Panem X
Die Tribute von Panem X. Das Lied von Vogel und Schlange
4⭐️ bedeuten für mich: Sehr gutes Buch, dennoch habe ich ein paar Kritikpunkte
Das Buch wurde übersetzt von Sylke Hachmeister und Peter Klöss.
In diesem Tribute von Panem Prequel ist die Hauptfigur ...
4⭐️ bedeuten für mich: Sehr gutes Buch, dennoch habe ich ein paar Kritikpunkte
Das Buch wurde übersetzt von Sylke Hachmeister und Peter Klöss.
In diesem Tribute von Panem Prequel ist die Hauptfigur Coriolanus Snow, welchen wir in der originalen Trilogie schon als Präsident Snow kennengelernt haben. Seine Familie steckt in finanziellen Schwierigkeiten, wodurch seine Zukunftspläne bedroht sind. Seine einzige Chance auf eine Universitätsausbildung ist ein Stipendium. Als die zehnten Hungerspiele anstanden wurde beschlossen, dass die Schüler der Akademie die Mentorenrolle übernehmen werden. Als Snow der weibliche Tribut aus Distrikt zwölf zugeteilt wurde war er alles andere als erfreut darüber. Doch schnell merkte er, dass Lucy Gray kein so hoffnungsloser Fall ist wie er zunächst vermutet hat und zu allem Überfluss entwickelte er Gefühle für das junge Mädchen...
Das Buch wurde in drei Abschnitte unterteilt und in der dritten Person geschrieben. Der Schreibstil ist sehr flüssig und die Handlung wurde verständlich beschrieben.
Wir lernen ein Panem und besonders ein Kapitol zehn Jahre nach dem offiziellen Ende des Krieges kennen. Als Leser erfahren wir dabei aus erster Hand wie das Kapitol den Krieg miterlebt hat und das die Menschen dort nicht immer das Luxusleben führten, welches wir aus der originalen Trilogie kennen. Für mich war es wirklich interessant dieses etwas andere Kapitolleben kennenzulernen.
Doch auch die Hungerspiele waren da noch anders, da das Konzept der Spiele noch nicht ausgereift war, auch wenn es sich eklig anfühlt das alles jetzt so zu beschreiben. Hier sehen wir die ersten Versuche aus den Hungerspielen ein Spektakel zu machen und so die Zuschauerschaft für sich zu gewinnen. Auch Snow als Figur leistete seinen Beitrag, in dem er Konzepte einbrachte, die die Spiele maßgeblich prägen sollten.
Snow als Hauptfigur war wirklich faszinierend zu lesen. Auf der einen Seite sehen wir eine humanere Seite von ihm, wo man als Leser auch mit ihm mitfühlt. Zum einen plagen ihn Zukunftsängste und er machte sich auch sorgen um seine Familie. Er möchte um ein bessere Zukunft für sie alle kämpfen und im Laufe der Geschichte verliebte er sich. Doch auf der anderen Seite sehen wir, dass er in seinen Gedankengängen und Handlungen sehr ich-bezogen ist und, dass er dem Kapitol treu ergeben ist. Diese Seite von ihm war von Anfang an da und verschwand nie gänzlich.
Sein Klassenkamerad Sejanus Plinth bildete Snows Gegenstück in dieser Geschichte. Dieser stammt ursprünglich aus einem der Distrikte. Mit den Hungerspielen und der Art wie das Kapitol mit den Distrikten umgeht kann er nichts anfangen. Trotz ihrer fundamental unterschiedlichen Einstellung scheinen sich die beiden nahe zu stehen. Diese beiden Figuren miteinander agieren zu sehen war eindeutig mein liebster Teil des Buches.
Als dritter wichtiger Charakter ist noch Lucy Gray zu nennen. Sie ist der weibliche Tribut aus Distrikt zwölf und ihr wurde Snow als Mentor zugewiesen. Bei ihrer Figur bin ich mir etwas unsicher, ob sie gänzlich gelungen ist. Auf der einen Seite wird sie als komischer Kautz beschrieben und das ist sie auch. Ohne ins Detail gehen zu wollen zeigte sich das bei der Ernte, bei welcher sie als Tribut ausgewählt wurde. Diese Seite von Lucy ging mir zwischendurch etwas unter und manchmal habe ich selber vergessen, wozu sie fähig ist. Gegenüber Snow war sie auch etwas naiv, was ich aus ihrer Sicht dann aber doch nachvollziehen kann.
Das Pacing fand ich bis zum Ende gut, doch zu den letzten paar Kapiteln hin wurde mir alles etwas zu schnell. Da hätte ich mir ein bisschen mehr Raum für diese Auflösung gewünscht.
Auch wenn ich auf einer menschlichen Ebene verstanden habe wie dieser Coriolanus Snow zu dem Präsident Snow aus der originalen Trilogie wurde habe ich irgendwie erwartet, dass wir das auch aus einer "technischen" Sicht erfahren. Wurde er zum Präsidenten gewählt oder kam er anderweitig ins Amt? Vielleicht hatte ich auch an dieser Stelle auch falsche Erwartungen an das Buch.
Alles in einem hat mir das Buch aber sehr gut gefallen.