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Veröffentlicht am 22.11.2020

Graustufen der Schuldfrage

Schuld
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Schuld gibt es nicht in schwarz oder weiß. Schuld hat viele Graustufen.
In seinem Kurzgeschichten-Roman nimmt Ferdinand von Schirach den Leser bei Verbrechen mit, wo die Schuld des verbrechens die zentrale ...

Schuld gibt es nicht in schwarz oder weiß. Schuld hat viele Graustufen.
In seinem Kurzgeschichten-Roman nimmt Ferdinand von Schirach den Leser bei Verbrechen mit, wo die Schuld des verbrechens die zentrale Rolle spielt.

Schirach besitzt einen sehr einnehmenden Schreibstil, indem er in kurzen und knappen Sätzen die elementarsten Dinge hervorhebt, und erzählt die einzelnen Kurzgeschichten dabei auf eine so unverblümte und brutale Weise, dass ich kurzweilig schockiert das Buch zuklappen musste.
In jeder Geschichte findet sich der moralische Konflikt nach der Schuldfrage, nach Recht und Unrecht.
Mit knapp 200 Seiten ist dieses Buch keine leichte Lektüre, aber dennoch abslut lesenswert!

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Veröffentlicht am 20.11.2020

Ein Ausflug ins Psychothriller-Genre, der sich lohnt !

Der Heimweg
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"Gewalt,[...], zerrt uns die Maske vom Kopf.
Die Krise entlarvt den Menschen."


Die Gefühlsflut, die ich beim Lesen des neuen Psychothrillers von Sebastian Fitzek durchlebt hab, lässt sich nicht mit einem ...

"Gewalt,[...], zerrt uns die Maske vom Kopf.
Die Krise entlarvt den Menschen."


Die Gefühlsflut, die ich beim Lesen des neuen Psychothrillers von Sebastian Fitzek durchlebt hab, lässt sich nicht mit einem einzigen Wort beschreiben.
Ekel. Schauer. Trauer. Anspannung. Fassungslosigkeit. Nervösität. Begeisterung. Diese dürften es ziemlich gut beschreiben.
Normalerweise lässt mich dieses Genre eher kalt und ich widme mich lieber ruhigeren, weniger brutalen Büchern zu, aber der neue Fitzek musste her (auch wenn es ursprünglich nur als Gruselbuch für die Halloweenzeit gedacht war). Die Thematik rund um die häusliche Gewalt, die in der aktuellen Zeit besonders anzusprechen ist, lässt glaube ich niemanden kalt.

Die Kapitel sind relativ kurz gehalten, aber dafür umso spannungsgeladener! Dem Leser werden immer wieder Bruchstücke zugeworfen, bei denen man denkt, des Rätsels Lösung näher zu kommen, aber letzten Endes wird man nur an der Nase umhergeführt. Man kann gar nicht anders, als weiterzulesen.
Fitzek schafft es fiktive Personen zu kreieren, die so greifbar und authentisch sind, dass sie mir das Gefühl vermittelt haben, sie schon jahrelang zu kennen.

Fazit:
Der Blick über den Tellerrand hat sich definitiv gelohnt. Sebastian Fitzek wird mir in Zukunft sicherlich noch einige schöne Lesestunden bereiten.
5 von 5 Sternen gibt es von mir für dieses Buch!

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Veröffentlicht am 20.11.2020

Zwiespältiger Charakter

Lola
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Für die einen das nette Mädchen von nebenan, was schön brav hinter dem vermeintlichen Gangboss Garcia hinterher läuft und für andere ist sie der skrupellose Mafiaboss der Crenshaw Six - das ist Lola Vasquez.

Melissa ...

Für die einen das nette Mädchen von nebenan, was schön brav hinter dem vermeintlichen Gangboss Garcia hinterher läuft und für andere ist sie der skrupellose Mafiaboss der Crenshaw Six - das ist Lola Vasquez.

Melissa Scrivner Love hat mit ihrem Buch Themen aufgegriffen, wie Kindesmisshandlung, Gewalt, Drogen, Rassismus und Korruption.
Das Setting des Thrillers bringt uns in das moderne L.A., South Central.
In den ärmeren Gegenden leben meistens Schwarze oder Latinos. In so einem Viertel ist Lola aufgewachsen mit ihrerer drogensüchtigen Mutter und ihren kleinen Bruder und hat sich den Platz als Chefin der Gang erkämpft.

Der Charakter der Protagonistin ist etwas zwiespältig.
Eine Frau mit starken Charakter, keine Frage, aber doch voller Verachtung jedem gegenüber, der nicht das gleiche oder ähnliches erlitten hat.
Sie besitzt Persönlichkeit. Ob jeder sie so mag oder nicht, darüber darf man sich gerne streiten, aber sie bleibt einem auf jeden Fall im Gedächtnis.

Beim Lesen entstand für mich eine Art Hassliebe. Zwar wollte man immer wissen wie es weitergeht, weil es mit fortschreitender Seitenanzahl immer spannender wurde, aber doch mangelte es mir manchmal an Sympathie für die Charaktere, deren Handlungen ich teilweise nicht nachvollziehen konnte.

Es ist auf jeden Fall eine Geschichte die ich so noch nicht gelesen habe und ich es dadurch auch aufregend fand, weil es für mich eine komplett neue Welt ist.
Leider gibt es von mir nur 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 18.11.2020

Urzeitliches und vorallem haariges Abenteuer

Das Eismonster
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Mammunts sind sowas von gestern? Falsch!
Mammunts sind sowas von 1899! Zumindest wenn man das kleine Waisenkind Elsie fragt, die im viktorianischen London, zusammen mit dem durchgeknallten Professor und ...

Mammunts sind sowas von gestern? Falsch!
Mammunts sind sowas von 1899! Zumindest wenn man das kleine Waisenkind Elsie fragt, die im viktorianischen London, zusammen mit dem durchgeknallten Professor und der etwas sonderbaren Putzfrau Uschi, ein prähistorisches Wollhaarmammut zum Leben erweckt.
Ab da beginnt das Chaos...ähh ich meine natürlich Abenteuer erst richtig!

Mit seinen knapp 500 Seiten und den insgesamt 78 Kapiteln wirkt das Buch auf den ersten Blick eher einschüchternd. Allerdings hat der witzige, kindliche und leicht übertriebene Schreibstil , die vielen gut getroffenen Illustrationen und die Schreibweise, teils Lautschrift und hin und wieder Verschnörkelungen, dazu beigetragen, dass die relativ kurzen Kapitel nur so davonflogen. Manches Mal war es mir mit dem viele " TRÖÖÖ" und ähnliches Ausrufen doch ein wenig zu viel, aber das Buch richtet sich auch an eine relativ junge Altersgruppe, die sich davon mehr begeistern lassen. Allerdings lässt sich dadurch die Geschichte auch beim Vorlesen spannender gestalten!

Anfangs werden auch noch die handelnden Figuren vorgestellt mit einer kleinen Beschreibung und am Ende gibt es zusätzlich noch ein paar exklusive Wollhaarmammuntinformation!

Mit dem "Eismonster" kann man sich auf jeden Fall ein paar schöne lustige Lesestunden zulegen, die an so manchen kalten Wintertagen schon für eine warme Kuschelzeit auf dem Sofa gesorgt haben.
5 von 5 Sternen gibt es dafür!

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Veröffentlicht am 11.11.2020

Willkommen im Zirkus.

Die Arena: Grausame Spiele
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Müsste ich das Buch "Die Arena-Grausame Spiele" von Hayley Barker in einem kurzen Satz beschreiben, würde ich mich wohl für Hungerspiele trifft auf Zirkus entscheiden.
In dieser düsteren Dystopie ist die ...

Müsste ich das Buch "Die Arena-Grausame Spiele" von Hayley Barker in einem kurzen Satz beschreiben, würde ich mich wohl für Hungerspiele trifft auf Zirkus entscheiden.
In dieser düsteren Dystopie ist die Gesellschaft in zwei Klassen eingeteilt. Die vollkommenen Pures und die minderwertigen Dregs. Innerhalb der gesellschaftliche Ordnung lassen sich Assoziationen zum Nationalsozialismus finden - Menschen mit unterschiedlicher ethnischer Herkunft (Dregs) werden gewissermaßen entmenschlicht, in denen man ihnen jedes Recht auf Selbstbestimmung nimmt.
Der Zirkus ist der eigentliche Ort des Geschehens. Dort werden die Dregs auf möglichst grausame Art und Weise gefoltert und getötet um die Pures etwas Unterhaltung zu bieten.
Als Ben im besagten Zirkus auf Hoshiko, beginnt er an dem bisherigen System zu zweifeln und zu rebellieren. Held und Antiheld lassen sich in dem Buch sehr gut unterscheiden, da es nicht wirklich eine Grauzone in dieser Hinsicht gibt.
Als Kritikpunkt möchte ich nur die Liebesgeschichte der beiden Protagonisten aufzählen. Die zarten Banden die sich zwischen Ben und Hoshi geknüpft haben, sind innerhalb weniger Begegnungen in eine unsterbliche Liebe mutiert, was für mich als Leser nicht ganz nachvollziehbar war. Aufgrund seines teilweise sehr naiven Verhaltens, habe ich von Ben oftmals eher das Bild eines kleinen Jungen im Kopf, was in der Liebesbeziehung der beiden auch etwas in die Quere kam.

Insgesamt bewerte ich das Buch mit 4 von 5 Sternen und kann nur noch sagen, dass ich mich trotzdem sehr darauf freue zu erfahren, wie die Geschichte der beiden weitergeht und ob sich die Lage für die Dregs ändern wird.

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