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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.11.2025

Märchenhafter Erzählstil

Mr. Saitos reisendes Kino
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Im Klappentext wird Annette Bjergfeldt - von der ich, wie ich gestehen muss, vorher noch nie etwas gehört habe - mit John Irving und Isabel Allende verglichen. Mich hat der Text stellenweise an Gabriel ...

Im Klappentext wird Annette Bjergfeldt - von der ich, wie ich gestehen muss, vorher noch nie etwas gehört habe - mit John Irving und Isabel Allende verglichen. Mich hat der Text stellenweise an Gabriel García Marquez erinnert.

Dass die Handlung in Argentinien beginnt - zu dem ich familiäre Verbindungen habe - und von vielen außergewöhnlichen und teils leicht verrückt wirkenden Menschen handelt, dass es um die Anfänge des Kinos geht - all das hat mich zu diesem Buch greifen lassen.

Ich finde die Geschichte zauberhaft im wahrsten Sinne des Wortes. Sie wird in "sieben Wellen" erzählt, also in sieben Kapitel, und jede von ihnen steht für einen neuen Menschen in Carmelitas Leben.

Das ist wunderbar und bunt erzählt, es geht um Reisen und Fluchten, um Freundschaft und gedachten Verrat, um Liebe im allerweitesten Sinn, um Kuriositäten und Gemeinschaft - für mich waren die Geschichten sehr spannend, auch wenn die übergreifende Handlung es gar nicht so ist.

Der titelgebende Mr. Saito taucht erst recht spät im Buch auf, aber er rundet alles ab, fasst es zusammen und gibt dem Geschehen seine eigene Prägung und ganz neuen Glanz.

Eine wunderbare Lektüre für den Winter, wie ich finde, aber natürlich nicht ausschließlich dafür.

Und ein superschönes Weihnachtsgeschenk!

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Humorvoll und verwirrend

Mord an Backbord
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Ich hatte schon einen etwas schwierigen Einstieg, weil ich die Autorin und demzufolge das voraus gegangene Buch nicht kannte. Auch wenn im Prolog die Vorgeschichte in etwa zusammen gefasst ist, konnte ...

Ich hatte schon einen etwas schwierigen Einstieg, weil ich die Autorin und demzufolge das voraus gegangene Buch nicht kannte. Auch wenn im Prolog die Vorgeschichte in etwa zusammen gefasst ist, konnte ich dem nur schwer folgen und durchblickte die ganze Szenerie und die Personenkonstellation das komplette Buch hindurch nicht wirklich. Das hat das Lesen anstrengend gemacht, auch wenn der Text flüssig und munter geschrieben ist. Es kommen immer wieder Bezüge zu Band 1. Ja, die Autorin hat sich Mühe gegeben, und immer wieder kurz skizziert, was damals passiert ist, aber erstens bremst das immens den Lesefluss für das Geschehen in der Gegenwart, nimmt zweitens die Spannung raus, und drittens wird manches trotzdem immer noch nicht richtig deutlich. Was für mich nicht Spannung erzeugt, sondern Verwirrung..... und irgendwo auch stellenweise ein kräftiges Gefühl der Unlust, noch weiter zu lesen....

Viele mysteriöse Gestalten, eine sich anbahnende Romanze, britischer trockener Humor, sympathische und unsympathische Menschen - das hat mir gut gefallen.

Die Hauptfiguren Freya, Carole und auch Bella mochte ich sehr, die Geschichte hatte durchaus Potential, das Ambiente war interessant, aber es sind mir doch das ständige Hin und Her und die verwirrenden Fallstricke zunehmend auf die Nerven gegangen.

Am Schluss wusste ich wirklich bei einigen Personen nicht mehr, wer wer ist, welche Ziele wer verfolgt, wer jetzt warum tot ist oder auch nicht.... ich fand, es war zuviel des Guten. Die vielen falschen Fährten gingen für mich zu Lasten der Spannung und der Klarheit.

Schade.

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Veröffentlicht am 13.11.2025

Spannendes Thema, mitreissend und nachdenklich umgesetzt

Wir dachten, das Leben kommt noch
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Die Geschichte handelt von englischen Frauen, die im 2. Weltkrieg in Churchills geheimer Spezialeinheit gearbeitet haben und, als Französinnen getarnt, im besetzten Frankreich im Untergrund dazu beigetragen ...

Die Geschichte handelt von englischen Frauen, die im 2. Weltkrieg in Churchills geheimer Spezialeinheit gearbeitet haben und, als Französinnen getarnt, im besetzten Frankreich im Untergrund dazu beigetragen haben, dass letztlich die Alliierten den Krieg gewinnen konnten.

Wir begleiten die Protagonistinnen Pat, die Mitglied der SOE war, und Gwen, die über deren Leben recherchieren soll, in den 40er und den 90er Jahren, hauptsächlich in England und Frankreich.

Die Thematik ist teilweise schwer verdaulich, die Frauen der SOE sind nur haltlos zu bewundern, aber der Text ist gut und flüssig zu lesen und kommt stellenweise sogar mit einer gewissen Leichtigkeit daher.

Gut geschildert ist auch Gwens ganz eigene Reise in die Vergangenheit ihrer Familie.

Ein sehr interessantes uns bisher wenig beleuchtetes Kapitel der Kriegsgeschichte, unbedingt lesenswert und in vieler Hinsicht sehr nachdenklich machend.

Absolute Kauf- und auch Verschenkempfehlung!

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Veröffentlicht am 12.11.2025

Spannendes Verwirrspiel vor historischem Hintergrund

Das letzte Bild
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Ich bin ein großer Fan von Anja Jonuleit, habe schon viele Bücher von ihr gelesen und war von allen begeistert, auch wenn sie recht unterschiedlich waren.

Auch dieses hier hat mich sehr schnell in seinen ...

Ich bin ein großer Fan von Anja Jonuleit, habe schon viele Bücher von ihr gelesen und war von allen begeistert, auch wenn sie recht unterschiedlich waren.

Auch dieses hier hat mich sehr schnell in seinen Bann gezogen, obwohl die verschiedenen Zeitebenen und die durch die Handlung bedingten Verwirrspiele und Namensänderungen mir einiges an Konzentration abverlangt haben. Ich habe die Geschichte als Hörbuch genossen, und im Nachhinein würde ich mir selbst doch eher zum geschriebenen Buch raten, weil man da doch immer mal wieder nachlesen kann, wenn man etwas prüfen möchte oder nicht richtig verstanden hat.

Das Buch ist superspannend, bewegend und sehr einfühlsam geschrieben. Ich habe alle Personen deutlich vor mir gesehen, außer die, die das partput nicht wollten .

Auch der historische Hintergrund ist unbedingt erzählenswert.

Unbedingte Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 11.11.2025

Besser geht es für mich nicht!

MICHAEL MÜLLER REISEFÜHRER Marseille MM-City
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Sehr schön finde ich das neue Cover, mal was Anderes aus und über Marseille, die interessante witzige Kuppel, die den Blick über die Häuser weg zum sonnenbeschienenen Meer lenkt - sehr stimmungsvoll, ohne ...

Sehr schön finde ich das neue Cover, mal was Anderes aus und über Marseille, die interessante witzige Kuppel, die den Blick über die Häuser weg zum sonnenbeschienenen Meer lenkt - sehr stimmungsvoll, ohne aufdringlich oder kitschig zu sein.

Sehr praktikabel ist die neue Ausgabe des Reiseführers, sachlich und informativ, für mich genau der richtige Umfang an Infos, den ich an einem Urlaubsort haben möchte.

Wie von Ralf Nestmeyer gewohnt, lesen sich die Texte flüssig, sachlich, aber nicht belehrend, munter und Lust machend und manchmal mit leisem Augenzwinkern.

Der Reiseführer deckt alles ab, was mich interessiert bei einer Städtereise: schöne Gebäude, Menschliches, Unterkünfte, Essen und Trinken, Shoppingtipps, Kultur, Geschichtliches in gemäßigten Umfang - genau so wie ich es mag, nicht zu viel und nicht zu wenig.

Und vor allem gibt es immer Informationen auch abseits der üblichen Touristenpfade.

In jedem Reiseführer des Michael Müller Verlages habe ich bisher etwas entdeckt, das ich noch nicht kannte, und es hat mich immer beeindruckt.

Besser gehts – für mich! – einfach nicht.

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