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Veröffentlicht am 26.04.2020

Eine unglaubliche Geschichte um den Kampf für die Gerechtigkeit

Jahrhundertzeuge Ben Ferencz
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Philipp Gut hatte die Möglichkeit eine Biographie von Ben Ferencz zu schreiben, dem Mann der als Chefankläger der Nürnberger Prozesse Bekanntheit erlangt und noch immer für Gerechtigkeit kämpft.
Dabei ...

Philipp Gut hatte die Möglichkeit eine Biographie von Ben Ferencz zu schreiben, dem Mann der als Chefankläger der Nürnberger Prozesse Bekanntheit erlangt und noch immer für Gerechtigkeit kämpft.
Dabei wird sein ganzes Leben im Buch wiedergegeben, von seiner Geburt bis zum Jahr 2019. Ein wirklich spannendes, unglaubliches und beindruckendes Leben, denn Ben Ferencz hat viele Dinge hinten angestellt um anderen zu helfen und für faire Prozesse zu sorgen.

Meine Meinung:
Der Schreibstil von Philipp Gut ist flüssig und sehr angenehm zu lesen, er dingt in die Geschichte von Ben ein und dem Leser kommt es so vor, als sei er selbst dabei. Auch die Abgrenzung in die einzelnen Kapitel und Unterkapitel ist sehr gelungen, so werden die einzelnen Themen und Geschehnisse jeweils gut herausgearbeitet.
Das Buch beginnt mit einem Vorwort von Philipp Gut, der dort über die Gespräche mit Ben berichtet. Schon dort erkennt man den tiefen Respekt ihm gegenüber, der sich durch die gesamte Biographie zieht. Nach dem Lesen des Buchs habe ich auch verstanden wo dieser her kommt. So schlimm und traurig die Geschehnisse aus Bens leben sind, er nimmt sie ernst aber hat nie seinen Humor verloren. Dabei war er als Soldat im zweiten Weltkrieg, Chefankläger der Nürnberger Prozessen, Generaldirektor der Jewish Restitution Successor Organization und bei der Gründung des internationalen Strafgerichtshof in Den Haag beteiligt.
Ich bin beeindruckt von Bens Geschichte und seinem Kampfgeist, der stehts benachteiligte Personen in den Fokus stellt. Ben ist eine Persönlichkeit, der seine Erlebnisse nutzt um andere auf Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen. In Deutschland ist er leider nicht sehr bekannt, dabei ist seine Geschichte eng mit der deutschen Nachkriegsgeschichte verbunden und würde sich gut für den Geschichtsunterricht der Schulen passen. Denn die Bezeichnung „Jahrhundertzeuge“ trifft auf niemanden besser zu als auf Ben Ferencz.

Mein Fazit:
Eine tolle Biographie, die einfach nur beeindruckend ist! Ben Ferencz ist eine Respektsperson und ein Vorbild, das sein gesamtes Leben auf den Kampf für Gerechtigkeit ausgerichtet hat. Lesen lohnt sich!

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Veröffentlicht am 19.04.2020

Ein Escape Game macht nicht immer Spaß, manchmal endet es auch tödlich

The Escape Game – Wer wird überleben?
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Die Banker Vincent, Jules, Sylvie und Sam arbeiten seit Jahren erfolgreich als Team zusammen und verdienen so viel Geld. Als sie die Einladung zu einem Escape Game bekommen nehmen sie diese widerwillig ...

Die Banker Vincent, Jules, Sylvie und Sam arbeiten seit Jahren erfolgreich als Team zusammen und verdienen so viel Geld. Als sie die Einladung zu einem Escape Game bekommen nehmen sie diese widerwillig an. Als der Aufzug in einem Neubau jedoch stecken bleibt und sich herausstellt, dass das Spiel genau hier stattfindet ist die Stimmung schnell geladen. Statt zusammen zu arbeiten, kämpfen sie gegeneinander an. Auch die Rätsel verschlimmern die Situation nur. Als einer der Banker seine Waffe hervor zieht wird aus dem schnell ernst. Schafft es überhaupt jemand den Aufzug lebendig zu verlassen?

Meine Meinung:
Ich hatte vor dem Lesen schon vieles von Megan Goldin gehört und war sehr gespannt auf ihr neues Werk.. Escape Games sind gerade sehr in Trend und ich kann mir gut vorstellen, dass diese in der ein oder anderen Runde etwas ausarten. Die Umsetzung der Idee ist Megan Goldin auch zumeist gelungen und das Lesen des Buchs war angenehm, jedoch nicht wirklich flüssig.
Das lag daran, dass sich die Kapitel im Aufzug mit Kapiteln aus der Sicht von Sara Hall abwechseln und so zwei Geschichten parallel erzählt werden.
Zu Beginn macht das noch wenig Sinn, da Sara sich nicht mit den anderen im Aufzug befindet aber scheinbar einmal Teil des Teams war.
Ihre Geschichte war sehr interessant dargestellt, von ihren Bewerbungen bei Stanhope begonnen, über die Arbeit mit dem Team und ihr gesamtes Privatleben. Sie ist ein interessanter Charakter, der innerhalb des Buchs eine extreme Entwicklung durchmacht, was mir gut gefallen hat, da die Gründe dafür detailliert dargestellt wurden. So wurde Sara vom schüchternen Kleinstadtmädchen, zur verzweifelten Angestellten bis zur rachsüchtigen Frau. Ihr Schicksal ist eng Verbunden mit den Handlungen von Vincent, Jules, Sylvie und Sam.

Diese vier sind nun im Aufzug eingeschlossen. Da schon zu Beginn keiner motiviert war ist die Stimmung seit der ersten Sekunde angespannt und der Leser merkt gleich, dass sich die vier nicht besonders gut verstehen. Jeder ist auf seine eigene Art und Weise von sich eingenommen, egoistisch und unsympathisch.
Schon nach wenigen Seiten stellte sich mir die Frage, wie die vier seit Jahren so eng zusammenarbeiten konnten. Sie scheinen sich gegenseitig nichts zu gönnen, kommen kaum mit dem normalen Leben klar und haben viele Geheimnisse voreinander.
Ich fand es sehr gelungen wie diese Problematik aus der Sicht von jeder der vier Personen thematisiert wurde, sodass der Leser immer im Klaren darüber war, weshalb der einzelne so handelt.
Leider ist dabei das Escape Game während der Handlung immer unwichtiger geworden, die Gruppendynamik hat einen großen Teil der Seiten aufgefressen. Auf das Lösen der Aufgaben wurde nur nebenbei hin und wieder hingewiesen, das fand ich viel zu wenig, denn aus der Idee hätte noch viel mehr gemacht werden können.

Der große Knall am Ende und die Auflösung fand ich hingegen sehr gelungen, wenn auch etwas zu schnell abgehandelt. Hier wird aufgelöst, in welcher Verbindung Sara Hall zum Ecape Game steht und wer dieses überlebt hat. Hier fügen sich die Geschehnisse perfekt zusammen und überraschen den Leser dennoch.

Mein Fazit:
Ein spannender Thiller um vier Banker, die in einem gefährlichen Escape Game gefangen sind, gemischt mit der Geschichte um das Leben einer jungen Frau, die früher Teil des Teams war. Das Buch ist durchweg spannend und interessant, jedoch an einigen Stellen schwierig zu lesen. Außerdem finde ich es schade, dass das Thema "Escape Game" über weite Phasen des Buchs zu wenig Beachtung gefunden hat.

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Veröffentlicht am 17.04.2020

Ein gefühlvolles Lesehighlight

Nur einen Herzschlag entfernt
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Emiline wollte schon immer Schriftstellerin werden. Nun ist sie mit dem Studium fertig, jedoch fehlt ihr jede Motivation und Energie etwas zu schreiben. Das liegt zum einen an ihrem Freund Trevor und zum ...

Emiline wollte schon immer Schriftstellerin werden. Nun ist sie mit dem Studium fertig, jedoch fehlt ihr jede Motivation und Energie etwas zu schreiben. Das liegt zum einen an ihrem Freund Trevor und zum anderen an ihrer Vergangenheit. Als Cara ihr den neuen Besteller ausleiht, um Emeline damit zu motivieren, merkt diese beim Lesen, dass das Buch von ihrem Leben handelt. Auch wenn die Namen geändert und der Autor unter einem Pseudonym geschrieben hat, weiß Emiline das es nur ihr früherer bester Freund Jase gewesen sein kann.
Doch damit fangen die Probleme erst richtig an...

Meine Meinung:
Sowohl die Geschichte als auch das Cover sind wunderschön und sehr gefühlvoll. Renée Carlino schafft es schon nach wenigen Seiten die Leser in ihren Bann zu ziehen!
Ihr Schreibstil ist leicht und fließend, man möchte das Buch gar nicht mehr zur Seite legen, sondern herausfinden was Emiline in ihrer Vergangenheit zugestoßen ist und wie sie die Geschehnisse nun verarbeiten kann.

Zu sagen das Emiline eine schwere Kindheit hatte ist wohl noch stark untertrieben. In den ersten Kapiteln ist die emotionale Mauer, die sie innerhalb der letzten Jahre aufgebaut hat deutlich zu spüren. Sie lässt weder ihren Freund Trevor noch ihre beste Freundin und Mitbewohnerin Cara an sich heran. Zu diesem Zeitpunkt habe ich noch nicht verstanden, warum sie sich den beiden gegenüber nicht öffnen kann. Besonders Cara, die es immer wieder versucht hat und Emiline nur helfen möchte hat mir da sehr leid getan.
Als dann immer wieder Kapitel des von Jase geschriebenen Bestellers zu lesen waren, habe ich gemerkt, dass Emilines Schmerzen und Trauer einfach noch zu tief saßen und sie noch nicht dazu bereit war.
Beim Lesen der Geschichte, die aus ihrer Sicht geschrieben wurde, muss sie sich jedoch zwangsläufig damit auseinander setzen.
Besonders toll fand ich dabei, wie das Buch in die Geschichte eingearbeitet wurde. Auch Emilines Verhalten und Gefühle beim Lesen wurden toll integriert und hat sich gut ergänzt.

Beim Lesen des Buchs lernt man auch Jase kennen. Er selbst tritt etwa in der Mitte des Buchs auf, als Emiline sich entscheidet zu seiner Signierstunde zu gehen.
Schon vorher war ich ihm gegenüber skeptisch, da er sich selbst im Buch als mittellos, verliebt und loyal dargestellt hat, was für mich im Gegensatz zum jahrelangen Kontaktverlust steht. Sein verhalten beim Aufeinandertreffen mit Emiline hat meine Meinung verstärkt und ihn etwas unsympathisch dargestellt.
Trotz dem Streit treffen sich die Beiden anschließend um in Ruhe über die Vergangenheit zu reden. Zumindest einen Teil davon, da Emiline sich nicht traut, das Buch zu Ende zu lesen.

Ihre Emotionen wurden an dieser Stelle toll beschrieben und waren absolut nachvollziehbar. Wer hätte sich da nicht verloren, einsam und verwirrt gefühlt.
Trotzdem gibt sie Jase die Chance sich zu erklären, auch wenn sie noch nicht ganz bereit dafür ist alles aufzuarbeiten. Und das wäre an dieser Stelle auch viel zu früh gewesen.

Es ist spannend zu sehen, wie Emiline an sich selbst arbeitet, wie sie mit Trevor und Cara umgeht und ihr Leben komplett umkrempelt.
Auch der ständige, teilweise lose Kontakt zu Jase und einige geladene Situationen mit ihm runden das letzte Drittel des Buchs ab. Ich hatte nie das Gefühl, dass es plötzlich zu schnell geht oder die Handlung unübersichtlich wird. Einfach ein perfekter Spannungsbogen über das gesamte Buch hinweg.

Das Ende von "Nur einen Herzschlag entfernt" mit dem Epilog hat mich allerdings umgehauen, es zu meinem Lieblingsbuch gemacht und ist einfach perfekt!

Mein Fazit:
Ein wahres Highlight, das von außen genauso schön ist wie von innen! Die Geschichte von Emiline und ihre schwierige Vergangenheit werden gefühlvoll und spannend dargestellt. Das Buch im Buch wertet die Handlung zusätzlich auf.

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Veröffentlicht am 13.04.2020

Krönender Abschluss der Saving Chicago Reihe

Mad about the Medic (Saving Chicago 3)
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Luca und Lauren verbindet seit der Highschool eine Hassliebe, nun sehen sie sich durch Laurens Freundinnen und Luca's Brüder wieder häufiger. Dabei kann es zwischen der quirligen Physiotherapeutin und ...

Luca und Lauren verbindet seit der Highschool eine Hassliebe, nun sehen sie sich durch Laurens Freundinnen und Luca's Brüder wieder häufiger. Dabei kann es zwischen der quirligen Physiotherapeutin und dem selbstbewussten Rettungssanitäter auch mal richtig knallen. Als Luca Lauren verschlägt für einige Wochen seine Verlobte zu spielen, willigt diese schließlich ein. Dabei bemerken die Beiden, dass sie sich doch besser verstehen als gedacht. Doch wie kommen sie aus der Situation wieder heraus? Und kann es auf Dauer wirklich funktionieren?

Meine Meinung:
Dem Autorenduo Piper Rayne ist mit dem dritten Band der Saving Chicago Reihe ein toller Abschluss gelungen. Wie in den vorigen Bänden schaffen es die Beiden, den Leser zum lachen, weinen und mitfiebern zu animieren.
Auch hier wurde die Handlung aus der Sicht von beiden Protagonisten geschrieben, sodass man sich sowohl in Lauren, als auch in Luca gut hinein versetzten konnte. Auf dieses Paar freue ich mich schon seit dem ersten Band, da beide sehr sympathisch sind und die Spannung zwischen ihnen durchweg greifbar war.

Lauren ist hat mir dabei immer besonders gut gefallen. Sie ist loyal und unterstützt ihre Liebsten so gut sie kann. Auch deswegen nimmt sie lässt sie sich auf die Scheinverlobung mit Luca ein, obwohl sie große Zweifel daran hat.
Allerdings bemerkt sie schnell, der sich der Schwerenöter hinter einer dicken Mauer verbirgt und ganz anders ist, als sie eigentlich angenommen hatte.
Das wird besonders aus Luca's Perspektive gut und verständlich beschrieben. Der Wandel ist zu jedem Zeitpunkt plausibel und wurde von den Autorinnen toll beschrieben. Besonders gefällt mir die Situation, in der er sich Gedanken darüber macht, wie es mit Lauren und ihm weitergeht und wie die Scheinverlobung ihnen im Weg steht.

Diese wird besonders von den restlichen Bianco Brüdern und Laurens Freundinnen am Anfang sehr kritisch betrachtet und die Beiden müssen sich einzeln einem Kreuzverhör aus schwierigen Fragen stellen. Dabei war die Situation so unterhaltsam, dass ich oft lachen musste. Auch wie dabei Nachrichten zwischen Luca und Lauren eingebaut wurden, war genial.

Ich fand es toll, wie sich Lauren und Luca in jeder Situation gegenseitig unterstützt haben und aufeinander eingegangen sind. Obwohl beide sehr temperamentvoll sind und es manchmal geknallt hat, waren die beiden für mich das perfekte Paar. Innerhalb der Beziehung haben die Autorinnen die Entwicklung von Lauren und Luca toll beschrieben und so merkt man als Leser, dass mit etwas Anstrengung etwas werden kann.

Außerdem hat es mir gut gefallen, wie die Familie Bianco und Laurens Freundinnen, die in den ersten Bänden der Reihe im Mittelpunkt standen eingearbeitet wurden. So bildet dieses Buch einen schönen und runden Abschluss der Reihe.
Das Ende war mir zwar etwas zu knapp, aber das kann auch daran liegen, dass ich gerne noch lange weiter gelesen hätte!

Mein Fazit:
Luca und Lauren sind ein etwas ungewöhnliches Paar, das den Abschluss der tollen Saving Chicago Reihe bildet. Aus einer Hassliebe und einer Scheinverlobung wird ein sympathisches Paar, dass einige Schwierigkeiten überwindet aber gemeinsam einfach perfekt ist!

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Veröffentlicht am 05.04.2020

Bei einem Kochwettkampf geht es nicht nur in der Küche heiß her

Love Recipes – Verführung à la carte
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Mit nur 24 Jahren leitet Lili DeLuca die italienische Trattoria ihrer Familie. Ihr Traum Künstlerin zu werden bleibt dabei auf der Strecke. Auch gegen Veränderungen im Restaurant wehrt sich ihr Vater vehement. ...

Mit nur 24 Jahren leitet Lili DeLuca die italienische Trattoria ihrer Familie. Ihr Traum Künstlerin zu werden bleibt dabei auf der Strecke. Auch gegen Veränderungen im Restaurant wehrt sich ihr Vater vehement. Als sie dann Nachts in der Küche auf Jack Killroy trifft erschrickt sie sich so sehr, dass die diesen mit der Bratpfanne ausknockt.
Dieser lässt sich davon und von Lilis ablehnender Art nicht abschrecken, sondern versucht ihr näher zu kommen.
Auch der Wettbewerb an dem der berühmte Koch gegen Lilis Vater antreten soll sorgt für Spannung zwischen den beiden. Trotzdem können sie nicht die Finger von einander lassen und so geht es nicht nur in der Küche heiß her!

Meine Meinung:
Der Schreibstil von Kate Meader ist sehr angenehm und flüssig zu lesen. Die Spannung zwischen den beiden Hauptcharakteren zieht sich durch das gesamte Buch und ist gut umgesetzt. Auch wenn die Handlung nur wenige Tage beinhaltet passiert einiges, dabei werden einige Situationen jedoch fast zu gut aufgearbeitet, weshalb einige Längen entstehen.
Ich habe einige Male sehr lachen müssen, da der Schlagaustausch und die Gespräche zwischen Lili und Jack humorvoll und witzig beschrieben sind.

Insgesamt habe ich den Eindruck gewonnen, dass Lili eine humorvolle und engagierte Person ist, die alles für ihre Familie tut. Leider wird das nicht immer gut aufgenommen. So weißt ihr Vater die Veränderungsideen zum Restaurant ständig zurück, ihre Schwester gibt sich wenig Mühe etwas bei zu steuern und niemand unterstützt ihren Wunsch Fotografin zu werden und nach New York ans College zu gehen.

Auch Lilis Schulzeit war problematisch, sie wurde wegen ihrer kurvigen Figur von ihren Mitschülern gemobbt. Diese Erlebnisse und die letzte gescheiterte Beziehung haben stark an ihrem Selbstbewusstsein gezehrt.
Man fühlt mit Lili mit und hofft, dass die einen Schubs in die richtige Richtung bekommt. Jedoch wehrt sie alle Versuche ab und versteckt sich hinter ihrer Mauern.
So glaubt Lili Jack über die gesamte Handlung hinweg nicht, dass dieser sie attraktiv findet und wehrt sich gegen seine Beteuerungen eine Beziehung mit ihr führen zu wollen.

Jack, der in der Vergangenheit ebenfalls schlechte Erfahrungen mit Beziehungen gemacht hat, ist ein offener und sehr disziplinierter Mann, der in seinem Leben schon einiges erreicht hat. Zusätzlich zu seinen vielen Restaurants ist er nun Star einer Kochshow, bei der er gegen verschiedene andere Köche antritt. So landet er auch im Restaurant von Lilis Familie.
Als er sie näher kennenlernt erkennt er, dass Lili die perfekte Frau für ihn sein könnte und kämpft um sie.
Dabei bemerkt er, dass auch in seinem Leben nicht alles perfekt ist, sondern er für die Erfolg einiges hinten anstellen musste. Diese Momente werden gut beschrieben und haben mir sehr gefallen. Besonders die Aussprache mit seiner kleinen Schwester fand ich sehr gut umgesetzt!

Beide müssen sehr an sich arbeiten, bevor aus ihnen wirklich ein Paar werden kann. Das zieht sich die gesamte Handlung hinweg und ist zum lesen an einigen Stellen sehr anstrengend. Jack starten einen Versuch Lili nahe zu kommen, diese blockt ab und die Familie mischt sich ein. Diese Situationen wiederholen sich ständig und schaden dem Buch.
Auch die etwas zu dick aufgetragenen Klischees und Lilis ständige Unsicherheiten und Wankelmütigkeit sind ein wichtiger Kritikpunkt am Buch.

Was dem Buch und der Handlung jedoch gut tut, sind die verschiedenen Gespräche mit Lilis Liebsten, die ihr versuchen Kraft zu geben und langsam auch verstehen, warum Lilis Berufung Künstlerin ist und nicht Restaurantmanagerin. Diese Entwicklung fand ich sehr gelungen und hat mir gut gefallen.

Lilis gesamte Familie wurde ausführlich beschrieben und nimmt einigen Raum im Buch ein, ich bin schon sehr gespannt, wie es mit ihrer Schwester Cara weitergeht, die die Protagonistin des zweiten Bands sein wird!

Meine Meinung:
Auch wenn ich meine Probleme mit Lili und ihren Unsicherheiten habe, fand ich den Zusammenhalt in ihrer Familie super. Jack fand ich sympathisch und es hat mir gut gefallen, dass er trotz aller Schwierigkeiten nicht aufgegeben hat, sondern weiter für seine Ziele gekämpft hat. Trotzdem haben mich die Längen im Buch teilweise sehr anstrengend und ich hoffe, dass wird im nächsten Band der Reihe besser.

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