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Veröffentlicht am 28.02.2021

Ein herrlicher Zeitvertreib

Crazy Rich Asians
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Rachel und Nick sind ein glückliches Paar. Zusammen leben sie in New York, beide sind Professoren an der Universität und sie führen ein normales Leben im höheren Mittelstand der Stadt. Beide haben asiatische ...

Rachel und Nick sind ein glückliches Paar. Zusammen leben sie in New York, beide sind Professoren an der Universität und sie führen ein normales Leben im höheren Mittelstand der Stadt. Beide haben asiatische Eltern und nach fast zwei Jahren lädt Nick Rachel endlich dazu ein, seine Eltern in Singapur zu besuchen. Anlass ist die Hochzeit seines besten Freundes Colin.
Als Rachel dort ankommt, merkt sie allerdings schnell, dass hier andere Gesetze gelten. Nicks Eltern sind nicht nur reich, sondern superreich und noch dazu sehr konservativ. Es stellt sich außerdem heraus, dass Colin der begehrteste Junggeselle Asiens zu sein scheint, und die Hochzeit das soziale Event des Jahres. Zwischen Designerkleidung, Kaviar und Diamantohrringen versucht Rachel sich gegenüber Nicks Umfeld zu behaupten. Doch das empfindet Rachel anscheinend nicht als geeigneten Umgang für Nick.

Das Buch ist stolze 571 Seiten dick. Die braucht es aber auch, denn hier steckt von allem jede Menge drin. Gleich zu Beginn des Buches lernen wir bestimmt 30 Charaktere kennen, es gibt unzählige Familienessen und Tragödien. Die Erzählperspektive wechselt dabei in den ersten beiden Teilen des Buches zwischen verschiedenen Charakteren. Im dritten Teil des Buches beschreiben die einzelnen Kapitel jeweils einen Schauplatz, an dem sich gerade alle tummeln. Schwerpunkt der Erzählung sind Nick und Rachel, Nicks Mutter Eleanor und seine Cousine Astrid. Der Erzählstil ist nicht besonders poetisch, eher kühl. Viel Zeit wird darauf verwendet, Designerkleidung, Locations, oder Speisen im Detail zu beschreiben.

Das Buch war trotz seiner Dicke recht schnell gelesen, denn die Geschichte ist fast immer fesselnd, und gerade gegen Ende zwang mich eine unendliche Empörung dazu, die letzten 150 Seiten am Stück zu lesen. Etwas ärgerlich fand ich, dass immer dann, wenn es am spannendsten wurde, die Erzählperspektive wechselte, und erstmal ein anderer Erzählstrang bespielt wurde. Das waren oft die Punkte, an denen ich das Buch aus der Hand gelegt habe. Auch das Ende fand ich etwas konstruiert, und da die nächsten beiden Teile darauf aufzubauen scheinen, werde ich sie wohl nicht lesen.

Nichtsdestotrotz hat mich dieses Buch etwa eine Woche lang prächtig unterhalten. Ich vergebe gerne 4 Sterne für das, was es sein will: ein leichter, lustiger und hochintreganter Unterhaltungsroman.

Mein Bewertungssystem:

1 - hat mir nicht gefallen
2 - war in Ordnung
3 - hat mir gefallen
(x) 4 - hat mir gut gefallen
5 - eines meiner Lieblingsbücher

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.02.2021

Mehr als nur ein Puppenspiel

Herzfaden
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Wer kennt sie nicht, die Augsburger Puppenkiste. Dieser Roman begleitet die Familie Oehmichen, die die Puppenkiste während des zweiten Weltkrieges erschuf. Die Geschichte wird aus der Perspektive von Hatü ...

Wer kennt sie nicht, die Augsburger Puppenkiste. Dieser Roman begleitet die Familie Oehmichen, die die Puppenkiste während des zweiten Weltkrieges erschuf. Die Geschichte wird aus der Perspektive von Hatü erzählt, der jüngsten Tochter der Oehmichens.

Das Buch ist in seiner äußeren Form etwas besonderes, nicht nur wegen dem wunderschönen Cover: Es ist in zwei verschiedenen Farben gedruckt, die jeweils einen Halndungsfaden repräsentieren. Der blaue Teil ist die Hauptgeschichte, der rote Teil eine Art Rahmenerzählung.

Die Hauptgeschichte beginnt im zweiten Weltkrieg, als Hatüs Vater zum Dienst an der Waffe eingezogen wird. Wenig später kann er dem Krieg entkommen. Er ist in seiner Position im Augsburger Stadttheater unabkömmlich. Inmitten der Kriegswirren und Bombennächte beginnt er, Marionetten zu schnitzen und sie gemeinsam mit seiner Familie in einem kleinen Puppentheater zum Leben zu erwecken. Die Augsburger Puppenkiste ist geboren.

Hatü ist von Anfang an begeistert dabei. Wir begleiten sie durch die Kriegsjahre und die Nachkriegszeit, durch ihre Kindheit und Jugend. Dabei geht es nicht nur um die Marionetten, sondern auch um die erste Liebe, Freundschaft und den Umgang mit dem Nationalsozialismus, insbesondere auch nach dem Krieg.

Im roten Teil des Buches begleiten wir parallel dazu ein Mädchen, dass aus der Wohnung ihres Vaters weggelaufen ist und auf einen dunklen Dachboden gerät. Hier trifft es auf eine geisterhafte Version von Hatü und die lebendig gewordenen Marionetten aus der Puppenkiste. Diese erzählen ihr die Geschichte des blauen Handlungsstrangs.Auch zwischen den Marionetten gibt es Konflikte und jede Marionette hat eine Hintergrundgeschichte, die wir ebenfalls aus dem blauen Buchteil erfahren.

Ich persönlich hatte leichte Startschwierigkeiten mit diesem Buch. Gerade zu Beginn der Lektüre hat mich der rote Buchteil immer wieder aus der Geschichte herausgerissen. Im zweiten Drittel des Buches hat sich das aber verändert, weil die beiden Handlungsstränge stärker miteinander verknüpft wurden und zum Ende hin alles ineinander greift. Mit dem Charakter des Mädchens konnte ich mich aber bis zum Schluss nicht richtig verbinden.

Das ist aber gar nicht schlimm, weil mich der Rest des Buches wirklich sehr überzeugt hat. Die Art und Weise wie hier Hatüs Gefühle beschrieben wurden ist subtil, realistisch und trotzdem mitreißend. Die Handlungsstränge und Konfliktlinien innerhalb der Geschichte sind spannend und fügen dem wahren Geschehen gerade die richtige Menge an Drama hinzu. Besonders gut gefallen hat mir aber vor allem, wie hier die Nachkriegszeit und der Umgang mit der Erinnerung an das nationalsozialistische Reich besprochen wird. Hatü ist während des gesamten Romanes umgeben von einer Freundesgruppe Jugendlicher. In dieser erlebt jeder den Krieg ein bisschen anders und jeder geht am Ende anders damit um. Das gibt der Erzählung eine schöne Tiefe und auch eine hohe Relevanz. Damit hatte ich zu Beginn wirklich überhaupt nicht gerechnet.

Insgesamt also ein sehr schönes Buch und eine Leseempfehlung. Eine kleine Einschränkung ist lediglich der etwas hoplrige Start. Daher vergebe ich gerne 4,5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.02.2021

Bilder aus Paul Maars Kindheit

Wie alles kam
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"Wie alles kam" ist ein autobiografischer, in Episoden erzählter Entwicklungsroman des berühmten Autors Paul Maar. Wir lernen den kleinen Paul im Alter von etwa 6 Jahren kennen, als er mit seiner Mutter ...

"Wie alles kam" ist ein autobiografischer, in Episoden erzählter Entwicklungsroman des berühmten Autors Paul Maar. Wir lernen den kleinen Paul im Alter von etwa 6 Jahren kennen, als er mit seiner Mutter vor den Bombenangriffen auf Schweinfurt in den kleinen Ort Obertheres flieht. Dort wohnt die Familie im Haus der Großeltern. Der Vater ist im Krieg. Paul findet bald einen besten Freund, Lud, mit dem er allerlei Unfug unternimmt. Etwa ein Drittel des Buches beschäftigt sich mit diesem Lebensabschnitt Paul Maars.
Anschließend zieht die Familie zurück nach Schweinfurt, wo Paul Maar ein Gymnasium besucht und seine ersten Erfahrungen als Künstler sammelt. Mitten im Buch erzählen einige wenige Episoden außerdem aus dem späteren Leben von Paul Maar. Neben persönlichen und familiären Konflikten gibt das Buch auch einen interessanten Einblick in die Gesellschaft der Nachkriegszeit.

Wie nicht anders zu erwarten ist das Buch sehr schön geschrieben und macht es dem Leser leicht, sich in den Kopf des kleinen Paul hineinzudenken. Ein wenig gestolpert bin ich nur über doch recht häufige Erwähnung irgendwie gearteter Fäkalien im ersten Viertel. Ich denke, das sollte den rauen Sprachgebrauch der Zeit verdeutlichen, ist bei mir aber etwas merkwürdig angekommen. Durch die episodische Erzählweise fehlt natürlich ein übergeordneter Spannungsbogen, weshalb ich von diesem Buch nicht "gefesselt" war. Ich habe mich im Gegenteil immer wieder bewusst dazu entschieden, noch weiterzulesen.
Inhaltlich waren die Geschichten durchaus unterhaltsam, aber nicht besonders ausgefallen oder aufregend - wie das Leben eben ist. Ich glaube allerdings, dass ich keinen Grund gesehen hätte, sie zu lesen, wenn es nicht die Kindheitserinnerungen von Paul Maar gewesen wären. Viel interessanter als die Kindheitsgeschichten fand ich die wenigen Episoden gegen Ende des Buches, die sich mit Paul Maars ersten Versuchen als Autor und Künstler auseinandersetzten und erzählten, wie der Junge aus klassisch bürgerlichen Haus sich dem intellektuell-künstlerischen Milieu annäherte. Davon hätte ich gerne noch viel mehr gelesen und auch über die Geschichte von Maars Ehefrau Nele, die anscheinend in einer Art Künstlerkommune aufgewachsen ist. Vielleicht gibt es da ja in den nächsten Jahren noch eine Fortsetzung.

Insgesamt handelt es sich bei "Wie alles kam" um eine schön erzählte Geschichte über Kindheit in der Nachkriegszeit und das Leben von Paul Maar. Um das Buch in vollen Zügen genießen zu können, sollte man sich mit dem Autor sicherlich auseinandergesetzt haben. Somit empfehle ich dieses Buch auch für Sams-Leser und Paul Maar Fans.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.02.2021

Verliebt in Manderley

Rebecca
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Anders als der Titel vermuten ließe, ist die Protagonistin dieses Romanes nicht etwa Rebecca, sondern eine namenlose junge Frau, deren Geschichte in Monte Carlo beginnt. Dort begleitet sie als "Gesellschaftsdame" ...

Anders als der Titel vermuten ließe, ist die Protagonistin dieses Romanes nicht etwa Rebecca, sondern eine namenlose junge Frau, deren Geschichte in Monte Carlo beginnt. Dort begleitet sie als "Gesellschaftsdame" eine ziemlich unausstehliche ältere Frau während ihres Aufenthaltes in einem einigermaßen schicken Hotel. Da Mrs. Hopner, ebenjene ältere Dame, stets auf der Suche nach neuem Klatsch und Tratsch ist, entgeht ihr nicht, dass eines Tages Mr. de Winter in das Hotel eincheckt. Er ist der Besitzer des berüchtigten Anwesens Manderley. Dort residierte er bis zu deren Tod mit seiner Frau Rebecca und bildete mit ausschweifenden Bällen und Festen das gesellschaftliche Herzsstück der kleinen Region an der britischen Küste. Nach dem Tod seiner Frau sucht er nun in Monte Carlo nach Ablenkung. Er lernt die Protagonistin kennen, verliebt sich in sie, und nach nur wenigen gemeinsamen Wochen im Hotel bittet er sie um ihre Hand und nimmt sie mit auf sein Anwesen - Manderley.
Die Protagonistin ist zunächst noch voller Vorfreude und Aufregung, doch diese schwingt bald in nervöse Schüchternheit um als sie bemerkt, dass sie auf diesem Anwesen anscheinend nicht willkommen ist. Rebeccas Schatten, ihre Kleider und ihre Einrichtung sind noch allgegenwärtig und auch das Personal, insbesondere die Hausdame, scheinen noch nicht für die Ankunft einer neuen Mrs. de Winter bereit zu sein. Feindseligkeit, Kälte und die ständige Angst, etwas falsch zu machen bestimmen von nun an ihren Alltag auf Manderley. Rebecca ist allgegenwärtig und zugleich ein Tabuthema.

Dieser Roman zählt sicherlich zu den Klassikern der englischen Literatur und ich habe ihn schon vor Jahren geschenkt bekommen. Zum Lesen inspiriert hat mich tatsächlich das neueste Album von Taylor Swift, denn ich hatte gehört, dass es dort viele Anspielungen auf dieses Buch gibt. Erwartet habe ich also Drama, Enttäuschung und Verrat, und ich wurde nicht enttäuscht.

Der Beginn des Buches liest sich etwas langsam, aber sobald die Handlung sich nach Menderley verlagert, entfaltet dieses Buch einen kaum widerstehlichen Sog. Wie viele andere Rezensenten auch hätte ich gerne den Namen der Protagonistin gekannt, verstehe aber warum sie keinen hat. Schließlich geht es in diesem Buch irgendwie immer um Rebecca.
Dafür finde ich die Innenwelt der Protagonistin sehr faszinierend. Ich kann mich in ihre ständige Angst, ihre Naivität und die merkwürdigen Situationen in die sie sich immer wieder befördert, sehr gut hineinversetzen. Ich wäre in ihrem Alter in Manderley wohl genauso verloren gewesen. Daphne du Maurier hat hier ein Paradebeispiel für "Anxiety" erdacht, lange bevor dieser Begriff in aller Munde war. Es waren dann auch diese Momente, die ich mir in meinem Buch markiert habe, z.B. auf Seite 386: "Ich hatte in Gedanken falsche Bilder gepinselt und mich davor gesetzt." Insgesamt war die Sprache des Buches auch in der Übersetzung sehr schön, sehr malerisch, sehr lyrisch. Mir gefällt das gut.
Auf die zahlreichen Wendungen, die kaum zu ertragende Spannung am Ende des Romans und all die zahlreichen Momente, in denen ich vor Empörung fast aufgeschrien hätte, kann ich an dieser Stelle nicht sagen, ohne zu spoilern. Nur so viel: Das Buch hat mich bis auf den holprigen Start wirklich bestens unterhalten. Ich kann es daher also auf jeden Fall empfehlen. Und übrigens: Das mit den Taylor-Swift-Anspielungen stimmt definitiv!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.02.2021

Die mittelmäßige Bibliothek

Die Mitternachtsbibliothek
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Die Protagonistin des Romans, Nora, steckt inmitten einer depressiven Phase, als wir sie in dieser Geschichte kennenlernen. Sie hat gerade ihren Job verloren, Stress mit ihrem Exfreund, ihr Bruder meldet ...

Die Protagonistin des Romans, Nora, steckt inmitten einer depressiven Phase, als wir sie in dieser Geschichte kennenlernen. Sie hat gerade ihren Job verloren, Stress mit ihrem Exfreund, ihr Bruder meldet sich nicht, und dann stirbt auch noch ihre Katze. In ihr manifestiert sich der traurige Entschluss, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Doch statt im Himmel, der Hölle, oder dem ewigen Nirvana, landet sie zu ihrem Erstaunen in einer Bibliothek. Ihre ehemalige Schulbibliothekarin Mrs. Elm leitet diese und erklärt ihr, dass es sich hierbei um die Mitternachtsbibliothek handle, einen Ort zwischen Leben und Tod. Jedes der unzähligen Bücher dieser Bibliothek enthält eine Version ihres Lebens, in der sie sich an irgendeinem Punkt anders entschieden hat, als in ihrem bisherigen Leben. Nora lässt sich darauf ein, diese anderen Varianten ihrer Selbst zu erforschen und wir dürfen als Leser natürlich dabei sein.

Als ich den Klappentext dieses Buches gelesen habe, war ich sofort begeistert. Die Mitternachtsbibliothek ist als Konzept wahnsinnig interessant und eröffnet zahlreiche Möglichkeiten für Geschichten und Gedankenexperimente. Leider wird das Potential dieser Idee von Matt Haig nur oberflächlich genutzt. Aber von Anfang an:

Zunächst muss unbedingt eine Triggerwarnung ausgesprochen werden, die dem Buch leider nicht vorangestellt ist. Die ersten Kapitel behandeln Suizid und suizidales Denken. Die Wahl der Kapitelüberschriften und die Beschreibung von Noras letzten Tagen hat extremes Triggerpotential. Ich könnte das Buch wirklich niemandem guten Gewissens in die Hand geben, der unter ernsten Depressionen leidet. Ich selbst habe es stellenweise aus der Hand gelegt. Ich finde das Buch hätte ohne Verlust direkt in der Mitternachtsbibliothek einsteigen können.

Von dort aus reisen wir nun also in die verchiedenen Leben, die Nora nicht gelebt hat. Dabei begegnen wir immer wieder bekannten Charakteren, die sich aber in jeder Version von Noras leben unterschiedlich verhalten. Das hat Spaß gemacht. Leider kratzt das Buch bei der Auswahl der Leben, die Nora besucht aber nur an der Oberfläche und ist auch einfach unrealistisch. [Achtung der nächste Satz enthält einen ganz kleinen Spoiler] Fast immer ist Nora in irgendeiner Art und Weise berühmt, als Polarforscherin, Olympiaschwimmerin oder Leadsängerin einer weltweit bekannten Band. [Spoiler Ende] Ich hatte mich eigentlich darauf gefreut, mit diesem Buch die kleinen Momente im Leben zu bereisen, die kleinen Entscheidungen und ihre Konsequenzen. Ich hatte fast auf einen "täglich grüßt das Murmeltier"-Moment erwartet, dieselbe Geschichte, aber immer wieder mit neuen Nuancen, sodass man am Ende am Kern des eigenen Selbst ankommt.

Diese Tiefe erreicht die Erzählung aber nicht. Das Ende hinterlässt zwar ein warmes Gefühl im Bauch, ist aber auch recht erwartbar. Auch sprachlich bleibt das Buch, zumindest in der deutschen Übersetzung, oberflächlich, daran ändern auch die zahlreichen pilosophischen Bezüge nichts. Es ist ein schönes Buch, dass man gut an zwei regnerischen Tagen weglesen kann. Ich hoffe aber, dass die Idee der Mitternachtsbibliothek irgendwann noch einmal die Geschichte erhält, die sie verdient hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere