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Veröffentlicht am 09.08.2020

süßes Kinderbuch

Mein Puste-Licht-Buch: Wenn im Dunkeln Sterne funkeln
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Ein sehr süßes Kinderbuch, das man sehr gut vor dem Einschlafen anschauen kann. Nachdem man alle Tierchen unterm Sternenhimmel schlafen geschickt hat, können die Kleinen dann selbst hoffentlich auch gut ...

Ein sehr süßes Kinderbuch, das man sehr gut vor dem Einschlafen anschauen kann. Nachdem man alle Tierchen unterm Sternenhimmel schlafen geschickt hat, können die Kleinen dann selbst hoffentlich auch gut schlafen.

Die Illustrationen im Buch sind sehr schön und liebevoll gestaltet. Man sieht die unterschiedlichen Tiere in ihrem Lebensraum, ohne dass die Seiten zu überladen oder ablenkend sind. Zwar sind abgesehen von den Tierkindern und -eltern eben auch die Umgebung und teilweise auch andere Tiere und Pflanzen zu sehen und sie Seiten sind auch farblich toll gestaltet, es wirkt aber alles nicht zu überladen.
Die Texte sind sehr kurz gehalten und leicht verständlich. Fuchs, Bär, Ente und Maus hatten einen ereignisreichen Tag und sind nun dabei, ins Bett zu gehen. Einige Tierkinder sind schon seehr müde, andere brauchen noch ein wenig Unterstützung, damit sie zur Ruhe kommen. Aber für sie alle darf man durch Pusten auf den vorgegebenen Punkt die Sterne zum Leuchten bringen. Ein wirklich toller Effekt, der nicht viel Kraft erfordert, die Kinder aber dennoch mitmachen lässt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.08.2020

nachdenklich stimmend, bewegend

Denn Geister vergessen nie
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Amy ist gefangen in ihrem Schmerz und ihrer Traurigkeit. Es fällt ihr schwer sich aufzuraffen, nach vorn zu sehen und wieder zu leben. Zu intensiv ist der Verlust, zu quälend die Einsamkeit und Leere in ...

Amy ist gefangen in ihrem Schmerz und ihrer Traurigkeit. Es fällt ihr schwer sich aufzuraffen, nach vorn zu sehen und wieder zu leben. Zu intensiv ist der Verlust, zu quälend die Einsamkeit und Leere in ihr und in ihrer Wohnung. Als sie spontan zu einem zweiwöchigen Segeltrip zusagt, ist sie sich gar nicht sicher, wieso sie sich überhaupt darauf einlässt. Abgesehen von Collin kennt sie die anderen Mitreisenden kaum. Doch spielt es wirklich eine Rolle an welchem Ort sie traurig und verloren ist? Auf dem Wasser hat sie den Schauplatz ihrer Albträume zumindest nicht ständig vor Augen.
Allerdings hatte sie auch nicht damit gerechnet, dass Mian ihr so extrem unter die Haut gehen würde. Obwohl sie schon vor dem Trip gespürt hat, dass er besonders ist und obwohl ihr das in gewisser Weise auch Angst macht, ist sie auch fasziniert von dem Mann, der ihre Seele so schonungslos und doch behutsam zu entblößen weiß.

Diese Geschichte ist auf jeden Fall besonders und sie war auch anders, als ich es erwartet hatte. Es gibt eine deutliche übernatürliche Komponente, die sich durch den Großteil der Handlung zieht, die Figuren und ihre Leben beeinflusst. Ich war davon zwar überrascht, aber es hat mich nicht gestört und ich konnte mich gut auf diese Aspekte einlassen. Ich persönlich finde, man muss auch nicht im Detail an all das glauben, was dort geschrieben steht, um die Geschichte mögen zu können. Denn trotz des Übernatürlichen, dem Spirituellen, dem Glauben fremder Kulturen und den Symbolen, die zum Beispiel Schutz versprechen können, steckt doch viel Wahrheit und Tiefe in dem Buch und der Handlung an sich. Selbst wenn man seinem Gegenüber nicht tief in die Seele schauen kann, so stimmen viele der Sachen, die gesagt werden eben einfach und es hat mich im Verlauf des Lesens zugleich nachdenklich und traurig, als auch hoffnungsvoll und zuversichtlich gestimmt.

In dem Buch gibt es verschiedene Figuren, die über die Handlung hinweg begleitet werden. Einige kommen dabei häufiger zu Wort, andere bleiben ein wenig im Hintergrund. Abgesehen von Amy werden alle Perspektiven durch einen personalen Erzähler geschildert, der es ermöglicht, die unterschiedlichen Stränge der Handlung zu überblicken und mehr zu erfahren, als nur Amy dem Leser berichten könnte. Amy fungiert in ihren Kapiteln als Ich-Erzählerin und nimmt einen dadurch besonders intensiv mit. Stück für Stück erfährt man, was mit der jungen Frau passiert ist, was sie so erschüttert und aus dem Leben gerissen hat und wie sie sich, durch die Hilfe der anderen, langsam wieder ins Leben zurück kämpft, bis sie dann gezwungen ist, für ihre Begleiter stark zu sein, als diese es nicht mehr können.
Neben den aktuellen Geschehnissen gibt es auch Ausflüge in die Vergangenheit, in denen man mehr über die Familie von Mian und Jano lesen kann. Ihre Geschichte ist faszinierend und erschreckend gleichermaßen. Ihre Kindheit und Jugend war oft schwer, sie wurden gehänselt und weggestoßen, niemand hat ihnen Glauben geschenkt und das hat viel in den Brüdern ausgelöst. Es ist auch in der Gegenwart für die beiden kein Kinderspiel mit ihren Fähigkeiten klar zu kommen. Trotzdem sind sie tolle Charaktere, die ich gern begleitet habe. Besonders Mian ist mir schnell als Herz gewachsen. Auch wenn seine Gabe einem Angst machen kann, so weiß er doch auch einfach, wie er mit dem, was er weiß, umgehen muss, damit die Menschen irgendwann, wenn der erste Schock, der Frust, die Wut und der Unglaube überwunden sind, annehmen, was wahr ist.

Über einige Figuren hätte ich gern noch etwas mehr erfahren, besonders über Marie und Collin. Daher fand ich den Hinweis am Ende des Buches, dass es für sie und Jayden eine eigene Geschichte gibt, sehr hilfreich. Ich könnte mir gut vorstellen auch diese zu lesen, um mehr darüber zu erfahren, was in ihren Leben vor sich gegangen ist. Denn dass auch Marie ihr Päckchen zu tragen hat, wird mehrfach im Buch angedeutet, jedoch nicht intensiviert.

Umso weiter das Buch voranschreitet, umso dramatischer, turbulenter und aufwühlender wurden die Ereignisse. Der Segeltrip verläuft nicht, wie ursprünglich geplant, in vielerlei Hinsicht. Und doch passieren auch einige Dinge, mit denen man gerechnet hat. Auf dem Wasser kann man wunderbar nachdenken und träumen, sich kennenlernen oder streiten, sich den eigenen Geistern stellen und die der anderen erleben… Ich möchte nicht zu viel darüber verraten, aber wurde von der Geschichte sehr gut und intensiv mitgenommen. All die unterschiedlichen Emotionen waren für mich deutlich spürbar und zum Ende des Buches brauchte ich auch ein Taschentuch. Bei mir hat das Buch auf jeden Fall einen Nerv getroffen, trotz der übernatürlichen Aspekte. Besonders schön fand ich auch die Zitate am Anfang eines jeden Kapitels, die nicht nur etwas darüber verraten, was passiert, sondern auch einfach viel Wahrheit enthalten und teilweise nachdenklich stimmen.
Fazit

Eine sehr schöne, bewegende, aufwühlende und nachdenklich stimmende Geschichte, die mich von Beginn an gut mitgenommen hat. Ich mochte die Figurenkonstellation, auch wenn ich über einige Charaktere gern noch mehr erfahren hätte und sie mir etwas blass blieben. Besonders ins Herz geschlossen habe ich Mian und Jano, die beiden Brüder sind einfach besonders. Aber auch Amy war für mich gut greifbar.
Schön fand ich sowohl die Passgen, die zum Nachdenken anregen, als auch die Situationen, in denen man einfach ganz bei den Protagonisten ist, mit ihnen mitfiebert, sich mit ihnen freut oder trauert, mit ihnen hofft und bangt… Auch wenn das Übernatürliche stets präsent in der Geschichte ist und einem dadurch immer bewusst bleibt, dass da nicht alles realistisch ist, so enthält das Buch doch auch viele Wahrheiten und ehrliche Aussagen. Für mich war es sicher nicht das letzte Buch der Autorin.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.08.2020

schöne Geschichte

Nur in dich verliebt
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Phoebe, Rose und Eliza sind Drillinge und zwar optisch zum verwechseln ähnlich, von ihrem Wesen jedoch total verschieden. Jede ist bemüht ihren Weg zu gehen, unabhängig von der jeweils anderen, aber doch ...

Phoebe, Rose und Eliza sind Drillinge und zwar optisch zum verwechseln ähnlich, von ihrem Wesen jedoch total verschieden. Jede ist bemüht ihren Weg zu gehen, unabhängig von der jeweils anderen, aber doch immer irgendwie auch Seite an Seite. Während die eine von einer familiären Zukunft träumt, versucht die nächste mit ihrer Musik erfolgreich zu werden und die dritte bemüht sich wieder Ordnung in ihr etwas durcheinander geratenes Leben zu bringen. Und auch wenn sie alle so unterschiedlich sind, gibt es doch ein Thema, das sie alle beschäftigt: die Liebe. Doch nicht für alle gibt es das Happy End, auf das sie gehofft haben.

Ein Buch über eineiige Drillinge habe ich bisher nicht gelesen und ich war sehr gespannt, wie das in die Handlung eingebaut ist. Bereits früh hat sich angedeutet, dass das Aussehen der drei für ziemliches Chaos sorgen könnte, auch wenn man sie auf jeden Fall anhand ihrer Charaktereigenschaften auseinander halten kann. Denn so ähnlich sie sich auch sehen, so eigenständig und unterschiedlich sind ihre Wesen. Und auch untereinander geht es nicht immer harmonisch zu. Wieso es zu Streitigkeiten und Unstimmigkeiten kommt, wird im Buch immer wieder erläutert, auch wie unterschiedlich ihre Ansichten, Hoffnungen und Wünsche sind. So wird deutlich, dass die drei eigenständige Personen sind und auch wenn sie Gemeinsamkeiten haben, noch lange nicht das gleiche Leben führen.

Die Geschichte wird aus den drei Ich-Perspektiven der Drillinge geschildert, so hat man die Chance jede von ihnen gut kennenzulernen und auch zu erleben, mit wem sie sich gut verstehen und mit wem nicht, was sie beschäftigt, was sie denken und fühlen, mit welchen Ängsten sie zu kämpfen haben und welche Träume sie hegen. Da zu Beginn jedes Kapitels ersichtlich ist, mit wem man gerade unterwegs ist, hatte ich keine Schwierigkeiten sie Perspektiven auseinander zu halten. Auch beim Lesen der Szenen wird recht schnell deutlich, wer da erzählt.
Man erlebt die Protagonistinnen nicht nur in der Gegenwart sondern auch in einem jüngeren Alter. Dafür werden meistens Rückblenden in Form von Tagebucheinträgen genutzt, es gibt aber auch einige Erinnerungen, die die sich gegenseitig oder anderen berichten und somit ihre Entwicklung noch etwas intensiver präsentieren. Im Verlauf des Buches gibt es außerdem einen Zeitsprung von einem Jahr, der mir allerdings ein wenig zu schaffen gemacht hat. Ich habe den plötzlichen Bruch zunächst nicht verstanden und empfand es als ziemlichen Knick in der Handlung. Nach und nach haben sich dann die Puzzleteile zusammengesetzt und ich konnte nachvollziehen, wie es dazu kam und was die nachfolgenden Szenen für eine Bedeutung haben. Eigentlich war das ziemlich clever gemacht, denn ich wurde ordentlich in die Irre geführt. Und auch wenn ich die Auflösung dann gelungen fand, weil ich damit in der Form nicht gerechnet hatte, war der Knick im Handlungsverlauf für mich nicht mehr gänzlich zu beheben.
Abgesehen davon hat mir der Schreibstil jedoch gut gefallen und das Buch hat sich auch flüssig lesen lassen.
Neben den Drilligen spielen auch ihre Familie und enge Freunde beziehungsweise Partner eine wichtige Rolle. Von einigen erfährt man etwas mehr, andere bleiben eher im Hintergrund. Für das Zusammenspiel der Szenen und das Eintauchen in die Welt der Drillinge sind sie jedoch alle von Bedeutung.
Es wird immer wieder sehr gefühlvoll auf ganz unterschiedliche Weise. Für die Charaktere gibt es einige Stolpersteine, Umwege und Probleme, die sie auf ihrem Weg zum Glück überwinden müssen und doch kommen am Ende nicht all an dem Ziel an, das sie sich eigentlich gesteckt hatten. Einige Passagen haben mich sehr berührt, in anderen Abschnitten sind die Gefühle der Charaktere nicht komplett bei mir angekommen, es war aber dennoch interessant ihren Weg zu begleiten.
Fazit

Eine schöne Geschichte mit einer Protagonistenkonstellation, die ich in dieser Form auch noch nicht erlebt habe. Die Drillinge geben der Handlung einen besonderen, interessanten Rahmen, bringen aber auch Probleme mit sich, die man mit anderen Geschwistern nicht hätte. Jede der drei Frauen geht einen eigenständigen Weg, auch wenn die Schwestern in gewisser Weise immer mit dabei sind. Stellenweise wird es sehr bewegend und gefühlvoll, andere Abschnitte haben mich zwar nicht komplett erreicht, insgesamt hat sich das Buch aber gut lesen lassen und mir gefallen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.08.2020

spannend, blutig und wieder anders

Bluthölle
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Als Taschendiebin freut sich Angela Wood ganz besonders auf die Adventszeit. Wenn alle Menschen dicht gedrängt durch die Geschäfte und Ladenstraßen laufen, dicht eingewickelt in warme Kleidung, fällt kaum ...

Als Taschendiebin freut sich Angela Wood ganz besonders auf die Adventszeit. Wenn alle Menschen dicht gedrängt durch die Geschäfte und Ladenstraßen laufen, dicht eingewickelt in warme Kleidung, fällt kaum einen auf, was die junge Frau in ihrer Mitte treibt. Nach einem erfolgreichen Tag gönnt sie sich eine kleine Pause in einer Bar, als ihr jemand auffällt, der ebenfalls eine Lektion verdient hätte. Hätte Angela allerdings gewusst, was da auf sie zukommt, hätte sie wohl die Finger von der teuren Tasche gelassen. Denn der Beklaute ist ein Profikiller, der nun weitere Personen auf seine Abschussliste geschrieben hat…

Ich habe bereits einige Bücher von Chris Carter gelesen beziehungsweise die Geschichte als Hörbücher gehört und doch wird es mir nie langweilig. Jede Geschichte ist individuell und einzigartig, auch wenn es vielleicht mal Ähnlichkeiten in den Abläufen oder Morden gibt. Die Grausamkeiten scheinen dem Autoren nicht auszugehen, ebenso wie es ja auch immer weiter Menschen gibt, die Verbrechen begehen und ihren schrecklichen Gelüsten nachgehen.

Mir hat der Schreibstil des Autoren wieder gut gefallen und ich war von Anfang an gespannt auf die Geschichte und die Entwicklungen. Das Buch ist flüssig zu lesen und die Spannung in der Handlung steigert sich immer weiter. Am Ende habe ich so mitgefiebert, dass ich das Buch gar nicht mehr weglegen konnte.
Zunächst begleitet man die Taschendiebin, die schon einiges in ihrem Leben mitgemacht hat. Doch was sie nun erlebt, hätte sie niemals erwartet. Auf das Tagebuch eines Mörders zu stoßen, ist auch alles andere als Alltäglich. Angela lässt sich nicht gern Vorschriften machen und nimmt den Ernst der Lage vermutlich auch nicht so wahr, wie sie es sollte. Damit bringt sie sich selbst, aber auch die Ermittler zusätzlich in Gefahr, denn mit ihrem Gegner ist alles andere als zu spaßen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, in dem jeder ein Druckmittel parat hält. Doch wer wird wohl die besseren Karten haben?

Von Hunter und Garcia hat man in den vorangegangenen Büchern schon einiges erfahren und einige ihrer Eigenschaften und Eigenarten finden auch hier wieder Erwähnung. Es wurde insgesamt aber nicht ganz so persönlich, wie in manch anderen Büchern. Mich hat das nicht gestört, da die Ereignisse rund um die Morde sehr vielseitig sind und es nie langweilig wird. Ich erfahre aber auch immer gern etwas über die Ermittler, mit denen man unterwegs ist, da ihre Persönlichkeit meistens ja auch Einfluss auf die Entwicklungen und ihre Arbeit hat.
Man kann die Thriller alle gut unabhängig voneinander lesen, da die Fälle in sich abgeschlossen sind und man kein Vorwissen zu den Figuren benötigt. Ich habe auch noch nicht alle Werke gelesen und konnte der Handlung trotzdem gut folgen. Es ist auf jeden Fall spürbar, dass die Ermittler gut aufeinander abgestimmt sind und teilweise die Gedanken des jeweils anderen fortführen können. Ich mag die beiden Detectives gern, sie sind alles andere als perfekt, aber sehr ehrgeizig und geben nicht schnell auf. Sie packen selbst mit an und scheuen weder Dreck noch andere Widrigkeiten. Gut gefallen hat mir auch die Kooperation mit anderen Einheiten des LAPD, die zum Vorankommen mit einbezogen werden. So taucht man gleich noch etwas tiefer in die Strukturen der Polizei ein.
Die Wege der Ermittlungen sind im Verlauf des Buches unterschiedlich, denn umso mehr sie über ihren Täter erfahren, umso mehr Fragen werden auch aufgeworfen, bis sich nach und nach ein schlüssiges Bild ergibt, mit dem ich in der Form zu Beginn nicht unbedingt gerechnet habe. Doch auch dieses hilft nur bedingt dabei, den Verbrecher festzunehmen, so durchdacht und gut organisiert, wie er vorgeht. Ich fand es sowohl interessant als auch gruselig zu verfolgen, wie durchtrieben, brutal, blutig und absolut grauenvoll die Morde geschehen sind und wie scheinbar unbeteiligt die Aufzeichnungen darüber wirken.
Während nach und nach die alten Verbrechen aufgerollt werden, müssen sich alle auch mit den aktuellen Entwicklungen beschäftigen und das Team des LAPD gerät sehr schnell mit ins Visier. Durch die Perspektivwechsel kann man die parallel laufenden Stränge verfolgen und erhält Einblicke in unterschiedliche Bereiche der Handlung, die sich alle bedingen und irgendwann auch ineinander übergehen. Die Szenenwechsel sorgen für zusätzliche Spannung und Dynamik in der Geschichte, die Spannung steigert sich immer weiter, auch weil die Gefahr für alle Beteiligten deutlich zunimmt. Einige Passagen sind wieder blutig und heftig, geschont wird man da als Leser nicht unbedingt.
Fazit

Wieder ein spannender, blutiger Thriller aus der Feder von Chris Carter. Es gibt zahlreiche Morde, die im Buch aufgerollt werden. Einige erlebt man direkt mit, von anderen wird rückblickend berichtet, was sie aber nicht weniger erschreckend, brutal und grausam erscheinen lässt. Das Tempo steigert sich im Verlauf des Buches, ich habe bis zum Ende mitgefiebert und wollte unbedingt wissen, wie es ausgehen wird.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.07.2020

sehr emotional und bewegend

Wie die Ruhe vor dem Sturm
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Manche Menschen laufen ein Leben lang einander vorbei, ohne einander wahrzunehmen, andere lernen sich auf ungewöhnliche oder zufällige Weise kennen, begegnen sich durch Freunde, in schwierigen oder fröhlichen ...

Manche Menschen laufen ein Leben lang einander vorbei, ohne einander wahrzunehmen, andere lernen sich auf ungewöhnliche oder zufällige Weise kennen, begegnen sich durch Freunde, in schwierigen oder fröhlichen Lebenslagen. Doch egal in welcher Situation jemand in das Leben tritt und wie schwerwiegend, umwerfend, erfüllend oder intensiv die Verbindung ist, nicht jeder von ihnen wird für immer bleiben.
Als Eleanor und Greyson sich kennenlernten, wollte Elli eigentlich nur ihre Ruhe haben und den Abend irgendwie überstehen. Grey ließ allerdings nicht locker und fing ein Gespräch mit dem introvertierten Mädchen an und wollte auch danach noch Zeit mit ihr verbringen, egal wie deutlich sie machte, dass sie es für keine gute Idee hielt. Ihre Bindung ist intensiv, ehrlich und wunderschön. Durch den Lauf ihrer Leben verlieren sie sich aus den Augen, um sich Jahre später zufällig wieder zu begegnen. Doch Eleanor ist nicht mehr die Elli von damals und Greyson nicht mehr der Grey, der er einmal gewesen war…

Ich hab schon andere Bücher der Autorin gelesen, die mir sehr gut gefallen haben und auch dieses Werk hat mich wieder überzeugt. Schon lange habe ich nicht mehr so viele Tränen beim Lesen eines Buches vergossen. Die Story hat mich mitten ins Herz getroffen und einfach nicht wieder los gelassen. Nach dem Lesen des Klappentextes hätte ich auch gar nicht unbedingt erwartet, dass es so extrem emotional werden würde.
Das Buch ist in zwei Abschnitte eingeteilt, zwischen denen einige Jahre Zeit vergeht. Schon im ersten Teil der Geschichte wird es sehr traurig und bewegend, ich habe sehr mit der Protagonistin gefühlt und konnte ihren Schmerz ebenfalls fühlen. Durch den einfühlsamen, emotionsgeladenen Schreibstil kamen all ihre Empfindungen intensiv bei mir an. Und als ich dann dachte, im zweiten Teil des Buches könnte es nun ja vielleicht etwas ruhiger werden, was die Gefühlsgewalt angeht, kam es noch ein Mal anders. Gut gefallen hat mir dabei auch, dass es unterschiedliche Protagonisten mit den Schicksalsschlägen trifft und nicht immer nur eine Person leiden muss.
Auch wenn ich den ersten Abschnitt als noch intensiver und aufwühlender empfunden habe, so war die Gefühlslast im zweiten Bereich des Buches ebenfalls sehr hoch. Und trotz all der Traurigkeit und der erdrückenden Gedanken, der Schuldgefühle und Sorgen, schafft es die Autorin immer wieder auch sehr schöne, hoffnungsvolle und einfach zauberhafte Momente in die Handlung einzuweben. Das hat dieses Buch für mich wirklich besonders gemacht und ich konnte es kaum weglegen.

Eleanor und Greyson waren sympathische Protagonisten, die im Verlauf der Geschichte beide eine deutlich Wandlung durchlaufen. Aufgrund der Nähe zu den Figuren und den detaillierten Einblicken, kann man auch gut nachvollziehen, wieso es dazu gekommen ist, was sie geprägt, beschäftigt und belastet hat, aber auch was sie hat wachsen lassen. Durch die wechselnden Perspektiven kann man sowohl Grey und Elli und erfährt so auch, was sie erleben, wenn der andere nicht integriert ist. Die Passagen von Elli überwiegen etwas, aber die von Greyson sind insgesamt nicht weniger intensiv, wenn auch durch andere Dinge geprägt. Viel Zeit im Buch verbringen die Charkatere auch gemeinsam, so dass man von beiden detaillierte Eindrücke bekommt.
Obwohl zwischen den Abschnitten in der Geschichte viele Jahre vergehen und die Charaktere dem Jugendalter entwachsen, haben sie keinesfalls vergessen, was zwischen ihnen war und was passiert ist. Und doch ist eben einfach nichts mehr, wie es war und man kann auch nicht einfach dahin zurückgehen. Sie sind längst nicht mehr, wer sie damals waren, auch wenn ein Teil in ihnen sich danach sehnt, vielleicht doch wieder so sein zu können. Neben ihnen sind Shay und Landon immer wieder in die Handlung integriert. Als jeweils beste Freunde eines Protagonisten sind sie mit den Leben von Elli und Grey verwoben und ich fand es schön zu sehen, dass sie auch im Erwachsenenalter noch an der Seite ihrer Freunde stehen.

Es gab ein paar Ausdrücke, die sich durch das ganze Buch gezogen haben und die sowohl Zuspruch, als auch Nähe geben, selbst wenn es eine räumliche Trennung gab. Mir hat dieses wiederkehrende Element sehr gut gefallen, es war ein Stück Kontinuität und doch waren die Situationen anders, aber es stand auch einfach für die Bindungen der einzelnen Figuren zueinander. Auch wenn sich die Entwicklungen, die im zweiten Abschnitt des Buches auf den Leser warten angekündigt haben, so war der Weg bis dahin dann doch anders, als ich es erwartet und mir vorgestellt hatte. Sehr viel aufwühlender, bewegender, steiniger, trauriger, aber trotzdem wunderschön zu verfolgen.
Fazit

Mich haben die geballten Emotionen im Buch schier umgehauen. Ich war sehr ergriffen und habe mit den Figuren gefühlt, mit ihnen gelitten und geweint, gehofft und gelächelt. Der Schreibstil ist wundervoll, gefühlsintensiv und schafft es trotz der Schicksalsschläge und traurigen Momente auch die kleinen Lichtblicke rüber zu bringen. Ich mochte auch die beiden Charaktere sehr gern, die zum einen gut miteinander harmonieren, aber auch ihre Mauern haben, hinter denen sie sich mit all ihrem Schmerz vergraben und über die es nicht leicht hinüber zu kommen ist. Nun freue ich mich schon auf das nächste Buch der Reihe, in dem es dann um andere Charaktere gehen wird, die man hier schon kennenlernen durfte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere