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Veröffentlicht am 24.01.2024

Zwei Krimis in einem

Das Mörderarchiv
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„Ich weiß schon lange, dass mein Leben durch einen Mord enden wird, und deshalb hinterlasse ich meinen Besitz – und zwar in Gesamtheit – der Person, die erfolgreich eben diesen Mord an mir aufklärt.“ (S. ...

„Ich weiß schon lange, dass mein Leben durch einen Mord enden wird, und deshalb hinterlasse ich meinen Besitz – und zwar in Gesamtheit – der Person, die erfolgreich eben diesen Mord an mir aufklärt.“ (S. 143) Annie hat ihre Großtante Frances nie kennengelernt und ist verwundert, als die sie einlädt, um ihr ihr Testament zu erklären. Aber als Annie auf Gravesdown Hall ankommt, ist Frances tot und Annie nicht automatisch die Erbin. Auch Frances Stiefneffe und die Polizei haben eine Chance. Wer ihren Tod innerhalb einer Woche aufklärt, bekommt alles. Ein gefährlicher Wettlauf gegen die Zeit und Konkurrenz beginnt, denn der Mörder scheint es nicht bei dem einen Todesfall belassen zu wollen. Zum Glück steht allen Suchenden ein umfassendes Archiv zu Verfügung, denn: „Frances hat 60 Jahre damit zugebracht, alles für diesen Moment vorzubereiten.“ (S. 136)

„Das Mörderarchiv“ ist ein klassischer Whodunit-Kirmi mit einem ungewöhnlichen Start. Weil Frances mit 17 auf einem Jahrmarkt vorhergesagt wurde, dass (und in kryptischen Hinweisen auch von wem) sie ermordet werden wird, sammelt sie ihr ganzes Leben lang Hinweise und Motive, die ihren Mörder überführen könnten.
Annie, die sich gerade als Krimiautorin etablieren will, stützt sich bei ihren Nachforschungen vor allem auf Frances Tagebuch von vor über 60 Jahren, das mit dem Verschwinden von deren Freundinnen Emily beginnt. Obwohl Emily nie gefunden wurde, war Frances bis zuletzt überzeugt, dass sie ermordet wurde, und hatte die Suche nach ihr und dem Täter nie aufgegeben.

Die Autorin Kirsten Perrin hat ein sehr interessantes Personenensemble geschaffen, in dem jeder an mindestens einer Stelle als Mörder in Frage kommt. Da ist zum einen der Stiefneffe, der schon als Kind merkwürdig war und anderen gerne hinterherspioniert hat – und überzeugt war, dass er der Erbe ist. Aber auch der Testamentsvollstrecker / Anwalt scheint eigene Interessen zu vertreten, um nur einige Beteiligte zu nennen. Und immer wieder tauchen Hinweise auf die Vergangenheit und Emilys Verschwinden auf – gibt es am Ende sogar zwei Fälle zu lösen?

Obwohl Annie Frances nicht kannte, fühlt sie sich ihr durch die Suche sehr nah. Sie interessiert sich nicht nur für den Mord, sondern auch für das Leben ihrer Großtante, die als verrückt und nervig galt und relativ isoliert auf dem alten Herrensitz gelebt, ihre Nachbarn aber trotzdem nachhaltig geprägt hat. „Jeder meidet Frances. Sie ist verrückt. Und zwar so sehr, dass sie es in der Gegend zu einiger Berühmtheit gebracht hat – die sonderbare alte Dame mit einem gewaltigen Landsitz und säckeweise Geld, die jeden gnadenlos durchleuchtet für den Fall, dass er oder sie eventuell ihr Mörder ist.“ (S. 23)

Mir hat das Lesen und Miträtseln viel Spaß gemacht, weil es durch die verschiedenen Zeitebenen und gefühlt immer mehr werdenden Verdächtigen bis zum Ende sehr spannend blieb.

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Veröffentlicht am 23.01.2024

Lebensentscheidungen

Glückstöchter - Einfach lieben
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1911: Nach dem Tod ihres Vaters und einem längeren Aufenthalt auf dem Monte Veritá zieht sich Baroness Anna von Quast auf die Tonkaalm zurück, die 12 Jahre unbewohnt war. Eigentlich hatte sie gehofft, ...

1911: Nach dem Tod ihres Vaters und einem längeren Aufenthalt auf dem Monte Veritá zieht sich Baroness Anna von Quast auf die Tonkaalm zurück, die 12 Jahre unbewohnt war. Eigentlich hatte sie gehofft, dass ihr Tessiner Lebensgefährte Benni sie begleitet, aber der wollte seine Heimat und Familie letztendlich dann doch nicht verlassen. Anna macht die Alm mithilfe ihrer Nachbarn wieder bewohnbar und trotzt dem Berg einen Nutzgarten ab, von dem sie fast komplett autark leben kann. Außerdem richtet sie sich eine kleine Töpferei ein, um einen Nebenverdienst zu haben. Bald stellt sie fest, dass sie sich selbst genug ist, dass es schön ist, auf niemand anderen Rücksicht nehmen zu müssen und sich das Leben frei einteilen zu können.

1977: Evas WG verdient inzwischen gut an den Bio-Müslis, die sie selbst herstellen und auf dem Wochenmarkt verkaufen. Als sie einen leerstehenden Laden entdeckt, wird die Idee eines eigenen Geschäfts geboren, in dem sie auch Naturkosmetik und regionale Bio-Lebensmittel verkaufen wollen.
Eva hatte erst vor kurzem erfahren, dass sie adoptiert wurde. Dadurch fühlet sie sich entwurzelt, wollte sich auch in Beziehungen nicht festlegen. Aber nachdem ihre beste Freundin nach Indien gegangen war, ist sie mit ihrem Mitbewohner Milo zusammen. Jetzt hat ihre Zieh-Oma einen neuen Hinweis auf Evas Vergangenheit gefunden – bringt der sie bei der Suche nach ihrer leiblichen Mutter weiter?

„Glückstöchter – Einfach lieben“ ist leider schon der Abschluss der Reihe. Stephanie Schuster erzählt parallel die Vorgeschichte zu Annas Leben auf der Alm und wie es bei Eva weitergeht.

Anna hat schwer am Verlust ihres Vaters und der Ungerechtigkeit seiner zweiten Frau zu tragen. Zum Glück hat ihr Vater, ein bekannter Naturforscher, sie gut ausgebildet und stets alle ihre Interessen gefördert.
Die Häuschen auf der Alm ist in einem extrem schlechten Zustand und der von ihrer Mutter angelegte Garten völlig verwildert. Anna muss über ihre körperlichen und mentalen Kräfte hinausgehen, um dort oben zurechtzukommen, doch das schwere, einfache, auf sich gestellte Leben macht sie auch sehr glücklich.

Eva hat „die Nase“, kann unzählige Gerüche unterscheiden, studiert Pharmazie und arbeitet nebenher in einer Apotheke, interessiert sich für Naturkosmetik und gesunde Ernährung. Bei Milo scheint sie jetzt endlich angekommen zu sein, auch wenn sie ihre Freundin in Indien schrecklich vermisst und die Suche nach ihrer richtigen Mutter weiter vorantreibt.

Schon der erste Band hatte mir gut gefallen, aber mit der Fortsetzung konnte mich Stephanie Schuster noch mehr fesseln – ich habe die 640 Seiten komplett am Stück gelesen. Ihre Protagonistinnen sind bewundernswert starke, selbstbewusste und selbstbestimmte Frauen, die ihren Weg und ihre Stimme gefunden haben.
Sie beschreibt Annas harte Leben, die vielfältige Natur und die Umstände, unter denen sie allein hoch oben in den Bergen lebt, sehr mitreißend.
Auch Evas Lebensumstände und die Suche nach ihrer Herkunft sind sehr spannend, denn sie muss einige Entscheidungen treffen, die sie zum Teil selber überraschen.

Mein Fazit: Ein toller zweiter Band, schade, dass es keinen weiteren über Evas Mutter geben wird.

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Veröffentlicht am 20.01.2024

Immer wieder dienstags …

Mauerträume
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„Glück sollte im Leben niemals das Ziel sein, sondern stets der Zustand.“ (S. 28) Eigentlich wollte Anni Kunstgeschichte studieren, aber ihr wurden ein Platz an der EOS und damit das Studium verwehrt. ...

„Glück sollte im Leben niemals das Ziel sein, sondern stets der Zustand.“ (S. 28) Eigentlich wollte Anni Kunstgeschichte studieren, aber ihr wurden ein Platz an der EOS und damit das Studium verwehrt. Stattdessen ist sie Kellnerin in einem Ausflugslokal am Müggelsee geworden, hat aber immer ihr Notizbuch dabei, um sich Skizzen zu allem zu machen, was sie bemerkenswert findet. Ausgerechnet dieses verliert sie am Tränenpalast (dem Bahnhof Friedrichstraße in Ost-Berlin), als sie wie jeden Dienstagnachmittag ihre Tante Gundula dort abholt. Zum Glück bringt ihr ein ehrlicher Finder das Büchlein zurück, allerdings ist Emil aus dem Westen und fordert als Gegenleistung ein Date mit ihr. Bisher hat sich Anni noch nie für Männer interessiert, schon gar nicht für „Klassenfeinde“, obwohl einige ihrer Freundinnen und Kolleginnen es gerade auf Westler abgesehen haben, um in den Genuss von Luxusgütern zu kommen und den Reiz des Verbotenen zu genießen. Doch Emil hat etwas an sich, das ihr Herz berührt. Langsam kommen sie sich näher, immer in dem Wissen, das eine Beziehung eigentlich unmöglich ist. Als dann auch noch Gundula schwer erkrankt, wird Annis Wunsch, die Seiten zu wechseln, immer größer. Aber kann sie ihre Familie verlassen und sie damit den Repressalien des DDR-Staates überlassen? Kann sie ihr Glück über das der anderen stellen?

„Du bist meine klügste Schülerin. Und du hast deine eigene Meinung. Bewahre sie dir.“ (S. 56) Annis jüngere Schwester Paula ist Klassenbeste, doch auch sie bekommt keinen Platz an der EOS, weil sie ihre Kritik an der DDR zu deutlich zeigt. Ihr neuer Deutschlehrer teilt ihre Ansichten und fördert ihren Widerspruchsgeist, gibt ihr Bücher zum Lesen, die zwar nicht verboten, aber unerwünscht sind. Damit ist er dem Direktor der Schule ein Dorn im Auge. Der macht Paula ein Angebot – wenn sie ihren Lehrer bespitzelt und verpfeift, kommt sie doch noch an die EOS.

Kathi Stephans „Mauerträume“ haben mich sofort in meine eigene Kindheit und Jugend zurückkatapultiert, da ich auch in der DDR aufgewachsen bin – nur leider ohne Westverwandtschaft. Sie beschreibt das Leben und Zeitgefühl damals sehr lebendig und so anschaulich, sodass man sich da auch sehr gut einfühlen kann, wenn man es nicht selber erlebt hat.
Ich kann mich gut an die beschriebenen Tauschgeschäfte über mehrere Ecken erinnern, wenn z.B. ein Trabbiersatzteil oder neue Fliesen benötigt wurden. Aber auch an die Pioniernachmittage und geforderte Staatstreue, die Verdächtigungen, wer bei der Stasi ist, und die Blicke, wenn man jemandem in einer Gruppe nicht vertraute. Allerdings habe ich das damals noch nicht so kritisch gesehen wie heute, schließlich war ich noch ein Kind und bin damit aufgewachsen, es war einfach so.

Annis Familie steht beispielhaft für viele, die nicht so ganz der Norm entsprachen.
Ihr Vater hält eisern an seiner kleinen, privaten Schusterei fest und wehrt sich seit Jahren gegen die Verstaatlichung, auch wenn er kaum noch davon leben kann.
Ihre Mutter hält die Familie mit Tauschgeschäften über Wasser, die Waren dafür bringt Tante Gundula von drüben mit.
Anni hat sich mit ihrem Schicksal abgefunden und die Träume vom Kunststudium aufgegeben, sie ist weder glücklich noch unglücklich. Erst Gundulas Frage, was sie vom Leben eigentlich erwartet, und Emil bringen ihren eingefahrenen Alltag ins Wanken und lassen sie vom privaten kleinen Glück in Freiheit träumen.
Und Paula will vor allem integer sein, aber sie will eben auch studieren. Was ist sie bereit, dafür zu tun?
Gundula war für mich die überraschendste Protagonistin. Sie ist vor 14 Jahren in den Westen gegangen, weil sie es in der DDR nicht mehr ausgehalten hat. Und obwohl ihr Bruder ihr das nie verziehen hat, kommt sie jede Woche zu Besuch. Als sie von Annis Dilemma wegen Emil erfährt, erzählt sie ihr, wie es für sie damals war, ihr altes Leben und die Familie hinter sich zu lassen und im Westen neu anzufangen.
Auch Emil weiß, was der Weggang, die Flucht, für Anni bedeuten würde, in welche Gefahr sie sich und die Familie damit bringt.

Sehr eindringlich erzählt Kati Stephan eine berührende deutsche Familien- und Liebesgeschichte über Mauern hinweg, von Entscheidungen der Einzelnen, die doch alle betreffen. „Manche Dinge tut man nicht, weil sie klug sind oder irgendeinen Sinn ergeben … Sondern einfach, weil sie sich richtig anfühlen. Weil sie dich glücklich machen. Wenigstens für den Moment.“ (S. 192)

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Veröffentlicht am 18.01.2024

Anders als erwartet

Das Geheimnis der Mona Lisa
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Florenz, 1494: Lisa Gherardini und Guiliano de‘ Medici sind 15 und heimlich verliebt. Als Guiliano aus politischen Gründen fliehen muss, will ihn Lisa begleiten, wird aber entdeckt und als Strafe von ihrem ...

Florenz, 1494: Lisa Gherardini und Guiliano de‘ Medici sind 15 und heimlich verliebt. Als Guiliano aus politischen Gründen fliehen muss, will ihn Lisa begleiten, wird aber entdeckt und als Strafe von ihrem Vater in ein Kloster gesteckt. Der einzige Ausweg daraus ist die Hochzeit mit ihrem doppelt so alten Onkel Francesco del Giocondo, einem Seidenhändler. Lisa stimmt zu, und obwohl ihre Ehe relativ glücklich ist, kann sie Guiliano nie vergessen.

Venedig, 1500: Leonardo da Vinci ist nicht nur als einer der größten Künstler seiner Zeit, sondern auch ein genialer Erfinder, Ingenieur und Taktiker. Die Medicis locken ihn mit dem Versprechen nach Venedig, ihn für einen Auftrag an Cesare Borgia zu empfehlen, wenn er ein Portrait von Lisa malt. Damit will Guiliano ihr eine versteckte Botschaft zukommen lassen, die sie und Gleichgesinnte in Lebensgefahr bringen kann.

Ich habe mich mit Beate Rygierts Buch etwas schwer getan, weil ich nach der Leseprobe (Lisas Fluchtversuch) und dem Klappentext etwas anderes erwartet hatte, dass Lisas Leben und Leonardos Bild im Mittelpunkt stehen würden, tatsächlich begegnen sich die beiden aber erst spät und relativ selten.

Stattdessen gibt das Buch einen sehr breiten, ausführlichen Einblick in die politischen Verhältnisse und Veränderungen zur damaligen Zeit, die mir oft zu viel und auch unübersichtlich wurden.

„In erster Linie bin ich Erfinder. Ein Erfinder, der sich auch mit Malerei beschäftigt.“ (S. 226) Sehr interessant hingegen fand ich den Einblick in Leonardos Leben, seine Kunstwerke und Erfindungen, die verschiedene Ausführungstechniken und Schaffensprozesse, seine Werkstatt mit den vielen (später ebenfalls berühmten) Schülern und natürlich die Arbeit an der Monna Lisa.

Lisa hatte sich eine Liebesheirat und ein Leben an der Seite ihrer Jugendliebe ausgemalt, die sie nie vergessen kann und immer wieder mit ihrem aktuellen Leben vergleicht. Ihr Mann hat in seiner Familie eine Führungsposition, aber die Matriarchin ist seine Mutter, die Lisa unter ihrer Fittiche nimmt und als ihre Nachfolgerin ausbildet. „Unser Platz ist das Haus. Und glaube mir, wenn du es klug anstellst, reagierst du von hier aus die ganze Welt.“ (S. 179) Durch diese beiden Frauen bekommt man eine sehr gute Vorstellung von der Stellung der Frau im Haushalt und der Gesellschaft, dass sie nach außen zwar oft nichts zu sagen haben, innerhalb ihrer Familien aber zum Teil großes Ansehen und Macht hatten.

Mein Fazit: Ein interessanter Einblick in Leonardos Leben und Werk und eine Interpretation des Hintergrundes und der Entstehung seiner Mona Lisa.

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Veröffentlicht am 16.01.2024

Schöner Wohnen im eigenen Körper

Achtsam morden durch bewusste Ernährung
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„Mein Gehirn wusste, wie Sprinten geht, aber mein Körper zeigte mir innerhalb der ersten 100 m, dass er über diese Fähigkeit nicht mehr verfügte.“
Nur mit Mühe und Not kann der achtsame Anwalt Björn Diemel ...

„Mein Gehirn wusste, wie Sprinten geht, aber mein Körper zeigte mir innerhalb der ersten 100 m, dass er über diese Fähigkeit nicht mehr verfügte.“
Nur mit Mühe und Not kann der achtsame Anwalt Björn Diemel die Entführung seiner Tochter auf einem Schulausflug im Zoo verhindern, leider nehmen die Entführer stattdessen sein Handy mit allen kompromittierenden Daten und Fotos mit. Will etwa einer seiner Konkurrenten Rache? Schließlich war Björn in den letzten Jahren nicht zimperlich, wenn es um die Durchsetzung seiner Pläne und das Ausweiten seiner Unternehmen ging.

Sein Leben, das in letzter Zeit in zu ruhigen und eingefahrenen Bahnen verlief und nur durch (nächtliches) Frustfressen unterbrochen wurde, bekommt plötzlich wieder die gewünschte Abwechslung und ordentlich Tempo, nur leider kann sein schlaffer Köper da nicht mithalten. „Ganz offensichtlich hatte ich mich durch die Gitterstäbe der Monotonie meines Alltags nach außen gezwängt. Jetzt stand ich hilflos außerhalb meiner Mitte und war zu dick um wieder zurückzukehren.“

Zum Glück geht er immer noch regelmäßig zu seinem Achtsamkeitscoach Joschka Breitner, der auch dafür eine Lösung hat. Er bringt Björn bei, wie er seinen Frust in etwas Positives umwandelt und dann abnimmt, um sich wieder in seinem Körper wohlzufühlen.

Auch das 5. Hörbuch der Reihe hat mich wieder extrem gut unterhalten. Ich mag Carsten Dusse als Sprecher sehr, wie er in seinen Krimis Wissenswertes unterbringt – hier alles zum Thema Ernährung und Fasten – und das alles mit viel bitterbösem Humor garniert.

Abgesehen von seinen kriminellen Aktivitäten ist Björn wie aus dem Leben gegriffen: Ein geschiedener mittelalter weißer Mann, der sich liebevoll um seine Tochter kümmert und dabei am Schulsystem verzweifelt. Die versuchte Entführung zwingt ihn zur Selbsterkenntnis, dass er endlich wieder was seine physische und psychische Gesundheit tun muss. Das er bei letzterem auf ein neues, ökologisches Hobby setzt, um seinen Co2-Fußabdruck zu verringern, verwundert dabei kaum, auch nicht, dass dieses Hobby wieder mal nicht legal ist und am Ende jemand stirbt …

5 Sterne für diese Hörvergnügen, ich hoffe, Björn stolpert bald in sein nächstes Abenteuer.

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