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Veröffentlicht am 02.03.2023

Lesen für den Sieg

Die Bibliothek der Hoffnung
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Dass die Londoner U-Bahnstation Bethnal Green vor dem Krieg nicht fertiggestellt werden konnte, erweist sich 1944 als Glücksfall. Sie bietet auf 1200 m Länge 5000 Schlafplätze für Ausgebombte, eine Bühne ...

Dass die Londoner U-Bahnstation Bethnal Green vor dem Krieg nicht fertiggestellt werden konnte, erweist sich 1944 als Glücksfall. Sie bietet auf 1200 m Länge 5000 Schlafplätze für Ausgebombte, eine Bühne für Theatervorstellungen und Konzerte, eine Kinderstube, ein Café, eine Sanitätsstation, einen Friseur und eine Bücherei. Die wird von der Kinder-Bibliothekarin Clara und ihrer Freundin und Assistentin Ruby betrieben. Sie haben 4000 Bücher im Bestand und leihen diese überwiegend an Kinder und Frauen aus. Außerdem betreiben sie einen Bücherbus, um die Fabrikarbeiterinnen wöchentlich mit neuem Lesestoff zu versorgen.

„Sie scheint eine besondere Gabe zu besitzen, für jeden Menschen genau das passende Buch auszuwählen.“ (S. 26) Clara ist erst 25 und schon Witwe, hat neben ihrem Mann auch ihr ungeborenes Kind verloren. Nur die Bibliothek bringt sie trotzt ihrer Trauer jeden Tag dazu, aufzustehen und zur Arbeit zu gehen. Sie glaubt, dass ihr kein privates Glück mehr zusteht und kümmert sich vor allem um die Kinder. Zwei jüdische Schwestern von der Kanalinsel Jersey, die verzweifelt versuchen, Kontakt zu ihrem dort zurückgebliebenen Vater aufzunehmen und deren Mutter angeblich immer arbeitet, haben es ihr dabei besonders angetan.

„Sie war jederzeit lieber ein Flittchen als eine Hausfrau.“ (S. 174) Ruby ist das ganze Gegenteil. Sie liebt ihren roten Lippenstift und aufreizende Kleidung, ist jederzeit zu einem Flirt und noch viel mehr bereit. Sie lässt sich von keinem Mann sagen, was sie zu tun und zu lassen hat, auch nicht von ihrem Stiefvater, der ihre Mutter täglich misshandelt. Insgeheim stürzt sie sich auch wegen ihm in die diversen Affären, will der beklemmenden Situation zu Hause entkommen und vergessen. Und ihrer großen Schuld, über die sie nie spricht.

„… Sie sind nicht nur Bibliothekarin, sondern auch Sozialarbeiterinnen, Bürgerberaterinnen, Krankenschwestern, Unterhalterinnen, Zuhörerinnen, Lehrerinnen und Freundinnen.“ (S. 142)
So unterschiedlich die beiden Frauen auch sind, zusammen sind sie ein perfektes Team. Während um sie herum der Krieg tobt, immer wieder Bomben und Raketen fallen, versuchen sie die Moral der Bewohner in der Station hochzuhalten. Sie lesen den Kindern jeden Abend eine Gutenachtgeschichte vor und richten einen Lesekreis ein, versorgen die Frauen auf Wunsch mit verbotener Literatur über Verhütung.
Aber sie haben auch Feinde. Der neue Vorsitzende des Bibliotheksausschusses ist weder mit ihrer Bücherauswahl einverstanden (zu viel Unterhaltungsliteratur), noch damit, dass die Bibliothek eine Zuflucht und Begegnungsstätte für so viele Menschen geworden ist. Und die Männer sind nicht begeistert, dass ihre Frauen sich durch die gelesenen Bücher immer mehr emanzipieren.

„Die Bibliothek der Hoffnung" ist für mich ein Lesehighlight. Mit viel Gefühl schildert Kate Thompson die emotionalen Geschichten und Schicksale der Bibliothekarinnen und Bewohner von Bethnal Green. Sie erzählt von den „Kanalratten“, Kindern, die z.T. ihr ganzes bisheriges Leben auf der Station verbracht haben und sie wie ihre Westentasche kennen, aber nicht wissen, wie eine Welt ohne Krieg aussieht. Sie berichtet von Jungen, die besser Gärtnern als Lesen können, weil Essen wichtiger ist als Wissen, und sich immer wieder nach „oben“ wagen, um ihr Gemüsegärtchen inmitten der Trümmer zu pflegen. Und sie erzählt von den täglichen Verlusten, dem Schmerz und den Ängsten, die die Bewohner von Bethnal Green während der Angriffe ausstehen müssen, von ihren Fluchten in den Alkohol und von den neuen Lieben, die sich trotz des Irrsinns finden. Ein sehr bewegendes und wichtiges Buch im Kampf #gegendasvergessen. „Ein Leseausweis und ganz viel Liebe – das war alles, was wir brauchten.“ (S. 455)

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Veröffentlicht am 01.03.2023

Auch für Kochanfänger perfekt geeignet

Vegan One Pot
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„Nur kurz waschen und schnippeln, dann ab mit dem Gemüse, Hülsenfrüchten und Co. in Topf oder Bräter – den Rest erledigt der Herd!“ verspricht Sabrina Fauda-Rôle in „Vergan One Pot“, und ich muss zugeben, ...

„Nur kurz waschen und schnippeln, dann ab mit dem Gemüse, Hülsenfrüchten und Co. in Topf oder Bräter – den Rest erledigt der Herd!“ verspricht Sabrina Fauda-Rôle in „Vergan One Pot“, und ich muss zugeben, dass mir die Rezepte von allen bisher getesteten Kochbüchern die wenigste Arbeit gemacht haben. Das liegt nicht nur daran, dass man nur ein Kochgerät (Ich habe meistens eine Pfanne genommen.) braucht, sondern auch an der kurzen Vorbereitungszeit von max. 15 min, meist sogar nur 10. Danach köchelt das Gericht noch kurz vor sich hin und schon kann gegessen werden. Da es zu jedem Gericht ein Foto mit den Zutaten und eins mit dem fertigen Essen gibt, kann man vor dem Kochen noch mal vergleichen, ob man wirklich nichts vergessen hat – das ist gerade für Kochanfänger perfekt.

Die Rezepte sind in „Blitzschnelle Gerichte“, „Getreide“. „Hülsenfrüchte“, Eintöpfe“, „Nudeln“, „Aus der Pfanne“, „Suppen“ und „Desserts“ gegliedert, wobei ich die Porridge-Varianten eher zum Frühstück als zum Nachtisch essen würde.

Unser Highlight bei den ausprobierten Rezepten sind die Spaghetti mit Humus und Spinat, aber auch der Reis mit Mandeltofu und die Reisnudeln mit Zuckerschoten waren lecker und sättigend, wobei ich bei fast allen Gerichten noch Gewürze ergänzt habe. Lediglich das Tomatenrisotto hat uns irritiert – es war zwar sehr lecker, aber mehr Beilage als vollständiges Gericht, da die Eiweißkomponente fehlte. Gleiches gilt für den in Bier geschmorten Rotkohl und den Süßkartoffelstampf.

Mein Fazit: Perfekt für Kochanfänger und Camper, Studentenküchen oder andere winzigen Küchen mit nur 1 oder 2 Herdplatten, aber man sollte beim Nachkochen mutig sein und Gewürze ergänzen.

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Veröffentlicht am 28.02.2023

Über Nacht zum Star

Der Traum vom Leben
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… davon träumen viele junge Mädchen. Luise Jensen schafft das 1992. Vom Bauernhof in Ostfriesland auf die Laufstege in Paris in nicht mal einer Woche, dabei ist sie eigentlich als Frisörin engagiert ...

Luise ...

… davon träumen viele junge Mädchen. Luise Jensen schafft das 1992. Vom Bauernhof in Ostfriesland auf die Laufstege in Paris in nicht mal einer Woche, dabei ist sie eigentlich als Frisörin engagiert ...

Luise ist 17, mit 1,86 m größer als die meisten Männer, extrem dünn, hat kaum weibliche Formen und Schuhgröße 43, wird kaum als Frau und potentielle Partnerin wahrgenommen. Ihr Tag beginnt um 5 Uhr mit dem Melken der Kühe, danach geht´s in den Salon, wo sie als Frisörin arbeitet. Sie ist glücklich in Ostfriesland, aber „Mutti, das reicht mir nicht. Ich muss weg von hier.“ (S. 41) Als sie einen Wettbewerb gewinnt, macht ihr der Starfrisör Udo Hammer das Angebot, seine Assistentin zu werden. „Ich nehme dich mit auf die Fashion Weeks der Welt. … London, Mailand, New York, Paris … Überlege nicht zu lange! Manche Gelegenheiten im Leben bekommt man nur einmal.“ (S. 91) Doch Luise ist zum ersten Mal verliebt. Erst als die Beziehung nach nur einem Sommer endet, erinnert sie sich an Udos Offerte. Sie begleitet ihn nach Paris zu den Prêt-à-porter-Shows, springt ein, als ein Model ausfällt und bekommt einen Vertrag bei der Modelagentur ELLE.

Ihre ungeplante Karriere als Supermodel ist nicht einfach. „Ich weiß nicht, ob ich dem gewachsen bin, ob ich wirklich hierhergehöre, ob ich diesen Druck aushalte.“ (S. 156) Sie spricht weder die Sprache, noch weiß sie, was bei Verträgen etc. üblich ist. Aber sie wagt es, stürzt sich in das Abenteuer und kann sich endlich mit ihrem Aussehen aussöhnen. „Noch nie zuvor war sie so eins gewesen mit ihrem Körper… Der Laufsteg war für sie zu einer Welt geworden, in der sie ihre Sehnsucht nach Freiheit ausleben und ihre eigene Identität finden konnte. Hier entdeckte sie plötzlich eine Seite an sich, die sie bisher noch nicht gekannt hat.“ (S 369)

Katharina Fuchs erzählt die Geschichte einer märchenhaften Karriere, die auf einer wahren Geschichte beruht, lässt den damaligen Zeitgeist wieder auferstehen und zeigt die goldenen und Schattenseiten der Mode-Welt.
Sie konzentriert sich auf die wenigen Monate vom Sommer 1992 bis Frühling 1993, länger braucht es nicht, bis Lou, wie sie sich jetzt nennt, zu den ganz Großen gehört. Aber sie ist nicht frei von Zweifeln, hat manchmal Angst vor ihrer eigenen Courage, begreift schnell, dass nur der schöne Schein zählt, sie außer Salat ohne Dressing und Pillen zu Champagner nichts essen darf. Dafür gehört sie zu den Topmodels und arbeitet für die angesagtesten Designer – aber will sie das wirklich?

Ich fand das Thema des Buches unheimlich spannend und auch das Setting und die Stimmung des Romans haben mich begeistert. Katharina Fuchs hat das Paris der 90er und die schillernde Modewelt sehr lebendig geschildert, viele große Namen und Modehäuser einfließen lassen. Auch Lous Begeisterung und Zweifel werden sehr anschaulich geschildert, ihre mentale Entwicklung ist nachvollziehbar. Es gab nur 2 kleine Stellen, mich etwas irritiert haben. Zum einen bekommt ihre Familie zu Hause ihren Aufstieg nicht mit und zum anderen stakst sie bei ihrem ersten Auftritt noch ungelenk über die Bühne, bewegt sich am nächsten Tag aber schon wie ein Profi – ganz ohne Training.

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Veröffentlicht am 23.02.2023

Sport macht schön

Die schönsten Jahre unseres Lebens
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Lüneburg 1968: Lili ist Anfang 20 und hat ihr Leben genau geplant. Wenn ihre Oma Margarethe Ende des Jahres zu ihrem Partner aufs Land zieht, übernimmt Lili den Frisörsalon und baut ihn zu einem Kosmetikstudio ...

Lüneburg 1968: Lili ist Anfang 20 und hat ihr Leben genau geplant. Wenn ihre Oma Margarethe Ende des Jahres zu ihrem Partner aufs Land zieht, übernimmt Lili den Frisörsalon und baut ihn zu einem Kosmetikstudio um. Außerdem bekommt sie Margarethes Wohnung, in die nach der hoffentlich bald stattfindenden Hochzeit auch ihr Freund John ziehen soll. Doch der überrascht sie damit, dass er endlich seinen Vater in San Francisco besuchen wird, den er als „Besatzerkind“ nie kennengelernt hat. Da sich John nach seinem Weggang wochenlang nicht bei ihr meldet, hat ihre Familie Mitleid und schickt sie hinterher. Obwohl die gemeinsamen Wochen in San Francisco schön sind und sie sich sehr lieben, kommt John nicht mit zurück nach Hause. „Hier ist das Leben, das ich mir immer erträumt habe.“ (S. 118) Stattdessen soll sie zu ihm zu ziehen. Aber ihr Herz schlägt für ihre Familie und ihre Heimat. Zurück in Deutschland erfährt sie, dass John als Soldat nach Vietnam geschickt wird – eine Zeit des Hoffens und Bangens beginnt, dann wird er vermisst …

Kristina Engel schreibt die Geschichte der Familie Jensen weiter. Nach Anne, der ersten Avon-Beraterin Deutschlands, geht es nun um ihre erwachsenen Zwillinge Lili und Leo.
Lili ist eine moderne junge Frau mit festen Vorstellungen von ihrer Zukunft, offen für Neues und immer auf der Suche nach dem nächsten Trend. Als sie in San Francisco mit Aerobic in Berührung kommt, sieht sie sofort das Potential, das in der Kombination aus Gymnastik und Tanz steckt und den Körper gleichmäßig formt, kräftigt und besser durchblutet – das könnte doch was für ihre Kundinnen sein. Zudem ist sie sehr familiär und hängt an ihrer kleinen Schwester Mia, die ein Contergankind ist und große Probleme mit der Lunge hat.
Lili leidet sehr unter Johns Weggang und seiner Vermisstenmeldung, verkriecht sich monatelang in sich selbst und hat das Gefühl, nur noch zu funktionieren. Sie merkt dadurch gar nicht, was für eine starke Persönlichkeit und wie innovativ sie ist, dass sie trotz Trauer neben ihrem Kosmetiksalon auch noch das erste Aerobic-Studio aufzieht.
Leo kommt mit der ganzen Situation ebenfalls nicht zurecht, denn John war sein bester Freund. Er flüchtet oft nach Hamburg, wo er neben Alkohol noch ganz andere Drogen konsumiert.

Mir gefällt, wie die Familie trotz aller Probleme zusammenhält. Obwohl sich ihr Leben oft um Mias schlechte Gesundheit dreht, passen sie doch alle aufeinander auf und sind füreinander da. Mein Highlight war dabei wieder Margarethe mit ihrer Schnodderschnauze, die so herrlich exzentrisch und unkonventionell ist und die Dinge gern in die Hand nimmt, ohne groß zu diskutieren.

Genau wie den Vorgängerroman „Ein Koffer voller Schönheit“ habe ich auch „Die schönsten Jahre unseres Lebens“ an nur einem Tag verschlungen. Kristina Engel bietet eine sehr unterhaltsame, fesselnde und informative Zeitreise in die 60er und 70er Jahre, in der sie auch auf die Besetzung der Tschechoslowakei und die damit verbundene Angst vor dem nächsten Weltkrieg, den Vietnamkrieg und die erste die Mondlandung eingeht.

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Veröffentlicht am 21.02.2023

Magie oder heimtückischer Mord?

Die Begine und die Zauberin
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Die ehemalige Begine Anna und ihr Mann Lazarus erwarten endlich ein Kind, doch die Angst, dass doch noch etwas schief geht, ist groß, denn in letzter Zeit sind einige Schwangere des Heilig-Geist-Spital ...

Die ehemalige Begine Anna und ihr Mann Lazarus erwarten endlich ein Kind, doch die Angst, dass doch noch etwas schief geht, ist groß, denn in letzter Zeit sind einige Schwangere des Heilig-Geist-Spital gestorben. Außerdem erkranken immer mehr Insassen und Mönche an hohem Fieber und Durchfall. Ist das die Strafe Gottes dafür, dass Anna und Lazarus ihre Orden verlassen und geheiratet haben oder steckt die schwarzhaarige junge Frau dahinter, die neuerdings bei den Beginen lebt, im Spital ein uns aus geht und Amulette und Sprüche verteilt? Anna traut ihr nicht und hält sie für eine Betrügerin oder Zauberin.

Derweil ist Stadtpfeifer Gallus auf einem privaten Rachefeldzug. Er hat herausgefunden, dass die Bettelbande um den Schwarzen Utz in den Tod seiner Verlobten involviert war und will sie zur Strecke bringen. Da ihm die Stadtwache nicht glaubt, versucht er allein sie zu stellen und gerät in Lebensgefahr.

„Die Begine und die Zauberin“ ist bereits der 5. Band der Reihe und auch wenn man die Vorgänger nicht zwingend lesen muss, versteht man die Zusammenhänge dann doch besser. Ich finde es sehr interessant, wie Silvia Stolzenburg die Geschichten ihrer Protagonisten weiterschreibt und man deren Leben begleitet.

Anna und Lazarus könnten glücklich sein, doch eine Schwangerschaft war damals gefährlich, viele Frauen überlebten die Geburt nicht. Darum sorgt sich Lazarus sehr seine um Frau und das ungeborene Kind. Es passt ihm gar nicht, dass sie neben ihrer Arbeit im Spital die Hübschlerinnen im Frauenhaus medizinisch versorgt – wo plötzlich ebenfalls Frauen sterben. Als Anna dann auch noch beginnt, wegen der sich häufenden Todesfälle zu ermitteln, versucht er erfolglos, ihr das zu verbieten. Aber Anna kann einfach nicht anders, zumal ihr eine Gemeinsamkeit bei allen Toten aufgefallen ist.

Im Gegensatz zum Vorgängerband lässt Silvia Stolzenburg es hier etwas ruhiger angehen, es gibt keine dramatischen, atemlosen Verfolgungsjagden, die Spannung spielt sich eher in den Köpfen der Beteiligten ab. Lazarus sucht verzweifelt nach einer Ursache und Behandlungsmethode für die wütende Seuche, während Anna der Zauberin hinterherspioniert, um sie zu überführen. Allerdings gibt ihr zu denken, dass selbst ihre ehemalige Beginenmeisterin diese für ungefährlich hält und Anna Neid vorwirft, weil sie nicht mehr die einzige Kräuterkundige ist.
Trotzdem ist es wieder ein hervorragend recherchierter, mit spannenden Fakten und medizinischen Details gespickter historischer Roman, der gut unterhält und neugierig auf die Fortsetzung macht.

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