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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.04.2021

Ein etwas anderer Zeitreiseroman

Durch die Nacht und alle Zeiten
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Dank der Lesejury-Leserunde durfte ich den neuen Roman von Eva Völler lesen: „Durch die Nacht und alle Zeiten“. Dabei handelt es sich um eine weitere Zeitreisegeschichte, welche am 26.02.2021 erschienen ...

Dank der Lesejury-Leserunde durfte ich den neuen Roman von Eva Völler lesen: „Durch die Nacht und alle Zeiten“. Dabei handelt es sich um eine weitere Zeitreisegeschichte, welche am 26.02.2021 erschienen ist und 384 Seiten umfasst.

Die 16-jährige Lori verkleidet sich für ein historisches Festival wie ein Mädchen aus der Zeit von Napoleon. Während eines Gewitters verliert sie die Besinnung. Als sie wieder zu sich kommt, begegnet sie dem jungen Engländer Thomas, der ebenfalls historisch kostümiert ist. Wegen seiner altmodischen Ausdruckweise hält Lori ihn für ziemlich verwirrt. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass Thomas wirklich aus dem Jahr 1813 stammt. Lori will ihm bei der Rückkehr in seine Zeit helfen, aber dann ist da auf einmal dieses Knistern zwischen ihnen beiden ...

Beginnen möchte ich damit, dass dies nicht mein erstes Zeitreisebuch von Eva Völler war. Deswegen sind mir besonders positiv die verschiedenen Unterschiede zwischen diesem Roman und ihren vorherigen Reihen aufgefallen. So war es zuletzt beispielsweise immer so, dass die Handlung fast ausschließlich in der Vergangenheit spielte. Hier wird der ganze Handlungsplot allein dadurch schon aufgemischt und interessanter gestaltet, dass zunächst die Zeitreisenden in Loris Gegenwart springen und sich also in der „modernen Welt“ zurechtfinden müssen. Dadurch konnten natürlich direkt ganz andere Handlungsstränge entstehen als man es sonst von solchen Romanen gewohnt ist. Also könnte man sagen, dass Eva Völler das Rad der Zeitreiseromane neu erfunden hat, ohne sie wirklich neu erfinden zu müssen.

Da die Handlung in der zweiten Hälfte dann doch in der Vergangenheit spielt, bekommt man als Leser viele interessante Fakten über die Zeit rund um 1813 vermittelt. Ich z. B. wusste vorher nicht, dass die Leute früher immer auf die Geldmünzen gebissen haben, um sie auf Echtheit zu prüfen – und jetzt bin ich schlauer.
Des Weiteren lässt sich der Schreibstil der Autorin – wie man es von ihren Jugendbüchern gewohnt ist – als sehr jugendlich und humorvoll beschreiben. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass das Buch aufgrund dessen besonders Jugendlichen im Alter von 14+ Jahren gut gefallen würde.

Dieser jugendliche Schreibstil wirkt sich allerdings auch sehr stark auf die Charaktere aus. Oftmals hatte ich das Gefühl, dass die Hauptperson Lori sowieso schon sehr naiv, begriffsstutzig und jung rüberkam und dies nur noch durch den Schreibstil verstärkt wurde. An mancher Stelle habe ich mich z. B. gefragt, ob ein normaler Mensch wirklich so lange brauchen würde, um zu merken, dass er sich nicht mehr in der Gegenwart befindet. Oder ich fand andersherum, dass die Gefühle, die sich zwischen Lori und Thomas entwickelt haben, etwas unnatürlich schnell vorangeschritten sind und dadurch eher wie eine Schwärmerei und nicht so ernsthaft auf mich gewirkt haben. Aber vielleicht bin ich an dieser Stelle auch nur realistischer veranlagt als die meisten Leser.

Nichtsdestotrotz hat mir die Ausarbeitung aller Charaktere passend für eine gute Abenteuergeschichte gefallen: es gibt das typische Liebespaar, den Bösewicht, die Seitencharaktere und natürlich jemanden, der vielleicht doch nicht so böse ist. Und auch trotz ihrer Naivität konnte ich mich immer in Lori hineinversetzen und mit ihr zusammen fühlen.

Ein weiterer Grund, warum mir „Durch die Nacht und alle Zeiten“ zugesagt hat, war der ideale Spannungsbogen. Die Handlung ist exakt so aufgebaut, dass man das Buch irgendwann nicht mehr aus der Hand legen kann. Erst baut sich alles langsam auf, aber spätestens ab der Hälfte des Buches passieren so viele spannende Dinge; der Spannungsbogen ist ziemlich perfekt. Am Ende fragt man sich als Leser permanent, wie daraus jetzt noch ein Happy End werden soll oder ob es doch ein realistisches trauriges Ende geben wird (welches sehr untypisch für Eva Völlers Jugendbücher wäre).

Alles in allem ist „Durch die Nacht und alle Zeiten“ ein anders aufgebauter Zeitreiseroman, den ich besonders allen jüngeren Lesern und Fans von Anna und Sebastiano empfehlen kann. Ich habe mich sehr gefreut, an der Leserunde der Lesejury teilnehmen zu dürfen, vielen Dank!

  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 17.01.2021

Nett für zwischendurch, aber kein Muss

Hate You, Love You
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Dank der Lesejury durfte ich im Rahmen einer Leserunde das eBook „Hate you, love you“ von Penelope Ward lesen. Der Liebesroman umfasst 387 Seiten, ist am 01.01.2021 erschienen und handelt von Amelie und ...

Dank der Lesejury durfte ich im Rahmen einer Leserunde das eBook „Hate you, love you“ von Penelope Ward lesen. Der Liebesroman umfasst 387 Seiten, ist am 01.01.2021 erschienen und handelt von Amelie und Justin:

„Als ihre Großmutter stirbt, erbt Amelie ihr Häuschen direkt am Meer - allerdings nur die Hälfte. Sie muss es sich mit Justin teilen, dem Jungen, dem sie mit fünfzehn das Herz gebrochen hat. Und der sie seitdem hasst! Als sie sich nach zehn Jahren das erste Mal wieder gegenüberstehen, ist unter der Abneigung die alte Verbundenheit zu spüren. Doch Justin hat für seinen Urlaub am Atlantik seine Freundin mitgebracht...“

Als ich angefangen habe zu lesen, habe ich eine lockere, leichte sommerliche Liebesgeschichte erwartet, bei der die beiden Protagonisten erst ganz am Ende des Buchs zusammen kommen würden. Hinterher kann ich sagen, dass mich die Autorin bezüglich der Handlung überraschen konnte. Der erste Teil der Handlung verlief nach dem bekannten Muster einer Liebesgeschichte, der zweite Teil barg jedoch neue Aspekte und Probleme, die thematisiert wurden. Einerseits ist es etwas Gutes, dass die Autorin es geschafft hat, mich so zu überrumpeln. Andererseits war trotzdem schon nach dem ersten Teil des Buches sehr ersichtlich, dass die Protagonisten im Grunde genommen schon (fast) zusammen sind. Ich hätte mir von der Handlung gewünscht, dass sich die Liebe der beiden langsamer entwickeln würde. So hatte ich zwischenzeitlich das Gefühl nicht mehr weiterlesen zu müssen, da ich eh schon wusste, wie es ausgeht.

Prinzipiell waren mir (fast) alle Figuren sehr sympathisch, selbst die im Klappentext erwähnte Freundin von Justin, obwohl diese offensichtlich Amelies und seinem Glück im Wege stand. Amelie und Justin wurden beide als vielschichtige Charaktere gestaltet, die nicht nur Stärken, sondern auch viele Schwächen besitzen - das hat sie menschlich gemacht. Etwas gestört hat, dass Amelies Handlungen für mich persönlich teilweise nicht nachvollziehbar und logisch waren. In manchen Szenen reagiert sie so irrational, dass ich sie manchmal am liebsten gepackt und geschüttelt hätte, weil es für mich keinen Sinn ergeben hat. Justin und seine Charakterwandlung im Verlauf haben mir hingegen sehr gut gefallen und hätte ich am Anfang nicht erwartet. Doch unter einer harten Schale steckt oft ein weicher Kern!
Die Nebencharaktere sind in diesem Buch etwas flach und unwichtig geblieben; da hätte ich mir doch etwas mehr Facettenreichtum gewünscht.

Der Schreibstil ließ sich locker und schnell lesen. Nicht zuletzt deshalb ist es mir gelungen, „Hate you, love you“ in einem Rutsch durchzulesen. Einzig und allein die sehr expliziten sexuellen Szenen passten meiner Meinung nach nicht in dieses Buch bzw nicht zu Amelies Person. Das hätte man schlichtweg eleganter, schöner schreiben können und nicht so plump.

Zusammengefasst ist „Hate you, love you“ für mich ein schöner Liebesroman zum schnell Lesen und für Zwischendurch. Jedem zu 100% empfehlen kann ich es aufgrund der Kritikpunkte allerdings nicht.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 13.12.2020

Jahreshighlight 2020

Lockwood & Co. - Die Seufzende Wendeltreppe
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Dieser Reihenauftakt hat für mich zu denen gehört, bei denen ich direkt wusste, dass sie mir mehr als gefallen würde.

Der Einstieg in die Buchreihe fiel mir direkt sehr leicht. Dies hat mich überrascht, ...

Dieser Reihenauftakt hat für mich zu denen gehört, bei denen ich direkt wusste, dass sie mir mehr als gefallen würde.

Der Einstieg in die Buchreihe fiel mir direkt sehr leicht. Dies hat mich überrascht, da es sich bei Lockwood & Co um ein klares Fantasybuch handelt und die Informationen über das Übernatürliche anfangs meist recht viel sind. Schließlich muss man hier ein komplett anderes London kennenlernen, in dem die Geister die Menschen in Schrecken versetzen und Jugendliche plötzlich eine tragende Rolle spielen. Dieses Fantasybuch ist jedoch die perfekte Mischung zwischen bekannter menschlicher Welt mit übernatürlichen Aspekten, sodass man sich schnell zurecht findet.

Erzählt wird die Storyline aus der Ich-Perspektive von Lucy, einem zunächst recht undurchsichtigem Mädchen. Nach und nach lernt man diese aber besser kennen und merkt, dass der Autor mit Lucy eine Hauptperson erfunden hat, die erfrischend anders ist. Sie umgibt sich nicht mit typischen mädchenhaften Aktivitäten, ist nicht perfekt und immer lieb, sondern geht mit viel Sarkasmus durch die Welt. Dieser Sarkasmus, der sich auch in Anthony Lockwood und George, den beiden anderen Hauptpersonen wiederfindet, bereitet dem Leser immer wieder den ein oder anderen Lacher. Gemeinsam bilden die drei Protagonisten ein bunt gewürfeltes Bild einer besonderen Freundschaft und Arbeitsgemeinschaft, bei der sich (fast) jeder Leser irgendwo wiederfinden kann.
Der Schreibstil des Autors liest sich locker und leicht. Auffällig ist auch hier der Humor, geschmückt mit ironischen, witzigen oder sarkastischen Bemerkungen, der das Buch zu einem echten Leseerlebnis machen. Mehr als einmal saß ich persönlich beim Lesen da und musste auflachen!

Des Weiteren finde ich persönlich, dass der Spannungsbogen des Buchs extrem gut gelungen ist. Es gab keinen einzigen Moment, an dem die Spannung nach ließ und man das Buch aus der Hand legen wollte. Im Gegenteil – Jonathan Stroud schafft es, dass auch schon im ersten Teil der Reihe Andeutungen auf mögliche Handlungsfortsetzungen in den weiteren Teilen auftreten. So fragt man sich beispielsweise dauerhaft, was denn die Ursache für die Geisterepidemie sein könnte und wird so auf die nächsten Bücher verwiesen.

Zusammengefasst kann ich keinen einzigen Kritikpunkt an diesem gelungenen Reihenauftakt finden. Er ist durchweg spannend, witzig, kreativ und voller abenteuerlicher und freundschaftlicher Momente der Lockwood & Co. Agentur! Auch wenn die Reihe eigentlich für Teenager geschrieben wurde, kann ich sie auch jedem Erwachsenen sehr ans Herz legen.
Die gesamte Buchreihe gehört zu meinen Jahreshighlights 2020 und daher vergebe ich 5 von 5 Sternen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.04.2019

Unglaublich, faszinierend und ein bisschen unheimlich

Um Leben und Tod
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Die letzte Woche hat mich im Leben als Medizinstudentin zusätzlich als Input das Buch „Um Leben und Tod“ von Dr. Henry Marsh begleitet – am 13.03.2017 im Spiegel Buchverlag erschienen umfasst es 368 Seiten ...

Die letzte Woche hat mich im Leben als Medizinstudentin zusätzlich als Input das Buch „Um Leben und Tod“ von Dr. Henry Marsh begleitet – am 13.03.2017 im Spiegel Buchverlag erschienen umfasst es 368 Seiten – und jede einzelne davon hat mich zutiefst beeindruckt.

Wie arbeitet ein Hirnchirurg? Wie fühlt es sich an, in das Organ zu schneiden, mit dem Menschen denken und träumen? Und wie geht man damit um, wenn das Leben eines Patienten von der eigenen Heilkunst abhängt? Operationen am Innersten des Menschen sind immer mit unkalkulierbaren Risiken verbunden. Henry Marsh, einer der besten Neurochirurgen Großbritanniens, erzählt beeindruckend offen, selbstkritisch und humorvoll von den Ausnahmesituationen, die seinen Arbeitsalltag ausmachen. Seine Geschichten handeln vom Heilen und Helfen, vom Hoffen und Scheitern, von fatalen Fehlern und von der Schwierigkeit, die richtige Entscheidung zu treffen.

Als ich „Um Leben und Tod“ das erste Mal bei studylikegranger auf ihrem Instagramprofil gesehen habe, wusste ich sofort: Das muss ich lesen! Und ich wurde nicht enttäuscht.
Der Untertitel „Ein Hirnchirurg erzählt vom Heilen, Hoffen und Scheitern“ fasst die Thematik des Buchs besser zusammen, als ich es je könnte. Jedes der 25 Kapitel startet mit einer Krankheit (vor allem Gehirntumore) oder einem Symptom in der Überschrift: Oligodendrogliom, Tic douloureux oder dergleichen. Und passend dazu wird dies in dem Kapitel durch einen bestimmten Patient, eine bestimmte Operation oder „Schlüsselereignisse“ in Henrys Arztleben verdeutlicht. Allein diese Gliederung hat mir persönlich unheimlich gut gefallen, da man Neues, Faszinierendes über das menschliche Gehirn lernt und gleichzeitig in jedem Kapitel miträtseln konnte, bei wem denn nun das Oligodendrogliom auftritt und wie das Ganze endet.
Aber ist das Buch denn nur etwas für Medizinstudenten, Ärzte oder diejenigen, die es mal werden wollen? Im Gegenteil. Durch viele Erklärungen zwischendurch, die aber keineswegs ausarten, ist „Um Leben und Tod“ sehr verständlich geschrieben und gerade wegen der Thematik würde ich sagen, dass das Buch gerade Nicht-Mediziner anspricht. Die zusammengefasste Botschaft ist nämlich: Ärzte sind keine Götter in Weiß – sie irren, sind menschlich, machen fatale Fehler, treffen richtige und falsche Entscheidungen und sie haben auch keine Kontrolle über Zufälle, Schicksal (?).
So erfährt man in diesem Buch erstaunlich gut, wie es ist, ein Neurochirurg zu sein. Plötzlich versucht man als Leser selbst, die schwerwiegenden Entscheidungen zu treffen, rechtfertigt sich zusammen mit dem Arzt, warum der Patient nicht gerettet werden konnte, … Gerade manche Kapitel, manche Patientengeschichten, sind mir dabei emotional sogar sehr nahe gegangen.
Alles in allem habe ich mit „Um Leben und Tod“ (das Motto der Hirnchirurgen: ein Leben durch eine OP zerstören oder vielleicht doch noch ein paar Jahre herausholen?) wichtige Lektionen für mich und meine Zukunft als Studentin gelernt. Gerade dadurch, dass Henry Marsh so schonungslos über seine eigene Person und seine begangenen Fehler schreibt, konnte ich sehr viel aus dem Buch mitnehmen, wie ich später mal mit der ganzen Thematik umgehen möchte.
Abgesehen von „Heilen, Hoffen und Scheitern“ führt einen dieses Buch natürlich ein in die faszinierende, ein klein wenig unheimliche, aber vor allem unglaubliche Welt des wichtigsten Organgs: das Gehirn. Hierbei wird der Leser auch selbst zum Nachdenken angeregt. Ist unsere Seele, unser Bewusstsein etwa nur ein Zusammenspiel aus etlichen Nervenzellen und elektrischen Signalen? Es scheint immer wieder unbegreiflich zu sein, dass all diese Gedanken, die ich in gerade diesem Moment formuliere, lediglich von dieser grauen, wackelpuddingartigen Masse stammen sollen.
Zusammengefasst möchte ich nur sagen: Lest dieses Buch, mein neuestes Jahreshighlight! Man fängt an, sich mit Dingen zu beschäftigen, die im normalen Alltag total untergehen. Der Arzt wird für den Leser plötzlich zu einem normalen Menschen; eine Lektion, die auch ich immer wieder verinnerlichen muss, und vieles mehr. „Um Leben und Tod“ wird für jedermann eine großartige Lektüre sein.
Vielen Dank an den Spiegel-Buchverlag und die Betreiber des Bloggerportals für dieses tolle Rezensionsexemplar! ♥
Somit zählt diese Buchbesprechung offiziell als Werbung. Ich betone aber, dass niemand meine Meinung erkauft.

Veröffentlicht am 18.03.2019

Perfekte Mischung aus Fantasy- und Liebesroman

Gold und Schatten
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Ich durfte diesen Monat „Gold und Schatten – Das erste Buch der Götter“ von Kira Licht als Rezensionsexemplar lesen. Der 544 Seiten lange erste Teil der Götterreihe aus dem ONE-Verlag hat mich sofort überzeugt. ...

Ich durfte diesen Monat „Gold und Schatten – Das erste Buch der Götter“ von Kira Licht als Rezensionsexemplar lesen. Der 544 Seiten lange erste Teil der Götterreihe aus dem ONE-Verlag hat mich sofort überzeugt. Warum, erfahrt ihr jetzt.


Gerade erst nach Paris gezogen, verliebt sich die sechzehnjährige Livia Hals über Kopf in Maél. Seine Welt sind die düsteren Katakomben unter den Straßen der Stadt. Die beiden kommen sich schnell näher, doch der draufgängerischen Maél geht immer wieder auf Abstand. Was hat er zu verbergen? Und warum um alles in der Welt kann Livia plötzlich Botschaften hören, die Bäume und Pflanzen zuflüstern? Ist sie dabei, den Verstand zu verlieren? Als es Livia schließlich gelingt, die einzelnen Fäden miteinander zu verknüpfen, kann sie kaum glauben, welches Geheimnis sich ihr offenbart. Denn dass sie Maél kennengelernt hat, war alles andere als ein Zufall…


Dieses Buch hat für mich zu einem derjenigen gehört, bei denen ich bereits auf der ersten Seite wusste, dass es mir gefallen würde.

Fangen wir allerdings zunächst mit meinen einzigen Kritikpunkten an:

Wie man dem Klappentext entnehmen kann, handelt die Geschichte von Livia, welche an sich plötzlich außergewöhnliche Fähigkeiten entdeckt, d.h. der Roman besitzt eindeutig einen Fantasyaspekt. Als es zum Beispiel darum geht, wie ihre Freunde auf diese nicht menschlichen Aspekte reagieren, war ich erstaunt, dass diese alles sofort akzeptierten und noch nicht mal ein bisschen schockiert waren. Auch bei Livia selbst hatte ich im Buch mehrmals das Gefühl, sie würde Tatsachen ohne großes Erstaunen akzeptieren, bei denen ich als Leser total schockiert gewesen wäre. Es lässt sich aus meiner Sicht also sagen, dass der Roman noch realitätsgetreuer gewesen wäre, wenn die Einführung in die Fantasywelt überraschender gestaltet worden wäre.

Des Weiteren wird in diesem ersten Teil der Dilogie – wie es im ersten Satz des Klappentextes heißt – die Beziehung von Livia zu Maél thematisiert. Grundsätzlich geben die beiden ein tolles Paar ab; jede Menge realistische Gefühlsachterbahnen, ein Hin und Her, das trotzdem nicht zu übertrieben wirkt und ein Bauchkribbeln, das auch beim Leser ankommt. An manchen Stellen muss ich aber anmerken, dass mir diese Gefühle ein bisschen zu schnell gingen. Klar ist Liebe auf den ersten Blick ein bekanntes Buchphänomen, aber die Entwicklung der romantischen Gefühle (jedenfalls von Livias Seite aus) hätte doch etwas ausgearbeiteter sein können.

Ansonsten bin ich insgesamt hellauf begeistert, sodass diese zwei Kritikpunkte nicht wirklich viel zur Bewertung beitragen. „Gold und Schatten“ war das erste Buch, welches ich von Kira Licht gelesen habe. Der Schreibstil hat mir von Anfang an hervorragend gefallen, da er die perfekte Frische von Livias Alter vermittelt und die Autorin auf wunderschöne Beschreibungen, Vergleiche etc. zurückgreift.

Ein weiterer Punkt ist das allgemeine Thema dieses Romans. „Gold und Schatten“ ist wie gesagt ein Fantasyroman, ohne dabei zu sehr von der normalen Welt abzuweichen, sodass das Buch sicher vielen Lesern gefallen könnte. Wie der Titel „Das erste Buch der Götter“ bereits verrät, kommen auch allerlei Götter aus der griechischen Mythologie im Buch vor, in eine mitreißende Geschichte verpackt und auch für diejenigen verständlich, die sonst keine Ahnung davon haben.

Alles in allem hat Kira Licht für mich die perfekte Mischung aus Liebes- und Fantasyroman gefunden: genug Spannung – es gab keine Stelle im Buch, an der ich nicht weiterlesen wollte - und trotzdem ein großes Gefühlsspektrum von Wut zu Trauer zu einem Kribbeln im Bauch. Da das Buch mit einem großartigen Finale auch genug Fragen für einen zweiten Teil offen lässt, werde ich mir diesen dann unbedingt auch anschaffen. Ich bin begeistert und vergebe daher fünf Sterne!
Vielen Dank an den ONE-Verlag und die Bastei Lübbe AG für dieses tolle Rezensionsexemplar! ♥
Somit zählt diese Buchbesprechung offiziell als Werbung. Ich betone aber, dass niemand meine Meinung erkauft.