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Veröffentlicht am 10.05.2020

Für ein Leben ohne Diät?

How Not to Diet
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Michael Greger ist mir schon länger ein Begriff: How not to die ist wohl sein erster in der Welt der Populärwissenschaft bekannter Titel, der gleichermaßen provokativ betitelt als auch inhaltlich befüllt ...

Michael Greger ist mir schon länger ein Begriff: How not to die ist wohl sein erster in der Welt der Populärwissenschaft bekannter Titel, der gleichermaßen provokativ betitelt als auch inhaltlich befüllt ist. Zu Letzterem kann ich nicht viel sagen, denn ich hatte das Buch schon sehr häufig in der Hand, habe interessante Auszüge gelesen und auch mein Freundes- und Bekanntenkreis hatte bislang sehr viele begeisterte Worte für dieses Buch übrig.
Nachdem ich How not to die im Februar in London wieder einmal in der Hand hatte, und aufgrund der Größe und Dicke und zu wenig Zeit bzw. einem riesigen SUB wieder zurückgelegt habe, kam mir die Leserunde bei der Lesejury zu Gregers zweitem dicken Wälzer gerade recht. How not to diet steht bereits im Titel dem ersten Band nichts nach. Wie man nicht stirbt, wie man keine Diät macht - das klingt beides grundsätzlich erstrebenswert, v.a. wenn man wie ich sehr gerne isst.

Der Aufbau des Buches ist gut strukturiert und nimmt auch den inhaltlich unerfahrenen Leser an die Hand. Erst einmal stellt Greger Probleme bei der Ernährung dar, wobei er dabei auf offensichtliche Aspekte eingeht, wie etwa Fast Food, aber insgesamt einen spannenden historischen Abriss macht, der belegt, wie wir überhaupt hierhin gekommen sind. Im nächsten Schritt erklärt Greger seinen Standpunkt zu gesunder Ernährung, und hier wird es spannend: Mit einfachen Worten und unter Zuhilfenahme zahlreicher Studien zeigt er grundlegende Zusammenhänge zwischen unserem Körper und Ernährung auf. Dabei geht er auf die offensichtlichen Probleme wie Zucker und Salz ein, räumt aber auch mit anderen Mythen auf und rüttelt am Ruf vieler selbstverständlicher und gar nicht so sehr als ungesund angesehenen Lebensmitteln. Auch hier hat Greger für jedes Unterkapitel zahlreiche Studien auf Lager.
Im Weiteren geht es um das optimale Abnehmprogramm und Abnehm-Booster und Greger charakterisiert nochmals verschiedene Mechanismen, die alle grundsätzlich relevant zum Abnehmen sind, aber zunächst unabhängig zueinander stehen, etwa Fettverbrenner, Appetitunterdrücker, Intervallfasten u.v.m.

Insgesamt folgt Michael Greger einem problemlösungsorientierten Raster. Aber ist es das wirklich?

Grundsätzlich gefällt mir populärwissenschaftliche Literatur, denn sie ermöglicht jedem Leser einen möglichst validen Zugang zu wissenschaftlicher Literatur und dem daraus resultierenden Wissen. Dazu benötigt man jedoch einiges an Fingerspitzengefühl, denn gerade Populärwissenschaft darf nicht pauschalisieren oder meinungsbildend sein - und genau hier liegt Gregers Schwachpunkt. Zwar finde ich seinen Schreibstil grundsätzlich geeignet, Leser wachzurütteln und zu motivieren. Dabei schreibt Greger jedoch sehr einseitig und überwiegend polarisierend. Zwar stützt er sich auf zahlreiche Studien, die seine Thesen untermauern, jedoch fehlt mir insgesamt die Gegenperspektive, die zwingend nötig ist, um Gregers Argumente einzuordnen. Und gerade hinsichtlich gesundheitlicher Aspekte finde ich es zwingend notwendig, die Kehrseite der Medaille kennenzulernen.

Dennoch hatte ich das ein oder andere Aha-Erlebnis und habe sehr viel über Ernährung, Verdauung und Verarbeitung gelernt. Besonders hilfreich fand ich hierbei den QR-Code am Ende des Buches, über den man alle von Greger verwendeten Paper abrufen und somit selbst nachlesen bzw. überprüfen kann, was Greger behauptet.

Zurück zum Titel des Buches: Sehr konsequent hält sich Greger daran, bloß nicht zu Diäten zu verleiten, sodass man am Ende der Lektüre zwar zahlreiche Dos und Don'ts kennt, aber keine Anleitung zur Diät bekommt, obwohl man sich insgeheim doch den ein oder anderen Tipp erhofft hätte - und dies ja auch im Untertitel des Buches versprochen wird. So bleibt dem Leser am Ende nur zu überlegen, was man in Sachen Ernährung grundsätzlich tun und lassen kann. Klingt auch erst einmal nett, denn jeder Körper ist anders, weswegen es DIE Diät sicherlich nicht gibt. Problematisch finde ich es jedoch, den Leser quasi mit dem geöffneten Fass alleine zu lassen, denn nicht jeder Leser kann Gregers Argumentationslinien für sich einordnen und reflektieren. So könnten die Abnehm-Booster dazu verleiten, sich was nettes rauszusuchen, was dann aber möglicherweise nicht funktioniert oder - schlimmer noch - zu einer einseitigen Ernährung führt. So sehr Greger seine Leserinnen und Leser zu Beginn also noch an die Hand genommen hat, desto stärker lässt er sie am Ende im Regen stehen. Somit ist das Buch spannend für alle, die sich für Ernährung interessieren und das immerhin 752 Seiten starke Werk gerne auch mal als Nachschlagewerke nutzen möchten. Insgesamt besteht jedoch die Gefahr, dass Leserinnen und Leser ohne Vorwissen keinen Mehrwert finden und zu falschen Schlüssen geleitet werden können.

Für mich war es ein sehr anstrengendes Buch, da es nicht dazu animiert, es in einem durchzulesen, sondern eher ein Nachschlagewerk darstellt, als das ich es auch zukünftig nutzen möchte. Zudem hat mir die Zeit gefehlt, mich mit den Primärquellen auseinanderzusetzen, was ich persönlich sehr schade fand, da durchaus Ungereimtheiten aufkamen, denen ich gerne nachgegangenen wäre. Somit habe ich zwar durchaus einiges Neues erfahren, der erhoffte und häufig suggerierte Aha-Effekt ist in meinem Fall jedoch leider ausgeblieben.

  • Cover
  • Thema
  • Informationen
Veröffentlicht am 20.10.2019

Enttäuschende Fortsetzung

Cinder & Ella
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Zugegeben: Ich bin manchmal ziemlich romantisch veranlagt und finde es sehr schade, wenn Bücher dann zu Ende sind, wenn es am schönsten ist. Ich will doch wissen, wie es weiter geht, wenn die Protagonist*innen ...

Zugegeben: Ich bin manchmal ziemlich romantisch veranlagt und finde es sehr schade, wenn Bücher dann zu Ende sind, wenn es am schönsten ist. Ich will doch wissen, wie es weiter geht, wenn die Protagonist*innen endlich zusammen gefunden haben! Ganz genauso ging es mir auch, als ich den ersten Band von Cinder & Ella fertig gelesen hatte. Ein Traumpaar, dass sich endlich findet - und das Kopfkino überlegt, wie es mit den beiden wohl weitergeht. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass es tatsächlich eine Fortsetzung geben wird. Ich bin natürlich nicht so romantisch verklärt, dass ich dort dann Friede-Freude-Eierkuchen erwarten würde. Aber Spannung und ein weiteres Happy End wären toll. Leider gab es Ersteres nicht und Letzteres war... naja.

Nun aber der Reihe nach: Brian und Ella sind nun seit einer Woche zusammen und überglücklich. Die Medien drehen durch und belagern beide, weswegen Brian sich umso mehr Sorgen macht, die Ella - naiverweise - nicht nachvollziehen kann. So dauert es auch nicht lange, bis sie und auch ihre Stiefschwestern auf den ersten Undercover-Reporter hereinfallen. Von einem Medienrummel in den nächsten geht es daraufhin, was letztendlich bei Ellas Vater böse aufstößt - die beiden verkrachen sich heftig und Ella zieht zu Brian, baut ihren Blog weiter aus und wird Online-Star. Und - mal abgesehen von immer wieder aufkeimenden Annäherungsversuchen im Bett, die aber aufgrund Ellas Unsicherheit scheitern - passiert eigentlich nicht viel mehr. Ich hatte vielmehr damit gerechnet, dass es doch ein wenig mehr Drama gibt, beispielsweise durch Brians Schauspielkollegin aus dem ersten Band. Oder durch irgendwen anders. Aber irgendein Konflikt zwischen Brian und Ella hätte dem ganzen durch aus mehr Spannung gegeben.

Auch die Figuren haben mich nicht sehr gereizt. Ella macht eigentlich eher Rückschritte als Fortschritte. Während man ihr im ersten Band noch das mangelnde Selbstbewusstsein abnimmt, was aufgrund ihres Unfalls und der Verletzungen völlig verständlich ist, sind die Selbstzweifel bezüglich der sexuellen Beziehung zu Brian im zweiten Band nicht ganz so leicht nachvollziehbar und nerven eher als dass sie Verständnis oder Mitgefühl hervorrufen. Dafür hat sie umso mehr Selbstbewusstsein wenn es darum geht, mal eben schnell ihren Blog groß zu machen, sich auf roten Teppichen herumzutreiben und Videos mit Promis zu produzieren.

Ellas Familie bleibt, wie sie am Ende des ersten Bandes ist. Mit Juliette kommt Ella prima zurecht, mit Ana hapert es hier und da ein wenig, wird aber besser, Ellas Stiefmutter ist auch total okay, lediglich der Konflikt mit dem Vater verstärkt sich massiv, bis die Situation eskaliert. Dabei scheint es, als sei das Problem zwischen Ella und ihrem Vater schon in Band 1 präsent, jedoch kam dies bei mir überhaupt nicht so an. Vielmehr hatte ich in Band 2 das Gefühl, dass das ganze fast künstlich inszeniert wird - und das machte es sehr unauthentisch und störend zugleich.

Auch Brians Eltern lernt man in diesem Band besser kennen. Während Brians Vater ein eiskalter Hollywood-Funktionär ist, ist die Mutter umso herzlicher und liebenswerter. Doch leider spielt sie kaum eine Rolle, dabei wäre genau sie möglicherweise eine gute Schlüsselfigur, um Ella im Konflikt mit ihrem Vater weiterzuhelfen. Ich habe das ganze Buch über darauf gewartet, dass sie noch einmal auftaucht, denn sonst hätte man sie gar nicht erst einführen müssen. Aber am Ende hat sie dann noch einmal einen Auftritt, wenn auch keinen besonderen.

Ja, das Ende. Ich will nicht spoilern (bin aber auch nicht der Meinung, dass man wirklich etwas spoilern kann, da in diesem Buch mit Spannung eher maßvoll umgegangen wird...), aber das Ende toppt nochmal alles, was man sich vorstellen kann. Nur so viel: Ich bin kein Mensch, der der Meinung ist, dass eine gute Beziehung im Bett starten muss. Aber dieses Buch ist so sehr konservativ gestrickt, dass man das Buch - leider - mit einem Kopfschütteln zuklappt.

Alles in allem muss ich sagen, dass es eigentlich sehr schön ist, die Geschichte von Ella und weiter zu verfolgen. Das Buch liest sich gut und ist nicht direkt langweilig. Dennoch fehlt es deutlich an der Spannung, die im ersten Band immer wieder aufgebaut wurde, sowie einer deutlichen und vor allem auch nachvollziehbaren Weiterentwicklung der Charaktere.

  • Cover
  • Geschichte
  • Atmosphäre
  • Figuren
  • Gefühl
Veröffentlicht am 11.08.2019

"Was will eine FRau eigentlich?" - "Man könnte mal eine fragen..."

Effi liest
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"Effi liest - und zwar am liebsten Bücher, die für eine Tochter aus gutem Hause als unschicklich gelten. Effi niest - und zwar vor allem dann, wenn der junge Arzt Max in der Nähe ist." - aus dem Einbandtext.

1894: ...

"Effi liest - und zwar am liebsten Bücher, die für eine Tochter aus gutem Hause als unschicklich gelten. Effi niest - und zwar vor allem dann, wenn der junge Arzt Max in der Nähe ist." - aus dem Einbandtext.

1894: Effi stammt aus gutem Hause und wie sich das gehört besucht sie eine Schule, auf der sie auf ihr Leben als Ehefrau vorbereitet wird. Eines Tages findet sie ein geheimnisvolle Buch am Flussufer, doch noch bevor sie darin lesen kann, wird sie erwischt und fliegt von der Schule. Im Zug nachhause nach Berlin lernt sie den jungen Mediziner Max kennen, mit dem sie sich hervorragend unterhält. Zurück in im Hause ihres Vaters entwickelt sie Plan B: Sie möchte studieren, denn sie ist wissbegierig und möchte mehr über die Welt und den Menschen erfahren. Sie trifft eine Abmachung mit ihrem Vater, der aber auch beinhaltet, dass Tante Auguste sich im Haus einnistet und sie in die vornehme Frauenwelt einführt. Kompromissbereit und motiviert legt Effi los, stößt aber schnell an ihre Grenzen. Außerdem ist sie noch nicht über das Buch hinweg, dessen Inhalt sie nach wie vor brennend interessiert. Und dann ist da auch noch Max...

Mir hat das Buch richtig gut gefallen. Die Protagonistin fand ich klasse und auch authentisch, da sie mit ihrer Haltung und ihrem Wissen in ihrer Zeit gefangen ist. Die Aspekte zur Ungleichbehandlung von Frauen sind historisch korrekt, was beim Lesen noch mehr Kopfschütteln aufkommen lässt, weil es einfach so banal klingt. Was man an Effis Verhalten belächeln kann, muss man jedoch auch gleichzeitig hinterfragen, denn auch wenn uns Leser*innen vieles überholt vorkommt, bedeutet das nicht, dass Frauen im 21. Jahrhundert nicht ähnliches erleben, wenn auch auf andere Art und Weise.

Sprachlich gibt es nichts auszusetzen und Anna Moretti legt einen flotten Stil vor, der nur an ein, zwei kleinen Stellen etwas Länge hatte. Etwas schade fand ich es, dass ich hinsichtlich der Handlung schon zwei Dinge sehr früh erahnt habe; da hätte ich mir etwas mehr Rätselei gewünscht um mehr Spannung zu erleben.

Dennoch habe ich jede Seite des Buches genossen, denn die Geschichte um Effi ist sehr kurzweilig und humorvoll. Besonders hervorheben möchte ich zuletzt die Aufmachung des Buches: Das Cover ist wunderbar illustriert und ebenso die erste und letzte Seite des Buches. Und auch den Schutzumschlag finde ich richtig toll, denn es kommt nur selten vor, dass Verlages auf Prägungen auf Hochglanz verzichten und auf normales, raues Papier setzen. Danke, lieber Bastei Lübbe Verlag - gerne mehr davon

  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Figuren
  • Humor
Veröffentlicht am 05.10.2018

Wie im Märchen...

Cinder & Ella
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Inhalt
Ella und Cinder sind beste Internetfreunde, doch ein schlimmer Autounfall fesselt Ella monatelang ans Krankenhausbett – ohne Kontakt zu Cinder, dafür aber mit körperlichen und seelischen Narben ...

Inhalt
Ella und Cinder sind beste Internetfreunde, doch ein schlimmer Autounfall fesselt Ella monatelang ans Krankenhausbett – ohne Kontakt zu Cinder, dafür aber mit körperlichen und seelischen Narben von ihrem Unfall, bei dem ihre Mutter starb. Nach ihrer Entlassung zieht Ella nach L.A. zur Familie ihres Vaters, zu dem sie lange Jahre keinen Kontakt mehr hatte. Im neuen Zuhause warten aber die nächsten Probleme, denn ihre neuen Schwestern, die Zwillinge Anastasia und Juliet, zeigen sich wenig tolerant gegenüber Ellas stark vernarbter Haut und so hat Ella auch keinen guten Start in ihrer neuen Schule. Einen Lichtblick gibt es, denn sie tritt erneut in Kontakt mit Cinder, dem sie online schnell sehr nahe kommt, dem sie aber nichts von ihren gesundheitlichen Problemen erzählt. Doch auch Cinder birgt ein großes Geheimnis, denn er ist ein großer Hollywood-Star und Ella hat keine Ahnung, was auf sie zu kommt.
Wie der Titel des Buches schon erahnen lässt, handelt es sich bei diesem Roman von Kelly Oram um eine Parallele zum berühmten Märchen „Aschenputtel“ und es finden sich – wenn auch subtil und dosiert – immer wieder kleine Andeutungen zu diesem Klassiker.

Personen
Die Personen sind toll gezeichnet und die Leser wurden hier teilweise von der Entwicklung der Rollen überrascht, was das Buch neben der Handlung zusätzlich an Spannung bereichert hat.

Ella ist völlig durcheinander, da sie nach dem Unfall den Verlust ihrer Mutter verkrafte, ihre eigene Gesundheit akzeptieren muss und zudem in eine neue Familie aufgenommen wird, in der sie nicht jeder willkommen heißt. Was an Ella etwas schwierig ist, ist, dass sie einerseits einen sehr starken, kecken und schlagfertigen Charakter hat, was in den Gespräch mit Cinder deutlich wird. Andererseits wirkt sie im Konflikt mit ihrer Stieffamilie sehr hilflos und wird oftmals eher pampig, statt sich mit ihrer sonst so frischen Art zu verteidigen, was sie ein paar Sympathiepunkte kostet.

Cinder ist der Traumprinz der Geschichte, bei dem auch sehr schnell deutlich wird, dass er eigentlich erwachsener ist, als er sich teilweise in der Öffentlichkeit gibt. Beim Leser wird er schnell zum Darling und man wartet nur so darauf, dass er – wie auch im Aschenputtel-Märchen – Ellas Herz im Sturm erobert.

Juliet und Anastasia sind Ellas Stiefschwestern, die ihr den Start im neuen Zuhause und an der neuen Schule alles andere als leicht machen. Beide sind unfassbar fies und rücksichtslos und es dauert nicht lange, bis auch die Mitschüler sich am Mobbing beteiligen und Ellas das Leben in der Schule zur Hölle machen.

Ellas Vater wirkt oftmals sehr hilflos, aber manchmal möchte man ihn einfach packen und schütteln, da er immer wieder Entscheidungen trifft, die nicht in Ellas Sinne sind. Auch Ellas Stiefmutter verhält sich nicht viel anders. Zwar scheint sie sehr bemüht um Ellas Wohlergehen, tritt aber von einem Fettnäpfchen ins nächste und letztendlich wirkt sie eher von Mitleid erfüllt, als dass sie wirklich empathisch ist.


Cover
Das Cover ist sehr ansprechend gestaltet, insbesondere die Farben sind sehr gut gewählt, da sie zwar stimmig sind, aber auch einen guten Kontrast bieten. Die Blumen verleihen dem ganzen etwas märchenhaftes, doch es wird auch deutlich, dass es um eine Liebesgeschichte geht.

Fazit
Cinder & Ella ist ein Buch, das man nicht mehr beiseite legen möchte. Die Geschichte bedient sich an klischeehaften Märchenelementen, jedoch sehr subtil und ohne zu kitschig zu werden – und ich reagiere sehr allergisch auf zu viel Kitsch! Vielmehr hat man beim Lesen schnell diese catchy Disney-Teenie-Märchen vor Augen, die sonntags mittags im Fernsehen laufen. Die kleinen, aber feinen Parallelen und Hints zu Märchen sind sehr originell und stimmig eingebracht.
Besonders schön war, dass das Buch trotz der Märchen-Analogie immer wieder überrascht hat und nicht alle Handlungsstränge vorherzusehen waren. So war jederzeit Spannung garantiert!

  • Cover
  • Gefühl
  • Atmosphäre
  • Charaktere
  • Geschichte