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Veröffentlicht am 01.03.2023

Ein verschwiegener Weinort

Mörderfinder – Mit den Augen des Opfers
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Max Bischoff erhält einen seltsamen Anruf von Polizeirätin Eslem Keskin. Sie waren bisher wahrlich nicht freundschaftlich verbunden, aber jetzt bittet sie ihn um Hilfe. Derzeit ist sie in Klotten an der ...

Max Bischoff erhält einen seltsamen Anruf von Polizeirätin Eslem Keskin. Sie waren bisher wahrlich nicht freundschaftlich verbunden, aber jetzt bittet sie ihn um Hilfe. Derzeit ist sie in Klotten an der Mosel zur Beerdigung ihrer alten Freundin Gabriele Meininger und Eslem erhielt von deren Tochter ihr Tagebuch. Die Einträge sind 22 Jahre alt und Gabriele schreibt darin von einer Schuld, die sie auf sich geladen hätten. Mit „sie“ war offensichtlich ihre damalige Clique gemeint. Diese Gruppe bestand aus Gabriele, Ingo, Achim, Melanie und Peter Kautenberger. Genau dieser Peter verschwand damals spurlos. Er war im Ort durch seine Aussagen bezüglich Weinqualität bzw. -verunreinigung angefeindet worden. Alles deutet anscheinend auf die Schuld bezüglich seines Ablebens hin, allerdings wurde seine Leiche nie gefunden. Kurze Zeit später wird die Leiche von Tochter Jessica Meininger in einem Weinberg gefunden, mit Würgemalen und ihre Zunge fehlt. Als dann einige Personen Peter Kautenberger gesehen haben wollen, ist das Chaos perfekt. Diese Erkenntnisse stehen Max, seiner früheren Studentin Jana Brosius, die mittlerweile beim KK11 zur Probe angestellt wurde, und dem Wissenschaftler Dr. Marvin Wagner zur Verfügung. Sehr auskunftsfreudig sind die Winzer der Gemeinde nicht, weil sie sich vor einem Skandal fürchten. Dann werden wegen des Mordes auch noch die Polizei aus Cochem und Beamte aus Koblenz hinzugezogen. In der Zusammenarbeit dieser Gruppierung knirscht es spürbar. Spannend wird es als Jana und Max dem Täter zu nahe kommen.


Da ich die ersten beiden Bände schon begeistert gelesen habe, war ich gespannt, wie es mit Max Bischoff weitergeht. Auch der dritte Band der Mörderfinder-Reihe wird spannend fortgesetzt. Max Bischoff ist mir nach wie vor sympathisch und die Zusammenarbeit mit Marvin gefiel mir ausgesprochen gut. Sein Verhältnis zu Eslem bleibt problematisch und das wird sich vermutlich auch nicht mehr ändern. Horst Böhmer agiert im Hintergrund und versorgt Max von dort aus mit Informationen. Kirsten wurde auch in diesem Band nur kurz erwähnt – leider. Die Aufklärung des Falles war – wie bei Arno Strobel üblich – nicht alltäglich und konnte vom Leser nicht erahnt werden. Das Buch hat sich für mich anfangs wie ein Kriminalroman gelesen, dann als es aufs Ende zuging wurde es zum Thriller.

Von mir bekommt dieser Thriller eine klare Leseempfehlung und jetzt warte ich neugierig auf Band 4!

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Veröffentlicht am 14.02.2023

Mysteriöser Tod beim Nordenskiöldsloppet

Eisjagd
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Schauplatz Lappland
Bei dem 200Km-Langlaufmarathon bricht Stig Eriksson tot zusammen. Zuerst wird vermutet, daß es sich um einen Unglücksfall handelt oder um einen Streit, bei dem mit einem Skistock sein ...

Schauplatz Lappland
Bei dem 200Km-Langlaufmarathon bricht Stig Eriksson tot zusammen. Zuerst wird vermutet, daß es sich um einen Unglücksfall handelt oder um einen Streit, bei dem mit einem Skistock sein Auge durchstoßen wurde, aber dann stellte es sich heraus, daß es Mord war. Stig wollte dieses Rennen als Amateur unbedingt einmal gewinnen und den Pokal bekommen. Dafür hatte er ein Trainerehepaar engagiert, das sich während der Woche rund um die Uhr um ihn kümmerte und auf seinem Grundstück in einem Gästehaus wohnte. Stig Eriksson war Millionär, hatte ein Luxusanwesen, eine Freundin, zwei Hausangestellte und galt als großzügig. Wer wollte seinen Tod bzw. wer zog daraus einen Vorteil, wo liegt das Motiv und vor allem was war die Tatwaffe?

Anelie Anderson, leitende Polizistin in Jakkmokk, ihr Kollege Sigge aus Lulea und der pensionierte Polizist Arne nehmen sich des Falles an. Die Aufklärung des Mordes wird mit einem spektakulären und actionreichen Finale beendet.

Parallel dazu geht es um die Belange der Sami und ihrer Rentiere. Dieser Part der Geschichte findet einen berührenden Abschluß.


Es war mein erstes Buch der Autorin (bzw. des Autorenpaares) und für mich schreibt sie spannend und bildhaft, denn ich hatte immer ein genaues Bild der Geschehnisse vor Augen. Sie beschreibt auch die Atmosphäre, die Menschen und die Natur so farbenprächtig, man merkt ihr die Liebe zu dem Land bei jedem Wort an. Die Ermittler waren für mich ein sympathisches Team, das sich füreinander einsetzte und auch mal ohne Rückendeckung von Polizeipräsidentin Yvla unterwegs war. Auch das Privatleben von Anelie und Sigge spielen eine gewisse Rolle und runden die Story ab.

Mich hat das Buch gepackt und von mir bekommt der Krimi eine Leseempfehlung. Band 1 Mordlichter werde ich mir auf jeden Fall noch besorgen!

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Veröffentlicht am 10.02.2023

Perfides Katz- und Mausspiel

NIGHT – Nacht der Angst
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Charlies Zimmergenossin Maddy wurde vom sog. Campus-Killer ermordet und Charlie fühlt sich schuldig an ihrem Tod, vor allem auch noch deshalb, weil sie im Streit auseinander gegangen sind. Nun beschließt ...

Charlies Zimmergenossin Maddy wurde vom sog. Campus-Killer ermordet und Charlie fühlt sich schuldig an ihrem Tod, vor allem auch noch deshalb, weil sie im Streit auseinander gegangen sind. Nun beschließt sie, ihr Studium abzubrechen und heimzufahren. Trotz aller Bedenken wegen des Campus-Killers findet sie am Schwarzen Brett eine Mitfahrgelegenheit bei dem Unbekannten – Josh. Die nächtliche Fahrt mit ihm ist zwar durch das Thema Cinema und Film unterhaltsam, wird aber immer mehr geprägt durch die Frage, wer sagt die Wahrheit, wer lügt, was ist Realität und was ist Wahnsinn. Schon jetzt spielt der Autor mit seinen Lesern. Viel mehr möchte ich hierzu und zum weiteren Verlauf nicht verraten.


Sehr geschickt schürt der Autor durch ständige Wendungen das Mißtrauen seiner Leser und lenkt er die Aufmerksamkeit auf immer wieder neue Aspekte. Der Schreibstil liest sich fesselnd und die Atmosphäre dieser nächtlichen Fahrt – die Düsternis und aufkommende Gefahr, fand ich gut beschrieben. Aber irgendwann will man nur noch wissen, was ist die Wahrheit, was Fiktion/Wahn und wer steckt hinter dem ganzen Konstrukt. Die Figuren waren mir alle unsympathisch und das Verhalten von Charlie, indem sie nach der Ermordung ihrer Freundin zu einem vollkommen Fremden ins Auge steigt, war schwer nachvollziehbar. Aber das ist nicht die einzige Situation in der sie absolut unglaubwürdig reagiert hat. Und zum Plot - dieses ganze Verwirrspiel war mir irgendwann einfach zu viel und zu konstruiert. Die Auflösung und das Ende waren für mich dann auch sehr unrealistisch.

Und als Fazit: Anfangs hatte es mich wirklich gepackt, denn es ist spannend geschrieben, aber ab der Hälfte war es mir zu konstruiert.

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Veröffentlicht am 30.12.2022

Südtiroler Omertà

In tiefen Seen
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Thomas Tretter entdeckt inmitten einer seiner Wiesen einen Toten, der mit einem Blütenkranz und toten Vögeln drapiert wurde. Es handelt sich um den Maler Hannes Kiem. Die Dorfälteste Barbara hat so ein ...

Thomas Tretter entdeckt inmitten einer seiner Wiesen einen Toten, der mit einem Blütenkranz und toten Vögeln drapiert wurde. Es handelt sich um den Maler Hannes Kiem. Die Dorfälteste Barbara hat so ein Bild schon mal gesehen. Es handelt sich angeblich um Botticellis Gemälde „Venere nei boschi“. Kiem und und die reiche Bauernfamilie Krawinkel steckten in Verhandlungen um den Kauf eines Grundstücks. Familie Krawinkel bestimmt was im Tal geschieht, wenn nötig auch mit Gewalt. Zu deren Mißfallen sind derzeit auch Geologen vor Ort, die Erdverschiebungen auf den Almen untersuchen.

Commissario Johann Grauner, seine Assistentin Silvia Tappeiner, Ispettore Saltapepe und die Praktikantin Donnachiara müssen in Passeiertal ermitteln. Bei Kiem finden sie überraschenderweise viel Bargeld und eine Einladung zu einer Kunstauktion. Die Ermittlungen werden ausgeweitet über den Mordfall hinaus auf die Kunstszene. Hier geht es u.a. auch in die Vergangenheit und zu den tiefen Seen, die den Berg zum Platzen bringen könnten.




Ich habe bisher alle Bände um Grauner und sein Team gelesen. Wobei mich der letzte Band nicht so richtig gepackt hatte. Diesem Krimi liegen reale Vorkommnisse zugrunde, die der Autor sehr gut recherchiert hat. Der Berg und seine Geschichte wurden z.B. sehr plastisch beschrieben, so daß man sich als Leser mitgenommen fühlte. Die Beschreibung der Südtiroler, ihrer Mentalität und der Atmosphäre vor Ort beherrscht der Autor einfach, so daß man am liebsten gleich losfahren möchte. Hiermit punktet er bei mir eindeutig. In dem vorliegenden Fall werden allerdings sehr viele Figuren eingeführt, so daß für mich die Tiefe fehlte und der Leser den Überblick behalten muß. Es werden auch etliche Schauplätze beschrieben, die zwar am Ende alle zusammenführen und auch passen, aber leicht unübersichtlich werden. Zum Team muß man als Kenner eigentlich nicht mehr viel sagen. Grauner liebt seine Alba, seinen Hof, seine Arbeit und vor allem gutes Essen. Tochter Sara und Mickey planen im fernen Wien ihre Zukunft. Gefehlt haben mir diesmal etwas die Frotzeleien zwischen Grauner dem Südtiroler und Saltapepe dem Neapolitaner. Wobei zum Schmunzeln gab es schon einiges.

Ein Dorf – ein Tal – eine Schicksalsgemeinschaft treffen hier voll zu.
Wie bei allen Krimireihen werden auch diesen Band die Kenner gerne lesen!

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Veröffentlicht am 06.12.2022

Ein Schattenkrieger

Schattenkrieger
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Protagonist ist Manuel Jessen, Betreiber einer Currywurstbude in Hamburg. Allerdings hat er ein Geheimnis, denn vorher war er Elitesoldat, Schüler bei einem japanischen Zen-Meister und für „Das Netzwerk“ ...

Protagonist ist Manuel Jessen, Betreiber einer Currywurstbude in Hamburg. Allerdings hat er ein Geheimnis, denn vorher war er Elitesoldat, Schüler bei einem japanischen Zen-Meister und für „Das Netzwerk“ tätig. Durch sie wurde er in Afghanistan befreit. Die Geschichte erzählt aus seiner Vergangenheit und folgt bis in die Gegenwart und hier mit einem neuen Auftrag. Als quasi Zwischenspiel treten noch verschiedene Frauen in Erscheinung und hier stellt sich die Frage: Wer meint es ehrlich?




Als großer Fan der Inspektor-Takeda-Krimis wollte ich unbedingt das neue Buch des Autors lesen. Er hat – wie etliche andere Autoren auch – das Genre von Krimi zu Thriller gewechselt. Und leider muß ich sagen, hat er mich damit verloren. Er schreibt ohne Frage flüssig und spannend. Sein Wissen über Japan, die Kultur und die Menschen, bringt er auch in diesem Buch ein, das gefiel mit wieder sehr gut. Auch die Erklärung des Schattenkrieges fand ich nachvollziehbar. Allerdings beherrschten jetzt Gewalt, Kämpfe, Geheimdienste etc. das Geschehen, was mich nicht begeisterte. Er wechselt auch häufig die Perspektiven bzw. geht er in die Vergangenheit zurück, um dadurch die verschiedenen Identitäten nachvollziehbar zu machen. Der Protagonist ist ein echter Superman. Bei seinen ganzen Verletzungen, Brüchen, Parasitenbefällen etc. steht er stets auf, schüttelt sich und kämpft weiter. Über das Ende möchte ich jetzt nichts verraten, für mich paßte es nicht. Daher ist dieser Thriller für mich doch sehr konstruiert und unrealistisch und kann ihn leider nicht weiter empfehlen.

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