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Veröffentlicht am 26.07.2020

Ostfriesen-Krimi mit Pepp

Rupert undercover - Ostfriesische Mission
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Eigentlich wollte Rupert schon immer zum BKA, doch leider hat es nie geklappt. Jetzt bekommt er aber eine einmalige Chance, denn er sieht dem international gesuchten Drogenboss Frederico Gonzales-Müller ...

Eigentlich wollte Rupert schon immer zum BKA, doch leider hat es nie geklappt. Jetzt bekommt er aber eine einmalige Chance, denn er sieht dem international gesuchten Drogenboss Frederico Gonzales-Müller zum Verwechseln ähnlich. Rupert stimmt dem Angebot zu und begibt sich auf einer gefährlichen Undercover-Mission mitten ins Herz des Drogenrings. Doch kann er ohne seine ostfriesischen Kollegen überhaupt überleben?

Die Figuren
Rupert ist ein ganz spannender Hauptcharakter. Er hat Humor und meistert die ganze Situation eigentlich ziemlich gut. Zugegeben, sein Frauenbild ist nicht ganz korrekt, aber macht nicht genau das dieses Macho-Mäßige aus, dass er als Fake-Drogenboss braucht? Ich finde es ziemlich cool, dass er relativ wenig Schiss hat und sich voll in die Mission hineinhängt. Auch wenn er meist selbstsicher wirkt, denke ich schon, dass er ab und an die Hilfe seiner Kollegen nötig hat, denn alleine ist eine solche Aktion nicht wirklich zu bewältigen.
Die Geschichte
Tja, wo soll ich da anfangen? Erstmal: Ich finde es toll, dass es in der Geschichte einige Plottwists gab, die ich nicht kommen sehen hätte. So ist das Ganze beim Lesen sehr spannend geblieben. Super fand ich es auch, dass ich als Neuling in der Welt von Ann Kathrin Klaasen und Rupert mich sehr schnell ausgekannt habe und den Überblick über das Team hatte.
Einer meiner Kritikpunkte ist die Ähnlichkeit zwischen Rupert und Frederico Gonzales-Müller. Es kommt mir ziemlich unwahrscheinlich vor, dass sich die beiden so unfassbar ähnlich sehen, dass nicht mal Fredericos rechte Hand Kleebowski auffällt, dass das nicht der echte Frederico ist, der vor ihm steht. Auch in der Verhaltensweise merkt man das: Frederico und Rupert sind sich grundverschieden, und dann kommt Rupert auf einmal daher, imitiert Frederico und keiner merkt auch nur irgendwas?!
Der Erzählstil
Klaus-Peter Wolf erzählt Ruperts ersten Fall mit sehr viel Pepp, Humor und auch Spannung. Ich bewundere es, wie er es schafft, die doch irgendwie düstere Atmosphäre rüberzubringen und gleichzeitig mit so viel Witz zu erzählen. Diese Kombination finde ich echt toll und ich habe das Lesen sehr genossen. Auch allgemein war das Buch überhaupt nicht schwer zu lesen, aber trotzdem sehr spannend und fesselnd.
Auch die wechselnde Sicht mochte ich. Dadurch, dass die Geschichte nicht nur aus Ruperts Perspektive erzählt wurde, bekam ich beim Lesen gleich einen vielseitigeren und besseren Überblick über die Geschehnisse und es wurde dadurch nochmal spannender.
Das Cover
Das Cover zum Buch gefällt mir an sich. Es passt zwar gut zur Geschichte und zum Schauplatz, aber trotzdem entdecke ich darin kein Detail, dass ich jetzt spezifisch mit dem Buch verbinden würde. Meiner Meinung nach würde es auch für jeden anderen Ostfriesen-Krimi (wenn man sich den „Rupert Undercover“-Schriftzug wegdenken würde) passen. So fehlt mir irgendwie ein bisschen die Individualität und die Einzigartigkeit. Trotzdem passt es gut dazu und ist auch wirklich schön.

Fazit
„Rupert Undercover“ hat mich mit Witz und Spannung überzeugt, auch wenn mich ein paar Dinge gestört haben. Trotzdem kann ich die Geschichte rund um Ruperts ersten eigenen Fall wärmstens empfehlen.

Mein liebstes Zitat
Er hatte so viel gelesen und so viel studiert, doch verstand er nicht mehr vom Leben als Vögel von einer Fensterscheibe. Vögel, die erst wenn ihr Genick brach, spürten, wie hart und undurchlässig Glas war. – S. 54

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.07.2020

Alles auf einmal: Schockierend, berührend, ermutigend und herzzerreißend

After the Fire
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Die 17-jährige Moonbeam hat schon sehr lange auf der Farm der Gotteslegionäre gelebt. Bis zu dem Feuer. Sie ist eine der wenigen Überlebenden und sieht sich deshalb danach einen Psychologen und einem FBI-Agenten ...

Die 17-jährige Moonbeam hat schon sehr lange auf der Farm der Gotteslegionäre gelebt. Bis zu dem Feuer. Sie ist eine der wenigen Überlebenden und sieht sich deshalb danach einen Psychologen und einem FBI-Agenten gegenüber. Sie wollen herausfinden, was wirklich passiert ist, wie das Feuer ausbrach und wie die Schießerei zwischen der Polizei und den Gotteslegionären begann, bei der so viele Menschen ums Leben kamen. Sie wollen auch wissen, was Moonbeam bei alldem empfunden hat und versuchen gemeinsam mit ihr, all die Dinge zu verarbeiten. Zögerlich beginnt sie, sich zu öffnen, beginnt zu vertrauen und gibt immer mehr Dinge preis. Doch eine Sache weigert sie sich zu sagen, sie hat zu viel Angst vor den Konsequenzen. Sie muss aber, wenn sie nicht daran zerbrechen will.

Die Figuren
Moonbeam ist eine einzigartige Protagonistin mit allem, was man sich für dieses Buch nur wünschen könnte. Sie ist ein sehr sympathisches Mädchen, das definitiv Vorbildfunktion hat. Sie ist so authentisch und gefühlvoll, aber trotzdem stark und mutig. Und vor allem: Sie gibt nicht auf. Auch als es ihr wirklich schlecht geht, körperlich und psychisch, lässt sie sich auf die Gespräche mit dem Psychologen Dr. Hernandez und dem FBI-Agenten Agent Carlyle ein. Obwohl es ihr alles andere als leicht fällt, alles nochmal aufzurollen, was in der Legion passiert ist, gibt sie sich Mühe. Und das bewundere ich. Als es ihr sehr schlecht gegangen ist, hat sie sich nicht einfach in ihr Schneckenhaus zurückgezogen und zugemacht, sondern sich nach und nach geöffnet und anderen anvertraut.
Die Geschichte
Die Dinge, die Moonbeam erzählt, haben mich innerlich zerstört. Es hat mich so unheimlich schockiert, wie unfair und manipulativ es in der Legion zugegangen ist. Teilweise saß ich einfach nur mit einem flauen Gefühl im Bauch da, habe innegehalten und all die schrecklichen Dinge kurz wirken lassen. Besonders entsetzt war ich davon, dass Moonbeam all diese gesetzlichen No-Gos, die in der Legion passierten, als normal empfunden hat, weil sie es einfach nicht anders kannte. Trotz oder wahrscheinlich genau wegen dieser schockierenden Dinge hat mich die Geschichte sehr berührt.
Der Schreibstil
Hach, was soll ich da nur sagen, außer: „Perfekt!“? Will Hill erzählt Moonbeams Geschichte auf eine wunderbare Art und Weise. Der Schreibstil ist sehr unverblümt und sorgt durchaus für schockierende Momente, trotzdem hatte ich aber nie das Gefühl, das er es unnötig aufgebauscht hätte. Ich bin tempomäßig wirklich gut durch die Geschichte gekommen, aber nicht, weil der Schreibstil so locker war. Ganz und gar nicht, eher weil das Buch einfach Suchtpotenzial hatte. Ich wollte einfach nicht mit dem Lesen aufhören, weil mich die Story so gefesselt hat und ich keine Pause einlegen wollte. Das war auch der Hauptgrund, warum ich das Buch innerhalb von ein paar Tagen durchhatte.
Sehr gut gefallen hat mir auch der Erzählstil. Die Geschichte wurde abwechselnd aus der Sicht von „Davor“ und „Danach“ erzählt, also vor und nach dem Feuer. Sprich: Man erfährt abwechselnd, wie das Leben in der Legion war und was vor dem Feuer alles passiert ist, und dazwischen sind die Gespräche von Moonbeam mit Dr. Hernandez und Agent Carlyle. Diese Erzählweise hat mir unheimlich gut gefallen, da man wirklich nah an die Dinge in der Legion herankam, dann aber auch wieder mitbekam, wie Moonbeam das alles in den Therapiegesprächen nach und nach aufgerollt und verarbeitet hat.
Das Cover
Ebenfalls perfekt. Es passt mit dem auffälligen Knallrot wunderbar zur Geschichte, da die Farbe keineswegs freundlich und einladend ist, ebenso wenig wie Moonbeams Erlebnisse. Auch das auch verbrannten Streichhölzern „gebaute“ Haus auf dem Cover passt wirklich gut dazu, ich möchte aber nicht spoilern, warum. Wirklich gut gefallen hat mir auch noch, dass das Cover etwas zum „Anfassen“ hat, sprich die raue Struktur rund um den Buchrücken fand ich toll!

Fazit
Lest „After the Fire“! Will Hill hat mit diesem Buch ein Meisterwerk erschaffen, dass mir nicht so schnell aus dem Kopf gehen wird und deshalb kann ich es nur empfehlen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.07.2020

Wunderbar leicht und humorvoll und doch fantastisch tiefgründig

Die Liebe kommt auf Zehenspitzen
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Durch eine eher unglückliche Situation mitten in einem Schneesturm und sehr viel Sympathie erben Lucy, eine nicht ganz so erfolgreiche Autorin, und Ben, ein gestresster Arzt aus der Notaufnahme, einen ...

Durch eine eher unglückliche Situation mitten in einem Schneesturm und sehr viel Sympathie erben Lucy, eine nicht ganz so erfolgreiche Autorin, und Ben, ein gestresster Arzt aus der Notaufnahme, einen alten Bauernhof im kleinen norddeutschen Ort Bredenhofe. Dabei kennen sich die beiden eigentlich nur flüchtig von der Mitfahrzentrale. Trotzdem beschließen sie, auf den Hof zu ziehen und ihn wieder auf Vordermann zu bringen; nicht zuletzt, weil Lucy Probleme mit ihrem Wohnungsvermieter hat und Ben dringend eine Pause von seinem Job braucht. Die zwei treffen die Abmachung, dass sie das Ganze nur als Freunde machen und keinesfalls Gefühle dazwischenkommen dürfen. Doch das Leben macht ihnen einen Strich durch die Rechnung…

Die Figuren
Lucy war mir wunderbar sympathisch. Ich finde es toll, dass sie sich auf dieses Abenteuer mit Ben einlässt, aber trotz ihres Muts ist sie überhaupt nicht die Heldin, die alles kann und vor nichts und niemandem Angst hat. Lucy hat auch Probleme und Sorgen und ihrem Leben, nicht gerade wenige, aber sie ist trotzdem die meiste Zeit positiv und versucht, das Beste aus ihrer Situation zu machen. Zum Beispiel, als es mit ihrem Wohnungsvermieter nicht so gut läuft, weil der ihre Dachgeschosswohnung renovieren und teuer vermieten will, packt sie die Chance am Schopf und zieht mit Ben auf den Hof. Sie ist einfach so wunderbar sympathisch und authentisch und ich habe es sehr genossen, die Geschichte aus ihrer Sicht erzählt zu lesen!
Auch Ben mochte ich sehr. Anfangs war er eher noch verschlossen, doch im Laufe der Geschichte hat er sich wunderbar geöffnet und ist zu viel mehr geworden, als ich je erwartet hätte. Auch er hat Probleme in seinem Leben. Anders als Lucy geht er aber weniger offen damit um und braucht erst ein bisschen Zeit, um sich ihr anzuvertrauen. Als er das dann schließlich tut, hat sich gezeigt, wie sensibel und verletzlich auch er ist. Dafür, dass er weder knallhart ist und nichts an sich heranlässt noch alles verbirgt und sich niemandem anvertraut, liebe ich ihn.
Doch auch die Dorfbewohner sind mir während des Lesens sehr ans Herz gewachsen und ich war am Ende des Buches schon fast ein bisschen wehmütig, diese wunderbare Dorfgemeinschaft wieder verlassen zu müssen. Es gab keinen einzigen Charakter im Dorf, den ich nicht geliebt habe, denn alle waren auf ihre ganz eigene Weise wunderbar!
Die Geschichte
Kristina Günak erzählt eine wunderbare, berührende und inspirierende Liebesgeschichte. Ich habe es geliebt, wie sich die Liebe anschleicht und sich zwischen Lucy und Ben ganz, ganz langsam Gefühle entwickeln. Es ist eine wunderbare Wohlfühlgeschichte, die so fantastisch locker und humorvoll ist. Aber trotzdem ist sie tiefgründig und erzählt auf eine sehr sensible Weise von echten und ernsten Problemen.
Zum Beispiel das Thema Einsamkeit, mit dem Lucy kämpfen muss: Es ist echt kein einfaches Thema und ich finde es allgemein schon toll, dass Kristina Günak es in ihre Geschichte eingebaut hat. Aber auch wie sie die Sache vermittelt, hat mir sehr gefallen. Sie brachte mir das Thema unglaublich sensibel und verständlich näher, sodass ich es wirklich gut verstanden habe und mir nicht einfach gedacht habe „Jetzt reiß dich mal zusammen“. Ich habe wirklich kapiert, wie schlimm Einsamkeit eigentlich ist, und wie sehr sie einen Menschen zerfressen kann. Aber auch die Dinge, die Ben belasten (ich sage nicht was, denn ich will nicht spoilern), sind echt nicht einfach, um darüber zu schreiben, aber trotzdem sind sie mir ebenso wie Lucys Problem mit der Einsamkeit sehr sensibel nähergebracht worden.
Das Cover
Anfangs, während der ersten paar Kapitel, die im Winter spielen, und nicht wie der Rest im Frühling, war ich noch etwas verwirrt über das Cover, da ich eben dachte, dass die ganze Handlung im Winter spielen würde. Als ich das dann aber kapiert habe, machte es für mich sehr viel Sinn und ich sah die Schönheit hinter dem frühlingshaften Design. Auch die Geschichte hinter dem Fuchs darauf war wunderschön, als ich sie schließlich kannte. Allgemein passt das Cover wirklich gut zur Geschichte und es beinhaltet einige Details, deren Bedeutung man erst im Laufe der Geschichte herausfindet, was ich wirklich schön finde.
Der Schreibstil
Der Schreibstil ist sehr locker und humorvoll und deshalb überhaupt nicht schwer zu lesen. Ich bin förmlich durch die Seiten geflogen und auch einige Stellen zum Schmunzeln waren dabei. Trotzdem hat auch der Schreibstil dazu beigetragen, dass mir auch ernstere Themen sehr gut nähergebracht wurden. Auch wurden diese Themen nicht irgendwie heruntergespielt und kleingemacht, aber trotzdem blieb die Geschichte humorvoll und bekam keinen bitteren Beigeschmack.

Fazit
Ich ziehe meinen Hut vor dir, Kristina, für diese fantastische Geschichte über Liebe, das Leben, Mut und Vertrauen. Sie ist so wunderbar humorvoll und doch fantastisch tiefgründig und ich habe Ben und Lucy so sehr geliebt!
Das schönste Zitat
Es gab in der Geschichte so viele schöne, witzige und inspirierende Zitate, dass ich mir schwergetan habe, eines auszuwählen. Ich habe mich aber schließlich für dieses entschieden, da es einerseits sehr inspirierend ist, aber andererseits auch die Geschichte perfekt beschreibt:
„Liebe ist nicht wie ein Knall. Sie schleicht sich an, auf Zehenspitzen, und wenn man nicht drauf achtet, überfällt sie einen von hinten.“ – S. 270

  • Cover
  • Erzählstil
  • Gefühl
  • Geschichte
  • Figuren
Veröffentlicht am 07.07.2020

Konnte mich leider nicht wirklich packen

Nachtmahr - Die Schwester der Königin
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Sie ist das gefährlichste Wesen der Nacht - wird sie jemals lieben dürfen?

Lorena ist ein Nachtmahr – und damit eine Gefahr für alle, die sie lieben. Um ihre Mitmenschen vor ihrer dunklen Seite zu schützen, ...

Sie ist das gefährlichste Wesen der Nacht - wird sie jemals lieben dürfen?

Lorena ist ein Nachtmahr – und damit eine Gefahr für alle, die sie lieben. Um ihre Mitmenschen vor ihrer dunklen Seite zu schützen, begibt sie sich in das Haus der mächtigen Mylady, um ihre Ausbildung zu beginnen. Zudem gibt Lorena ihre große Liebe Jason zu seinem eigenen Schutz auf. Dann erreicht sie die Nachricht, dass die Nachtmahre ihre Schwester aufgespürt haben. Lucy wurde als Kind entführt, weil sie für die in der Prophezeiung erwähnte Eclipse gehalten wurde. Nun begibt sich Lorena nach San Francisco, um Lucy aus Alcatraz zu befreien. Doch sie ahnt nicht, dass eine finstere Verschwörung im Gange ist, in der niemand seine wahren Motive offenbart …

Das Cover
Das Cover finde ich sehr, sehr schön und auch gut zur Geschichte passen. Es hat etwas sehr Elegantes an sich, aber strahlt auch irgendwie Düsternis aus. Das gefällt mir sehr gut und diese Eigenschaften symbolisieren auch die Geschichte sehr gut.
Die Figuren
Lorena, die ja eigentlich die Hauptfigur war, mochte ich, so richtig vom Hocker hauen konnte sie mich aber nicht. Auch wenn sie mir durchaus sympathisch ist, hat sie irgendwie nicht so richtig die Tiefe, die ein Hauptcharakter meiner Meinung nach haben soll. Trotzdem ist sie mutig und man merkt, wie wichtig ihr Lucy trotz den vielen Jahren der Trennung noch ist.
Lucy hingegen mochte ich viel mehr, ich empfand sie beim Lesen auch als tiefgründiger. Vor allem hat mir bei ihr gut gefallen, dass sie ihre Fähigkeiten als Nachtmahr wirklich nutzt und nicht davor zurückscheut.
Die Geschichte
Sehr gut hat mir gefallen, dass der Einstieg in die Geschichte nicht schwer war. Auch ohne die Geschehnisse aus Band 1 zu kennen, habe ich wirklich gut hineingefunden und auch überhaupt nicht lange gebraucht, die doch eher komplexe Welt zu verstehen. Etwas gestört hat mich nur, dass es vor allem ca. in der ersten Hälfte des Buches einige Längen gab und mich die Geschichte da noch nicht so richtig packen konnte. Zum Glück wurde es zum Schluss hin spannender und das Ganze endete mit einem actionreichen Finale.
Ein kleiner Kritikpunkt meinerseits ist der teils sehr abrupte Wechsel zwischen Action und Sex. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass es im einen Moment noch unglaublich spannungsgeladen ist, dann hüpfen sie ins Bett und haben ein paar Runden erschöpfenden und schweißtreibenden Sex und dann ist das Ganze vorbei und es geht wieder ganz normal mit der Action weiter. Klar habe ich hier ein bisschen übertrieben, um es zu verdeutlichen, aber trotzdem hat mir hier einfach der fließende und gut in den Zusammenhang passende Übergang gefehlt.
Der Schreibstil
An sich ist es ein spannender Schreibstil, der auch das beklemmende Gefühl von Lucys Gefangenschaft gut übermittelt hat. Trotzdem hat mich vor allem der wechselnde Erzählstil anfangs etwas verwirrt. Obwohl das Buch aus der dritten Person erzählt wird, wechselt die Perspektive ziemlich oft, auch während der Kapitel. Dadurch erfährt man zwar einiges mehr, auch Dinge aus der Sicht der Nebenfiguren, aber anfangs, als ich noch nicht so richtig in die Charaktere hineingefunden hatte, war für mich diese Erzählweise ziemlich verwirrend und sorgte nicht gerade für den besten Überblick. Das hat sich aber mit der Zeit gebessert, da ich auch immer mehr in die Welt und in die Charaktere hineingefunden habe.

Fazit:
Ich habe in den zweiten Band der „Nachtmahr“-Reihe sehr gut hineingefunden, obwohl ich Band 1 nicht kenne. Trotz vieler spannender Stellen konnte mich die Geschichte aber nicht vollends überzeugen. Vor allem dadurch, dass sich der Anfang eher zieht und ich mit Lorena nicht wirklich warm werden konnte, gebe ich dem Buch nur 2,7 von 5 Sternen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.07.2020

Toller Reihenauftakt mit fantastischem Feeling

New Beginnings
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Lena aus Berlin beschließt, ein Jahr als Au-pair zu verbringen und landet dabei in der Kleinstadt Green Valley mitten in den Rocky Mountains. Bei Jack und Amy Cooper und deren Kindern fühlt sie sich sehr ...

Lena aus Berlin beschließt, ein Jahr als Au-pair zu verbringen und landet dabei in der Kleinstadt Green Valley mitten in den Rocky Mountains. Bei Jack und Amy Cooper und deren Kindern fühlt sie sich sehr schnell wohl und findet auch in ihren Alltag als Au-pair gut hinein. Auch Anschluss im Ort findet sie schnell. Doch es gibt eine Sache, die Lenas Glück im Wege stehen könnte: Jacks jüngerer Bruder Ryan. Er war früher ein erfolgreicher Profi-Skifahrer, bis zu seinem Unfall. Seitdem lebt er eher unfreiwillig bei Jack und Amy und so trifft Lena auch unweigerlich auf ihn. Anfangs lässt er seinen ganzen Frust an ihr aus und macht ihr das Leben nicht gerade leicht, doch dann beginnt es zwischen den beiden zu knistern …

Die Figuren
Lena ist in meinen Augen eine sehr sympathische und authentische Protagonistin. Ich finde es toll, dass sie beschlossen hat, für ein Jahr als Au-pair in die USA zu gehen, um herauszufinden, was sie im Leben will. Aber auch so mag ich sie sehr. Sie hat Humor, ist manchmal aber auch schüchtern und alles in allem einfach nur liebenswürdig!
Ryan mochte ich auch sehr. Auch wenn er anfangs wie der typische Bad Boy wirkte, finde ich das gar nicht schlimm, sondern eher passend. Im Laufe der Geschichte hat er sich sehr geöffnet, vor allem gegenüber Lena. Ja, er war manchmal dann auch wieder ablehnend zu ihr, aber er hat sich doch nicht so richtig verschlossen und total zugemacht, sondern man hat immer noch gemerkt, dass sie ihm etwas bedeutet und er eigentlich mehr von ihr will. Und mir als begeisterte Skifahrerin ist er sowieso sympathisch!
Die Geschichte
Also erstmal: Ein besseres Setting könnte es nicht geben! Ich liebe die Berge und könnte mir ehrlich gesagt keinen besseren Schauplatz für eine solche lockere NA-Geschichte vorstellen, als den malerischen Ort mitten in den Rocky Mountains. Auf jeden Fall habe ich beim Lesen wieder richtig Lust auf Urlaub in den Bergen und auch aufs Skifahren bekommen. Aber auch die Bewohner von Green Valley waren mir auf den ersten Blick gleich sehr sympathisch und alle sind sehr hilfsbereit und es gibt vor allem eine wunderbare Dorfgemeinschaft.
Auch wie sich die Lovestory zwischen Lena und Ryan entwickelt hat, hat mir sehr gut gefallen. Es war nicht so „Puff, Knall, Peng, jetzt sind wir verliebt und schlafen miteinander“, sondern es hat sich alles schön langsam und nachvollziehbar entwickelt. Eine eher „typische“ Sache war das anfängliche Hassen und die dann aufkommenden Gefühle, aber irgendwie ist genau das die eine Sache, die ich an New Adult so sehr mag: Ich weiß, was auf mich zukommt und was die grobe Handlung so ungefähr sein wird. Allgemein erwarte ich bei NA gar keine großen Überraschungen, mir ist hierbei eher das Feeling und die Lockerheit der Geschichte wichtig, und diese Kriterien erfüllt „New Beginnings“ auf jeden Fall!
Der Schreibstil
Schon von der ersten Seite an habe ich wunderbar in die Geschichte hineingefunden und das Buch in ziemlich kurzer Zeit ausgelesen. Generell war es eine sehr lockere und leicht zu lesende Geschichte, die aber trotzdem wunderbar gefühlvoll war. Eine kleine Sache, die mich gestört hat, war das Ende des Buches. Vor allem ca. in den letzten paar Kapiteln ging alles sehr schnell, und ich hatte das Gefühl, das jetzt alles nur noch schnell abgehandelt wurde. Es las sich dann auch nicht mehr wie der humor- und gefühlvolle Rest des Buches, sondern eher einfach nur wie eine Aufzählung von all den Dingen, die dann noch passiert sind. Auch wenn mich alles andere wirklich überzeugt hat, finde ich, dass das Buch nicht so wirklich dazupassend endet.
Das Cover
Auch wenn es wunderschön ist, merkt man, dass die Lovestory, und nicht die Berge und der Ort Green Valley, im Vordergrund steht. Das ist ja generell überhaupt nichts Negatives, trotzdem hätte ich es sehr schön gefunden, wenn man von Green Valley etwas im Cover wiedergefunden hätte. Trotzdem gefällt es mir sehr gut und es hat vor allem mit dem markanten „New“, das sogar auch noch glitzert, einen hohen Wiedererkennungswert.

Fazit
„New Beginnings“ ist eine ganz wunderbare Geschichte über eine romantische Liebe inmitten der malerischen Rocky Mountains. Lena und Ryan sind beide sehr sympathische Protagonisten mit einer wunderschönen Lovestory und ich freue mich schon sehr darauf, den zweiten Teil der Reihe zu lesen!
Das schönste Zitat
Ich blickte auf Baumwipfel, schier endlose Wälder, auf einen pfefferminzfarbenen See und gigantische Felsen, die sich auf seiner Oberfläche spiegelten. Und plötzlich war da nur noch Stille und Ruhe. – S. 82

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere