Profilbild von hapedah

hapedah

Lesejury Star
offline

hapedah ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit hapedah über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.09.2025

Humorvoller Kriminalroman mit herrlich schrägen Figuren

Über die Toten nur Gutes
0

Mads Madsen ist Trauerredner und weiß, dass er über die Verstorbenen nur Gutes sagen darf - dabei ist es oft ein schmaler Grat zwischen dezenter Umschreibung und faustdicker Lüge. Als er einen Brief seines ...

Mads Madsen ist Trauerredner und weiß, dass er über die Verstorbenen nur Gutes sagen darf - dabei ist es oft ein schmaler Grat zwischen dezenter Umschreibung und faustdicker Lüge. Als er einen Brief seines Kindheitsfreundes Patrick erhält, der Mads darin bittet, die Rede zu seiner Beerdigung zu halten, ist der professionelle Redner erst einmal sehr verwundert. Denn Patrick kam kürzlich bei einem Verkehrsunfall ums Leben, wie hat er ahnen können, dass sein Tod unmittelbar bevor steht? Mads´ Spürsinn ist geweckt, ehe er sich an die Rede setzt, die seinem Freund gerecht werden soll, obwohl sie seit Kindertagen keinen Kontakt mehr hatten, versucht er mehr über Patricks Leben in Erfahrung zu bringen. Allerdings hat Mads zu diesem Zeitpunkt noch keine Vorstellung, in welch große Gefahr er sich selbst mit seinen Nachforschungen bringt.

"Über die Toten nur Gutes" von Andreas Izquierdo ist ein gemütlicher Krimi, der nicht nur mit viel nördlichem Lokalkolorit glänzt, sondern mich auch mit seinen teilweise recht skurrilen Figuren begeistern konnte. Mads war mir auf Anhieb sympathisch, mit seinen 28 Jahren ist er etwas jünger, als der durchschnittliche Ermittler in Kriminalromanen, wirkte dabei aber ein wenig, wie aus der Zeit gefallen, seine Vorliebe für Retro-Anzüge und seine gesetzte Art ließen ihn älter wirken. Seine Geschwister blieben in meinen Augen ziemlich blass im Hintergrund, dafür brachte Mads´ Vater Fridtjof immer wieder eine humorvolle Komponente in die Geschichte, genau wie die Malteserhündin Bobby.

Den Schreibstil habe ich auf angenehme Weise fesselnd empfunden, zwischenzeitlich mochte ich da Buch kaum aus der Hand legen und habe es an einem Wochenende durch gesuchtet. Das humorvoll gestaltete Cover mit dem geschmückten Sarg, an dem das Hündchen sein Bein hebt, passt perfekt zur Handlung, die Atmosphäre blieb meiner Meinung nach immer im gemütlichen Bereich, dabei hat mich die Erzählweise regelmäßig zum Schmunzeln gebracht. Doch auch die Spannung kam nicht zu kurz, gegen Ende gab es noch eine ordentliche Steigerung. Insgesamt hatte ich ein wunderbar unterhaltsames Leseerlebnis, das ich gern weiter empfehle.

Fazit: Die Mischung aus herrlich originellen Figuren, Flensburger Lokalkolorit, humorvoller Schreibweise und natürlich der spannenden Krimihandlung hat mich auf ganzer Linie überzeugt. Für Mads Madsens ersten Fall spreche ich eine begeisterte Leseempfehlung aus.

Veröffentlicht am 12.09.2025

Zauberhafte Fortsetzung der spannenden Fantasy-Reihe

Die Prinzen des Winters
0

Nachdem Eyra, ihre Geschwister und zwei ihrer Gefährten entkommen sind, suchen sie verzweifelt nach einem Weg, auch Lazar zu befreien. Unterdessen hat der Winter ihre Heimatstadt fester im Griff als je ...

Nachdem Eyra, ihre Geschwister und zwei ihrer Gefährten entkommen sind, suchen sie verzweifelt nach einem Weg, auch Lazar zu befreien. Unterdessen hat der Winter ihre Heimatstadt fester im Griff als je zu vor, besonders in der Nähe des Palastes tobt ein unerbittlicher Schneesturm. Um die Stärke des Winterkristalls brechen zu können, begeben sich die Freunde auf die Suche nach dem sagenumwobenen Feuerrubin, doch noch ehe sie den magischen Stein finden, muss Eyra der Tatsache ins Auge blicken, dass diese Macht ihren Preis haben wird. Nicht jeder, der den Feuerrubin einst berührt hat, konnte dessen Kraft stand halten, viele die es versucht haben, fanden den Tod - doch angeblich hatte Eyras Vater sie bereits in sehr jungen Jahren mit dem Stein in Kontakt gebracht.

"Die Prinzen des Winters: Eisglut" von K.T. Steen ist der zweite Band der Eisfeuer-Saga und obwohl zwei Jahre vergangen sind, seit ich den ersten Teil gelesen hatte, war ich schnell wieder in Eyras Welt eingetaucht - was sicherlich auch der (in meinen Augen äußerst hilfreichen) Zusammenfassung der bisherigen Geschehnisse am Buchanfang zu verdanken war. Sowohl Eyra als auch die Winterprinzen waren mir bereits im Auftaktband ans Herz gewachsen und ich habe mich gefreut, wieder von ihnen zu lesen. Sowohl die Protagonisten, als auch sämtliche Figuren in ihrem Umfeld fand ich umfassend dargestellt, ich hatte immer ein lebhaftes Bild vor meinem geistigen Auge.

Den Schreibstil der Autorin kenne und liebe ich bereits aus sehr vielen ihrer Bücher und auch dieses Mal ist es ihr gelungen, mich von der ersten bis zur letzten Seite zu faszinieren. Die Mischung aus beinahe märchenhaft anmutender Fantasywelt, der spannenden Suche nach dem magischen Stein und einem guten Maß Romantik hat mich in gewohnter Weise bezaubert. "Die Prinzen des Winters" spielen im selben Universum wie "Die Krone der Feen" und "Die Feen der Nacht", die Hauptfiguren der beiden Bücher haben zwar in diesem Band einen Kurzauftritt, dennoch kann die Eisfeuer-Saga ohne Kenntnis dieser Geschichten gelesen werden.

Die Reihe um Eyra und ihre Winterprinzen sollte man allerdings unbedingt in chronologischer Reihenfolge lesen, da sich die Handlung über alle Bände hinweg weiter entwickelt. Nachdem aus der einst angekündigten Trilogie nun fünf Bände geworden sind, gibt es noch drei Fortsetzungen, auf die ich mich sehr freue. Durch diese Erweiterung habe ich den Eindruck, tiefer in die fantasievoll geschaffene Welt von Estraora einzutauchen, auch den Charakteren fühle ich mich noch ein winziges Stückchen näher als es bei den Feen-Büchern der Fall war. Meiner Meinung nach gewinnt die ganze Reihe durch die ausführlicheren Beschreibungen und ich kann auf eine wirklich wundervolle Lektüre zurück blicken, für die ich eine begeisterte Leseempfehlung ausspreche.

Fazit: Der zweite Band, der inzwischen auf fünf Teile angewachsenen Fantasy-Reihe hat mich sofort in seinen Bann gezogen und genau so gefesselt und begeistert, wie es bereits beim Auftakt der Fall war. Diese zauberhafte Fortsetzung empfehle ich daher gern weiter.

Veröffentlicht am 08.09.2025

Märchenhaft anmutender Roman, der mit japanischer Mythologie bezaubert

Der Laden in der Mondlichtgasse
0

In der Nähe eines kleinen Schreins öffnet sich für Menschen, deren Leben von emotionalen Problemen bestimmt wird, der Durchgang zur Mondlichtgasse: Hier gibt es eine ganz spezielle Confiserie, deren Inhaber ...

In der Nähe eines kleinen Schreins öffnet sich für Menschen, deren Leben von emotionalen Problemen bestimmt wird, der Durchgang zur Mondlichtgasse: Hier gibt es eine ganz spezielle Confiserie, deren Inhaber Kogetsu - halb Mensch, halb Fuchsgeist - mit Magie versetzte Süßigkeiten verkauft, die den Kunden helfen sollen, ihr Leben wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Danach beobachtet Kogetsu seine Käufer genau, denn sein Ziel ist es, mehr über menschliche Gefühle zu lernen.

"Der Laden in der Mondlichtgasse" von Hiyoko Kurisu ist ein bezaubernder Roman voller Wohlfühlatmosphäre, der sich in sechs Geschichten unterteilt, die beinahe unabhängig voneinander sind, lediglich der Besuch in Kogetsus Geschäft und der Erwerb einer magischen Süßigkeit stellen ein verbindendes Element dar. Mich hat die gemütliche Erzählung, die in Grundzügen an japanische Märchen erinnert, sofort in ihren Bann gezogen, besonders berührt hat mich dabei das letzte Kapitel, in dem sich zeigt, was Kogetsu einst dazu bewogen hat, die Confiserie zu eröffnen und die Menschen, deren Leben aus dem Gleichgewicht geraten ist, mit Hilfe seiner Süßwaren auf den rechten Pfad zurück zu führen.

Den Schreibstil habe ich als sehr fesselnd empfunden und obwohl sich die einzelnen Abschnitte in ihrem Aufbau recht ähnlich sind, habe ich jede Leseminute genossen und war emotional immer an der Seite der jeweils handelnden Person. Wie in jeder guten Fabel gab es einen moralischen Lerneffekt für die Protagonisten, dabei blieb die Stimmung immer in einem sehr gemütlichen Bereich, so dass ich ein wirklich angenehmes Leseerlebnis hatte. Für dieses auf sanfte Weise erzählte Buch voller mythologischer Magie spreche ich daher gerne eine Leseempfehlung aus.

Fazit: Unaufgeregt erzählt dieser Roman von einzelnen Personen, deren Leben sich durch die Begegnung mit Kogetsu und dem Verzehr der magischen Süßwaren zum Besseren wendet, diese Wohlfühlgeschichten empfehle ich gern weiter.

Veröffentlicht am 28.08.2025

Bezaubernder Auftakt der Spin-off-Reihe zu Spellbound

Ein Cookie für den Dämon
0

Nach dem Tod ihrer Eltern lebt Robin im Haus ihres Onkels, da sich die Klärung der Erbschaft angeblich vom Gericht aus verzögert. Als sie eines Tages die Bibliothek im Keller aufsucht, bemerkt Robin einen ...

Nach dem Tod ihrer Eltern lebt Robin im Haus ihres Onkels, da sich die Klärung der Erbschaft angeblich vom Gericht aus verzögert. Als sie eines Tages die Bibliothek im Keller aufsucht, bemerkt Robin einen von Dunkelheit erfüllten Bannkreis, kurz darauf erscheint ihr Onkel und verbietet, dass sie den Raum jemals wieder betritt. Doch ihre Neugier gewinnt die Oberhand, zumal Robin gehört hat, wie ihre Verwandten über einen beschworenen Dämon sprachen, der sich weigert, zu kommunizieren. Ein paar Tage später lässt sie eher versehentlich einen Cookie in den Bannkreis fallen, zu ihrer großen Überraschung erklärt sich der Dämon bereit, ihr für weiteres Gebäck Fragen zu beantworten.

"Ein Cookie für den Dämon" von Annette Marie ist der erste Band eines unterhaltsamen Spin-offs zur Spellbound-Reihe, der mich von Anfang an in seinen Bann gezogen hat. Robin war mir (genau wie Tori in den Spellbound-Büchern) auf Anhieb sympathisch und ich war emotional sofort an ihrer Seite. Besonders spannend fand ich, dass mir ein Ereignis bereit aus "Dämonenmagie und ein Martini" bekannt war, dort hatte ich von Toris Blickwinkel aus allerdings einen ganz anderen Eindruck von Robin, als jetzt, wo ich die Geschichte aus ihrer Perspektive erlebt habe. Sowohl die Protagonistin als auch sämtliche Figuren in ihrem Umfeld fand ich authentisch und bildhaft charakterisiert, für mich haben sie sich alle "echt" angefühlt.

Den Schreibstil der Autorin kenne und liebe ich bereits aus den ersten vier Spellbound-Büchern und auch dieses Mal hat mich das Leseerlebnis von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und begeistert. Dabei haben sich Spannung und Humor die Waage gehalten, ich habe mich in der Atmosphäre sehr wohl und insgesamt wunderbar unterhalten gefühlt und mochte den E-Reader zwischenzeitlich kaum aus der Hand legen. Jetzt hoffe ich sehr, dass der Second Chances Verlag auch die Folgebände bald für den deutschen Markt veröffentlichen wird, denn ich möchte unbedingt mehr von Robin, ihrem Dämon Zylas und dem seltsamen Kontrakt, den sie geschlossen haben, lesen. Für diesen Auftakt-Band spreche ich eine enthusiastische Leseempfehlung aus.

Fazit: Wie bereits die Spellbound-Serie hat mich auch der erste Teil des Spin-offs von der ersten Zeile an bezaubert und bis zum Ende nicht mehr los gelassen. Diese wunderbare Lektüre voller Spannung, Fantasie und Humor empfehle ich gern weiter.

Veröffentlicht am 28.08.2025

Spannender Finalband mit kleinen Schwächen in der Hintergrundgeschichte

The Forbidden Wolf King - Die Chroniken von Avalier 4
0

In Ihrem Rudel gehört die Wolfswandlerin Zara zu den dominantesten Frauen, daher erhält sie eine Einladung zur Königinnenprüfung, bei der nur die stärkste Kämpferin überleben und den Alphakönig Axil Moon ...

In Ihrem Rudel gehört die Wolfswandlerin Zara zu den dominantesten Frauen, daher erhält sie eine Einladung zur Königinnenprüfung, bei der nur die stärkste Kämpferin überleben und den Alphakönig Axil Moon heiraten soll. Neben der Ehre, die diese Kämpfe ihrem Rudel einbringen, hat Zara ganz eigene Gründe, sich den Prüfungen zu stellen. Denn in Jugendjahren war Axil ihre große Liebe, ehe er sie plötzlich wortlos verließ, ihre Rache soll darin bestehen, seine Frau zu werden und ihn damit für immer zu einer lieblosen Ehe zu zwingen. Doch kaum stehen sie sich gegenüber, muss Zara sich eingestehen, das ihre Gefühle für Axil längst nicht so tief begraben sind, wie sie dachte.

"The Forbidden Wolf King" von Leia Stone ist der finale Band der Chroniken von Avalier, in dem neben der in sich abgeschlossenen Geschichte von Axil und Zara auch die Hintergrundstory - der Krieg, den die Königin von Nightfall gegen alle magischen Völker in Gang gesetzt hat - fortgeführt wird. Daher empfehle ich, die Reihe unbedingt in chronologischer Reihenfolge zu lesen. Da in jedem der Bücher ein anderes Paar im Mittelpunkt steht, kannte ich Zara bisher noch nicht, habe sie aber schnell in mein Herz geschlossen. Axil war mir zwar ebenfalls sympathisch, doch nach dem Ruf, der ihm in den Vorgängerbänden voraus geeilt ist, hätte ich mir seinen Charakter etwas intensiver beschrieben gewünscht. Nichtsdestotrotz habe ich sämtliche Figuren im Buch als authentisch und lebensecht empfunden und war emotional immer an ihrer Seite.

Den fesselnden Schreibstil kenne ich mittlerweile aus recht vielen Büchern der Autorin und auch dieses Mal wurde ich nicht enttäuscht, ich mochte den E-Reader zwischenzeitlich kaum aus der Hand legen und habe den Roman in kürzester Zeit durchgesuchtet. Dabei muss ich allerdings anmerken, dass der Handlungsstrang um den Krieg der Königin von Nightfall für meinen Geschmack etwas knapp abgehandelt wurde, nach der Vorgeschichte dieser grausamen Herrscherin, die in den ersten drei Bänden nahezu unbesiegbar schien, fand ich die Auflösung reichlich schnell und einfach, ich denke hier hätten ein paar Seiten mehr nicht geschadet. (Und eine kleine Randbemerkung kann ich mir nicht verkneifen: mir hat sich auch im 4. Teil noch nicht erschlossen, warum die wilden Tiere alle ein -aro an der Bezeichnung trugen, ich konnte nicht erkennen, inwiefern sich Elcharos, Bäraros oder Hasaros von unseren Elchen, Bären und Hasen unterschieden, daher bin ich immer wieder über diese Worte gestolpert.) Dennoch habe ich mich insgesamt recht gut unterhalten gefühlt und spreche für den Abschlussband der Reihe eine Leseempfehlung aus.

Fazit: Der Finalband hätte meiner Meinung nach zwar gern etwas ausführlicher sein dürfen, besonders was die Handlung um den Nightfall-Krieg betrifft, trotzdem habe ich das Leseerlebnis als runden Abschluss der Reihe empfunden und empfehle das Buch gern weiter.