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Veröffentlicht am 01.05.2025

Viktorianische Saga über Träume, Liebe und Verlust

The House of Falconer - Die Macht des Schicksals
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Zwei parallel verlaufende Handlungsstränge bilden das Herzstück der Erzählung. Es geht um die Zeit von 1884 bis 1889. Auf der einen Seite steht James Falconer, der ambitionierte Sohn eines erfolgreichen ...

Zwei parallel verlaufende Handlungsstränge bilden das Herzstück der Erzählung. Es geht um die Zeit von 1884 bis 1889. Auf der einen Seite steht James Falconer, der ambitionierte Sohn eines erfolgreichen Marktstandbetreibers, der vom eigenen sozialen Aufstieg und seinem eigenen, größten Handelsunternehmen der Region träumt. Mit gerade einmal 14 Jahren (im Jahr 1884) offenbarte er seinen Wunsch, beruflich ein Kaufmann zu werden und wurde seither von seinen Großeltern bestmöglich unterstützt. Trotz Gegenwind schafft er es, 4 Jahre später ein so umfassendes Wissen und Handelsverständnis aufgebaut zu haben, dass er selbst einen der reichsten Geschäftsmänner der Region, Mr. Malvern, beeindruckt.
Auf der anderen Seite steht die 25 jährige starke Frauenfigur Alexis Malvern (im Jahr 1887). Sie ist die Tochter des Marktbesitzers Henry Malvern, die sich bewusst gegen die traditionelle Frauenrolle entschieden hat und mit Freundinnen ein Frauenhaus gründet. Doch als sie auf den gutaussehenden Sebastian Trevalian trifft, der Vater ihrer Freundin Claudia, geraten ihre Vorsätze -niemals zu heiraten- ins wanken.

Durch den einfachen Schreibstil ist die Saga sehr gut zu lesen. Innerhalb der Geschichten wechseln die Erzählerperspektiven zu den jeweiligen Charakteren, auch innerhalb der Kapitel. Die Geschichte hat keinen typischen Spannungsbogen, was einiges vorhersehbar macht. Dieser Stil sorgt jedoch dafür, dass dadurch den Charakteren eine besondere Tiefe verliehen wird.
Bei the House of Falconer - die Macht des Schicksals handelt es sich um den ersten Band der Trilogie. Leider ist Barbara Taylor Bradford 2024 verstorben, was die Veröffentlichung der letzten Bücher umso sentimentaler macht.

Mein Lieblingszitat:
Ich habe nie eine wunderschöne Frau gekannt, die sich in eine Vogelscheuche verwandelt hat.

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  • Gefühl
Veröffentlicht am 01.05.2025

Rassismus, Diskriminierung und die Suche nach einem Selbst

Swift River
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Der Swift River ist der perfekte Ort an heißen Sommerabenden. Die 9 jährige Diamond liebt die Zeit dort mit ihrer Ma und Pop sehr. Doch am 1. Juli 1980 verschwindet Pop spurlos, bis auf seine Schuhe am ...

Der Swift River ist der perfekte Ort an heißen Sommerabenden. Die 9 jährige Diamond liebt die Zeit dort mit ihrer Ma und Pop sehr. Doch am 1. Juli 1980 verschwindet Pop spurlos, bis auf seine Schuhe am Wasser. Nun bleibt sie, als einzige Schwarze Person in der Stadt zurück. Doch was ist passiert?
Die Geschichte von Swift River spielt in mehreren Zeitzonen. Zum einen der Gegenwart um 1987, in der es um die schwierige Beziehung zwischen Diamond und ihrer Mutter Annabelle geht. Diamond ist mittlerweile 16 Jahre alt, sehr dick und hat diverse Geheimnisse vor ihrer Mutter. Neben ihrem Führerschein hat sie heimlich Briefkontakt zu ihrer Großcousine Lena. Durch Lena erfährt sie endlich mehr über die Familie und die Vertreibung aus Swift River, sowie Gründe, warum ihr Vater möglicherweise verschwunden ist. Es gibt immer wieder Briefe die eingebaut werden und eine Zeitreise in die Familiengeschichte geben - nicht nur als Pop ein Kind war, sondern auch in die Generation davor. Zudem wird immer wieder die Zeit um 1980 aufgegriffen. Knapp 1/2 Jahr vor Pops verschwinden gab es rückblickend Auffälligkeiten, die sein Verschwinden immer deutlicher machen. So freudig wie Diamond alles empfunden hatte, schien es nicht zu sein.

Swift River ist ein herzzerreißender Roman, der nicht auf der persönlichen Meinung von Essie Chambers beruht und abwertend sein soll, sondern eine historisch korrekte Darstellung über Rassismus und Diskriminierung. Auch wenn der Ort ausgedacht ist, ist das Verhalten der weißen anderen gegenüber Realität gewesen. In der Geschichte wird sehr gut dargestellt, was mit einem Menschen passieren kann, wenn man über Jahre hinweg, täglich mit diesen Probleme zu kämpfen hat und von dem eigenen Heimatort vertrieben werden soll. Vor allem dann, wenn man anderen nie etwas getan hat und nur mit seiner Familie zusammen überleben will.

Mein Lieblingszitat:
Mama hat immer gesagt, dass man eine Feuerliebe hat, die das Herz lichterloh brennen lässt, und dann hat man noch eine Wasserliebe. Die Wasserliebe ist die, die einen erfüllt, die, die bleibt.

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Veröffentlicht am 20.04.2025

Was Geld aus Menschen macht

Fräulein vom Amt – Spiel auf Leben und Tod
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In einer Wäscherei starb Gertrude, indem sie in einer Wäschetrommel gefangen war. Die Zeitung berichtet über einen Suizid, jedoch ist Frederike, ihre Cousine und Almas Arbeitskollegin davon überzeugt, ...

In einer Wäscherei starb Gertrude, indem sie in einer Wäschetrommel gefangen war. Die Zeitung berichtet über einen Suizid, jedoch ist Frederike, ihre Cousine und Almas Arbeitskollegin davon überzeugt, dass es keiner war. Während Alma der Bitte um Aufklärung nachgeht, erfüllt sich für Wölkchen ein Traum: sie wird Filialleiterin eines weiteren Standorts des Floristen Baer. Doch die Freude hält für sie nicht lange, als sie Walter mit einer anderen Frau sieht und eifersüchtig wird. Durch Almas Nachforschung wird sie gekidnappt, da sie einer Frauendiebesgruppe zu neugierig wurde. Diese vermuten, dass Konkurrenzdiebe während der Schachspiele für den Tod verantwortlich sind. Als eine weitere der Diebesgruppe getötet wird und ein Diebstahl im Metzmeierhof passiert, glaubt nun auch Ludwig, dass Alma recht hat. Bei all den Ermittlungen und der Unsicherheit ihrer Stelle im Amt denkt sie zudem immer mehr über eine Hochzeit nach.

Mein Fazit
Das dritte Buch ist eine angenehme Reise des Fräulein vom Amt. Während sie sich wiedermal in Gefahr bringt, werden sie und ihre beste Freundin offener für das Konstrukt Ehe. Die vier bilden ein tolles Gespann, dass sehr gut gemeinsam harmoniert. Nur die erwartete Verlobung blieb aus.

Mein Lieblingszitat:
„Du bist in den Genuss ihres Negligés gekommen? Diese Ehre wurde mir noch nicht zuteil.“ Es klang, als beleidige ihn dieser Sachverhalt zutiefst. „Darf ich mich erkundigen, wie du das angestellt hast?“

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Veröffentlicht am 20.04.2025

Ägypenfieber und ein Toter

Fräulein vom Amt – Der Tote im Kurhaus
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1924: Überall in dem Stadt ist das Ägyptenfieber, seit im Kurhaus „Aida“ von Verdi aufgeführt wird. Die Premierefeier Ende jedoch, als der Tenor Wittich erschlagen aufgefunden wurde. Emmi trifft der Tod ...

1924: Überall in dem Stadt ist das Ägyptenfieber, seit im Kurhaus „Aida“ von Verdi aufgeführt wird. Die Premierefeier Ende jedoch, als der Tenor Wittich erschlagen aufgefunden wurde. Emmi trifft der Tod sehr, da dieser ihr Liebhaber und beiden auf der Feier anwesend waren. Auf ihren Wunsch hin forscht Alma bei dem Opernensemble nach. Hierbei stößt sie auf Eifersuchtsdramen, altägyptische Artefakte und Geheimnisse. Besonders ein Herr Lindner, der ebenfalls bei dem Ausgrabungen anwesend war, verhält sich merkwürdig, wenn man dem Artefakten zu nach kommt. Auch dieser stritt am Todestag mit dem Tenor, behauptet jedoch, zu dem Todeszeitpunkt zuhause gewesen zu sein. Ludwig, mit dem Alma eine Beziehung hatte, trennte sich, da sie als Ehefrau ihren Beruf als Beamtin nicht mehr hätte wahrnehmen können. Als beiden durch ihre Ermittlungen wieder aufeinander stoßen, kommen sie sich wieder näher. Doch es gerät schnell in dem Hintergrund, als sie sich und die Doktorenwittwe in Gefahr bringt. Als diese Bilder zu dem Ausgrabungen Durchsichten, offenbaren diese, dass Lindner nicht nur Repliken erstellt hatte, sondern auch einen Löwen geklaut hatte - was dem Tenor bemerkt hatte. Doch urteilte sie zu schnell, als es um den Mord ging?

Mein Fazit:
Das zweite Buch ist deutlich angenehmer zu verfolgen. Durch das Ägyptenfieber fühlt sich die Geschichte deutlich angenehmer und wärmer an. Trotz des Rachemords. Auch schön war es, dass sie ihre Entscheidung über die Beziehung nochmal zur richtigen Zeit überdacht hatte.

Eine Lieblingsstelle:
Der Abschied von Mary Miller Bran

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Veröffentlicht am 20.04.2025

Eine zu neugierige Telefonistin

Fräulein vom Amt – Die Nachricht des Mörders
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Baden-Banden, 1922: Alma Täuber, ein Fräulein vom Amt, ist eine fleißige Telefonistin. Als sie Anrufe ihrem Kollegin übernahm, stolperte sie in ein Telefonat, dass sie schaudern lies. Die kratzige Stimme ...

Baden-Banden, 1922: Alma Täuber, ein Fräulein vom Amt, ist eine fleißige Telefonistin. Als sie Anrufe ihrem Kollegin übernahm, stolperte sie in ein Telefonat, dass sie schaudern lies. Die kratzige Stimme hatte einen Auftrag erledigt „die Dame ist bei dem Kolonnaden“. Als sie schließlich von einer Toten las, machte sie eine Zeugenaussage bei dem Kommissarsanwärter Ludwig Schiller, jedoch durfte dieser aufgrund der Vermutung einer Prostituierten nicht sofort ermitteln. Erst als Alma und ihr Cousin Walter, ein Medizinstudent, den Fall nicht losließ, fand sie heraus, wer die Dame war und kontaktierte ihren Ehemann. Doch auch jetzt hörte sie nicht auf, weiter zu ermitteln. Mit ihrem Freundin Emmi Wolke, eine gut vernetzte Floristin, suchte sie nach weiteren Hinweisen. Hierfür brauchten sie Hubert, ein Buchmacher der Pferderennen, welcher ihnen weiterhelfen sollte. Doch bei Rennen gab es einen weiteren Todesfall - die Begleitung des Graf Wernau, dessen Stute Emmi bei dem Rennen nicht teilnehmen konnte. Obwohl Ludwigs Chef den Ehemann verhaftete, ermittelte er mit Alma weiter.

Mein Fazit
Da ich zuerst Fräulein Gold gelesen hatte, wirkte die Geschichte sie abgewandelt. Dennoch ist es erfrischend, Einblicke in dass Leben von neugierigen Telefonistinnen zu bekommen, sowie weitere Verständnislosigkeit über die damalige Polizeiarbeit. Spannend geschrieben mit einer unerwarteten Wendung zum Ende.

Mein Lieblingszitat:
Emmi nahm Almas Gesicht in beiden Hände und näherte ihren Mund dem von Alma. Kurz bevor sich ihren Lippen berührten, hielt sie in der Bewegung inne und betrachtete grinsend das konsternierte Gesicht ihrer Freundin.

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