Platzhalter für Profilbild

jules_jude

Lesejury Profi
offline

jules_jude ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit jules_jude über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.11.2025

Ermüdende und inhaltsleere Chat-Lovestory

Cyberdings wie vom anderen Stern
0

"Cyberdings wie vom anderen Stern" beginnt vielversprechend. Die ersten Seiten des Romans präsentieren sich durchaus unterhaltsam, ironisch und kurzweilig.

Doch nach diesem anfänglichen Hoch folgt schnell ...

"Cyberdings wie vom anderen Stern" beginnt vielversprechend. Die ersten Seiten des Romans präsentieren sich durchaus unterhaltsam, ironisch und kurzweilig.

Doch nach diesem anfänglichen Hoch folgt schnell der Absturz. Anstatt in stellare Lesehöhen aufzusteigen, verliert man sich bald in inhaltsleeren Chats zwischen Leeloo und Gekko, die mehr ermüden als unterhalten.

Auch die versprochene tiefgehende Chat-Lovestory bleibt für mich unauffindbar. Zwar kommen online rasch "Gefühle" zwischen den beiden auf und sexuelle Interaktion folgt prompt. Doch all dies wirkt konstruiert und fällt ohne jegliche vorherige, nachvollziehbare Charakterentwicklung vom Himmel. Für mich bleiben Leeloo und Gekko stereotype, blasse Figuren ohne eigene Persönlichkeit, was das Interesse an ihrem weiteren Werdegang kaum aufkommen lässt.

Neben den wenig glaubhaften und blassen Charakteren kann auch die Handlung an sich nicht wirklich überzeugen. Der Großteil des Fließtextes besteht aus Chatnachrichten, die vor allem eine Aneinanderreihung von nichtssagenden Kommentaren darstellen. Die gesamte Darstellung wirkt gekünstelt und unglaubwürdig.

"Cyberdings wie vom anderen Stern" ist ein Roman, der wie ein Komet an mir vorbeizog, ohne mich in irgendeiner Weise zu fesseln oder zu begeistern. Mein Fall war es nicht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.10.2025

Detailreicher und wissenschaftlich fundierter Science-Fiction-Roman

Untergang der Welten
0

Wer auf der Suche nach einem glaubwürdig wissenschaftlichen und spannend erzählten Science-Fiction-Roman ist, der wird mit "Untergang der Welten: Ende eines Zeitalters" von Karl H. Sodek auf seine Kosten ...

Wer auf der Suche nach einem glaubwürdig wissenschaftlichen und spannend erzählten Science-Fiction-Roman ist, der wird mit "Untergang der Welten: Ende eines Zeitalters" von Karl H. Sodek auf seine Kosten kommen!

Erzählt wird die Geschichte rund um den Planeten Valderan und seine Bewohner aus verschiedenen Perspektiven, hauptsächlich aus der Sicht von Kalgira und Brandan. Kalgira ist eher wissenschaftlich orientiert und erforscht die Sterne, wohingegen Brandan das Abenteuer liebt und sich dem Meer widmet. Beide sind Schützlinge des Lehrmeisters Galduran und müssen sich Unruhen auf Valderan sowie einer Bedrohung aus dem All stellen.

Man merkt "Untergang der Welten: Ende eines Zeitalters" an, dass der Autor viel Herzblut und Fachwissen in seinen Roman gesteckt hat. Es handelt sich um gut durchdachte und wissenschaftlich fundierte Science Fiction, die zum Nachdenken anregt. Zudem ist sie bis auf ein paar Abstriche packend erzählt und macht neugierig auf die Fortsetzung.
Ein literarisches, sprachliches Feuerwerk sollte man jedoch nicht erwarten.
Denn manchmal wird etwas zu viel Zeit darauf verwendet, die Welt(en), die Gesellschaft und ihre Entstehung bzw. Entwicklung darzustellen. Der Schreibstil ist sehr detailliert und beschreibend. So entsteht zwar ein umfassendes und vielschichtiges Bild der handelnden Personen und des Planeten Valderan, der Erzählfluss leidet jedoch etwas darunter.

Inhaltlich kann der Science-Fiction-Roman dagegen überzeugen.
Es geht zwar um fremde und ferne Welten, aber die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen und Probleme sind einem nur bestens vertraut, wie z. B. der Kampf um Ressourcen, Konflikte zwischen verschiedenen Völkern und Spannungen innerhalb der Gesellschaft. Ebenso wird die Frage, wie Zivilisationen enden und wie die Zeit danach bzw. die Zukunft aussieht, eine Rolle spielen.
Hintergrundwissen zu physikalischen und astrologischen Erkenntnissen und Phänomenen rundet den Roman ab.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.10.2025

Kurzweilig und amüsant, mehr aber auch nicht

Prince of Germany
0

Jordan Prince verschlägt es der Liebe wegen nach Deutschland und landet in Bayern. Der ein oder andere Kulturschock ist somit vorprogrammiert. Einige davon finden Eingang in sein amüsant geschriebenes ...

Jordan Prince verschlägt es der Liebe wegen nach Deutschland und landet in Bayern. Der ein oder andere Kulturschock ist somit vorprogrammiert. Einige davon finden Eingang in sein amüsant geschriebenes und zweisprachiges Buch "Prince of Germany".
Auf Deutsch und Englisch berichtet er von ein paar Anekdoten und Erfahrungen aus seiner Kindheit und seinem Erwachsenwerden in den USA. Später kommen dann seine Eindrücke und Erlebnisse aus Deutschland dazu. Manche seiner Erlebnisse und seiner Wahrnehmungen über das Leben in Deutschland und seiner Bewohner bringt einem beim Lesen zum Schmunzeln. Zudem ist es ein liebevoller und nie verletzender Blick von außen.

Keine Frage, "Prince of Germany" ist kurzweilig und unterhaltsam geschrieben. Es liest sich aufgrund der geringen Seitenanzahl von etwas mehr als 100 Seiten locker innerhalb eines Tages. Jedoch einen bleibenden Eindruck hinterlässt es nicht wirklich, dafür habe ich mir einfach irgendwie mehr erwartet, wie z. B. mehr Anekdoten bzw. Erlebnisse und persönliche Eindrücke von seinem Leben in Deutschland und beobachtete Gegensätze dazu zum Leben in den USA.
Mit Voranschreiten der Seitenzahl wiederholen sich zudem auch einige Witze, wodurch der Text etwas an Spritzigkeit verliert.
Ebenso merkt man stellenweise, dass seine Bekanntheit ausgehend von einem anderen Medium stammt. Manches wirkt in kurzen Instagram- oder TikTok-Videos eben lustiger als niedergebracht auf dem Papier.

Für Fans von Jordan Prince sicherlich interessant.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.10.2025

Von Pferden und Menschen - fesselnd erzählter Thriller!

Mit kalter Hand
0

Auch der dritte Band der Rechtsmedizin-Thriller-Reihe rund um Dr. Sabine Yao weiß mit spannenden Einblicken in die Rechtsmedizin, die Polizeiarbeit und diesmal auch die Veterinärmedizin zu begeistern und ...

Auch der dritte Band der Rechtsmedizin-Thriller-Reihe rund um Dr. Sabine Yao weiß mit spannenden Einblicken in die Rechtsmedizin, die Polizeiarbeit und diesmal auch die Veterinärmedizin zu begeistern und zu fesseln!

Dr. Sabine Yao bekommt es gleich mit zwei Fällen zu tun. Zum einen muss sie sich mit den Körper- und Leichenteilen einer zerstückelten Leiche auseinandersetzen und zum anderen soll sie ihr rechtsmedizinisches Fachwissen in Bezug auf den Menschen auch im Fall des „Pferderippers von Lübars" einsetzen. Bei beiden Fällen eilt die Zeit.

All das wird fesselnd und besonders in Bezug auf die medizinischen und ermittlungstechnischen Aspekte mit viel Liebe zum Detail erzählt. Man merkt einfach, dass Tsokos Rechtsmediziner ist und weiß, worüber er schreibt. Nebenbei gewinnt man diesmal auch Einblicke in die Veterinärmedizin und lernt etwas über Pferde. Ein spannend und kurzweilig erzählter Thriller mit Wissensgewinn sozusagen.

Wie schon aus den Vorgängerbänden gewohnt, wird der Thriller aus verschiedenen Perspektiven, darunter auch die eines möglichen Täters, erzählt. Kurze Kapitel und ein flüssiger Schreibstil sorgen dafür, dass man gebannt der Handlung folgt. Kleine Cliffhanger tragen ebenfalls ihren Anteil daran, dass die Spannung hochgehalten wird.

Was mir diesmal jedoch etwas zu kurz kam, war die inhaltliche Entwicklung der Handlung an sich. Zwar ist die Handlung rund um die zerstückelte Leiche und den „Pferderipper“ mit zwei unterschiedlichen Ermittlern und Ermittlerinnen klug und glaubhaft konstruiert, aber vor allem zum Ende hin fügen sich manche Ermittlungsentwicklungen doch ziemlich problemlos und schnell ineinander. Auch bleibt Yaos Schwester Malin fast komplett außen vor. Hier und da ein paar Seiten mehr, hätten der inhaltlichen Entwicklung sicherlich gutgetan.

Für alle, die Thriller lieben, deren Fokus mehr auf der realistischen Ermittlungsarbeit liegt, wird „Mit kalter Hand" definitiv ihr Lesevergnügen haben!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.07.2025

Spannend erzählter Krimi mit Fokus auf den Charakteren

Eisenblume
0

In Frida Skybäcks zweiten Band rund um die schwedische Ermittlerin Frederika Storm und ihrem Ermittlungspartner Henry Calment, bekommen beide es diesmal mit einem Cold Case aus dem Jahr 1987 zu tun. Nach ...

In Frida Skybäcks zweiten Band rund um die schwedische Ermittlerin Frederika Storm und ihrem Ermittlungspartner Henry Calment, bekommen beide es diesmal mit einem Cold Case aus dem Jahr 1987 zu tun. Nach dem grausigen Fund einer Leiche in der ehemaligen Psychiatrie in Lund, kommt schnell der Verdacht auf, dass es sich um eine/r der vermissten Patienten von damals handeln muss. Doch wo ist die andere verschwundene Person? Was ist damals wirklich in Lund passiert?

Passend zum Leichenfundort in einer Psychiatrie beginnt der Krimi gleich atmosphärisch, düster und spannend. Auch spätere Beschreibungen der damaligen grausamen psychiatrischen Behandlungsmethoden tragen zu dieser Stimmung bei.

Erzählt wird die vielschichtige Handlung, die einige Überraschungen besonders zum Ende hin bereithält, aus unterschiedlichen Perspektiven und anhand kurzer Kapitel, wodurch das Interesse an der Geschichte konstant hochgehalten wird.
Die Spannung leidet jedoch etwas zur Mitte hin, da das Erzähltempo etwas an Fahrt verliert und erst wieder zum Schluss hin an Fahrt aufnimmt.

Die Charakterdarstellungen sind gut, besonders in Henry und Fredrikas Gedanken- und Gefühlswelt taucht man ein und lernt die beiden so als Mensch näher kennen. Dazu trägt auch die Nebenhandlung rund um Frederika bei, die parallel zu den Ermittlungen auf der Suche nach ihrer Mutter ist.
Frederikas Angewohnheit bei den Ermittlungen Grenzen zu überschreiten, lässt sie wiederum in keinem so guten Licht darstellen.
Hinzu kommt, dass der Fokus manchmal fast mehr auf Henry und Frederik als Personen als auf dem eigentlichen Rätsel liegt, wodurch der Kriminalfall an sich leicht ins Hintertreffen gerät.

Trotz kleiner Schwächen im Erzähltempo und im Handlungsaufbau, ist "Eisenblume" von Frida Skybäck ein spannend und besonders in Bezug auf das Thema Umgang mit psychiatrischen Patienten respektvoll erzählter Kriminalroman, der Lust auf weitere Bände rund um das schwedische Ermittlerduo macht.
Wer Freude an glaubwürdig und bildhaft erzählten Kriminalfällen mit toller Charakterbeschreibung hat, wird Gefallen an dem neusten Band der Frederika-Storm-Reihe finden!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere