Profilbild von gerlisch

gerlisch

Lesejury Star
offline

gerlisch ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit gerlisch über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.03.2026

Gute Unterhaltung

Giftiger Grund
0

„Giftiger Grund“ ist eine Story, die sich nicht einfach in ein Genre einordnen lässt – und genau das macht sie so interessant. Statt klassischer Ermittlungsarbeit wirft uns der Autor mitten hinein in ein ...

„Giftiger Grund“ ist eine Story, die sich nicht einfach in ein Genre einordnen lässt – und genau das macht sie so interessant. Statt klassischer Ermittlungsarbeit wirft uns der Autor mitten hinein in ein düsteres, bedrückendes Szenario. An einer verlassenen Tankstelle treffen drei Figuren aufeinander, die unterschiedlicher kaum sein könnten: die taffe Podcasterin Charu, der gerade aus der Haft entlassene Joran und ein zehnjähriges Mädchen, das mehr weiß, als man anfangs ahnt.

Der Roman lebt von seiner Atmosphäre: brutal, roh und manchmal mit derber Sprache. Das Setting, ein Lost-Place, verstärkt dieses Gefühl von Gefahr. Den Schreibstil empfand ich anfangs als gewöhnungsbedürftig, teilweise kurz und knapp, gerade so wie hin und herspringende Gedanken.

Besonders stark sind die Charakterzeichnungen:
Charu wirkt auf den ersten Blick tough, selbstbewusst, social-media-erfahren, doch hinter der Fassade steckt Verletzlichkeit, die sie nahbar macht.
Joran wird als naives Opfer dargestellt, ein geschickter Schachzug des Autors. Man ertappt sich dabei, Sympathie für jemanden zu entwickeln, dem man eigentlich misstrauen sollte.
Die wechselnden POVs sorgen dafür, dass man die Figuren und ihre Motive, Ängste und Geheimnisse Stück für Stück versteht.

Zum Ende hin geht es Schlag auf Schlag, manches wurde mir zu schnell abgehandelt, einiges erscheint doch sehr konturiert. Trotzdem habe ich das Buch sehr gern gelesen. Wer Lust auf eine düstere, intensive Story hat, die nicht wie ein klassischer Krimi zu lesen ist, wird hier definitiv gut unterhalten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.03.2026

Griechische Götter und ihre Mythen

Aftermyth – Penelope und die Prüfung der Götter
0

Für Penelope und ihrem Zwillingsbruder Paris war von Anfang an klar, dass sie in der Anaximander-Akademie ins Haus der Athena einziehen werden. Für Paris läuft auch alles glatt, doch mit Penelope haben ...

Für Penelope und ihrem Zwillingsbruder Paris war von Anfang an klar, dass sie in der Anaximander-Akademie ins Haus der Athena einziehen werden. Für Paris läuft auch alles glatt, doch mit Penelope haben die griechischen Götter wohl anderes vor. Ausgerechnet vom Haus der chaotischen Aphroditen wird sie erwählt.
Die Autorin erschafft eine Welt, die sich gleichzeitig vertraut und völlig neu anfühlt. Das Magiesystem ist kreativ, logisch aufgebaut und macht einfach Spaß. Dazu kommt ein Worldbuilding, das so detailreich ist, dass man die Akademie, die Häuser und die mythologischen Elemente richtig vor sich sieht. Ich war überrascht, wie viel Wissen über die griechischen Götter und Mythen hier ganz nebenbei vermittelt wird. Nie trocken, immer eingebettet in die Handlung. Genau so mag ich das.
Die Geschichte startet ruhig, fast gemächlich, aber sobald Penelope richtig in der Akademie ankommt, nimmt alles Fahrt auf. Prüfungen, Intrigen, Magie, irgendwann passiert gefühlt auf jeder Seite etwas Neues.
Penelope ist klug, pragmatisch und mutig. Sie glaubt fest daran, ins Haus der Athene zu gehören, doch gerade die Schüler des Hauses Aphrodite zeigen ihr, was echte Freundschaft bedeutet. Chaotisch, liebenswert, herzlich, das ist Fifi. Ihre Freundschaft mit Penelope ist eines meiner Highlights im ganzen Buch.
Das Cover ist wunderschön und der Farbschnitt ein absoluter Hingucker. Auch die Kapitelüberschriften und Seitenzahlen sind liebevoll gestaltet und und runden das Buch perfekt ab. Ein Must-Read für alle, die Academy-Settings, starke Heldinnen und mythologische Elemente lieben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.03.2026

Atmosphärischer Thriller

Der Kuckucksjunge
0

Schon die ersten Seiten von „Der Kuckucksjunge“ haben mich in eine düstere, beklemmende Atmosphäre hineingezogen. Der Thriller lebt von seiner unheilvollen Grundstimmung, die sich Seite für Seite hält. ...

Schon die ersten Seiten von „Der Kuckucksjunge“ haben mich in eine düstere, beklemmende Atmosphäre hineingezogen. Der Thriller lebt von seiner unheilvollen Grundstimmung, die sich Seite für Seite hält. Die Figuren sind vielschichtig und glaubwürdig, mit Ecken, Kanten und Geheimnissen. Besonders spannend ist, wie Sveistrup die privaten Probleme von Thulin und Hess im Hintergrund gut in die Handlungen einwebt. Sie wirken nie aufgesetzt, sondern verstärken die emotionale Tiefe und die Spannung zwischen den Ermittlern.
Brutale Morde, Stalking-Elemente und mehrere gelungene Plot Twists sorgen dafür, dass man immer wieder überrascht wird. Sveistrup versteht es, falsche Fährten zu legen und die LeserInnen in ihrer Wahrnehmung zu manipulieren.
Der Schreibstil ist fesselnd und intensiv, man merkt dem Autor seine Drehbuch-Erfahrung an. Allerdings gibt es ein paar Längen, die mich immer mal wieder aus dem Lesefluss herausgebracht haben. Doch insgesamt bleibt der Sog stark genug, um einen durch die Seiten zu treiben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.03.2026

Nicht so fesselnd wie erhofft

Spellcaster
0

Dieser Auftakt einer neuen Fantasy-Dilogie von Jaymin Eve verspricht auf den ersten Blick alles, was ich an Fantasy-Academy-Settings liebe: eine altehrwürdige Schule, eine Blutschwur-Fehde zwischen Paisleys ...

Dieser Auftakt einer neuen Fantasy-Dilogie von Jaymin Eve verspricht auf den ersten Blick alles, was ich an Fantasy-Academy-Settings liebe: eine altehrwürdige Schule, eine Blutschwur-Fehde zwischen Paisleys und Logans Familien und lauernde Die Grundidee klingt definitiv spannend und hätte eine richtig packende Mischung aus Magie, Intrigen und Enemies-to-Lovers-Dynamik werden können.
Doch je weiter ich gelesen habe, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass das Potenzial der Geschichte nicht ausgeschöpft wurde. Wichtige Informationen zu Figuren, Hintergründen und Handlung werden nur angekratzt, statt wirklich vertieft zu werden. Dadurch bleiben viele Zusammenhänge vage und unausgesprochen. Das Internat mit seinen magischen Zaubern, Kräutern, Kristallen und Tinkturen hätten so viel Raum für Atmosphäre geboten, bleibt aber leider nur blass. Auch das Magiesystem wird nur oberflächlich erklärt.
Besonders schade fand ich, dass die Charaktere kaum Tiefe oder Weiterentwicklung zeigen. Paisley ist impulsiv, oft widersprüchlich in ihrem Verhalten und schwer greifbar. Logan bleibt kühl und verschlossen. Die Emotionen kamen einfach nicht bei mir an. Gefallen haben mir aber die Freundschaften von Paisley mit ihren Mitschülerinnen, diese Szenen wurden wirklich harmonisch dargestellt.
Die Grundidee ist wirklich interessant, doch leider bleibt die Story hinter seinen Möglichkeiten zurück, für Fans von Academy-Fantasy vielleicht trotzdem ein Versuch wert, ich hoffe dann mal auf mehr Spannung in Band 2.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.03.2026

Vampire und Gladiatoren

We Who Will Die
0

„We who will die“ hat mich sofort in seinen Bann gezogen – nicht nur wegen des bildgewaltigen Schreibstils, sondern vor auch wegen der Figuren, die Stacia Stark so lebendig und vielschichtig zeichnet.
Im ...

„We who will die“ hat mich sofort in seinen Bann gezogen – nicht nur wegen des bildgewaltigen Schreibstils, sondern vor auch wegen der Figuren, die Stacia Stark so lebendig und vielschichtig zeichnet.
Im Zentrum steht Arvelle, eine Protagonistin, die man einfach gernhaben muss: Um ihren schwerkranken Bruder zu retten, geht Arvelle einen Pakt mit einem Vampir ein. Dafür muss sie den Imperator töten, aber um an ihn heranzukommen warten zahlreiche gefährliche Aufgaben auf sie und lassen sie um ihr Leben kämpfen. Mutig, willensstark und voller Liebe für ihre Brüder und gleichzeitig bringt ihr Pflichtgefühl sie immer wieder an ihre Grenzen. Besonders spannend fand ich, das Erwachen ihrer magischen Kräfte mitzuerleben.
Und dann kommt das Love Triangle, das mich emotional komplett abgeholt hat. Da ist Tieron, der Primus des Imperius, ein geheimnisvoller Anführer, der Stärke zeigt, aber gleichzeitig auch gefühlvolle Vibes versprüht, manchmal ist er allerdings auch etwas langweilig. Ganz anders auf der anderen Seite Rorrik, moralisch grau und gefährlich. Aber trotzdem hat er diese Ausstrahlung, die mich immer wieder zu ihm hingezogen hat. Dies macht ihn zu einem der spannendsten Charaktere des Buches.
Besonders die Nebenfiguren haben mir gefallen, gefährlich, hilfsbereit, rätselhaft, so tragen sie dazu bei, dass die Welt lebendig wirkt und die Handlung an Tiefe gewinnt.
Der Schreibstil ist atmosphärisch und detailreich. Die Handlung ist komplex, fesselnd, voller magischer Wesen, gefährlicher Wettkämpfe und politischer Intrigen. Gleichzeitig muss ich gestehen, dass mich die Vielzahl an Fantasybegriffen manchmal die Übersicht verlieren ließ. Auch ein paar Längen schleichen sich ein, aber sie trüben das Leseerlebnis wenig.
Trotz kleiner Schwächen kann ich am Ende sagen, dass ich mich auf Band 2 freue. Ich bin unglaublich gespannt, wie sich die Romance weiterentwickelt und welche Wendungen Arvelles Weg noch für uns bereithält.
Ein toller Auftakt voller Emotionen, Magie und komplexer Figuren – perfekt für alle, die Love Triangles und düstere Fantasy mögen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere