zu einer Zeit, in der Jillian noch als Praktikantin für eine andere Agentur unterwegs war. Wie bei ihrer ersten Begegnung knisterte es gewaltig zwischen ihnen, doch Jillian muss ihre Gefühle unterdrücken, da ein professionelles Arbeitsverhältnis für sie an erster Stelle steht. Wird sie es schaffen, Arbeit und Privates zu trennen, um ihre Karriere nicht zu gefährden?

Schreibstil, Charaktere und Aufbau:
Die Geschichte ist abwechselnd aus der Sicht von Nick und Jillian geschrieben. Allerdings war es teilweise schwer nachzuvollziehen, wer gerade erzählt, da nicht aus der Ich-Perspektive geredet wird, sondern von einem sogenannten allwissenden Erzähler. Wenn also Nick und Jillian gemeinsam auftreten, war es manchmal nicht sofort ersichtlich, über wen gerade primär berichtet wurde. Eine kurze Überschrift beim Kapitelanfang/Perspektivenwechsel wäre da hilfreich gewesen. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, weshalb ich ich die Geschichte einfach nicht reingefunden habe, da ich mich schlecht in die Charaktere hineindenken konnte.
Doch im Großen und Ganzen ließ sich das Buch flüssig lesen.

Jillian Nichols ist ein vollkommener Workaholic. Sie arbeitet rund um die Uhr und bearbeitet selbst nachts die Probleme ihrer Klienten. Als Frau hat sie es natürlich besonders schwer unter ihren männlichen Agentenkollegen, vorallem da ihr ärgster Konkurrent ihr am laufenden Band Klienten wegschnappt. Doch sie ist mir zu verkniffen und verspannt. Zwar taut sie im Laufe des Buches auf und wird sorgloser, doch insgesamt bin ich mir ihr nicht warm geworden.
Nick Salinger hingegen ist ein Hitzkopf. Er lässt sich weder auf noch neben dem Eis etwas bieten und hat einen ausgeprägten Beschützerinstinkt. Zu Beginn der Geschichte wirkt er muffelig und wie ein typischer Schläger. Erst später wird klar, dass er sich einfach um Gerechtigkeit bemüht. Wie auch Jillian ist er mir nicht wirklich ans Herz gewachsen, die einzigen, die mir sympathisch waren, sind Nicks Bruder Ben und Jamie, eine Klientin von Jillian. Die beiden Protagonisten waren mir irgendwie zu platt. Es gab von beiden nur zwei Gesichter, entweder den Geschäftsmodus oder die knisternde Leidenschaft, wenn sie zusammen waren. Mir fehlte da mehr "normales" Zwischenmenschliches, das Teilhaben an den Gedanken der Personen, das durch die Erzählperspektive zu kurz kam.

Die Story war für mich auch irgendwie nicht das wahre. Ich mag Eishockey, aber dass es im Grunde nur darum ging, den Vertrag bei der eigenen Mannschaft verlängern zu lassen, war mir nicht genug. Zwar war der Weg dorthin steinig und hatte einige Zwischenstationen, aber keine die mich wirklich gefesselt oder überrascht hätte. Gegen Ende des Buches wird es dann etwas spannender, und ich habe mich sogar über das Ende gefreut.
Aber ehrlich gesagt war ich auch froh, als ich das Buch fertig gelesen hatte. Meine Motivation vom Beginn hielt nicht lange, und das bisschen Aufregung am Ende hat das auch nicht wieder wett gemacht. Schade eigentlich, denn ich glaube, dass man aus dieser Idee durchaus was hätte machen können.

Fazit:
Die Charaktere hatten mir zu wenig Tiefe, und die Geschichte zog sich längere Zeit ohne große Spannungsphasen. Die Erzählperspektive war für mich außerdem nicht ganz passend und leider konnte ich nicht wirklich in das Buch hineinfinden. Es fehlte einfach das gewisse Etwas. Leider nicht meine Geschichte, aber es gibt sicherlich genug Fans.

Veröffentlicht am 20.03.2018

Woher oder wohin, das ist hier die Frage.

Eine Insel zwischen Himmel und Meer
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"Welche Bedeutung konnte ein 'Woher' haben für die Fragen, 'wer' oder 'was' ein Mensch war?"

Inhalt:
Als Crow gerade ein paar Stunden alt war, wurde sie in einem Boot auf eine kleine Insel gespült und ...

"Welche Bedeutung konnte ein 'Woher' haben für die Fragen, 'wer' oder 'was' ein Mensch war?"

Inhalt:
Als Crow gerade ein paar Stunden alt war, wurde sie in einem Boot auf eine kleine Insel gespült und von Osh gefunden, der in der einzigen Hütte dort lebt. Er nahm sie zu sich und zog sie auf wie eine eigene Tochter, stets mit der Hilfe von Miss Maggie, einer Freundin von der Nachbarinsel. Aber je älter Crow wurde, desto mehr plagte sie die Frage nach ihrer Herkunft. Ungeachtet der Konsequenzen macht sie sich auf die Suche nach ihrem 'Woher' und stellt am Ende des gefährlichen Abenteuers fest, dass nicht zählt, wo man herkommt, sondern nur, wo man hin will.

Schreibstil und Charaktere:
Die Geschichte ist aus der Sicht des jungen Mädchens Crow erzählt. Crow führt auf eine unschuldige, kindliche Art und Weise durch die Geschichte, die das Lesen leicht macht, und dafür sorgt, dass sie einem sofort sympathisch wird. Sie sieht die Dinge, wie es nur ein Kind kann, und doch überrascht sie manchmal mit erstaunlich nachdenklichen, fast schon philosophischen Formulierungen.
Crow ist ein ungewöhnliches Kind. Sie hat schon immer begriffen, dass die Leute anders mit ihr umgehen, als mit den restlichen Menschen auf den Inseln. So richtig stört es sie nicht, auch wenn es verletzend sein kann, schließlich sind Osh und Miss Maggie und auch Maus, die Katze, nett zu ihr und behandeln sie wie einen normalen Menschen. Doch das 'Warum' würde sie gern begreifen und sie macht sich hartnäckig auf die Suche nach Antworten auf ihre Fragen. Mir ist sie sofort ans Herz gewachsen, genau wie Osh.
Osh ist ein ruhiger Geselle, er kam von weit her und hat seine Vergangenheit im Gegenteil zu Crow bewusst hinter sich gelassen. Seit er diesen Entschluss gefasst hatte, lebt er auf einer kleinen Insel vor Cuttyhunk in einer Hütte, die er selbst aus Teilen seines eigenen Bootes und Wrackteilen anderer Schiffe zusammengebaut hat. Er und Crow haben nicht viel und doch ist es genug für die zwei. Sie leben von dem, was die Insel und das Meer ihnen geben und ertauschen sich alles andere von Miss Maggie, die einen Hof auf Cuttyhunk hat. Osh versucht, Crow bei ihrer Suche nach der Herkunft zu unterstützen, auch wenn er der Meinung ist, dass das Vergangene nicht ausschlaggebend. Man sollte sich auf das Hier und Jetzt konzentrieren, auf das was man hat, denn das ist es, was zählt.
Miss Maggie ist eine gute Seele. Sie lässt Crow bei sich auf dem Hof mit den Tieren und Pflanzen helfen und kocht im Gegenzug mal was leckeres zu Essen und gibt Crow Schulunterricht. Wenn Crow krank ist, kann sie mit Kräutern und ihrer Erfahrung helfen, und auch im späteren Verlauf des kleinen Abenteuers ist immer auf sie Verlass.

Aufbau:
Ich muss sagen, mit dem Buch habe ich mich anfangs etwas schwer getan. Zu Beginn wird viel über die Charaktere und die Schauplätz berichtet, aber da es zu jeder Kleinigkeit eine eigene Geschichte in Form eines neuen Kapitels gibt, fiel es mir zunehmend schwerer, am Ball zu bleiben. Die "richtige" Geschichte lässt auf sich warten, aber wenn man den Anfang überwunden hat, wird es immer besser und interessanter zu lesen. Gerade die zweite Hälfte des Buches ist spannend, weil es teilweise richtig gefährlich und dramatisch wird. Für mich hat dieser Teil zwar etwas zu lang auf sich warten lassen, aber eine vernünftige Einführung muss wohl sein.

Fazit:
Nach einem etwas langatmigen Start entwickelte sich "Eine Insel zwischen Himmel und Meer" zu einem herzerwärmenden, aufregenden Buch, das eine wichtige Message überbringt: Manchmal ist es nicht wichtig, wo man herkommt, sondern nur, wo man hin will und wen man dabei um sich hat.
Eine liebevoll geschriebene Geschichte über eine ungewöhnliche Familie, die leicht zu lesen und nur zu empfehlen ist!

Veröffentlicht am 13.03.2018

Sei mutig und do epic, Alter.

Bright Side
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"Lass nicht die Gegenwart für das Unbekannte der Zukunft im Stich. Man übersieht, umgeht, verschiebt viel Glück auf eine Jahre in der Zukunft liegende Zeit, die vielleicht nie komt. Warte nicht ab und ...

"Lass nicht die Gegenwart für das Unbekannte der Zukunft im Stich. Man übersieht, umgeht, verschiebt viel Glück auf eine Jahre in der Zukunft liegende Zeit, die vielleicht nie komt. Warte nicht ab und verpass den Moment wegen eines Morgens ohne Garantie."

Inhalt:
Kate "Bright Side" Sedgwick ist ein lebensfroher und fröhlicher Mensch. Nicht umsonst gab ihr bester Freund Gus ihr diesen Spitznamen. Denn trotz schwieriger Jahre hat Kate nie aufgehört die Dinge optimistisch zu sehen und strahlt pure Zufriedenheit aus. Gleichzeitig steht sie der Liebe skeptisch gegenüber, sodass es gewiss nicht zu ihrem Plan gehört, sich auf dem College zu verlieben. Aber als sie Keller trifft, bemerken beide, dass sie nicht nur Freunde sein können, auch wenn sie beide ihr Päckchen zu tragen haben und diese Geheimnisse am Ende entscheiden können, ob Herzen gebrochen werden..

Charaktere:
Kate ist ein Charakter, der mich beeindruckt hat. Sie ist immer gut drauf und begegnet allem mit einer großen Portion Ironie und Witz, mit ihrer herzlichen, offenen Art schaffst sie es, jeden zu entwaffnen, sodass man sie einfach gernhaben muss. Mir gefallen die selbstbewussten, schlagfertigen weiblichen Charaktere in Büchern, und Kate ist definitiv einer davon. Im Laufe der Geschichte offenbaren sich viele Geheimnisse über ihre Vergangenheit, die ihre warme und lebensfrohe Ausstrahlung und Denkensweise nur umso bewundernswerter machen. Kate ist es wichtig, den Moment zu leben und das Hier und Jetzt zu genießen, ihr fließt Spontanität durch die Adern, die auch auf ihre Freunde abfärbt. Sie lockt andere aus der Reserve und lehrt sie, Spaß zu haben, solange man die Gelegenheit dazu hat.
Keller ist der männliche Gegenpart zu Kate. Er jobbt in einem Cafe, das in der Nähe des College-Campus' gelegen ist und ist der typische charmante, gutaussehende Kerl, dem alle Frauen zu Füßen liegen, doch da macht er sich nicht viel draus. Weil er (unfreiwillig) daran arbeitet, in die Fußstapfen seiner Mutter zu treten, und seine Zukunft bereits komplett durchgeplant ist, ist er in der Hinsicht das komplette Gegenteil von Kate. Doch auch Keller hat ein Geheimnis und verbringt jedes zweite Wochenende in Chicago. Der Grund kann nur eine Freundin sein, gkaubt Kate.. Oder?
Auch die Nebenfiguren haben alle eine eigenen Geschichte, sei es nun Clayton, Kates erste Bekannschaft am College oder ihr bester Freund Gus, zu dem sie eine sehr spezielle und innige Beziehung hat. Jede ist mit Liebe geschaffen, allergings wirken einige krampfhaft mit Hintergrund beladen, dazu komme ich jetzt.
Ich bin normalerweise kein Mensch, der ein Problem mit Klischees in Büchern hat, im Gegenteil. Jede noch so oft aufgewärmte Thematik kann mich immer wieser begeistern. Jetzt kommt das große ABER: Nahezu jede der Figuren hatte irgendwelche Probleme. Die Zahl derer, die keine haben, kann man an einer Hand abzählen und was mir noch viel mehr aufstößt, ist, dass das Schicksal einer der Figuren nach der ersten Erwähnung kaum noch Beachtung findet. Es wirkt, als sei es diesem Charakter nur zugeschrieben worden um auch wirklich jedes Klischee eines Teenie-Liebesromans abzudecken, so böse das jetzt auch klingen mag. Ich mochte die Charakterauswahl, jedoch hätten zwei oder drei vielleicht eine unkompliziertere Vergangenheit vertragen können, da das Hauptaugenmerk ja sowieso auf den Protagonisten liegt (hust Überraschung hust).

Schreibstil und Aufbau:
Die Geschichte ist sowohl aus der Sicht von Kate und Keller geschrieben, am Anfang dominiert Kates Part, am Ende Kellers. Gerade der Teil von Kate ist amüsant zu lesen, ihre impulsiven Gedanken und Handlungen bringen einen zum Lachen und die Geständnisse über ihre Vergangenheit lassen einen das Geschehene in einem anderen Licht sehen. Doch auch Kate hat in ihrem Rucksack für meinen Geschmack ein Gewicht zu viel, als dass es noch wirklich realistisch wirkt.
Das Buch beginnt wie eine typische Liebesgeschichte, langsam und zart, doch gerade ab der Mitte des Buches häufen sich die dramatischen Beichten und man hat das Gefühl, fast nur noch von Katastrophen umgeben zu sein. Zum Glück wird das ganze durch Kates Frohsinn, witzige Dialoge und einige positive Ereignisse etwas gemildert. Mit dem Ende bin ich zufrieden, auch wenn ich ehrlich gesagt befürchtet hatte, dass die Autorin meinen Erwartungen auch kurz vor Schluss noch einmal über den Haufen werfen würde.

Fazit:
In diesem Buch kommen alle Thematiken zusammen, die auch jeweils allein eine ganze Buchreihe hätte füllen können: Depressionen, Essstörungen, Alkohol- und Drogenprobleme, unheilbare Krankheiten, Schwangerschaft, Homophobie, früher Tod, Liebeskummer, auf der einen Seite Eltern, die einem die eigene Karriere aufzwingen wollen, auf der anderen Seite Eltern, die sich wiederum überhaupt nicht kümmern, häusliche Gewalt, und wenn es noch ein Thema gibt, was gern mal in Young Adult-/Liebesromanen aufgegriffen wird, dann hat auch das bestimmt irgendwo in diesem Buch Anwendung gefunden und es ist mir lediglich gerade entfallen. Das Schlimme ist wie gesagt, dass einige dieser Dinge nur am Rande der Geschichte erwähnt werden, meiner Meinung nach keinen entscheidenden Teil zur Geschichte beitragen und somit einfach überflüssing sind. Es wirkt, als wären sie nur der Vollstängigkeit der Klischees halber eingebaut worden.
JEDOCH hat mich dieses Buch mehrmals zum Weinen gebracht und die Idee hinter der Story gefällt mir wirklich gut, wie ebenfalls bereits erwähnt, stört mich nur die Vielzahl an Klischees, und nicht dass sie generell da sind. Irgendwann fragte ich mich nur noch, was nun als nächstes für eine Katastrophe aufkommen könnte, und das finde ich wirklich schade, denn die Grundgeschichte hätte definitiv Pozential gehabt.

Ich wurde zwiegespalten zurückgelassen, einerseits berührt mich die Geschichte zutiefst, andererseits ist sie für meinen Geschmack zu schicksalsbeladen. Irgendwie habe ich das Bedürfnis ihr sowohl fünf als auch nur einen Stern zu geben, viele werden meine Meinung nicht teilen oder meine Argumentation nicht nachvollziehen können, dessen bin ich mir sicher.
Erwartet habe ich einen "normalen" Young Adult Roman mit typischen Problemen junger Leute im College-Alter, bekommen habe ich viel mehr.. zu viel.
Die Vielzahl an positiven Rezensionen zeigt es: Dieses Buch hat viele begeisterte Leser. Eine Hälfte von mir gehört dazu, die andere nicht. Ich dachte von mir selbst immer, nicht kritisch bei Büchern zu sein.. nun, wieder etwas über mich selbst gelernt.
Für meinen Geschmack wäre in diesem Fall weniger definitiv mehr gewesen! Aber die Botschaft des Buches sollte jeder beherzigen, nämlich den Moment zu genießen und zu leben, als wäre es der letzte.

Veröffentlicht am 07.03.2018

Haare schwarz wie Ebenholz, Blut heiß wie Feuer.

Fire & Frost, Band 1: Vom Eis berührt
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"Du musst dich entscheiden, wofür du kämpfen willst. Und wer du wirklich bist."

Inhalt:
Ruby ist eine Fireblood. Ihre Gabe ermöglicht es ihr, das Feuer, was durch ihre Adern fließt, zu kontrollieren, ...

"Du musst dich entscheiden, wofür du kämpfen willst. Und wer du wirklich bist."

Inhalt:
Ruby ist eine Fireblood. Ihre Gabe ermöglicht es ihr, das Feuer, was durch ihre Adern fließt, zu kontrollieren, es heraufzubeschwören um damit zu retten oder zu zerstören.
Sie lebt mit ihrer Mutter unentdeckt in einem kleinen Dorf in den Bergen, immer dazu angehalten, ihre Fähigkeiten zu unterdrücken, doch eines Tages spüren sie die Soldaten des Frostkönigs auf. Ruby wird gefangen genommen und ihr Dorf zerstört, denn der König ist ein Frostblood und lässt Firebloods wie Ruby gnadenlos jagen. Nach fast einem halben Jahr im Kerker wird sie unerwartet gerettet und das ausgerechnet von zwei Frostbloods. Sie brauchen Rubys Feuer um ihr Ziel, den König zu stürzen, zu erreichen, doch kann sie den Fremden trauen? Und was bedeutet das Knistern zwischen ihr und dem jungen Frostblood Arcus?

Schreibstil, Aufbau und Charaktere:
Das Buch wird aus der Sicht von Ruby Otrera, einer Fireblood, erzählt. Sie ist siebzehn Jahre alt und entsprechend fällt auch der Ton aus, in dem das Buch geschrieben wurde. Mit einer gehörigen Portion Ironie, Sarkasmus und einer spitzen Zunge erzählt Ruby ihre Geschichte und es fällt einem sofort leicht, sich in ihre Gedanken hineinzuversetzen und sie gern zu haben. Die Szenen mit Arcus, dem jungen Frostblood, werden zunehmend intensiver und das zeigen auch Rubys Gedanken und Gefühle, an denen man teilnimmt. Die Erzählung der Fireblood haben mich von Anfang an in ihrem Bann gezogen und so wurde dieses Buch zu einem Kandidaten, den man mal wieder nicht aus der Hand legen könnte, bis die letzte Seite gelesen war.
Wie ein typisches Romantasy-Buch beginnt es friedlich, nimmt eine negative Wendung, die dann jedoch schnell wieder ausgebügelt wird. Die Zeit, in der dann alles mehr oder weniger gut ist, ist meine liebste, und umso mehr hasse ich dann den Augenblick, von dem jeder Liebesgeschichten-Leser weiß, dass er früher oder später kommen muss.. nämlich der Moment ab dem dann wieder alles schief läuft, bis das Ende des Buches erreicht ist. Dieser Aufbau ist bekannt und von mir gleichermaßen geliebt wie gehasst, doch da das Ende nicht komplett offen gelassen wird und auch nur bedingt negativ ist, bin ich sehr zufrieden damit.
Ruby und Arcus sind die beiden Hauptpersonen in dieser Liebesgeschichte. Da die beiden unterschiedlicher nicht sein könnten, sind sie sich zu Beginn spinnefeind, was sich natürlich im Laufe der Zeit wandelt. Ruby hat ein feuriges Temperament, ist nicht zu bändigen und kann sehr stur und schlagfertig sein, wenn die Situation es erfordert. Arcus hingegen ist verschlossen und gibt sich im wahrsten Sinne des Wortes kaltherzig. Das einzige, was die beiden Gabenträger zu vereinen scheint, ist der Wunsch, den König vom Thron zu stürzen.
Die beiden Protagonisten und die Entwicklung ihrer Beziehung haben mich total überzeugt, ich habe immer mitgefiebert, wenn es Spannungen oder Annäherungen zwischen ihnen gab.

Fazit:
Das Prinzip einer Romantasy-Trilogie dürfte vielen bekannt sein und eventuell auch schon zum Halse raus hängen. Ich jedoch liebe diese Bücher und kann gar nicht genug von komplizierten Beziehungen, dramatischen Wendungen und Happy Ends bekommen. Die Autorin hat somit natürlich kein komplett neues Erzähl-Schema aufgetan, die Idee der Fire- und Frostbloods begeistert mich aber. Feuer und Eis können eigentlich nicht miteinander, und dennoch halten sie sich gegenseitig im Gleichgewicht, so wie Ruby und Arcus einander meiden wollen und sich zugleich zueinander hingezogen fühlen.
Für jeden Romantasy-Fan ist dieses Buch ein absolutes Muss, dieses Buch kombiniert altbewährtes mit einer neuen, aufregenden Geschichte, die man lieben muss. Ich kann den zweiten Teil gar nicht erwarten!