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Veröffentlicht am 05.10.2018

Wie im Märchen...

Cinder & Ella
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Inhalt
Ella und Cinder sind beste Internetfreunde, doch ein schlimmer Autounfall fesselt Ella monatelang ans Krankenhausbett – ohne Kontakt zu Cinder, dafür aber mit körperlichen und seelischen Narben ...

Inhalt
Ella und Cinder sind beste Internetfreunde, doch ein schlimmer Autounfall fesselt Ella monatelang ans Krankenhausbett – ohne Kontakt zu Cinder, dafür aber mit körperlichen und seelischen Narben von ihrem Unfall, bei dem ihre Mutter starb. Nach ihrer Entlassung zieht Ella nach L.A. zur Familie ihres Vaters, zu dem sie lange Jahre keinen Kontakt mehr hatte. Im neuen Zuhause warten aber die nächsten Probleme, denn ihre neuen Schwestern, die Zwillinge Anastasia und Juliet, zeigen sich wenig tolerant gegenüber Ellas stark vernarbter Haut und so hat Ella auch keinen guten Start in ihrer neuen Schule. Einen Lichtblick gibt es, denn sie tritt erneut in Kontakt mit Cinder, dem sie online schnell sehr nahe kommt, dem sie aber nichts von ihren gesundheitlichen Problemen erzählt. Doch auch Cinder birgt ein großes Geheimnis, denn er ist ein großer Hollywood-Star und Ella hat keine Ahnung, was auf sie zu kommt.
Wie der Titel des Buches schon erahnen lässt, handelt es sich bei diesem Roman von Kelly Oram um eine Parallele zum berühmten Märchen „Aschenputtel“ und es finden sich – wenn auch subtil und dosiert – immer wieder kleine Andeutungen zu diesem Klassiker.

Personen
Die Personen sind toll gezeichnet und die Leser wurden hier teilweise von der Entwicklung der Rollen überrascht, was das Buch neben der Handlung zusätzlich an Spannung bereichert hat.

Ella ist völlig durcheinander, da sie nach dem Unfall den Verlust ihrer Mutter verkrafte, ihre eigene Gesundheit akzeptieren muss und zudem in eine neue Familie aufgenommen wird, in der sie nicht jeder willkommen heißt. Was an Ella etwas schwierig ist, ist, dass sie einerseits einen sehr starken, kecken und schlagfertigen Charakter hat, was in den Gespräch mit Cinder deutlich wird. Andererseits wirkt sie im Konflikt mit ihrer Stieffamilie sehr hilflos und wird oftmals eher pampig, statt sich mit ihrer sonst so frischen Art zu verteidigen, was sie ein paar Sympathiepunkte kostet.

Cinder ist der Traumprinz der Geschichte, bei dem auch sehr schnell deutlich wird, dass er eigentlich erwachsener ist, als er sich teilweise in der Öffentlichkeit gibt. Beim Leser wird er schnell zum Darling und man wartet nur so darauf, dass er – wie auch im Aschenputtel-Märchen – Ellas Herz im Sturm erobert.

Juliet und Anastasia sind Ellas Stiefschwestern, die ihr den Start im neuen Zuhause und an der neuen Schule alles andere als leicht machen. Beide sind unfassbar fies und rücksichtslos und es dauert nicht lange, bis auch die Mitschüler sich am Mobbing beteiligen und Ellas das Leben in der Schule zur Hölle machen.

Ellas Vater wirkt oftmals sehr hilflos, aber manchmal möchte man ihn einfach packen und schütteln, da er immer wieder Entscheidungen trifft, die nicht in Ellas Sinne sind. Auch Ellas Stiefmutter verhält sich nicht viel anders. Zwar scheint sie sehr bemüht um Ellas Wohlergehen, tritt aber von einem Fettnäpfchen ins nächste und letztendlich wirkt sie eher von Mitleid erfüllt, als dass sie wirklich empathisch ist.


Cover
Das Cover ist sehr ansprechend gestaltet, insbesondere die Farben sind sehr gut gewählt, da sie zwar stimmig sind, aber auch einen guten Kontrast bieten. Die Blumen verleihen dem ganzen etwas märchenhaftes, doch es wird auch deutlich, dass es um eine Liebesgeschichte geht.

Fazit
Cinder & Ella ist ein Buch, das man nicht mehr beiseite legen möchte. Die Geschichte bedient sich an klischeehaften Märchenelementen, jedoch sehr subtil und ohne zu kitschig zu werden – und ich reagiere sehr allergisch auf zu viel Kitsch! Vielmehr hat man beim Lesen schnell diese catchy Disney-Teenie-Märchen vor Augen, die sonntags mittags im Fernsehen laufen. Die kleinen, aber feinen Parallelen und Hints zu Märchen sind sehr originell und stimmig eingebracht.
Besonders schön war, dass das Buch trotz der Märchen-Analogie immer wieder überrascht hat und nicht alle Handlungsstränge vorherzusehen waren. So war jederzeit Spannung garantiert!