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heinoko

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.08.2022

Schafft Selbstvertrauen

1001 Motive zeichnen – ganz einfach
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In meiner Kindheit vor mehr als 65 Jahren habe ich das letzte Mal gezeichnet und war damals schon völlig untalentiert. Ich hatte ein Buch „Punkt, Punkt, Komma, Strich“, das ein wenig Ähnlichkeit hatte ...


In meiner Kindheit vor mehr als 65 Jahren habe ich das letzte Mal gezeichnet und war damals schon völlig untalentiert. Ich hatte ein Buch „Punkt, Punkt, Komma, Strich“, das ein wenig Ähnlichkeit hatte mit dem vorliegenden Buch. Das zeichnete ich damals akribisch genau nach und war nie zufrieden mit dem Ergebnis. Viele Jahre später war ich fasziniert, wie mein (verstorbener) Mann, von Beruf Architekt, aus dem Nichts heraus alles zeichnen konnte, was ihm in den Sinn kam. Das bestätigte meine Überzeugung, selbst nicht zeichnen zu können.

Die Autorin Christine Rechl zeigt mit dem vorliegenden Buch, dass es ganz einfach sein kann zu zeichnen. Lust muss man dazu haben und sich erst einmal an einfache Dinge wagen. Und wenn vorgegeben wird, in welchen Teilschritten man vorgehen kann, dann gelingt sogar Aladins Wunderlampe. Zu Beginn des Buches werden einige Grundlagen in Kurzform dargestellt, die ich als sehr hilfreich empfand. Zum Beispiel sind Größenverhältnisse und perspektivisches Anordnen durch diese Anleitungen gar nicht mehr so unüberwindlich schwierig. Das Erläutern des Kindchenschemas anhand des Elefanten hatte für mich einen richtigen Aha-Effekt. Oder auch am Beispiel des Schafs sichtbar zu machen, wie Gefühle, wie Emotionen und Bewegungen relativ einfach zum Ausdruck zu bringen sind. Die Fülle an teils witzigen Motiven bietet eine schier unerschöpfliche Quelle an Ideen. Ich habe mir angewöhnt, bei jeder kleinen Pause irgendein Motiv mehrfach hintereinander zu zeichnen und war bzw. bin sehr erstaunt, wie aus den ersten ungelenken Strichen nach und nach mit mehr Leichtigkeit etwas entsteht, das sogar meinem kritischen Blick standhält.

Fazit: Das Buch vermittelt auf ganz einfache Weise Spaß am Zeichnen. Einziger Kritikpunkt ist für mich die Sortierung innerhalb des Buches, die mir sehr willkürlich erscheint. Gut, dass das Register am Ende bei der Motivsuche hilft. Wobei ich mich frage, ob jemand tatsächlich nach „Regenbogenforelle“ sucht oder nach „Hahnenfuß“…

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Veröffentlicht am 12.08.2022

Moderate Spannung, handwerklich gut geschrieben

Das siebte Mädchen
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Ein Debüt ist für mich stets generell eine spannende Lektüre. Was habe ich von der Autorin zu erwarten? Bietet sie Neues, Ungewöhnliches? Oder betritt sie mehr oder weniger gekonnt bereits ausgetretene ...



Ein Debüt ist für mich stets generell eine spannende Lektüre. Was habe ich von der Autorin zu erwarten? Bietet sie Neues, Ungewöhnliches? Oder betritt sie mehr oder weniger gekonnt bereits ausgetretene Pfade? Alles ist offen bei einem Debüt.

Journalistisch geschult schreibt Stacy Willingham gekonnt, mit atmosphärisch dichten Schilderungen, leicht lesbar und schlüssig in der Handlung. Sehr beeindruckt hat mich die Beschreibung der Kulisse der undurchdringlich sumpfigen Natur rund um Louisiana, die auf unheimliche Weise ihre Geheimnisse verborgen hält. Das Thriller-Debüt ist kein Buch, das mit der Tür ins Haus fällt. Langsam entwickelt sich die Handlung, man erfährt nur schrittweise mehr. Doch leider, ärgerlich und unnötig, bedient die Autorin mit der Hauptperson Chloe, einer promovierten Psychologin in eigener Praxis, die landläufige Klischeemeinung, dass Psychiater oder Psychologen selbst therapiebedürftig seien. Denn Chloe, nach außen hin perfekt, kann ein tiefliegendes Trauma nur mit Tabletten aus ihrem Alltagsbewusstsein heraushalten. Ihr Vater, an den sie nur positive Erinnerungen hat, sitzt im Gefängnis, verurteilt als Serienmörder. Er hatte gestanden, für das Verschwinden von sechs Teenagern verantwortlich zu sein, obwohl deren Leichen nie gefunden worden waren. Exakt 20 Jahre später verschwindet eine von Chloe’s Patientinnen. Ein Bewunderer des Vaters, der ihn zum Jahrestag nachahmt? Oder der wahre Täter, der immer noch frei ist?
Meisterlich schafft es die Autorin, auf intensive Weise innerste Regungen der handelnden Personen zu beschreiben und nachspürbar werden zu lassen. Trotz der oft kleinzelligen Beschreibungen von Umfeld und anderen äußeren Gegebenheiten wächst dadurch ganz leise, fast unbemerkt, die Spannung an, um schließlich gegen Ende des Buches sich geradezu zu überschlagen und das Geschehene in Vergangenheit und Gegenwart aufzulösen – allerdings für den aufmerksamen Leser leider ohne wirkliche Überraschung.

Fazit: Das Debüt hat mir weitgehend gut gefallen, wobei zu hoffen ist, dass die Autorin in Zukunft zu ungewöhnlicheren Plots ohne Klischees findet.



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Veröffentlicht am 09.08.2022

Drohendes Unheil von der ersten Seite an

Elternhaus
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Allein schon die Szenerie einer seit Jahren leer stehenden Villa, dunkel und irgendwie abweisend, vermittelt unangenehme Gefühle, so wie sie das Cover perfekt einfängt. Der Barpianist Tobias Hansen beobachtet ...


Allein schon die Szenerie einer seit Jahren leer stehenden Villa, dunkel und irgendwie abweisend, vermittelt unangenehme Gefühle, so wie sie das Cover perfekt einfängt. Der Barpianist Tobias Hansen beobachtet seit Jahren, im Auto sitzend, das Haus im noblen Hamburger Vorort. Jahre vergehen. Schließlich verliebt sich Yvette Winkler in die Villa, träumt sich weg aus ihrem von der Schwiegermutter bevormundeten Leben in Österreich hin in ihre frühere Heimatstadt, in der sie für ihre Familie das ideale Nest gefunden zu haben glaubt. Viel Platz für ihre vier Kinder, viel Platz für geschmackvolle Neugestaltung. Ihr Mann stimmt dem Umzug zu. Doch was ist mit Tobias Hansen? Er freundet sich mit der Familie an, gibt den Kindern Klavierunterricht. Doch was will er wirklich und warum?

Aus verschiedenen Perspektiven erzählt die Autorin eine Geschichte, die ihre Spannung schöpft aus der nicht greifbaren, aber immanent vorhandenen Bedrohung, die über viele Seiten hinweg nicht erklärbar ist und damit die Spannung immer aufrecht erhält. Für mich ist der Roman eher ein Psychothriller als ein Thriller. Zumindest legt die Autorin sehr viel Wert auf die psychologisch nachvollziehbare Ausgestaltung der Protagonisten, die allesamt auf ganz unterschiedliche Weise beschädigte Seelen sind und im Aufeinandertreffen der Eskalation nicht mehr entkommen können. Dieses schicksalhafte und fast unaufhaltsam wirkende Aufeinander-Zubewegen der ganz unterschiedlichen Menschen mit ihren verborgenen Sehnsüchten, Defiziten und Traumata löst im Leser von Seite zu Seite wachsende spannend-bedrohliche unheilvolle Gefühle aus. Gerade dadurch, dass sich erst im Laufe des Lesens die einzelnen Szenen zu einem Gesamtbild zusammenfügen, dass sich erst nach und nach die Psychogramme der Protagonisten erschließen, wird die unaufhaltsam wachsende Gefahr real.

Fazit: Psychothriller mit sehr spannendem Aufbau, leicht lesbarem und schönem Sprachstil, mit psychologisch interessant dargestellten Protagonisten, dem ich allerdings etwas mehr Tiefe gewünscht hätte. Auf jeden Fall eine ideale fesselnde Sommerlektüre.

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Veröffentlicht am 09.08.2022

Für mich nur in Teilen nützlich

WW - Italien
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Die WW-Gruppe an meinem Wohnort war für mich für viele Monate eine sehr wichtige Anlaufstelle, rundum hilfreich, was sich nicht nur in einer beeindruckenden Gewichtsabnahme zeigte. Gerade auch die die ...


Die WW-Gruppe an meinem Wohnort war für mich für viele Monate eine sehr wichtige Anlaufstelle, rundum hilfreich, was sich nicht nur in einer beeindruckenden Gewichtsabnahme zeigte. Gerade auch die die zugewandte und respektvoll-verständnisvolle Kursleitung gewann ich mühelos die notwendige Motivation für eine grundsätzliche Lebensstiländerung. Doch das Studio wurde ohne Nachfolge für immer geschlossen, und dadurch und durch Krankheit verlor ich wieder all das früher Errungene und vor allen Dingen jegliche Motivation. Umso mehr freute ich mich über das vorliegende Buch, von dem ich mir einen neuerlichen Schub in die richtige Richtung erhoffte.

Das Buch tut auch alles dafür, was ein Buch leisten kann: Es informiert über alles Wichtige, um sowohl Gesundheit und Gewicht gleichermaßen im Blick zu haben, und das in wohltuend kurzer Form. Es ist sehr übersichtlich und typographisch ansprechend gestaltet. Gekonnt fotografisch in Szene gesetzte Abbildungen im Rezeptteil machen Appetit. Sicher für WW-Mitglieder wertvoll sind die QR-Codes, mit deren Hilfe angemeldete Mitglieder die jeweiligen Personal-Points zum jeweiligen Rezept sofort auf ihrer App ersehen und das Rezept abspeichern können. Einige wenige QR-Codes verweisen auf die Möglichkeit entsprechender Koch-Tipps, hinter denen sich jedoch einerseits WW-Werbung verbirgt, andererseits auch eine Fülle von Rezepten und Zubereitungs-Tipps, die das Suchen nach einem bestimmten Thema zeitaufwändig machen.
Da ich nicht gerne koche, war ich bisher von den einfachen und schnellen WW-Rezepten stets sehr angetan. In diesem Italien-Kochbuch wurde ich leider nicht so fündig, wie ich erhoffte. Denn mehrheitlich waren die Rezepte in ihrer Zusammenstellung für meine Verhältnisse zu zeitaufwändig. Oder es gibt bestimmte Zutaten in unserem kleinen Ort nicht zu kaufen. Oder ich mag bestimmte Dinge überhaupt nicht. Um dennoch das eine oder andere auszuprobieren, habe ich entweder nur das Gemüse gegart oder nur den Pizza-Belag wie beschrieben, kombiniert mit einem Fertigteig usw. Für mich ein Rezept-Highlight war der Gemüse-Hackbraten. Allerdings mit Rinderhack. Es war letztlich kein einziges Rezept dabei, das ich so wie beschrieben hätte nachkochen können oder wollen. Durch die veränderten Zusammenstellungen war natürlich der Schlankheitseffekt nicht immer so gegeben wie beim Originalrezept. Geschmacklich jedoch war wie immer bei WW alles, was ich probierte, sehr, sehr lecker.

Fazit: Buch sehr klar, übersichtlich und appetitanregend gestaltet, Rezepte für mich jedoch nur in Teilen umsetzbar.

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Veröffentlicht am 03.08.2022

Traumschön

Der Tag war groß
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Und wieder ein rundum gelungenes, wunderschönes Bilderbuch aus dem Coppenrath Verlag! Traumschöne Bilder, traumschöne Verse zum Wegträumen…

Die Bücher von Gina Ruck-Pauquèt, der Autorin dieses feinen ...


Und wieder ein rundum gelungenes, wunderschönes Bilderbuch aus dem Coppenrath Verlag! Traumschöne Bilder, traumschöne Verse zum Wegträumen…

Die Bücher von Gina Ruck-Pauquèt, der Autorin dieses feinen Bilderbuchs, haben mich viele, viele Jahre in meiner eigenen Buchhandlung begleitet, weit über ihren Tod hinaus. Wir hatten den gleichen geistigen Lehrer, weshalb ich mich ihr stets auf besondere Weise verbunden fühlte. Und deshalb freute ich mich sehr, dass aus Versen dieser vielfach ausgezeichneten Autorin und den großartigen, zart-feinen Illustrationen von Ulrike Mühlhoff ein Bilderbuch geschaffen wurde, das ganz leise und zart das Kind in den Schlaf hinein begleitet.

Das Bilderbuch mutet mich wie ein verhalten-melodisches Musikstück an, das mit zarten Harmonien eine wunderschöne Reise ins Land der Träume einleitet und begleitet. Alles Erlebte und Getane und Gefühlte, das den Tag erfüllte, kann nun zur Seite gelegt werden, in die Obhut der Nacht übergeben werden. Die leise Melodie geleitet ein Hinabsinken in die Tiefen eines Flusses, in dessen Wasser märchenhafte Gestalten leben, so zum Beispiel ein Geige spielendes Einhorn. Und in der Begegnung mit allerlei Tieren, die in Frieden und Eintracht miteinander durch die Nacht treiben, erwacht ganz langsam ein neuer Morgen, denn die Nacht ist müd geworden und neue Tagesabenteuer warten…

Fazit: Traumschön erzählt, traumschön gezeichnet – ein leises, zartes Einschlafbuch.

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