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Veröffentlicht am 14.03.2025

Das Schicksal in der Hand

Die Löwin vom Tafelberg. Catharina Ustings' kühner Weg in die Freiheit
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1662: Catharina lebt in Lübeck bei der Kneipenwirtin Magda. Diese hat sich ihrer angenommen, als ihre Mutter starb. Doch gut wird sie nicht von ihr behandelt. Als sie dann auch noch einen Widerling heiraten ...

1662: Catharina lebt in Lübeck bei der Kneipenwirtin Magda. Diese hat sich ihrer angenommen, als ihre Mutter starb. Doch gut wird sie nicht von ihr behandelt. Als sie dann auch noch einen Widerling heiraten soll, beschließt sie zu fliehen. Doch nichts erscheint ihr weit genug, um in Sicherheit zu sein. So besteigt sie, als Mann verkleidet, ein Schiff in Richtung Batavia. Doch als das Schiff am Kap der guten Hoffnung, Rast einlegt, zwingen sie die Umstände dort zu bleiben und in der rauen und von Männern dominierten Welt, um ihr Überleben zu kämpfen.
Die Protagonistin dieses Buches ist einer realen Person nachempfunden. Und ich muss sagen, ich bin schwer beeindruckt, wie es Frauen schon damals geschafft haben sich in der Welt zu behaupten. Ihr Leben ist so unglaublich ereignisreich, dass es für vier Leben reichen würde. Auch das Buch, mit seinen rund 450 Seiten, war an keiner Stelle langweilig oder langatmig. Ich hatte das Gefühl, von einer Situation in die nächste geworfen zu werden. Gerade war die Gefahr gebannt, da stellte sich schon wieder das nächste unlösbare Problem Catharina in den Weg. Not und Tod waren der damalige ständige Begleiter, aber auch die Konflikte innerhalb der Kolonie als auch mit den Ureinwohnern. Bedroht wurde Catharinas Leben vor allem von machthunrigen Männern die Frauen als Besitz sahen. Die Autorin erzählt uns Catharinas Geschichte so spannend und facettenreich, dass sie mich damit total gefesselt hat. Die Vergangenheit wird damit so nahbar und real. Ein wirklich tolles Buch, nicht nur für Fans von historischen Romanen.

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Veröffentlicht am 09.03.2025

Gefesselt

Die Dämmerung (Art Mayer-Serie 2)
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Dies ist der zweite Teil der Art Mayer-Reihe. Ich hatte etwas Sorge, ob ich wieder reinfinden würde in die Reihe, da zwischen dem ersten und zweiten Band bei mir ziemlich viel Zeit vergangen ist. Aber ...

Dies ist der zweite Teil der Art Mayer-Reihe. Ich hatte etwas Sorge, ob ich wieder reinfinden würde in die Reihe, da zwischen dem ersten und zweiten Band bei mir ziemlich viel Zeit vergangen ist. Aber ich muss sagen, Marc Raabe versteht es perfekt, Erinnerungen zu wecken und den Leser abzuholen. Im Wald wird eine weibliche Leiche gefunden. Brutal ermordet und entstellt. Es handelt sich dabei um die Charity-Königin von Berlin. Ihre Tochter die Umweltaktivistin Leo, ist nicht zimperlich, und steht in Verdacht, mit dem Verbrechen zu tun zu haben. Art und seine hochschwangere Kollegin Nele nehmen die Ermittlungen auf und stoßen damit in ein Wespennest aus Intrigen und Machtspielchen. Ich war bereits ab der ersten Seite total gefesselt von der Story und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Mich konnten sowohl die gut gemachten Twists, als auch das Tempo mitreißen und begeistern. Das war wieder ein Marc Raabe ganz nach meinem Geschmack. Ich mochte den ersten Teil dieser Reihe, aber diesen hier liebe ich. Ein Buch zum Durchsuchten und Abtauchen!

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Veröffentlicht am 08.03.2025

Blitz und Tinte

Inkbound – Metty Jones und das Schicksalstattoo
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Zu ihrem zehnten Geburtstag soll Metty nun endlich ihr Schicksalstattoo erhalten. In dieser Fantasywelt ist das Schicksalstattoo ein Hinweis auf die Zukunft des Trägers. Metty wünscht sich alles, nur nichts ...

Zu ihrem zehnten Geburtstag soll Metty nun endlich ihr Schicksalstattoo erhalten. In dieser Fantasywelt ist das Schicksalstattoo ein Hinweis auf die Zukunft des Trägers. Metty wünscht sich alles, nur nichts Langweiliges. Und leider wird ihr Wunsch erfüllt, denn ihr Schicksalstattoo macht aus ihr eine Mörderin. Mit Magie wird sie wohl irgendwann jemanden umbringen. Man kann sich vorstellen, dass Metty nun fortan der Magie ziemlich zwiespältig gegenübersteht. Einerseits möchte sie die Magie meiden, andererseits ist ihre Neugier geweckt. Als plötzlich ihr Vater, der Captain, verschwindet, bleibt ihr keine Wahl. Sie beginnt ihn mit Hilfe ihrer Tante zu suchen und bereist diese magische, fliegende Welt. An ihrer Seite ist der Gargoyle Pumpkin. Ein Wesen, bei dem man sich nicht ganz sicher ist, ob man es niedlich oder gruselig finden soll. Diese besondere Welt ist faszinierend und spannend. So kann man beim Lesen schnell das hier und jetzt vergessen. Wir lernen Mettys teils schräge Familienangehörige kennen und stoßen auf dunkle Geheimnisse. Durch ihr Schicksalstattoo schwebt so eine leichte Düsternis über der ganzen Geschichte. Metty ist jedoch mutig und ziemlich taff, dass hat für mich die etwas bedrückende Stimmung schnell aufgelöst. Ein cooles Buch, das uns begeistern konnte.

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Veröffentlicht am 08.03.2025

Ein Fall für zwei

»Wenn Ende gut, dann alles«
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Da rumpelt Tommi mit seinem alten Wohnmobil über die Landstraße und entdeckt ein kleines einsames Mädchen am Straßenrand. Er wäre ja weitergefahren, aber mit an Board hat er seine Putzfee Svetlana und ...

Da rumpelt Tommi mit seinem alten Wohnmobil über die Landstraße und entdeckt ein kleines einsames Mädchen am Straßenrand. Er wäre ja weitergefahren, aber mit an Board hat er seine Putzfee Svetlana und die kennt da nix. Mit ihrer dominant- charmanten Art bringt sie Tommi dazu zu wenden und sich dem Mädchen anzunehmen. Und schon stecken die beiden in einem mysteriösen Fall. Denn niemand scheint dieses Mädchen zu kennen, geschweige denn zu wissen, wo es hingehört. Bereits nach den ersten Seiten war ich schockverliebt. In die Charaktere, den Schreibstil und die ganze Story. Tommi ist ein etwas weltfremder Träumer, Svetlana eine resolute, taffe Ukrainerin. Die Dialoge haben mir ein Dauergrinsen aufs Gesicht gezaubert. Während Svetlana Sprichwörter und Redewendungen verbal brutal vermöbelt, ist Tommi damit etwas überfordert. Daraus spinnen sich herrliche Gespräche, über die man einfach nur lachen kann. Auch Tommis Vater ist der Knaller. Der hat sich mal eben in einer Seniorenresidenz häuslich niedergelassen und lässt dort bei den Damen nichts anbrennen. Sehr zum Leidwesen seines Sohnes. Denn Tommi möchte einfach nur in Ruhe seine Thriller schreiben. Ideen hat er so einige, die stoßen bei Svetlana jedoch auf wenig Gegenliebe. Und auch als Leser ist man sich nicht so sicher, ob sich Tommi zum Bestsellerautor eignet. Dies war nun Volker Klüpfels erstes Solowerk und dazu gebe ich überschwänglich Standing Ovation. Bitte noch ganz viel mehr von Tommi und Svetlana. Das ist genau meins!

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Veröffentlicht am 03.03.2025

Düstere Familiengeheimnisse

Verlassen
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Im vierten Band der Island-Krimireihe stand dieses Mal eine angesehene Isländische Familie im Mittelpunkt. Diese hält zu Ehren der verstorbenen Großeltern ein Familientreffen in einem stylischen Hotel ...

Im vierten Band der Island-Krimireihe stand dieses Mal eine angesehene Isländische Familie im Mittelpunkt. Diese hält zu Ehren der verstorbenen Großeltern ein Familientreffen in einem stylischen Hotel in der isländischen Einöde ab. Die Erzählperspektive wechselt zwischen den einzelnen Familienmitgliedern, behält jedoch ein erträgliches Maß an Perzeptiven. Nach und nach wird man in die Abgründe dieser Familie gesogen und stellt fest, dass der ganze Glanz und Glamour nur oberflächlich ist. Denn in ihrem Inneren sind sie ziemlich zerrüttet und kaputt. Es wird viel geredet und getrunken. Vom eigentlichen Mord erfahren wir nicht viel und auch nicht von den Ermittlungsarbeiten. Die Autorin arbeitet wie schon in ihren vorherigen Bänden mit Andeutungen und Cliffhängern. Dies bringt für gewöhnlich viel Spannung und Tempo in ihre Geschichten. Da ich jedoch mit dieser High Society-Welt nicht viel anfangen kann, hat mich die Familiengeschichte nur teilweise interessiert. Viel mehr hätte mich brennend interessiert, wie es mit dem Ermittlerpaar Elmar und Sǽvar weitergeht. Doch dieser Spaß wurde mir leider verwehrt. Jetzt hoffe ich doch ganz inständig, dass ich nicht wieder ein Jahr auf die Fortsetzung warten muss! Die isländische Stimmung in diesem Buch war wieder grandios. Ein bisschen melancholisch, düster und Bilder einer sagenhaften Lavalandschaft, dass ist es, was mir an diesem Buch wieder total gut gefallen hat.

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