Geniale Idee, teils schwach in der Umsetzung
Manche Schuld vergeht nieKriminalbeamtin Ali Dawson arbeitet in einer geheimen Spezialeinheit, von der nur sehr wenige Menschen Kenntnis haben. Sie und ihre Kollegen reisen in die Vergangenheit, um Mordfälle aufzuklären. Der neueste ...
Kriminalbeamtin Ali Dawson arbeitet in einer geheimen Spezialeinheit, von der nur sehr wenige Menschen Kenntnis haben. Sie und ihre Kollegen reisen in die Vergangenheit, um Mordfälle aufzuklären. Der neueste Auftrag kommt von einem hochrangigen Politiker, der einen Makel in der Geschichte seiner Ahnen beseitigt wissen will. Ein Vorfahr geriet in Verdacht in der viktorianischen Zeit eine Frau ermordet zu haben. Ali reist bestens vorbereitet in die Vergangenheit, wo sie von einem seltsamen Geheimbund Wind bekommt, dem auch der Verdächtige angehört. Doch als sie in ihre Zeit zurückreisen will, ist der Weg zurück blockiert. Und während sie darauf wartet gerettet zu werden, gerät ihr Sohn ebenfalls unter Mordverdacht.
Ich habe mich so gefreut, dass es endlich ein neues Buch von Elly Griffiths gibt, von deren Ruth Galloway Reihe ich ein großer Fan bin. Leider wurden die letzten Bände aber nicht mehr ins Deutsche übersetzt. Die Inhaltsangabe von "Manche Schuld vergeht nie" klingt wirklich reizvoll und auch wieder etwas ab vom Mainstream. Schon in anderen Krimis spielte Griffith ein wenig mit mystischen Vorkommnissen und besonderen Charakteren. Beste Voraussetzungen also für spannende und besondere Lesestunden. Die Geschichte beginnt auch sehr interessant. Ich hegte sofort Sympathien für Ali, die in ihrem Leben einiges geschultert hat, vom Dasein als Putzfrau bis zur Karriere bei der Polizei. Die Vorbereitungen auf die Zeitreise und wie diese dann umgesetzt wird haben mir auch gefallen. Doch irgendwie verliert sich die Handlung dann etwas, als Ali in der Vergangenheit feststeckt. Man bangt natürlich mit ihr, aber alles läuft sonst zu glatt.
In der Gegenwartsebene konnte ich hingegen nicht ganz nachvollziehen, wie mit ihrem Sohn als Verdächtigem verfahren wird. Da gibt es doch eindeutige Zweifel an der Schuld, trotzdem verläuft das Ganze dramatisch und ohne die Hilfe und Ermittlungen seiner Mutter, hat der junge Mann kaum eine Chance. Trotzdem gab es zwischendurch auch wieder spannende Momente, gruselige Begegnungen mit einem Unbekannten und mysteriöse Augenblicke, in denen Menschen verschwinden und wieder auftauchen. Doch oft schleichen sich wieder Längen ein. Gerade die Verbindung von Ali zum Verdächtigen in der Vergangenheit wird nur angedeutet und am Ende nicht wirklich aufgedeckt. Dafür erschien mir der wahre Täter in der Gegenwart zu kontruiert, bzw. überzeugt mich das Motiv nicht so recht. Daher war die Auflösung auch eine große Überraschung, was eigentlich nicht verkehrt ist, trotzdem ließ mich das Buch etwas unzufrieden zurück. Ich hoffe und gehe davon aus, dass der nächste Band noch etwas mehr bietet, nachdem man in diesem ersten Band das Prinzip der Reisen und die Personen bereits kennt. Der Schreibstil hat mir ansonsten nämlich gut gefallen. 3 Sterne