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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.05.2025

Mehr als Völkerverständigung

Die Flaschenpost
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Vor Jahren hat mein Sohn dieses Buch in der Schule gelesen. Die ersten Kapitel haben wir zusammen zu Hause gelesen. Somit war es für mich eines dieser unvollendeten Bücher. Da der Beginn jedoch schon so ...

Vor Jahren hat mein Sohn dieses Buch in der Schule gelesen. Die ersten Kapitel haben wir zusammen zu Hause gelesen. Somit war es für mich eines dieser unvollendeten Bücher. Da der Beginn jedoch schon so verheißungsvoll war, wollte ich unbedingt wissen, wie die Geschichte weitergeht. Matze ist ein 11-jähriger Ost-Berliner Junge. Er träumt von Palmenstränden und wünscht sich einen Brieffreund, der ihn vielleicht mal an seinen Strand einlädt. So kommt er auf die Idee eine Flaschenpost in die Spree zu werfen. Doch kein Junge aus einem weit entfernten Land, sondern das West-Berliner Mädchen Lika zieht seine Flasche aus dem Wasser. Und West-Berlin stellt sich als ähnlich exotisch heraus, wie der Palmenstrand. Denn auch darüber weiß Matze eigentlich nichts. Die Kinder freunden sich an und lernen viel über die geteilte Stadt und die unterschiedlichen Systeme, in denen sie leben. Da ich selbst in West-Berlin aufgewachsen bin ist dieses Buch für mich wie eine Zeitreise in die 80er Jahre. Klaus Kordan hat es damals geschrieben, ohne zu wissen, dass dieses Berlin bald der Geschichte angehören wird. Gerade das macht es für mich so faszinierend und echt. Ja es ist ein Kinderbuch, aber gerade die Sicht der Kinder auf diese verquere Welt, hat mir bestätigt, wie sehr sich der erwachsene Mensch doch verrannt hat. Diese 170 Seiten sind gerade auch für Erwachsene ein echter Augenöffner.

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Veröffentlicht am 16.05.2025

Doppeltes Spiel

Die Nacht (Art Mayer-Serie 3)
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Mittlerweile ist dies schon der dritte Teil der Art Mayer-Reihe. Und ein Thriller ist spannender als der andere. Arts Kollegin Nele ist Mutter geworden. Doch diese Rolle füllt sie nicht aus. Deshalb kommt ...

Mittlerweile ist dies schon der dritte Teil der Art Mayer-Reihe. Und ein Thriller ist spannender als der andere. Arts Kollegin Nele ist Mutter geworden. Doch diese Rolle füllt sie nicht aus. Deshalb kommt es ihr gar nicht ungelegen, als sich ein neuer Fall für das Duo anbahnt. Art hat seiner kleinen Nachbarin Milla versprochen ihre seit einem Jahr vermisste Mutter zu finden. Da die Demenzerkrankung der Oma immer weiter voranschreitet, ist es auch dringen nötig für die 8-jährige eine Lösung zu finden. Als Art niemand geringeren als den Bundeskanzler um Hilfe bittet, kommt der alte Fall der vermissten Dana ins Rollen. Und was sich dahinter verbringt ist eine ziemlich grausame Geschichte. Auch diese Story hatte wieder mächtig Tempo und ließ sich sehr schnell lesen. Auch die persönlichen Geschichten um Art und Nele finde ich immer sehr spannend. Leider blieb auch hier wieder einiges offen. Aber so ist das eben bei einer Reihe und ich kann mich auf den nächsten Band freuen. Auch mit den Spielorten hat Marc Raabe wieder voll ins Schwarze getroffen. Der beschriebene See war lange Zeit mein Lieblingsbadesee kurz hinter Berlin, bevor er von Hipstern überflutet wurde. In jedem Fall hatte ich den Campingplatz und See bildlich vor Augen. Für mich war dieses Buch ein Highlight in diesem Jahr. Ich bin schon ganz kribbelig auf den nächsten Teil!

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Veröffentlicht am 10.05.2025

Einsam glücklich

Die Frau und der Fjord
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Gro trauert um ihren geliebten Ehemann. Sie hält die Welt um sich herum nicht mehr aus und flüchtet in ihrem Schmerz ganz in den Norden Norwegens auf die Lofoten. Sie bezieht ein einsames Haus an einem ...

Gro trauert um ihren geliebten Ehemann. Sie hält die Welt um sich herum nicht mehr aus und flüchtet in ihrem Schmerz ganz in den Norden Norwegens auf die Lofoten. Sie bezieht ein einsames Haus an einem Fjord, ohne Kontakt zur Außenwelt. Hier gibt es kein Internet oder Fernsehen. Nur ein altes Funkgerät und die Bücher des Vorbesitzers stehen ihr zur Verfügung. So erlebt sie die Härte aber auch die Schönheit und Stärke der Natur. Sie versucht sich aus der Natur zu ernähren und reaktiviert viele Rezepte ihrer Familie. So versucht sie zu heilen und gleichzeitig bleibt die Welt nicht stehen. Neue Probleme aber auch Beziehungen drängen sich in ihr Leben und müssen von ihr bewältigt werden. Ich habe diesen Roman schon allein durch diese wunderschönen Landschaftsbeschreibungen Norwegens geliebt. Gro steht an einem völlig anderen Punkt in ihrem Leben als ich, obwohl wir im selben Alter sind. Dennoch fand ich die Entwicklung, die sie in dieser Geschichte durchläuft, sehr inspirierend. Gro konnte in die Einsamkeit abtauchen, um zu sich selbst zu finden. Das ist nicht jedem möglich, aber sich dennoch auf die Suche nach sich selbst zu machen, durchaus. Ein wunderbares Buch über Trauerbewältigung und Selbstfindung.

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Veröffentlicht am 04.05.2025

Sehr langatmig

Die Teehändlerin
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„Die Teehändlerin“ von Susanne Popp
1838: Friederike Ronnefeldt lebt mit ihrem Mann Tobias und ihren vier Kindern in Frankfurt. Ihr Mann ist Geschäftsmann und betreibt einen Teeladen in der Innenstadt. ...

„Die Teehändlerin“ von Susanne Popp
1838: Friederike Ronnefeldt lebt mit ihrem Mann Tobias und ihren vier Kindern in Frankfurt. Ihr Mann ist Geschäftsmann und betreibt einen Teeladen in der Innenstadt. Um mehr über Tee zu lernen, begibt er sich auf eine weite Reise nach China und lässt seine Familie in Frankfurt zurück. Nicht ahnend, dass der Prokurist, der in seiner Abwesenheit die Geschäfte führen soll, ein ganz durchtriebener Kerl ist, der seinem Geschäft und seiner Familie nichts Gutes will. Friederike ist somit auf sich allein gestellt, und muss sowohl den Laden als auch sich selbst retten. Uns begegnen in diesem Buch viele bekannte historische Figuren. Und auch die Geschichte des Tees hat mir gut gefallen. Leider konnte mich das Buch dennoch nicht besonders fesseln. Es war eines der Bücher, an denen ich monatelang gelesen habe, weil ich es zwischendurch einfach furchtbar langatmig fand. Gespräche waren mir zu sehr in die Länge gezogen und Handlungen oft vorhersehbar. Der zweite Band steht ebenfalls noch in meinem Regal. Ich bin mir jedoch noch nicht sicher, ob ich den noch lesen möchte.

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Veröffentlicht am 30.04.2025

Leid und Liebe

Die Sonntagsschwestern
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Von einem Tag auf den anderen ist der Vater nicht mehr da. Die Mutter fällt in eine tiefe Depression und die drei Schwestern, Hanne, Mone und Jessy sind sich selbst überlassen. Dies schweißt die Geschwister ...

Von einem Tag auf den anderen ist der Vater nicht mehr da. Die Mutter fällt in eine tiefe Depression und die drei Schwestern, Hanne, Mone und Jessy sind sich selbst überlassen. Dies schweißt die Geschwister zusammen. Im Erwachsenenalter versucht Hanne weiterhin die Familie zusammenzuhalten und hält, komme was wolle, an ihren Sonntagstreffen fest. Doch dann erfährt Hanne, dass sie unheilbar erkrankt ist. In all der Hoffnungslosigkeit und Schwere hält die Familie eng zusammen. Dieses Buch ging mir sehr nahe. Man spürt, dass die Autorin genau weiß, von was sie da schreibt. Die Gefühle die Hanne aber auch die Schwestern durchleben sind von solcher Intensität, dass sie nur jemand beschreiben kann, der sie erlebt hat. Neben all dem Leid und der Trauer geht das Leben der anderen Protagonistinnen weiter. Sie erleben ihr eigenes Leben mit Höhen und Tiefen. Und es wird begreiflich, dass das Leben nicht stehen bleibt. Das das Glück Nachbar der Tragödie ist und in all der Traurigkeit auch Licht zu finden ist. Ein sehr persönliches Buch der Autorin, da es auch über sie sehr viel erzählt. Wunderschön geschrieben, zum Weinen und Lachen, mit Tiefgang und doch einer gewissen Leichtigkeit.

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