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Veröffentlicht am 10.04.2022

Eine leichte Spannungsbrise

Mörderische Brise
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Clara Clüver macht sich auf den Weg nach Travemünde um dort eine neue Stelle anzutreten. Sie soll die neue Pfarrerin vor Ort werden, doch der alte Pfarrer scheint da nicht mitzuspielen und so ist Clara ...

Clara Clüver macht sich auf den Weg nach Travemünde um dort eine neue Stelle anzutreten. Sie soll die neue Pfarrerin vor Ort werden, doch der alte Pfarrer scheint da nicht mitzuspielen und so ist Clara zunächst gezwungen auf eigene Kosten nach einer Unterkunft zu suchen du auch die Zukunft scheint ungewiss, obwohl man ihr im Pfarrbüro Unterstützung zusagt. Zum Glück begegnet Clara den beiden Frauen Frieke und Jule und gewinnt mit Ihnen zwei neue Freundinnen und findet zugleich noch eine sehr schöne Wohnung. Und da es ja gerade keine Arbeit gibt, kommt Clara auch der Mord vor der neuen Haustüre gerade recht. So kann sie gemeinsam mit Jule ein wenig Detektivin spielen und kommt dabei dem Mörder auch ganz schön nahe.

„Mörderische Brise“ ist weniger Krimi als vielmehr eine schöne Geschichte über die Lübecker Bucht, die Besonderheiten der Menschen dort, die Schönheit der Natur und die örtliche Sage rund um Roggenbuk. Viel Spannung sollte man hier nicht erwarten aber eine wirkliche Urlaubs- und Wohlfühlatmosphäre. Der Spannung kommt eben nur eine leichte Brise zu.

Copyright © 2022 by Iris Gasper

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Veröffentlicht am 18.03.2022

Guernsey - mörderisch und romantisch zugleich

Kalt lächelt die See
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Dieser Krimi heißt seine Leserschaft auf der Kanalinsel Guernsey willkommen.

Dann geht es auch schon spannend los. Vor der Küste wird ein leeres Segelboot gefunden, mit Blutspuren. Die Ermittlungen ergeben, ...

Dieser Krimi heißt seine Leserschaft auf der Kanalinsel Guernsey willkommen.

Dann geht es auch schon spannend los. Vor der Küste wird ein leeres Segelboot gefunden, mit Blutspuren. Die Ermittlungen ergeben, dass das Boot vom Ehepaar Hamon gemietet wurde. Die örtliche Polizei ist alarmiert, denn die kleine Tochter der Hamons, Ava, ist vor zwei Jahren verschwunden und bislang nicht wieder aufgetaucht. Es drängt sich die Frage auf, ob es hier einen Zusammenhang gibt. Denn das Ehepaar bleibt fortan verschwunden und nicht nur sie…

Die Ermittlungen übernehmen Kate Langlois, die gebürtig von den Kanalinseln stammt. Ihr zur Seite gestellt wird der Neue: Tom Walker, der gerade auf eigenen Wunsch aus London nach Guernsey versetzt wurde. Und schließlich ist da noch deren Chef DeGaris, der die damaligen Ermittlungen um Ava geleitet hat und nach wie vor glaubt, dass die Eltern etwas mit dem Verschwinden bzw. Tod der eigenen Tochter zu tun haben.
Kate und Walker müssen sich zunächst einmal zusammenraufen und haben in der Anfangsphase der Ermittlungen so ihre Höhen und Tiefen. Kate ist nie wirklich sicher wie sie Walker einschätzen soll und ihm geht es scheinbar ähnlich, insbesondere da einige andere Kollegen Kate ihm gegenüber schlecht machen. Dennoch finden Kate und Walker in eine gute Zusammenarbeit hinein.

Ellis Corbet hat mit „Kalt lächelt die See“ einen schönen Krimi geschrieben, der sehr eindrücklich auch die besondere Landschaft der Kanalinseln mit ihrer Küste, ihren Einwohnern, ihrer Flora und Fauna und eben allen ihren Besonderheiten einfängt.

Schön verflochten sind auch die Beziehungen der Einheimischen untereinander und damit u.a. auch die verwandtschaftlichen und freundschaftlichen Beziehungen der Ermittlerin Kate Langlois auf der Insel. Hier kennt eben so gut wie Jeder Jeden und das ist nicht immer einfach.

Auch die Kriminalhandlung ist gelungen. Hier gibt es viele Verflechtungen und auch Missverständnisse, die die Ermittler und natürlich auch die Leser auf verschiedene falsche Spuren führen.

Das I-Tüpfelchen ist dann noch eine Prise Romantik. Was will man mehr?

Copyright © 2022 by Iris Gasper

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Veröffentlicht am 17.03.2022

Mehr als ein Familiengeheimnis

Das verschlossene Zimmer
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Die Geschichte entführt die Leserschaft in die Vergangenheit und zwar in das Jahr 1939 noch vor Beginn des 2. Weltkrieges. Die junge Marie lebt mit Ihrem Vater Dominik Karski, einem angesehenen Arzt, ...

Die Geschichte entführt die Leserschaft in die Vergangenheit und zwar in das Jahr 1939 noch vor Beginn des 2. Weltkrieges. Die junge Marie lebt mit Ihrem Vater Dominik Karski, einem angesehenen Arzt, in Krakau. An ihre Mutter kann sich Marie kaum erinnern. Sie möchte mehr über diese erfahren, doch ihrem Vater ist diesbezüglich nichts zu entlocken und so macht Marie sich alleine auf die Suche nach der Muter, deren Namen und dem Grund ihres Verschwindens.

Teilweise wirkt Marie etwas naiv in ihrem Verhalten. Vielleicht ist das ihrer Jugend geschuldet, vielleicht aber auch ihrem Elternhaus. Jedenfalls wird sie so behütet, dass sie offensichtlich viele Dinge gar nicht mitbekommt oder erst viel später. Dennoch ist diese junge Frau eine starke Persönlichkeit und sie wächst an dem was sie tut und erlebt.

Etwas fremd wirkt die Geschichte wohl zunächst auf den Leser, was wohl der Zeit geschuldet ist, in der sie spielt und auch der Region. Dennoch fesselt sie vom ersten Moment an. Nicht nur die Suche Maries sondern auch viele weitere Aspekte tragen hierzu bei. So geht es ganz nebenbei auch um den Krieg, um die Stellung der Juden in der Gesellschaft zum damaligen Zeitpunkt, um die Rolle der Frau und vieles mehr. Und dann geht die Reise noch weiter zurück in die Vergangenheit, in die Zeit des 1. Weltkrieges und kurz danach, in die Zeit von Maries Geburt. Und schließlich geht eine Suche zu Ende und etwas Neues beginnt.

Die Autorin hat hier eine Geschichte geschrieben, dies ihresgleichen sucht und hält gegen Ende auch noch eine große Überraschung bereit. Mich konnte „Das verschlossene Zimmer“ durchgängig begeistern und das erst recht, weil ich aufgrund des Klappentextes zunächst eine ganz andere, vielleicht nicht so hintergründige Story erwartet habe.

Copyright © 2022 by Iris Gasper


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Veröffentlicht am 10.02.2019

Nette Unterhaltung... aus dem Leben

Vom Glück und den Tagen dazwischen
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Emmi hat die Männer satt. Mit Ende dreißig beschließt sie die Suche nach dem Richtigen einfach einzustellen, denn alleine ist doch alles viel besser. Mit dieser Einstellung will sie fortan durchs Leben ...

Emmi hat die Männer satt. Mit Ende dreißig beschließt sie die Suche nach dem Richtigen einfach einzustellen, denn alleine ist doch alles viel besser. Mit dieser Einstellung will sie fortan durchs Leben schreiten. So verzichtet sie auch auf die geplante Urlaubsreise mit lauter Singlereisenden. Und dennoch soll es für sie einen abwechslungsreichen Sommer geben, denn völlig unerwartet stirbt der Mann ihrer Vermieterin und es ergibt sich, dass Lore (die Vermieterin) eine Reise in die Normandie antritt. Zu dieser Reise begleiten sie neben zwei Freundinnen auch Emmi und eine weitere Hausbewohnerin. Die fünf sehr unterschiedlichen Frauen müssen sich auf dieser Reise mit den Besonderheiten der Mitreisenden aber auch mit ihren eigenen, teilweise lange verdrängten Problemen, auseinandersetzen. Dies führt zu einigen lustigen und auch manchen haarsträubenden Ereignissen.

Frida Matthes hat mit „Vom Glück und den Tagen dazwischen“ eine teilweise heitere, teilweise auch nachdenklich stimmende Geschichte geschrieben. An einigen Stellen dürfte sich wohl fast jede Leserin selbst wiederfinden, andere Stellen wiederum sind leicht verrückt und dennoch vielleicht möglich. Alles in allem dürfte uns die Geschichte wohl sagen, dass das Leben eben so ist wie es ist, mit vielen Höhen und Tiefen aber irgendwie doch immer schön und lebenswert. Und nicht alles ist so wie es auf den ersten Blick scheint. Dazu gehören dann wohl auch die Männer und die Liebe…

Wer mit den unterschiedlichsten Charakteren klar kommt und sich einfach nur unterhalten lassen möchte, der liegt mit diesem Buch genau richtig.

Copyright © 2019 by Iris Gasper

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Veröffentlicht am 01.08.2018

Nichts ist verziehen

Nichts ist verziehen
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Ein Klassentreffen führt nach vielen Jahren alte Feinde und alte Freunde wieder zusammen. Die Stimmung ist ungewöhnlich, irgendwie angespannt. Dazu trägt auch bei, dass das Klassentreffen an dem Ort stattfindet, ...

Ein Klassentreffen führt nach vielen Jahren alte Feinde und alte Freunde wieder zusammen. Die Stimmung ist ungewöhnlich, irgendwie angespannt. Dazu trägt auch bei, dass das Klassentreffen an dem Ort stattfindet, an dem man bereits zu Schulzeiten einmal groß gefeiert hat: eine Hütte im Wald, die einem ehemaligen Lehrer gehört. Schnell sind alle leicht angetrunken und dann kommt das böse Erwachen: Ein Toter. Und dabei soll es nicht bleiben.

„Nichts ist verziehen“ ist der dritte Band einer Reihe rund um die Journalistin Magdalena. Diese ist, wie soll es anders sein, ehemaliges Mitglied der Klasse, um die es in dieser Geschichte geht.

Zu Beginn des Buches werden viele Personen eingeführt, was zunächst etwas verwirrend ist. Doch nach und nach weiß man als Leser um wen es hier gerade geht und wie die Zusammenhänge sind. Durch Rückblicke und alte Tagebucheinträge erfährt man Details über die Schulzeit der Klasse und kann dabei munter darauf los rätseln wie die Vergangenheit wohl mit den Ereignissen in der Gegenwart zusammenhängt. Hier gibt es viele mögliche Ansatzpunkte, die auf einen Täter oder eine Täterin hindeuten.

Zwischendurch werden auch viele private Details einzelner Personen genauer betrachtet, so z.B. Magdalena und ihre Ängste. Die Journalistin leidet darunter, dass sie unterhalb der Woche stets von ihrem Partner getrennt ist. Hinzu kommt, dass sie aufgrund ihrer journalistischen Tätigkeit und ihrer Haltung und Berichterstattung über Flüchtlinge derzeit eine Menge an Hassmails bekommt und Anfeindungen ausgesetzt ist. Auch die Ermittler werden näher beleuchtet. Viele von ihnen haben ebenfalls Beziehungsprobleme.

Dieser Schwedenkrimi ist eine gelungene Mischung. Er kommt nicht super spannend daher, aber es lohnt sich ihn zu lesen. Die Auflösung ist dann etwas überraschend. In jedem Fall ist dieser Krimi sowohl etwas für diejenigen, die die Vorgänger der Reihe schon kennen, als auch für jene, die sie nicht kennen.

Copyright © 2018 by Iris Gasper