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Veröffentlicht am 30.09.2020

Spannender Mittelalterroman

Düstere Lande: Schatten des Zorns
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Augsburg im späten Mittelalter: Auf den Straßen werden immer wieder verstümmelte Tierkadaver gefunden und auch die Inquistition, vertreten durch Sewolt Mertz, hat ihren Weg in die Stadt gefunden. Schon ...

Augsburg im späten Mittelalter: Auf den Straßen werden immer wieder verstümmelte Tierkadaver gefunden und auch die Inquistition, vertreten durch Sewolt Mertz, hat ihren Weg in die Stadt gefunden. Schon bald wird die erste Hexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Gerbersohn Mathes Pelker, der immer noch bei dem Kartographen Herrn Etzlaub seinen Dienst tut, trifft eines Tages auf einen alten Feind - den Hünen, der schon einmal versucht hat, Mathes zu töten. Gemeinsam mit seiner mutigen kleinen Freundin Ennlin beginnt er nachzuforschen, was den bösen Mann nach Augsburg verschlagen hat.

"Schatten des Zorns" ist der zweite Band aus Kiara Lameikas mittelalterlicher Buchserie "Düstere Lande". Obwohl die Protagonisten und auch viele der Figuren um sie herum die selben sind, wie in Band eins, kann dieser Roman auch ohne Kenntnis des ersten Teils gelesen werden, da die Handlung in sich abgeschlossen ist. Noch schöner ist es natürlich, wenn man zuerst "Düstere Lande: Das Mahnmal" gelesen hat, für mich hat sich das Leseerlebnis wie ein Wiedersehen mit alten Bekannten angefühlt, da mir Mathes und Ennlin schon im ersten Buch ans Herz gewachsen sind.

So waren mir die meisten der Figuren und auch der Hintergrund des mittelalterlichen Augsburgs bereits vertraut, aber ich denke, dass auch Neuleser keine Probleme haben werden, sich mit den Personen und im Setting zurecht zu finden. Die Autorin lässt immer wieder reale historische Figuren in ihrem Buch mitwirken, die Erklärungen dazu und zu den geschichtlichen Hintergründen sind jeweils in Form von Fußnoten am unteren Seitenende beigefügt, das gefiel mir besser, als ein Glossar am Buchende, weil der Lesefluss nicht durch zurück blättern unterbrochen werden musste.

Der Spannungsbogen zog sich für mich konsequent durch die gesamte Handlung, erst auf den letzten Seiten werden viele Rätsel der Geschichte aufgelöst. Die Autorin hat die vorherrschende, teilweise recht düstere Stimmung, wie ich mir den Alltag im Mittelalter vorstelle, detailgetreu beschrieben, ich war von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und empfehle dieses Buch gern an alle weiter, die historische Romane mit spannendem Verlauf mögen. Da die Autorin im Nachwort verrät, dass sie bereits am dritten Band von "Düstere Lande" arbeitet, freue ich mich schon darauf, wieder von Mathes und Ennlin zu lesen.

Fazit: Der zweite Bad der Reihe "Düstere Lande" verbindet, wie schon sein Vorgänger, eine spannende Handlung mit historischen Fakten vor dem Hintergrund des mittelalterlichen Augsburgs. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen und kann daher auch alleine gelesen werden, noch schöner ist es aber, die ganze Reihe kennen zu lernen, da immer wieder die selben Protagonisten vorkommen. Ich gebe gern eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 25.09.2020

Irrungen und Wirrungen ums erste Mal

Very First Time
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Während einer Party zu Keelys achtzehntem Geburtstag bekommt jeder der Jugendlichen mit, dass Danielle, die unter den Mädchen der Jahrgangsstufe den Ton angibt, ihre Jungfräulichkeit verlor. Nun glaubt ...

Während einer Party zu Keelys achtzehntem Geburtstag bekommt jeder der Jugendlichen mit, dass Danielle, die unter den Mädchen der Jahrgangsstufe den Ton angibt, ihre Jungfräulichkeit verlor. Nun glaubt Keely, dass sie selbst die Einzige ist, die "es" noch nicht getan hat. Angestachelt durch die anderen Mädchen glaubt sie, diesen "Makel" noch vor Beginn ihrer Collegezeit beheben zu müssen.

Der smarte Student Dean lässt Keelys Herz höher schlagen, doch weil er annimmt, dass sie bereits Erfahrung hat, fürchtet die Schülerin, ihm ihre Unberührtheit zu gestehen. Deshalb fragt sie ihren besten Freund Andrew, der bereits mit vielen Mädchen zusammen war, ob er Keely entjungfern und somit für Dean "vorbereiten" würde.

"Very First Time" von Cameron Lund verspricht vom Klappentext her eine angenehm zu lesende Teenagergeschichte. Der Schreibstil ist tatsächlich leicht und locker, das ganze Buch lässt sich flüssig lesen. Auch die Figuren und den Hintergrund fand ich umfassend beschrieben, so dass ich mir Alles sehr gut vorstellen konnte. Den Umgang mit dem für Jugendliche wichtigem und sensiblen Thema sehe ich hier allerdings kritisch. Dabei will ich nicht behaupten, dass das Szenario unrealistisch ist, in Kleinstadtmilieu kann ich mir die beschriebene Dynamik zwischen den jungen Leuten durchaus lebendig vorstellen.

Keely, aus deren Sicht die Handlung erzählt wird, war mir schnell sympathisch, doch ihre Überlegungen, sich von Andrew entjungfern zu lassen, damit sie für ihren Schwarm Dean erfahren genug ist, konnte ich nur schwer nachvollziehen. Bei allen Irrungen und Wirrungen, die bei dem Thema in Teenager-Köpfen vor sich gehen, schien es mir seltsam gefühllos zu sein. Trotz Jugend und Unerfahrenheit sollte ihr doch klar sein, dass es ihren Freund verletzt, wenn sie im Bett erst mal einen Probedurchlauf mit einem Anderen abzieht.

Die nette Liebesgeschichte, die sich nach und nach entwickelt, wird neben dem zentralen Thema etwas in den Hintergrund gedrängt, auch wenn mich das Ende durchaus zufrieden stellen konnte. Auf den letzten Seiten zeigt die Protagonistin recht überraschend eine Reife, die eher auf einen Rückblick nach vielen Jahren schließen lässt, als auf eine plötzliche Erkenntnis, was mich beim Lesen ein wenig irritiert hat. Einem Jugendlichen, der sich möglicherweise selbst gerade in einer ähnlichen Situation befindet, würde ich diese Lektüre nicht wirklich empfehlen.

Fazit: Das zentrale Thema ist in dem Roman leider nicht feinfühlig genug umgesetzt worden. So kann ich für "Very First Time" trotz Cameron Lunds angenehmen Schreibstil und der sympathischen Protagonisten keine überzeugte Leseempfehlung geben.

Veröffentlicht am 23.09.2020

Achterbahnfahrt der Gefühle

Light Up the Sky
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Connor und Weston sind aus dem Kriegseinsatz in Syrien zurückgekehrt, doch beide haben innere und äußere Verletzungen erlitten. Autumn, die immer noch nicht ahnt, dass die poetischen Briefe und Gedichte, ...

Connor und Weston sind aus dem Kriegseinsatz in Syrien zurückgekehrt, doch beide haben innere und äußere Verletzungen erlitten. Autumn, die immer noch nicht ahnt, dass die poetischen Briefe und Gedichte, die sie von Connor erhalten hat, in Wirklichkeit aus Westons Feder stammen, ist zunächst glücklich, dass beide Männer den Krieg überlebt haben. Doch sowohl Connor als auch Weston stoßen Autumn emotional von sich, verletzt beschließt sie, der Liebe aus dem Weg zu gehen und sich ganz auf ihr Studium zu konzentrieren. Doch ihr Herz lässt nicht zu, dass sie sich ganz vor ihren Gefühlen verschließt und gerade als Autumn beginnt, wieder glücklich zu sein, findet sie endlich die Wahrheit heraus.

"Light up the Sky" vom Emma Scott ist genau so herzzerreißend emotional wie sein Vorgängerband "Bring down the Stars". Die Geschichte wird fortlaufend erzählt, so dass es unabdingbar ist, vor diesem Buch zuerst den ersten Band zu lesen. Und wie auch schon Band eins hat mich dieser Roman von der ersten bis zur letzten Zeile gefesselt, ich habe beide Bücher innerhalb eines Wochenendes durchgelesen - die Lektüre birgt eindeutig Suchtgefahr. Der Schreibstil der Autorin, ihre Figuren und Hintergründe haben mich beim Lesen eingehüllt wie eine flauschige Decke, auch jetzt, Tage später, bin ich gedanklich noch in ihrer Welt gefangen und möchte nicht wieder in meinen Alltag zurück kehren.

Autumn, Connor, Weston und auch einige der Personen um sie herum waren mir bereits in "Bring down the Stars" sehr ans Herz gewachsen, auch im Folgeband habe ich mit ihnen gefühlt, geweint, gelacht und gelitten. Die Dilogie ist so viel mehr als "nur" eine Liebesgeschichte, Emma Scott schreibt über Freundschaft, Schuldgefühle, Trauer und Hoffnung, auf ihre eigene Art, emotional mitreißend, traumhaft schön und tief bewegend. Die Bücher haben mich auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle mitgenommen und ich habe jede Sekunde Lesezeit geliebt. Für Romantiker spreche ich eine unbedingte Leseempfehlung aus.

Fazit: Beide Bände des Beautiful-Hearts-Duetts haben mich emotional durch alle Höhen und Tiefen mit genommen, dabei habe ich mich in der Lektüre heimatlich geborgen gefühlt wie in einer liebgewonnenen Kuscheldecke. Da Band 1 mit einen Cliffhanger endet, empfehle ich, den zweiten Roman schon auf Lager zu haben, um nahtlos weiter lesen zu können.

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Veröffentlicht am 23.09.2020

Ein Feuerwerk an Emotionen

Bring Down the Stars
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Nachdem ihr Exfreund sie betrogen hat, beginnt Autumn ihr neues Semester am College mit dem festen Vorsatz, ihr Herz nicht so bald wieder zu verschenken. Doch sowohl der sonnige Connor als auch dessen ...

Nachdem ihr Exfreund sie betrogen hat, beginnt Autumn ihr neues Semester am College mit dem festen Vorsatz, ihr Herz nicht so bald wieder zu verschenken. Doch sowohl der sonnige Connor als auch dessen grüblerischer Freund Weston lassen ihr Herz schnell wieder aus dem Takt geraten. Bezaubert durch ein Gedicht geht Autumn schließlich eine Beziehung zu Connor ein, nicht ahnend, dass Weston das lyrische Kunstwerk verfasst hat. Obwohl Weston selbst in die Studentin verliebt ist, stellt er Connors Glück über sein eigenes und hilft ihm mit poetischen Texten, zumal er glaubt, damit auch Autumn glücklich zu machen.

"Bring down the Stars" von Emma Scott ist ein wunderbar gefühlvoller Roman, der mich von der ersten Zeile an derartig gefesselt hat, dass ich nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Zu meinem Glück hatte ich das Buch an einem Samstag begonnen, so dass ich die 400 Seiten an einem Tag durch suchten konnte. Und die Geschichte hat eindeutig Suchtpotential, ich habe mit den Protagonisten mit gefühlt und gelitten, die Autorin schafft es auf einzigartige Weise Emotionen darzustellen, die der Leser nicht nur betrachtet sondern regelrecht selbst empfindet.

Für mich war dieses Buch das zweite, das ich von Emma Scott gelesen habe und auch hier war ich von ihrer Art zu schreiben absolut begeistert. Die Figuren sind lebendig dargestellt, nicht nur die Protagonisten sondern auch die Personen um sie herum konnte ich beinahe bildlich vor mir sehen. Schon in das erste Buch der Autorin bin ich emotional tief eingetaucht und auch in diesem bin ich mit all meinen Gefühlen regelrecht versunken. Die Handlung endet mit einem heftigen Cliffhanger, der mich vermutlich zerrissen hätte, wenn Band zwei nicht schon im Bücherregal auf mich warten würde. Für alle Romantiker spreche ich eine unbedingte Leseempfehlung aus.

Fazit: Wie keine Andere versteht es Emma Scott, in ihren Büchern Figuren und Gefühle lebendig werden zu lassen. In der Geschichte um Liebe und Freundschaft bin ich so tief versunken, dass ich Tage später immer noch keine Lust habe, wieder in meinen Alltag zurück zu kehren. Wegen des Cliffhangers am Ende, empfehle ich dringend, auch den zweiten Band zu kaufen, ehe man beginnt Band 1 zu lesen. Den tiefgründigen und sehr emotionalen Roman empfehle ich mit Freude weiter.

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Veröffentlicht am 21.09.2020

Nette, unterhaltsame Fortsetzung

A is for Abstinence
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Seit dem letzten Zusammentreffen von "Virgin" Val Jensen und Rockstar Kyle Hamilton sind vier Jahre vergangen. Nachdem Kyles Verlobung in die Brüche gegangen ist, hat er keine Lust mehr auf oberflächliche ...

Seit dem letzten Zusammentreffen von "Virgin" Val Jensen und Rockstar Kyle Hamilton sind vier Jahre vergangen. Nachdem Kyles Verlobung in die Brüche gegangen ist, hat er keine Lust mehr auf oberflächliche erotische Begegnungen und ihm wird klar, dass Valerie immer noch eine große Rolle in seinem Denken und Fühlen einnimmt. Bei einer Talkshow, bei der Val überraschenderweise mit ihrer leiblichen Mutter konfrontiert wird, taucht auch Kyle auf und gesteht ihr, dass er bereits seit mehreren Monaten abstinent lebt. Um eine Beziehung mit ihr führen zu können, verpflichtet sich der extrovertierte Rockstar öffentlich zur Enthaltsamkeit,

"A is for Abstinence" von Kelly Oram ist der zweite Band ihrer Kellywood-Dilogie, zum Verständnis ist es unabdingbar den ersten Teil vorher gelesen zu haben. Während "V is for Virgin" den Blickwinkel auf Valerie gerichtet hatte, ist die Geschichte dieses mal komplett aus Kyles Sicht erzählt. Mit diesem Einblick in seine Emotionen hat der Rockstar, dessen Selbstbewusstsein im Vorgängerbuch schon hart an der Grenze zur Arroganz dargestellt war, für mich mehr Tiefe und Menschlichkeit erhalten.

Valerie konnte ich in diesem Buch nur durch seine Augen sehen, dennoch fand ich, dass hinter ihrer taffen Fassade, die das äußerliche Gesamtbild bestimmt, auch immer wieder ihre Verletzlichkeit durch schimmerte. Kelly Orams Schreibstil habe ich schon in Band eins sehr gemocht, die Fortsetzung war ebenso locker und flüssig zu lesen. Bis auf kleinere Schwächen in der Logik (z.B. zunächst ist in der Beziehung alles toll und rosarot, doch recht plötzlich bemerkt Kyle eine emotional Entfernung zwischen sich und Val, ohne dass ich diese Entwicklung nachvollziehen konnte) hat mir die Geschichte gefallen und ich habe mich gut unterhalten gefühlt.

Fazit: Der Roman setzt die Handlung um Virgin Val und Rockstar Kyle fort. Nach "V is for Virgin" ist diese Geschichte eine nette Weiterentwicklung der Beziehung zwischen den Protagonisten, die sich angenehm lesen lässt. Für mich passt das Ende zu den vorangegangenen Ereignissen, auch wenn es ziemlich knapp abgehandelt worden ist. Für YA/NA Freunde empfehle ich die Dilogie gern weiter, lest die Bücher aber unbedingt in der richtigen Reihenfolge.