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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.12.2017

Ein verrückter, unterhaltsamer, berührend und bewegender Roadtrip zweier Generationen

Signor Rinaldi kratzt die Kurve
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"Signor Rinaldi kratzt die Kurve", ist die verrückte Reise eines Grossvaters mit seinem Enkel, humorvoll, melancholisch und bewegend, geschrieben von Lorenzo Licalzi.

Pietro Rinaldi, Schriftsteller und ...

"Signor Rinaldi kratzt die Kurve", ist die verrückte Reise eines Grossvaters mit seinem Enkel, humorvoll, melancholisch und bewegend, geschrieben von Lorenzo Licalzi.

Pietro Rinaldi, Schriftsteller und 80 Jähriger Kautz,  war gerade dabei, seinen Abschiedsbrief, der seinen Selbstmord ankündigte zu verfassen. Doch es sollte kein melodramatischer Abschiedsbrief werden, vielmehr eine letzte literarische Arbeit als Schriftstellers, ein Geschenk an sich selbst, und an seine Leser, sollte der Brief irgendwann veröffentlich werden. 
Seinen Abgang hatte er genau durchdacht und bis ins kleinste Detail geplant, und hierfür sogar eine Liste mit den praktikabelsten Szenarien angefertigt.  Nach einigen Abwägungen hatte er sich für einen Mix aus Schlaftablette entschieden. Mit einem guten Tropfen und drei bereits abgelaufenen Schlaftabletten wird sein Vorhaben jedoch durch das Klingel des Telefons durchkreuzt.
Wie das Schicksal so spielt, platzt sein 15-jähriger Enkel Diego in seine Welt und bietet dem chronischen Sarkasmus seines Grossvaters, Paroli.
Gemeinsam mit Sid, einer furcherregenden Kreuzung aus Bernhardiner und Neufundländer, begeben sich Diego und Pietro in der "Göttin" ein viel zu lange abgestelltes und ungenutztes Citroen Capriolet, auf zu einer verrückten Reise on the Road. Dabei erwartet das ungleiche Trio ein Abenteuer voller Umwege und Abschweifungen, sie treffen auf alte Bekanntschaften, haben Begegnungen mit alten Lieben und lernen neue kennen, bis sie das Leben eines besseren belehrt, und sie noch einmal so richtig überrascht.

Pietro Rinaldi ist ein sehr eigenwilliger und bewöhnungsbedürftiger Charakter, der nach dem Tod seiner Frau, zurückgezogen, alleine und vom Leben geprägt wohnt. Zwar mochte ich Anfangs seinen chronischen Sarkasmus, der mir jedoch im Laufe der Geschichte etwas zu viel wurde, den der alte verbitterte Kautz, zeigt auch keinerlei Respekt seinen Fans gegenüber. Immer wieder geraten seine Suizidgedanken in den Vordergrund, gewinnen die Oberhand, die seinen Alltag und Leben bestimmen, wobei er nur noch sein Abtreten als würdigen Abgang aus dem Leben sieht, ungeachtet auch mal Gefühle oder Emotionen anderen gegenüber, zuzulassen. Daher war es manchmal nicht ganz einfach, sich in die Lebenssituation von Pietro hineinzuversetzen. Doch dann trifft er auf seinen Enkel Diego, der ein toller, liebenswerter und netter Charakter ist, und durch die Begegnung mit seinem Grossvater auftaut, und ihm Paroli bietet. Ihre verrückte und abenteuerliche Reise beginnt in Genua, führt sie nach Rom weiter geht´s über die Via Aurelia, wo sie an altbekannten Ortschaften vorbei kommen, auf alte Bekannte treffen, neue kennen lernen und durch den Roadtrip einander näher gebracht werden, der sie auch lehrt einander zu respektieren. Toll gefallen haben mir die Landschaftsbeschreibungen und Ort die sie auf ihrer Reise entdecken und durchqueren, die mich verzaubert und mit ihnen in der Idylle haben schwelgen lassen.
Dann folgt der Abschied mit einer fast schon vorhersehbaren und gefühlvollen Wendung, mit neuen Sichtweisen, Begegnungen und lieb gewonnenen Ritualen die die beiden verbindet und sie gemeinsam zurück nach Genua führt.
Ein sehr abgerundetes und harmonisches Ende, wird durch das letzte Kapitel "Sieben Jahre später" eingeleitet, indem Diego die letzten gemeinsamen Jahre mit seinem Grossvater und auch das miteinander, aus seiner Sicht, beschreibt. Denn Pietro Rinaldi, hat als sein letztes Werk, als Schriftsteller, den Roadtrip und ihre gemeinsame Zeit aufgeschrieben, es nach seinem Tod, seinem Enkel vermacht und hält es ihm offen, das Manuskript zu veröffentlichen.

Der Autor Lorenzo Licalzi, hat eine sehr angenehme, richtig tolle und humorvolle Art zu Schreiben, die mich fliessend und flüssig durch die 22 Kapitel gebracht hat. Mit viel Humor und Witz, hat er Pietros Sarkasmus sehr gut darstellen können und so Anfangs für belustiget Lesemomente gesorgt. Doch auch bewegende und traurige Momente ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte, lassen die Handlung etwas melancholisch werden die jedoch irgendwie zu dem verbitterten alten Kautz gepasst haben. Die Handlung baut sich verständlich auf, war mitreisend spannend und durch den verrückten Roadtrip sehr unterhaltsam und bewegend. Pietros Sarkasmus ist nicht gerade einfach, doch im Gesamtpaket haben die Handlungsstränge miteinander harmoniert die durch ein tolles Ende harmonisch abgerundet wurde, und mich von Authentizität des erlebten Roadtrips überzeugt haben. 

Signor Rinaldi kratzt die Kurze, ist ein unterhaltsamer, berührend und bewegender Roadtrip, der jedoch konstant mit einer guten Portion chronischen Sarkasmus des Grossvaters versehen ist. Mir hat der Roman gefallen, ich wurde gut unterhalten daher kann ich ihn ganz klar weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 02.12.2017

Zauberhafte Weihnachtsgeschichten,für die ganze Familie zum Vor und Selbstlesen

Die himmelblaue Weihnachtstasse
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"Die himmelblaue Weihnachtstasse", sind wunderschöne, humorvolle, aber auch zum Nachdenken anregende Schweizer Adventsgeschichten für die ganze Familie, zum Vor und Selbstlesen, geschrieben von Bruno ...


"Die himmelblaue Weihnachtstasse", sind wunderschöne, humorvolle, aber auch zum Nachdenken anregende Schweizer Adventsgeschichten für die ganze Familie, zum Vor und Selbstlesen, geschrieben von Bruno Schlatter-Gomez.

Wie auch bei Bruno Schlatter-Gomez in seinem Vorwort, hat das Vorlesen von Adventsgeschichten zur Weihnachtszeit, auch bei uns in der Familie, schon seit jeher Tradition. Denn was gibt es schöneres, als neben Plätzchen backen, vor dem geschmückten Weihnachtsbaum zu sitzen und den liebenswerten Geschichten zu lauschen oder sie selbst zu lesen? Nette, humorvolle aber auch zum Nachdenken anregende Geschichten sind in dem Buch "die himmelblaue Weihnachtstasse" zu finden, und gehören für uns wie der Weihnachtsbaum zur Vorweihnachtszeit einfach dazu. Schon seit Jahren begleiten uns einige Weihnachtsgeschichten durch die Vorweihnachtszeit, und ich bin mir sicher, das von nun an auch einige von Bruno Schlatter-Gomez liebenswerten Geschichten, uns ebenfalls begleiten werden.

Der Autor Bruno Schlatter-Gomez, hat einen sehr angenehmen und tollen Schreibstil wodurch man beim Vorlesen aber auch Selbstlesen der tollen Adventsgeschichten, regelrecht verzaubert und in Vorweihnachtliche Stimmung versetzt wird. Denn die himmelblaue Weihnachtstasse und die anderen 10 liebenswerten, humorvollen, teilweise auch zum Nachdenken anregenden Geschichten, versüssen nicht nur die Festtage, sondern sind unterhaltsam und zeigen, auf ganz wunderbare und unverkrampfte Art und Weise, das alles zwei Seiten hat. Zumindest dann, wenn man auch genau hinsieht.

Im Schnitt sind die Geschichten vier bis sechs Seiten lang, kindgerecht verständlich und mit einem grossen farbenfrohen Einseitigen Bild, am Anfang der Geschichte versehen. Auch die Länge der Geschichten eignet sich wunderbar zum Vorlesen, sodass sich die ganze Familie auf die sinnliche und harmonische Vorweihnachtszeit einstimmen kann. Allerdings hätten ruhig mehr der tollen Illustrationen die Buchseiten füllen können, denn sie sind sehr zauberhaft und liebevoll gezeichnet, passen sehr gut den Geschichten und runden die Handlung ab. Man merkt einfach, das der Illustrator Frank Baumann, sehr viel Herzblut und Liebe in die wundervollen Bildillustrationen gesteckt hat, die mit den Geschichten wahnsinnig toll harmonieren.

Das Weihnachtsbuch "die himmelblaue Weihnachtstasse", ist eine wundervolle Ansammlung an Adventsgeschichten zum Vor oder Selbstlesen für die ganze Familie. Es macht grossen Spass, die Geschichten zu lesen, die humorvoll, unterhaltsam, manchmal traurig und zum Nachdenken Anregen, aber allesamt wunderbar und unverkrampft die Vorweihnachtszeit und Festtage versüssen. Ein tolles und empfehlenswertes Buch, für alle die Weihnachtsgeschichten lieben oder sich auf die besinnliche Vorweihnachtszeit mit liebenswerten Adventsgeschichten einstimmen wollen.

Veröffentlicht am 26.11.2017

12 Monate 12 Frauen absurd, deprimierend und Atmosphärisch irritierend

Das Jahr der Frauen
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"Das Jahr der Frauen" von Christoph Höhtker, ist eine absurde, deprimierende und Atmosphärisch irritierende Provokation eines Besessenen, der in 12 Monaten 12 Frauen verbraucht und sich dabei durch Online-Portale, ...

"Das Jahr der Frauen" von Christoph Höhtker, ist eine absurde, deprimierende und Atmosphärisch irritierende Provokation eines Besessenen, der in 12 Monaten 12 Frauen verbraucht und sich dabei durch Online-Portale, Bars und Schlafzimmer führt und im blutigen Staub eines afrikanischen Bürgerkriegsstaates endet.

Alles Beginnt mit einer müden Provokation, einer Wette die Frank Stremmer, Anfang 40, ausgebrannter deutscher Expat, mit seinem Psychotherapeuten eingeht. Er rafft sich zu einem letzten Kraftakt auf und die absurde Provokation gegenüber seinem Psychotherapeuten wird schon bald zu einer fixen Idee.
12 Frauen in 12 Monaten ohne Geld, ohne Versprechen und ohne Perspektiven, will Frank Stremmer verbrauchen und begibt sich dabei auf die Jagd durch Online Portale, Bars und Schlafzimmer. Doch immer verbissener verfolgt er sein Projekt und auch seine Annäherungsversuche werden immer absurder und grotesker die, so hat er es sich vorgenommen mit der Erlösung enden sollen.
Doch es wird immer Frauenverachtender, deprimierender und endet im blutigen Staub eines afrikanischen Bürgerkriegsstaates.

Es ist der dritte Band der Stremmer-Triologie und obwohl ich Frank Stremmer erst in seinem persönlich und absurden 12 Frauen Projekt fürs neue Jahr, kennen gelernt habe, ist er mir mit jeder Hörminute gänzlich unsympathischer geworden. Frank Stremmer ist ausgebrannt, sein Verhalten Frauenverachtend, und unverschämt und sein Charakter, düster, wirr und deprimierend. Das er dabei eine Wette mit seinem Psychotherapeuten eingeht, um sich nicht gleich dem Freitod hinzugeben, war mir nicht ganz einleuchtend und wirkte auf mich fernab der Realität. Es folgt ein Roadtrip den Frank Stremmer durch Ortschaften führt, in denen er seine oftmals auch sehr unterschiedlich und unzähligen Frauenbekanntschaften stösst und kennen lernt. Es führt ihn dabei von der Schweiz über Frankfurt, nach Mallorca, Hokkaido, weiter nach Berlin, ins winterliche Büsum bishin zum exotischen Ort des Finales. Dabei tauch er immer wieder in Parallelwelten ab, die der Autor zwar immer wieder gut auffangen konnte, aber trotzdem ziemlich langatmig und verwirrend für mich waren. Da Frank Stremmer von Berufswegen zu einer internationalen Genfer Organisation gehört, kommen auch viele englisch- und auch französischsprachige Abschnitte vor, die nicht übersetzt sondern so in die Handlung mit einfliessen. Für diejenigen, die sowohl der Englischen als auch der Französischen Sprache nicht mächtig sind, wird der Handlungsverlauf dadurch, nochmals erschwert.

Um mich für die Geschichte von Frank Stremmer begeistern zu können, hat auch die Erzählstimme von Erich Wittenberg nichts rausreißen können, sodass mich der Handlungsverlauf irgendwann nur noch gelangweilt und weder mitreisen noch faszinieren konnte. Auch konnte ich der Handlung und dem 12 Frauen Projekt nichts abgewinnen und bin sogar mit dem abrupten Ende ziemlich ratlos zurück geblieben. Wobei die Grundidee eigentlich nicht die schlechteste ist, mich anfangs sogar fasziniert hat, doch für meinen Geschmack einfach sehr plump, Atmosphärisch irritierende und verwirrend umgesetzt wurde, die mir so überhaupt nicht zugesagt hat.  Schade eigentlich, denn das Hörbuch hatte mich anfangs sehr fasziniert, war aber dann doch ziemlich enttäuscht über die Umsetzung, der Umgang und das offene und überraschende Ende. Vielleicht bin ich mit vollkommen falschen Voraussetzungen an das Hörbuch gegangen, das mich schlussendlich jedoch nicht für sich begeistern konnte.

Der Dritte Teil der Stremmer-Triologie "Das Jahr der Frauen", beginnt vielversprechend, der jedoch zunehmen absurder, irritierender und düster wird. Ein Frauenverachtendes 12 Frauen Projekt, der so gar nicht nach meinem Geschmack war.

Veröffentlicht am 24.11.2017

Sechs witzige und unterhaltsame Tierfreundschaftsgeschichten

Petronella Glückschuh
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"Petronella Glückschuh", ist ein unterhaltsames, witziges und abenteuerreiches Hörbuch von Dorothea Flechsig das sechs Tierfreundschaftsgeschichten für Tierfreunde beinhaltet, gelesen von Kornelia Boje.

Das ...

"Petronella Glückschuh", ist ein unterhaltsames, witziges und abenteuerreiches Hörbuch von Dorothea Flechsig das sechs Tierfreundschaftsgeschichten für Tierfreunde beinhaltet, gelesen von Kornelia Boje.

Das Mädchen Petronella Glückschuh, ist nicht nur wahnsinnig, Tierlieb, sondern liebt und kümmert sich auch um alle Tiere die sie findet und ihre Hilfe brauchen.
Doch gerade beschert ihr ein riesen grosser Saustall für ebenso grossen Ärger, obwohl Petronella schwört, nichts damit zu tun zu haben. Doch ihr Vater ist sich sicher, das nur seine Tochter hinter so einer Unordnung stecken kann.
Nachdem sie grollend alles aufgeräumt hat, legt sie sich auf die Lauer und überführt schon nach kurzer Zeit den Unordnungsstifter und ist mächtig entzückt, über deren Anblick. Petronella liebt einfach alle Tiere, muss als wahrer Tierfreund jedoch einiges riskieren und erlebt dabei turbulente und spannende Abenteuer.
Sie muss einen Waschbären erziehen, schwimmt mit Guppys, rettet eine Horde Langohren, bekommt Hühner die völlig unerwartet Nachwuchs erwarten, rettet eine Blindschleiche und legt sich mit ihrer Oma auf die Lauer um dreiste Eierdiebe zu stellen.
Man merkt schnell, bei Petronella ist einfach immer etwas los.

Richtig mitreisend und gut gefallen haben meinen Kids und mir der Titelsong der verständlich, sehr melodisch und zum mitsingen anregt. Denn gerade weil der Text so einfach zu merken und leicht ist, muss man einfach mitsingen. Und nachdem wir zu Beginn, unzählige male dem Titelsong gelauscht habe, geht das Abenteuer von Petronella auch schon ziemlich turbulent los. Denn ein tierischer Dieb mit Maske, sorgt für grosse Unordnung im Haus und Garten der Familie Glückschuh. Welches Tier das wohl gewesen sein mag?
Auch die weiteren Tiergeschichten sind spannend, kindgerecht und bereitet Kindern ab fünf Jahren beim zuhören grossen Spass.
Im Gesamten bietet das Hörbuch sechs spannende, witzige und unterhaltsame Tierfreundschaftsgeschichten, die jungen Zuhörern ein Hörerlebnis von 79 Minuten bereiten. Dabei sind die Geschichten nicht nur unterschiedlich lang und Dauern zwischen 7 Minuten und 21 Minuten, sondern auch die darin vorkommenden Tiere sind sehr verschieden und keine klassischen Haustiere.

Die Erzählstimme von Kornelia Boje war für mich Anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, da sie nicht kindlich jung, sondern eher an Grossmutters Vorlesestunden erinnert haben. Das wiederum hat jedoch meinen Kids sehr gut gefallen, die durch die warme, angenehme und liebevolle Stimme von Kornelia Boje, richtig in das Tierabenteuer eintauchen konnten.

Petronella Glückschuhs Tierabenteuer haben uns gut gefallen und toll unterhalten, die spannend, verständlich und witzig waren. Ein empfehlenswertes Hörerlebnis für Kinder ab fünf Jahren.

Veröffentlicht am 20.11.2017

Auftakt der Thriller Reihe mit Aussergewöhnlichen Charakteren

Crimson Lake
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"Crimson Lake“ist der erste Band der Thriller-Reihe, in dem es nicht mehr als sechs Minuten braucht, um das Leben des Detective Ted Conkaffey vollständig zu ruinieren, geschrieben von Candice Fox.

Es ...

"Crimson Lake“ist der erste Band der Thriller-Reihe, in dem es nicht mehr als sechs Minuten braucht, um das Leben des Detective Ted Conkaffey vollständig zu ruinieren, geschrieben von Candice Fox.

Es ist 12.46 Uhr: Die dreizehnjährige Claire Bingley steht alleine an einer Bushaltestelle.
12.47 Uhr: Ted Conkaffey hält mit seinem Wagen neben ihr.
12.52 Uhr: Das Mädchen ist verschwunden …
Es sind sechs Minuten, für die Ted Conkaffey kein Alibi vorweisen kann, die jedoch das Leben des Detective vollständig ruinieren. Zwar wird die Anklage gegen ihn fallen gelassen, doch alle Welt glaubt zu Wissen, das Conkaffey Claire Bingley entführt und vergewaltigt hat. Von seiner Frau und Tochter verlassen, zieht es den ehemalige Cop nach Crimson Lake, eine Kleistadt im Norden Australiens, wo er glaubt den Vorwürfen entfliehen zu können.
Dort lernt er Amanda Pharrell kennen, die ebenso wie Conkaffey weiss, was es heisst ein Aussenseiter unter ständiger Beobachtung zu sein. Auch sie sass wegen eines angeblichen Verbrechens im Gefängnis und wird seitdem von den Bewohnern gemieden. Conkaffey schliesst sich Pharrell an, und gemeinsam arbeiten sie als Privatdetektive und haben einen ersten Fall der durch die örtliche Polizei behindert wird. Ein berühmter Schriftsteller, aus zerrütteter Familie mit Doppelleben ist verschwunden und gilt von den beiden gefunden zu werden.
Doch Pharell und Conkaffeys Vergangenheit holen sie wieder ein, und während Ted versucht Pharrell zu entlasten nimmt der Fall des Schriftstellers eine überraschende Wendung.

Der Ex Detective Ted Conkaffey, war nach einem Streit mit seiner Frau, auf dem Highway unterwegs um beim Angeln abzuschalten. Doch während sechs Minuten in denen er auf die junge Claire Bingley trifft, hat er kein Alibi, das ihm zum Verhängnis wird. Von der Umwelt angeklagt, zieht sich der Ex-Cop zurück und lebt zurück gezogen in Crimson Lake. Er wirkte auf mich etwas verkorkst, weder sympathisch noch unsympathisch, eher skurril und menschenscheu, der jedoch die Lust am Ermitteln noch nicht gänzlich verloren hatte. Auch Amanda Pharrell ist ein sehr aussergewöhnlicher und gewöhnungsbedürftiger Charakter, mit dem ich erst gegen Ende und Auflösung ihres Falls warm geworden bin. So unsympathisch wie sie mir Anfangs war, so verständnisvoll konnte ich ihren Lebensweg am Ende entgegen treten und habe besser verstehen können, warum sie so ist wie sie ist. Denn eine unausgesprochene Last haben ihr Leben geprägt, das ich bis zum Schluss so niemals erwartet hätte. Denn besonders durch die Erzählstimme Uwe Teschner, der die Situationen und Charaktere so wahnsinnig emotionsgeladen rüber bringt, baut sich während dem Verlauf der Geschichte eine sagenhafte Spannung auf. Bis zum Schluss habe ich fest geglaubt, das Conkaffey und Pharrell zwei geistig gestörte Charaktere sind, denen ein Mord durchaus zuzutrauen ist. Doch die Offenbarung, bestückt mit interessanten Wendungen haben mich erschaudern lassen und bei mir für Gänsehaut gesorgt. Zwar weist der Thriller auch Teilstücke auf, die skurril, sehr aussergewöhnlich und für Kopfschütteln gesorgt haben, die jedoch im Nachhinein nicht hätten fehlen dürfen, sondern die Handlung trotzdem ins rechte Licht gerückt haben. Wobei es Uwe Teschner immer wieder geschafft hat, die lange Laufzeit von über zehn Stunden sehr lebendig und flüssig zu halten, sodass ich fast die ganze Zeit, gebannt der Auflösung entgegen gefiebert habe. Zwar ist mir bewusst, das es sich um eine mehrteilige Reihe handelt, doch bin ich durch das abrupt abgespeiste Ende fast ein bisschen unzufrieden zurück geblieben, denn alles wird im ersten Band nicht aufgeklärt.

Crimson Lake, ist ein Thriller mit skurrilen und aussergewöhnlichen Charakteren einer spannenden Handlung und mit Uwe Teschner als überragende Erzählstimme.