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Veröffentlicht am 22.02.2021

ereignisreicher Dilogieabschluss

Elbendunkel 2: Kein Weg zu dir
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Achtung: zweiter Band! Meine Rezension kann kleine Spoiler in Bezug auf den ersten Band enthalten.

Für Ash hat sich alles verändert, nachdem sie erfahren hat, das ein Teil ihres Lebens auf einer Lüge ...

Achtung: zweiter Band! Meine Rezension kann kleine Spoiler in Bezug auf den ersten Band enthalten.

Für Ash hat sich alles verändert, nachdem sie erfahren hat, das ein Teil ihres Lebens auf einer Lüge aufgebaut wurde. Eine Lüge, die sie schützen sollte und bis zur Offenbarung auch getan hat. Doch danach war nichts mehr, wie es war und Ash war auch nicht mehr, wer sie vorher gewesen ist. Ziemlich ahnungslos stolpert sie in eine Welt, die ihr bisher fremd war, muss über sich hinauswachsen und gegen viele Dämonen kämpfen, nicht zuletzt gegen ihre eigenen. Von der komfortablen Villa mit rundum Sorglospaket wandelte sich ihre Unterkunft zum düsteren Rebellenlager, in dem man sich hart durchkämpfen muss. Ash bekommt nichts mehr geschenkt, wer Respekt will, muss ihn sich verdienen. Wer Gefühle zulässt, macht sich angreifbar. Ob Ash will oder nicht, allein kann sie keinen Erfolg haben, also muss man sich manchmal auch mit denen Verbünden, von denen man sich zuvor ferngehalten hat…

Der erste Band hat mich ziemlich Konzentration gefordert durch die ganzen unterschiedlichen Organisationen, die zahlreichen Namen und Verstrickungen. Bevor ich in das Finale der Dilogie gestartet bin, habe ich mir das Glossar des ersten Bandes noch einmal angesehen, um die Begriffe zu sortieren, allerdings hatte ich beim Lesen den Eindruck, dass diese ganzen Aspekte nicht mehr so extrem im Mittelpunkt stehen, wie im ersten Teil, auch wenn die Namen der Organisationen natürlich wieder auftauchen. Die Sortierung ist mir auf jeden Fall leichter gefallen.
Vorwissen sollte man aber auf jeden Fall mitbringen, da schon einiges passiert ist und sich auch die Figuren sehr entwickelt haben. Im Verlauf der Handlung sind zwar kleine Rückblenden eingebaut, diese geben aber nicht alles wieder und vor allem um ein Gefühl für die Charaktere zu bekommen, ist es nötig, den ersten Band gelesen zu haben.

Die Geschichte wird wieder aus der Erzählerperspektive geschildert und man hat die Möglichkeit verschiedene Figuren zu begleiten. So erhält man einen guten Überblick darüber, was an den einzelnen Fronten los ist, wer mit wem zusammen agiert, wer gegen wen intrigiert, bei wem sich welche Gefühle manifestieren, wer noch Kontakt zu einem der anderen Charaktere hat und wie sich die einzelnen im Laufe des Buches entwickeln. Durch die Perspektivwechsel bekommt man immer kurze Abschnitte bei den einzelnen Figuren, um auf den neusten Stand zu kommen. Einige der Handlungsstränge laufen ziemlich unabhängig voneinander, andere bedingen sich sehr direkt. Im Laufe des Buches verknüpfen sie sich dann wieder mehr und haben fast alle direkten Einfluss aufeinander.
Zu Beginn des Buches hat es mir persönlich etwas an Schwung gefehlt. Man erfährt viel darüber, wie es den Figuren aktuell geht, womit sie sich beschäftigen, wie sie sich durchschlagen, mit wem sie sich verbünden und so weiter. Besonders für Ash steht ein hartes Trainingsprogramm an, aber auch für die anderen gibt es unterschiedliche Dinge zu tun. Daher ist es nicht so, dass gar nichts geschieht, aber es hat sich doch ein wenig gezogen, besonders wenn man bedenkt, wie sehr sich dann am Ende alles überschlägt. Die Entwicklungen im ersten Teil der Geschichte waren nicht uninteressant und auch nicht unwichtig, hätten für mich aber einfach etwas knackiger und kompakter sein dürfen.
Danach hat die Handlung dann aber mehr Fahrt aufgenommen, bis sich am Ende alles überschlagen hat und ein ziemliches Chaos an allen Fronten herrschte. Auch wenn es durch die scheinbaren Seitenwechsel einiger Charaktere zwischendurch ein bisschen wirr war, empfand ich das Finale als gut gemacht. Und ich mochte auch, dass es Verluste auf beiden Seiten gab, da alles andere nicht realistisch gewesen wäre. Es sind einige Dinge passiert, mit denen ich so nicht gerechnet hätte, andere Aspekte waren da etwas vorhersehbarer und haben sich früh in der Handlung abgezeichnet. Im Gesamteindruck mochte ich die Geschehnisse, an einigen Stellen habe ich aber auch kleine Kritikpunkte.
Zum Beispiel war mir zu viel „Held“ in einer Figur vereint, obwohl es mehr Charaktere gegeben hätte, auf deren Schultern man das hätte verteilen können. Es war mir einfach etwas zu viel des Guten. An eine der Offenbarungen, die es im ersten Band gab, habe ich keine Sekunde lang geglaubt und das lag nicht nur an der Vision, die wir im Zusammenhang dazu von einer Elbin präsentiert bekommen haben. Für die Figuren ist es nicht so klar und so zieht es sich durch weite Teile des zweiten Buches, obwohl für den Leser eben klar ist, wie es eigentlich ist. Auch wenn ich verstehe, dass es wichtig für die Figurenentwicklung und ihre Entscheidungen war, fand ich es ein wenig schade, dass es für den Leser eben nicht mehr überraschend war, als es richtig aufgeklärt wurde. Wäre es anders gewesen, hätte es die Dramatik des Momentes einfach etwas besser unterstützt und einen vielleicht auch mehr mit den Figuren fühlen lassen.

Der Schreibstil von Rena Fischer war angenehm und trotz der komplexen Geschehnisse und Verstrickungen, habe ich mich gut im Buch zurechtgefunden. Nach dem etwas ruhigeren Start hat die Handlung dann schnell an Tempo aufgenommen und ich habe die unterschiedlichen Charaktere gern auf ihren persönlichen Missionen begleitet. Die Atmosphäre war dabei immer etwas unterschiedlich. Während bei einigen hartes Training, Kämpfe, Respekt verdienen und irgendwie überleben auf dem Plan stand, waren die Szenen bei anderen Charakteren eher geprägt durch strategische Aktionen, Vorbereitungen für den großen, finalen Schlag oder aber auch durch gefühlvollere Ideen, um die gesamte Sache zu unterstützen. Die Songtexte und Poetry-Slams, die in die Geschichte eingebunden waren, waren für mich ein kleines Highlight.
Einige Stellen hätten aus meiner Sicht etwas kürzer sein dürfen, von anderen Aspekten hätte ich gern noch etwas mehr und ausführlicher erfahren, insgesamt hat mir der Abschluss der Dilogie aber gut gefallen.
Fazit

Ein gutes Finale der Dilogie, in dem noch mal einiges passiert ist. Nachdem es zu Beginn etwas ruhiger war, hat die Handlung dann an Fahrt aufgenommen, bis sich am Ende alles überschlagen hat. Es hat Spaß gemacht die Figuren auf ihren unterschiedlichen Missionen zu begleiten und zu schauen, wie sie sich entwickeln, an ihren Herausforderungen wachsen und auch mal verzweifeln. Die Geschichte war spannend und trotz kleinerer Kritikpunkte hat sie mir insgesamt gesehen gut gefallen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.02.2021

toller zweiter Band, spannend, temporeich, gefühlvoll

Cyberworld 2.0: House of Nightmares
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Achtung: zweiter Band! Meine Rezension kann kleine Spoiler in Bezug auf „Mind Ripper“ enthalten.

Für Edward Dunnington hatte die schnell vorangetriebene Entwicklung des Bioroboters hauptsächlich private ...

Achtung: zweiter Band! Meine Rezension kann kleine Spoiler in Bezug auf „Mind Ripper“ enthalten.

Für Edward Dunnington hatte die schnell vorangetriebene Entwicklung des Bioroboters hauptsächlich private Gründe. Doch seine Erfindung dürfte auch die Öffentlichkeit interessieren, stellt es doch für einige Menschen eine Möglichkeit da, ihr Leben zu verlängern oder ihrem gebrechlichen Körper zu entkommen. Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Angus McLean will er den Schritt wagen, seinen Roboter der Allgemeinheit zu präsentieren. Doch kann man dem machtgierigen, altmodischen Griesgram wirklich trauen oder verfolgt er seine eigenen Ziele? Und was ist mit seiner ziemlich schrägen, streitsüchtigen Familie? Obwohl Edward Dunnington versiert ist in dem, was er tut, läuft nicht alles glatt. Bevor es zur Übertragung des Bewusstseins kommen kann, wacht der Proband eines Morgens nicht wieder auf. Was ist mit Angus passiert? Kann das Projekt noch irgendwie gerettet werden?

Im Verlauf des Buches sind kleine Rückblicke eingebaut, die die wichtigsten Ereignisse aus dem ersten Band noch mal aufarbeiten. Die Charaktere haben einiges zu verarbeiten, zu durchdenken, teilweise nagt das schlechte Gewissen an ihnen. Durch die Gedanken, die die Figuren sich machen oder die Gespräche, die geführt werden, sind die Hinweise auf das vorangegangene Geschehen sehr angenehm und flüssig in die Gesamthandlung eingebunden. Da inzwischen einige Monate vergangen sind, sind einige der Schwierigkeiten, die zum Ende des Auftakts eine große Rolle gespielt haben, inzwischen etwas weniger problematisch. Dennoch sind diese Themen in die Handlung integriert und werden parallel mit den Fortschritten des Geschehens aufgearbeitet.

Viele der Figuren kennt man bereits aus dem ersten Teil der Reihe „Mind Ripper“. Durch die Adelsfamilie, bei der die Protagonisten die Sommerferien verbringen wollen, gibt es jedoch auch einige neue Charaktere, die jetzt im zweiten Band hinzukommen. Und diese Familie hat es echt in sich. Sie sind extrem schräg, streitsüchtig, teilweise sehr bedacht auf antiquierte Wertvorstellungen und mit ihren Äußerungen gern mal unter der Gürtellinie. Eine absolute Freakshow, die mir beim Lesen aber einige witzige Momente bereitet hat.
Man kann sich gut vorstellen, dass die Ferien bei dieser Adelsfamilie schnell unangenehm werden können, aber sie bieten auch die besten Voraussetzungen für den weiteren Verlauf der Handlung, denn jeder von ihnen könnte an den mysteriösen Ereignissen rund um Angus McLean beteiligt sein.

Der Schreibstil der Autorin ist wieder sehr angenehm und mitnehmend. Ich habe mich sofort wieder wohlgefühlt in der Geschichte und war sehr gespannt, was Jemma, Jamie, Zack und ihre Freunde in diesem Band erleben werden. Neben den spannenden Geschehnissen rund um den Griesgram der Adelsfamilie lernt man auch die Protagonisten besser kennen und bekommt weitere Einblicke in die Intensität der Verbindungen, die zwischen ihnen bestehen. Die Zusammenstellung der Charaktere ist richtig toll. Sie sind alle unterschiedlich, haben so ihre Ecken und Kanten, haben Probleme, mit denen sie sich rumschlagen, verhalten sich nicht immer richtig, sehen Fehler aber auch ein und sind damit einfach sehr authentisch und menschlich. Jede Figur hat ihre Eigenarten und Besonderheiten und auch wenn Jemma noch immer mein Liebling ist, haben Jamie und Zack ziemlich aufgeholt. Die beiden gemeinsam zu erleben, ist einfach wundervoll. Sie unterstützen sich, sind füreinander da, aber es ist bei weitem nicht immer alles harmonisch, denn die beiden Jungs treiben einige Sorgen um, über die sie auch nicht immer sofort offen reden. Umso mehr sie sich einander öffnen und aufeinander eingehen, umso mehr haben sie sich auch in mein Herz geschlichen. Es gab aber auch darüber hinaus noch einige wunderschöne Momente, in denen sehr viele positive Gefühle bei mir ankamen.

Sehr spannend und auch ein wenig gruselig war das CyberGame, in das die Figuren dieses mal eintauchen. „House of Nightmares“ heißt eben auch nicht umsonst, wie es heißt. Das CyberGame spielt mit den Ängsten der Spieler und durch die detaillierten, schaurigen Beschreibungen wurden das Grauen und die Anspannung richtig lebendig.
Das Buch setzt sich aus verschiedenen Handlungssträngen zusammen, die parallel zueinander verlaufen und sich direkt bedingen. Durch die Perspektivwechsel wurden Tempo und Dynamik besonders in der zweiten Hälfte der Geschichte stark erhöht und ich konnte das Buch kaum mehr weglegen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie alles zusammenhängt und wie es weitergeht. Ab einem gewissen Punkt deutet sich die Auflösung an, dennoch empfand ich es als sehr spannend die weiteren Entwicklungen zu verfolgen und weitere Erklärungen zu den Geschehnissen zu bekommen. Mir hat auch die Kombination aus der Cyberwelt und den Ereignissen aus der „realen“ Welt wieder richtig gut gefallen. Das bringt schöne Facetten mit sich und macht die Handlung sehr vielseitig und abwechslungsreich.
Fazit

Ein unglaublich spannender, temporeicher zweiter Band, in dem man sowohl lachen, ich gruseln und mit den Figuren dahinschmelzen kann. Die Entwicklungen zwischen den Charakteren sind richtig toll zu verfolgen. Man lernt die Protagonisten intensiver kennen, sie werden noch greifbarer und authentischer und auch die Beziehungen zwischen ihnen stehen noch mehr im Fokus der Handlung. Das alles lenkt jedoch nicht von den packenden Ereignissen rund um Angus McLean und das CyberGame ab, welche den anderen großen Punkt der Geschichte ausmacht. Gekonnt und harmonisch verknüpft ergeben die unterschiedlichen Geschehnisse ein fesselndes, sehr vielseitiges Buch, das Lust auf den nächsten Band rund um die Cyberkids macht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.02.2021

facettenreicher Auftakt: gruselig, spannende CyberGames & tolle Charaktere& viel Gefühl

Cyberworld 1.0: Mind Ripper
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Gaming Erlebnisse der besonderen Art: tauche selbst in das Spiel ein und steuere mittels deiner Gedanken deinen Avatar. Stürze dich in Abenteuer, besiege fiese Monster, wende Zaubersprüche an, löse mysteriöse ...

Gaming Erlebnisse der besonderen Art: tauche selbst in das Spiel ein und steuere mittels deiner Gedanken deinen Avatar. Stürze dich in Abenteuer, besiege fiese Monster, wende Zaubersprüche an, löse mysteriöse Rätsel – dir sind keine Grenzen gesetzt. So ähnlich könnten wohl die Werbeslogans für die CyberGames im Jahr 2038 in London aussehen. Das Cybernetz wurde intensiv ausgebaut, man kann sich nicht nur virtuell treffen und unterhalten, sondern auch die verschiedensten Spiele ausprobieren und sich durch umfangreiche Missionen arbeiten.
Jemma, Jamie und Zack treffen sich mit ihren Avataren regelmäßig in der CyberWorld und entfliehen so dem Alltag. Die drei halten allerdings nicht nur in der virtuellen Welt, sondern auch im echten Leben zueinander und gehen gemeinsam durch dick und dünn. Als drei Jungen nach einem Aufenthalt in der CyberWorld ins Koma fallen, kann sich niemand erklären, was mit ihnen geschehen ist. Wer steckt dahinter? War es ein technischer Defekt? Haben die drei Jugendlichen sich einfach nicht an die Regeln gehalten? So sehr es die drei Freunde auch bestürzt, was passiert ist, nie hätten sie gedacht, wie schnell sie Teil der Ermittlungen werden und selbst auf die Suche nach Antworten gehen.

Nadine Erdmann hat mich mit ihrer Geschichte von der ersten Seite an mitgenommen und bis zum Ende nicht wieder losgelassen. Ich mag den Stil der Autorin sehr gern. Der Schreibstil ist flüssig und leichtgängig, trotz einiger schwerer Themen, die innerhalb der Handlung eine Rolle spielen, transportiert Emotionen, weiß zu fesseln und enthält eine gute Portion Sarkasmus und einen für meinen Geschmack sehr angenehmen Humor, was beides unter anderem in den facettenreichen Dialogen zum Tragen kommt.
Die Kombination aus realem Leben und den Gaming Episoden in der CyberWorld empfand ich als sehr gelungen. So wird die Handlung abwechslungsreich und bleibt durchweg spannend, da in beiden Bereichen kontinuierlich neue Dinge passieren. Durch die actionreiche Passagen in den Spielen wird das Tempo immer wieder angezogen, ich war gefesselt von dem Geschehen, obwohl ich selbst keine Zockerin bin. Es gibt aber auch ruhigere Momente, in denen man die interessanten Figuren Stück für Stück besser kennenlernen kann.

Das Buch beginnt sofort richtig spannend und actiongeladen mitten in einem der CyberGames. Während man erlebt, wie die Protagonisten gegen ihren Endgegner kämpfen, erfährt man erste Dinge über das System der CyberWorld und die Spielabläufe. Auch wenn man die Charaktere an der Stelle noch gar nicht weiter kennt, war ich gleich fasziniert von der virtuellen Welt, in die man eintaucht und von dem Zusammenhalt der Figuren, der spürbar über die Grenzen des Games hinaus geht.
Im Verlauf lernt man die Zwillinge Jemma und Jamie und dessen Freund Zack dann intensiver kennen und merkt schnell, wie unterschiedlich sie sind. Neben den dreien gibt es noch weitere Figuren, von denen einige von Anfang an dabei sind und andere erst mit dem Voranschreiten des Buches in den Mittelpunkt des Geschehens rücken. Insgesamt entsteht so eine sehr facettenreiche Personenkonstellation, in der es immer mal wieder zu Reibereien, Streitigkeiten, aber auch zu sehr schönen, bewegenden Momenten kommt.
Jeder der Protagonisten hat sein Päckchen zu tragen und auch wenn wir noch längst nicht alles erfahren, was die Charaktere bewegt und geprägt hat, so bekommt man doch erste Einblicke in die Dinge, die sie beschäftigen, die ihnen widerfahren sind, sie sie belasten oder erfreuen, wofür sie einstehen und wer ihnen besonders wichtig ist. Ich freue mich schon darauf noch weitere Facetten an ihnen zu entdecken und mitzuerleben, wie sie sich weiter entwickeln werden. Mein aktueller Liebling ist Jemma. Sie ist einfach eine tolle Person und ich mag ihre oft eher ruhigere, ernstere Art. Bedingungslos steht sie zu den Menschen, die sie liebt und auch wenn sie sich nicht ständig überall einmischt, so findet sie doch die richtigen Worte, wenn sie ihre Meinung sagt. Zack und Jamie sind da beide deutlich temperamentvoller und gehen schneller an die Decke, wenn der Frust überkocht. Sie haben als Paar eine besondere Herausforderung zu meistern, die allerdings nichts mit ihrer Homosexualität zu tun hat. Dieser Aspekt ist sehr selbstverständlich und unaufgeregt in die Handlung eingebunden, was ich total angenehm fand. Durch die authentischen Beschreibungen der Situationen, Gedanken und Gefühle, konnte ich nachvollziehen, wieso es für Jamie oft so schwer und belastend ist, aber auch, was Zack manchmal auf die Palme bringt. Umso berührender waren dann die Gespräche, in denen die beiden nicht nur ihre Wut, sondern auch ihre positiveren Gefühle zum Ausdruck bringen.

Neben den persönlichen Entwicklungen der Figuren geht es im Verlauf um die mysteriösen Komafälle und die Alltags-Auszeiten in den CyberGames. Besonders gut gefallen hat mir die Mischung dieser unterschiedlichen Elemente innerhalb der Geschichte. Die Szenen in der CyberWorld sind düster, geheimnisvoll und sehr spannend. Immer wieder müssen die Charaktere sich neuen Quests und Gegnern stellen, wobei es häufig turbulent und dramatisch wird.
All die Fragen, die sich um die drei Jugendlichen im Koma ranken, laden zum Mitraten ein. Die Auflösung zum Mind Ripper war definitiv komplexer als ich sie erwartet hatte. Gut umgesetzt fand ich auch die durchaus kritische Auseinandersetzung mit den Dingen, die in dem Zusammenhang passieren bzw. passiert sind, die ich hier aus Spoilergründen aber natürlich nicht näher erläutern kann.
Der „Fall“ rund um den Mind Ripper ist am Ende des Buches abgeschlossen, die Geschichte der Protagonisten wird in den folgenden Bänden weitergehen. Ich bin super neugierig, werde definitiv weiterlesen und freue mich schon auf all die weiteren Abenteuer, die die Jugendlichen in der CyberWorld und auch in ihrem normalen Leben bestreiten werden, auf die persönlichen Entwicklungen und weitere tolle Gespräche.
Fazit

Der Ausflug in die CyberWorld war richtig spannend, cool und facettenreich. Ich mochte sowohl die düsteren, ereignisreichen Passagen in den CyberGames, als auch die von unterschiedlichen Emotionen geprägten Entwicklungen rund um die Protagonisten und die spannenden Ermittlungen rund um den Mind Ripper. Die Kombination der unterschiedlichen Elemente ist gelungen und harmonisch umgesetzt, obwohl die Aspekte so extrem unterschiedlich sind. Ich habe mit den Figuren gebangt, mich mit ihnen gefreut und geärgert, ein paar Tränchen für sie vergossen und hatte öfter das Bedürfnis, sie in den Arm nehmen zu wollen. Gleichzeitig war es jedoch auch total fesselnd und faszinierend sie in der virtuellen Welt zu begleiten. Ein gelungener Auftakt der Reihe, der neugierig auf weitere Abenteuer macht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.02.2021

fantasievolle Geschichte, schöne Entwicklungen

Akademie Fortuna - Wenn Wahrsagen so einfach wäre
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In Horror’s Cope gibt es eine ganz besondere Schule: die Akademie Fortuna. Dort werden jedes Jahr Sprösslinge aus den Wahrsagerfamilien des Ortes oder des Umlandes „eingeschult“, damit sie lernen, mit ...

In Horror’s Cope gibt es eine ganz besondere Schule: die Akademie Fortuna. Dort werden jedes Jahr Sprösslinge aus den Wahrsagerfamilien des Ortes oder des Umlandes „eingeschult“, damit sie lernen, mit ihrer Gabe richtig umzugehen und ihre Vorhersagen optimal zu präsentieren. Auch Anniversary, die von allen nur Sorry genannt wird, gehört zu der diesjährigen 7. Klasse, die aus dem Privatunterricht an die Akademie wechselt. Für die 12 Jährige ist es allerdings bei Weitem nicht so ein freudiges Ereignis, wie für viele andere, denn ihre Wahrsagefähigkeiten erlauben ihr lediglich alltägliche Dinge, die demnächst passieren werden, vorauszusehen, keine weltbewegenden, zukünftigen Geschehnisse.

Der Schreibstil ist sehr angenehm, leichtgängig und flüssig. Die Sprache ist einfach gehalten, so dass es auch für jüngere Leser gut verständlich bleibt. Schwierigere Begriffe oder Fachbezeichnungen rund um die unterschiedlichen Wahrsagemöglichkeiten werden anschaulich erklärt. Besonders gelungen finde ich auch die tollen Illustrationen, die die Handlung gut unterstützen und die Geschehnisse und Figuren noch lebendiger machen.
Mir haben die unterschiedlichen Techniken und Hilfsmittel, um in die Zukunft zu schauen, richtig gut gefallen. Die Wahrsagerfamilien werden in neun Gruppen unterteilt, je nachdem, wie bzw. womit sie ihre Voraussagen machen. Tarotkarten, Kristallkugeln, Sterne und Pendel spielen dabei unter anderem eine Rolle, es gibt aber noch einige mehr. Das macht es sehr abwechslungsreich und die Schüler mit ihren Fähigkeiten auch alle sehr unterschiedlich. Auch wenn man hauptsächlich etwas über die Visionisten und die Nekromanten erfährt, sind auch die anderen Arten des Wahrsagens immer wieder Teil des Geschehens, so dass man auch davon einen ganz guten Eindruck bekommt.

Sorry ist eine sympathische Protagonistin, die ich sehr gern auf ihrem Weg begleitet habe. Für sie ist es nicht so leicht, da ihre Fähigkeiten sich anders präsentieren, als es sonst bei den Visionisten der Fall ist. Nur wenige in ihrem Umfeld erkennen sofort die Nützlichkeit ihrer Vorhersagen. Im Laufe des Buches ändert sich aber der Stand von Sorry, was auch daran liegt, dass sie sich nicht konsequent in die vorgeschriebenen Regeln pressen lässt. Sie versucht über den Tellerrand hinaus zu schauen und ihren Blick für Dinge zu öffnen, vor denen andere sich verschließen. Dabei läuft nicht immer alles glatt. Ihr und ihren Freunden, die ich auch schnell ins Herz geschlossen habe, unterlaufen auch mal Fehler oder sie irren sich, aber ich mochte die Dynamik in der Geschichte echt gern. Freundschaft, Vertrauen und gegenseitiger Zuspruch spielen immer wieder eine Rolle. Aber auch die Vorurteile, Intrigen und Machtgier sind immer wieder Thema.
Zum Ende des Buches werden die Ereignisse immer turbulenter und es gibt einige Offenbarungen und Andeutungen, in welche Richtung es weitergehen wird. Ich bin sehr gespannt und freue mich auf die Fortsetzung.
Fazit

Eine sehr schöne, leichtgängige Geschichte mit interessanten Figuren und einer tollen Einflechtung der unterschiedlichen Wahrsagemöglichkeiten. Die verschieden Arten fand ich faszinierend und ich bin gespannt, was man aus den Bereichen noch erfahren wird. Auch der Handlungsverlauf, der gut durch die wunderschönen Illustrationen unterstützt wird, hat mir sehr gefallen. Besonders schön fand ich, wie wichtig Freundschaft im Buch ist und wie nach und nach die Gedanken einiger Charaktere durch die Ereignisse aufgerüttelt werden.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.02.2021

interessante Grundidee, tolle Elemente, aber Schwächen in der Umsetzung

Hush - Verbotene Worte
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Montane ist geprägt von Armut. Viele Dörfer können sich nur mit Mühe und Not versorgen, es reicht an allen Ecken und Enden kaum und dann müssen sie noch Abgaben an die Barden leisten, in der Hoffnung von ...

Montane ist geprägt von Armut. Viele Dörfer können sich nur mit Mühe und Not versorgen, es reicht an allen Ecken und Enden kaum und dann müssen sie noch Abgaben an die Barden leisten, in der Hoffnung von ihnen mit einer guten Beschwörung gesegnet zu werden. Sprache ist Macht, das geschriebene Wort das Verderben – es gibt einige Regeln, die man in Montane befolgen sollte, damit man kein Unheil auf sich zieht.
Shae lebt mit ihrer Mutter abseits des Dorfes. Seitdem sie ihren kleinen Bruder an eine tödliche Krankheit verloren hat, werden die beiden vom Rest der Dorfgemeinschaft gemieden. Nur Mads und Fiona, ihre besten Freunde, halten noch zu ihr. Doch auch Shae hat ein Geheimnis, das gefährlich für sie und ihre Umgebung sein könnte und die einzigen, die ihr dabei helfen könnten, ihren persönlichen „Fluch“ los zu werden, wären die Barden, die allgemein nicht unbedingt als hilfsbereit und freundlich gelten…

Der Schreibstil von Dylan Farrow ist bildgewaltig und geschmückt mit zahlreichen, anschaulichen Beschreibungen, Metaphern und Vergleichen. So werden Personen und Schauplätze lebendig und man bekommt einen guten Eindruck von den Wahrnehmungen der Protagonistin, die sie im Verlauf des Buches teilweise selbst kaum einordnen kann.
Durch die Ich-Perspektive begleitet man die 16-Jährige intensiv auf ihrem Weg. So weiß man oft kaum mehr, als Shae selbst, was viele Fragen offen gelassen hat. Da es eine Fortsetzung gibt, ist es natürlich logisch, dass nicht alles aufgedeckt wird, mir ist insgesamt aber doch zu viel unbeantwortet geblieben. Shae kämpft für die Wahrheit und Gerechtigkeit. Ich finde es mutig, dass sie so dafür einsteht, obwohl sie stellenweise kaum Unterstützung bekommt. Immer wieder merkt man jedoch auch, dass sie ein wenig flatterhaft und naiv ist, sich eben doch beeinflussen und manipulieren lässt, obwohl sie eigentlich ein festes Ziel vor Augen hatte. Sie sucht Anschluss und Anerkennung, die ihr so lange verwehrt blieb und macht sich damit zu einem leichten Ziel für Intrigen. Shaes Freundin Fiona hat es im Buch auch ganz gut auf den Punkt gebracht: „Du denkst nie etwas zu Ende.“
Und das zieht sich leider ziemlich durch die Geschichte, obwohl die Protagonistin selbst immer wieder an diesen Satz denkt und sich vornimmt, erst mehr zu denken und zu planen, bevor sie handelt.
Die anderen Figuren lernt man oft nicht sehr tiefgründig kennen. Einige von ihnen sind nur schwer zu durchschauen und wechseln teilweise auch die Seite, auf der sie stehen. Teilweise war das nachvollziehbar, manchmal kam es mir aber auch etwas zu plötzlich.

Die Welt, in der Shae lebt, wird durch die detaillierten Schilderungen gut vorstellbar. Dass Sprache Macht bedeutet und den Aspekt, wie gefährlich das geschriebene Wort sein kann, empfand ich als interessant und als tolles Element in der Handlung, auch wenn es mir noch intensiver hätte ausgearbeitet sein können. Durch verbotene Worte und Gegenstände gibt es einige Regeln und Beschränkungen für das Volk. Nur wer sich daran hält, kann Hoffnung auf eine gute Beschwörung haben um damit die Situation des ganzen Dorfes zu verbessern.
Nur die Barden sind in der Lage, Beschwörungen auszuführen und wie vielfältig und teilweise mächtige diese sind, erlebt man im Laufe des Buches. Allerdings muss ich gestehen, dass mir auch hier viel auf der Strecke geblieben ist und sich einiges für mich nicht vollständig erschlossen hat. Was ist dauerhaft, was ist flüchtig, wo ist der Unterschied, woran liegt es, was kann man selbst beeinflussen, was nicht und so weiter -es bleiben tausend Fragen offen und das allein bei diesem einen Aspekt, der eigentlich wichtig ist für die Handlung.
Wahnsinn, Realität, Illusion, Vision und Täuschung liegen hier sehr dicht beieinander, so dass ich besonders in der zweiten Hälfte häufig verwirrt war und teilweise nicht verstanden habe, was da genau passiert. Was eben auch daran liegt, dass man nur erlebt, was Shae erlebt und sie es größtenteils selbst nicht versteht. Da empfand ich den bildintensiven Schreibstil eher als hinderlich, weil dadurch alles nur noch verworrener wurde.
Fazit

Es gibt einige sehr schöne Elemente in der Handlung und mir hat auch die Integration von Themen wie Falschmeldungen, Manipulation der Meinungsbildung, Unterdrücken des eigenen Denkens durch Regeln und Strafen und für seine Ziele einstehen und kämpfen, gut gefallen. Die Art von Dylan Farrow sich auszudrücken und Dinge zu Beschreiben, mochte ich an sich richtig sehr gern, nur in den wirren Momenten der Protagonistin war es mir etwas viel.
Auch wenn es der Auftakt der Dilogie ist, bleibt mir insgesamt etwas zu viel offen, viele Hintergründe und einige Zusammenhänge haben sich mir nicht richtig erschlossen, was es manchmal schwer gemacht hat, richtig in die Geschichte einzutauchen.
Noch bin ich unentschlossen, ob ich die Fortsetzung lesen werde. Auch wenn es einige Andeutungen gibt, in welche Richtung es sich entwickeln könnte und ich auch neugierig bin, was da vielleicht noch kommt, konnte mich das Buch einfach nicht so richtig von sich überzeugen, obwohl so viele tolle Ideen und viel Potenzial drin steckt.

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