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Veröffentlicht am 16.07.2026

Metafiktion

If Books Could Kill
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„Die Fiktion überschreibt nicht dein altes Leben; sie läuft parallel.“
Kate Eberles Roman „If books could kill” ist ein Paradebeispiel für Metafiktion.
Das beginnt schon beim Titel, denn er lautet nicht ...

„Die Fiktion überschreibt nicht dein altes Leben; sie läuft parallel.“
Kate Eberles Roman „If books could kill” ist ein Paradebeispiel für Metafiktion.
Das beginnt schon beim Titel, denn er lautet nicht „if looks could kill“. Wortspiel ahoi!
Einen ähnlich kreativen deutschen Titel hätte ich aber auch gut gefunden…
Worum geht’s?
- Roxie Mitchells größter Wunsch ist es, ihren book boyfriend zu treffen, zu diesem Zweck muss sie natürlich in ihrem Lieblingsbuch eine Rolle spielen. Wider Erwarten geht ihr Wunsch in Erfüllung – dumm nur, dass sie mitten in einem Thriller landet (dabei wollte sie so gerne die Heldin in einer Liebesgeschichte ihrer Lieblingsautorin Anna Matthews sein

Anna Matthews indes will nicht mehr als Schnulzenautorin belächelt werden und wechselt klammheimlich das Genre, da ist guter Rat teuer, denn aus dem romantischen Helden ist - wie bereits erwähnt - ein eiskalter Mörder geworden. Roxie muss sich mit Grant Hoffman (einem launischen Literaturwissenschaftler) verbünden. Nur wenn es ihnen gelingt, die verschollene Anna Matthews zu finden, kann die Geschichte ein buchstäblich gutes Ende finden. Im Verlauf der Handlung erfährt die desillusionierte Roxie, dass auch „echte Männer“ ihre Vorteile haben können. Vielleicht muss es nicht immer der perfekte book boyfriend sein?

Kate Eberle präsentiert in ihrem Debutroman einen spritzigen Mix aus RomCom und Thriller. Die humorvollen Passagen mochte ich sehr gerne. Die Autorin schöpft aus den Vollen – Tropen, Topoi, Klischees werden ad Absurdum geführt. Als Leser hat man oft ein Déja-Vu. Man muss natürlich bereit sein, sich auf die Geschichte einzulassen. Die Figurenzeichnung konnte mich überzeugen und die Einbettung in einen realen nordamerikanischen Kontext erzeugt Urban Fantasy Vibes. Als Autorin hätte ich den plot aber stellenweise etwas gestrafft. Gewisse Längen traten für mich durch die schiere Erzählfreude Eberles in den Hintergrund, andere Leser werden das vielleicht nicht so sehen.
Fazit:
Mal was Anderes! Es hat mir großen Spaß gemacht, Kate Eberles Erstlingswerk zu lesen und ich kann es allen Lesern empfehlen, die Metafiktion schätzen und lieben. Auch das Audiobook hat mir gut gefallen - der Vortrag von Viola Müller konnte mich begeistern, obwohl ich eigentlich ein „Hörbuch-Muffel“ bin.
Volle Punktzahl!

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Veröffentlicht am 20.06.2026

Eine(r) wird gewinnen

Die Queen von Mayfair
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„Ist denn die Ehe der einzige Weg, Frieden zu erlangen?“

Der Roman „Die Queen von Mayfair“ hat mich sehr gut unterhalten, die Lektüre hat mir von Anfang an großen Spaß gemacht – das ist selten! ...


„Ist denn die Ehe der einzige Weg, Frieden zu erlangen?“

Der Roman „Die Queen von Mayfair“ hat mich sehr gut unterhalten, die Lektüre hat mir von Anfang an großen Spaß gemacht – das ist selten! Stil und Sprache passen meines Erachtens
gut zur beschriebenen Epoche; auch die deutsche Übersetzung ist sehr solide, wenn man bedenkt, dass Ausdrücke wie „vermaledeit“ verwendet werden.

Vor allem die Rahmenhandlung hat mir gut gefallen, das britisch-viktorianische setting an sich ist im Prinzip ein „Selbstläufer“. In der Unterhaltungsliteratur kommt es nicht selten zum Einsatz, Geschichten „von der Insel“ nehmen oft im neunzehnten Jahrhundert ihren Lauf, so auch hier.

- Worum geht’s?

London ist einerseits die Stadt der Schönen und Reichen, andererseits auch ein Magnet für Glücksritter und einfache Leute.

Der Adel regiert, neben der working class gibt es natürlich die Underdogs, die ihren Platz in der Gesellschaft einnehmen wollen – mit allen Mitteln!
Auftritt Quinn le Blanc - nomen est omen kann man hier nicht behaupten.
Wenn die High Society nur wüsste, dass sie eigentlich ein Niemand ist (böse Zungen würden von einer Betrügerin sprechen.)!
Sie hat sich ein großes Ziel gesetzt – in nur fünf Tagen will sie den Duke of Kendal für sich gewinnen. Dieser ist mitnichten ein verarmter Aristokrat. Da der Mann dem Anschein nach über ein stattliches Vermögen verfügt, stürzt sich die Protagonistin in die Ballsaison.

Wird es ihr gelingen, den Duke zu erobern?

Die Erzählung beginnt temporeich, das pacing hat mir insgesamt gut gefallen; gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse, sodass ich als Leserin das Gefühl hatte, dass der Autor zum Ende kommen wollte, was ein bisschen schade ist.
Aber die Figurenzeichnung hat mir zugesagt. Quinn ist einerseits mit allen Wassern gewaschen, andererseits hat sie aber auch ihre Fehler. Der Duke ist auf den ersten Blick natürlich ein Snob wie er im Buche steht, er hat aber auch eine andere Seite. Die Gestaltung der Nebenfiguren fand ich ebenfalls interessant. „Die Queen von Mayfair“ ist keine kitschige Liebesgeschichte vor historischer Kulisse – der schöne Schein will in der Geschichte gewahrt werden, aber sind die Dinge und die Menschen wirklich so, wie sie präsentiert werden?

Insgesamt habe ich den Gesellschaftsroman aus der Feder von Alex Hay gerne gelesen.



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Veröffentlicht am 11.05.2026

Die perfekte Strandlektüre?

Summer Tides
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Ich gebe es zu - das Cover des Romans „Summer Tides“ macht neugierig. Die verspielte Umschlaggestaltung lädt zum Lesen ein.

Worum geht’s ?

Schauplatz Cornwall: Scarlett hat das Großstadtleben ...

Ich gebe es zu - das Cover des Romans „Summer Tides“ macht neugierig. Die verspielte Umschlaggestaltung lädt zum Lesen ein.

Worum geht’s ?

Schauplatz Cornwall: Scarlett hat das Großstadtleben in London satt und will im malerischen St. Ives durchstarten, indem sie in der Saison ein Strand-Kiosk anmietet, die Touristen wollen im Küstenstädtchen auf Cornwall schließlich versorgt werden. Dumm nur, dass sie einer Hochstaplerin ins Netz gegangen ist, der das Kiosk gar nicht gehört. Da ist guter Rat teuer! Zum Glück gibt es viele nette Leute auf der Halbinsel– Scarlett erfährt vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben, was Rückhalt wirklich bedeutet:

„In dieser Familie wird wohl miteinander gesprochen. Dinge werden besprochen und geklärt, und auch das kenne ich nur aus Fernsehserien.“

Die junge Frau ist voller Selbstzweifel, was dazu führt, dass sie sich in Beziehungsdingen mit breadcrumbing zufrieden gibt:

„Und seine Aufmerksamkeit hat sich so gut angefühlt. Sie war wie eine flauschige, warme Decke, die sich über meinen Schmerz und meine Unsicherheit gelegt hat.“

Das Desinteresse ihres Freundes entschuldigt Scarlett mit den Worten: „Eric ist nun mal ein freiheitsliebender Mensch.“

Zunächst hat die Protagonistin kein Interesse am Rettungsschwimmer Jonah, der sich seinerseits an jede Kleinigkeit aus der Vergangenheit erinnert („Hattest Du früher nicht rote Haare?“).

Doch da ist dieses Knistern, das Scarlett nicht ignorieren kann …


„Summer Tides“ ist vielleicht die perfekte Strandlektüre. Die ausführlichen Landschaftsbeschreibungen bewirken, dass man als Leser ‚mittendrin statt nur dabei‘ ist. Erzähltechnisch ist der (Liebes)Roman einigermaßen konventionell aufgebaut:
Die Geschichte wird abwechselnd aus Scarletts und Jonahs Perspektive erzählt, was in dem Genre definitiv keine Seltenheit ist. Auch thematisch setzt die Autorin auf Altbewährtes: second chances meets found family & slow burn.

Die Figurenzeichnung und – konstellation folgt bekannten Mustern, es gibt zum Beispiel die sprichwörtliche bff und die Hauptpersonen sind natürlich schöne Menschen, wie könnte es anders sein. Das Äußere spiegelt aber nicht die innere Haltung der Helden wider.


Es gefällt mir, dass die Protagonisten nicht perfekt sind. Beide wollen einen Neuanfang wagen, wobei sie eigentlich nicht damit gerechnet haben, ausgerechnet im jeweils anderen einen Seelenpartner zu finden. Jonah muss seinen Fluchtreflex „abstellen“, während Scarlett an ihrem Selbstwertgefühl arbeiten muss.

Nicht so gut gefällt mir die finale Ausarbeitung der Geschichte. Die Formulierungen sind für meinen Geschmack stellenweise zu salopp („Vorhin erst die Präsi abgeschickt.“); insofern fällt es mir beim Lesen stellenweise schwer zu glauben, dass britische Figuren auf Cornwall agieren. In meinen Ohren klingen manche Sätze einfach „zu Deutsch“, das stört den Lesefluss.

Aber es gibt – wie bereits erwähnt- auch positive Aspekte:

In der Erzählung geht es darum, dass es im Leben manchmal anders kommt, als man denkt. Selbstliebe ist ein zentrales Motiv.

Als Autorin hätte ich die Geschichte stellenweise jedoch definitiv gestrafft, um Dinge pointierter darzustellen. Ein wenig mehr Spannung hätte dem Handlungsverlauf nicht geschadet. Es hapert in meinen Augen am Handwerklichen; daher habe ich relativ lange gebraucht, um das Buch zu lesen. Die Grundidee ist dennoch prima.

Fazit:
„Summer Tides“ ist die ideale Lektüre für Zwischendurch. Definitiv ein summer read mit einem Touch Tiefgang. Auch wenn der Roman insgesamt hinter meinen Erwartungen zurückblieb, habe ich ihn gerne gelesen.

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Veröffentlicht am 02.04.2026

"Frühling lässt sein blaues Band..."

Ein Zuhause im Frühling
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Ich habe alle Teile der „Romantic Escapes“ – Reihe von Julie Caplin gelesen, die Geschichten gefielen mir relativ gut. Lediglich „Die kleine Bucht in Kroatien“ fand ich sehr schwach.

Daher ...

Ich habe alle Teile der „Romantic Escapes“ – Reihe von Julie Caplin gelesen, die Geschichten gefielen mir relativ gut. Lediglich „Die kleine Bucht in Kroatien“ fand ich sehr schwach.

Daher war ich auf die neue Serie der Autorin gespannt. „Ein Zuhause im Frühling“ ist der Auftaktband der „Country Escapes“ – Reihe. Julie Caplin bleibt ihrem Erfolgsrezept treu – allerdings steht hier kein Städtetrip im Fokus, man bleibt in Good Old England, genauer gesagt im englischen Hinterland, wo die gestresste Londoner Illustratorin Ella ihren Frieden finden will. Ihre Beziehung steht auf der Kippe, der Job ist anstrengend und das Großstadtleben ermüdend. In einem schnuckeligen Cottage in der Pampa (praktischerweise gehört das Häuschen Ellas Tante) will die junge Frau zur Ruhe kommen, doch sie hat nicht mit der quirligen Labradorhündin Tess gerechnet. Der Dorftierarzt Devon scheint anfangs ein unfreundlicher Zeitgenosse zu sein, doch nach und nach findet die Protagonistin Gefallen am Landleben, nachdem sich die Rückkehr in die Heimat anfangs wie ein Scheitern anfühlte …

Es ist kein Ich-Erzähler, der hier durchs Geschehen führt. Diese personale Perspektive ist Caplins Spezialität und auch hier passt dieses Stilmittel gut zur Geschichte. Die Figuren sind gut ausgearbeitet, natürlich gibt es hin und wieder auch klischeehafte Elemente und etwas konstruiert wirkende Begebenheiten. Die Bewohner des Dörfchens Wilsgrave haben – wie könnte es anders sein – das Herz am rechten Fleck. Von einem Unterhaltungsroman zum Entspannen erwarte ich allerdings keinen Mann’schen Tiefgang. Auch die Tatsache, dass der Handlungsverlauf einigermaßen vorhersehbar ist, tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Ich bin durchaus ein Tierfreund, die Szenen mit Hund haben mich allerdings nicht so wirklich begeistert. Manche Leser mögen es sicher, wenn Tiere in den Rang eines Protagonisten erhoben werden; ich hätte die Story in dieser Hinsicht etwas gestrafft, aber dann hätte wohl das gesamte Erzählkonzept nicht funktioniert, da der Schwarm der Heldin von Beruf Veterinär ist.

Fazit:

3/5.
Die ideale Lektüre „für Zwischendurch!“

„Ein Zuhause im Frühling“ von Julie Caplin hat mich insgesamt gut unterhalten; ich bin mir allerdings noch nicht sicher, ob ich auch den Folgeband („Ein Wiedersehen im Sommer“) lesen werde.


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Veröffentlicht am 15.11.2025

WOMEN ON FIRE

Hot Stuff
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Beherrschen Ernährungsratgeber im Sachbuchgenre (man denke nur an die „Ernährungsdocs“) den deutschen Buchmarkt?

In den 1990/2000er Jahren erfreute sich die sympathische Radiomoderatorin und Vjane Anastasia ...

Beherrschen Ernährungsratgeber im Sachbuchgenre (man denke nur an die „Ernährungsdocs“) den deutschen Buchmarkt?

In den 1990/2000er Jahren erfreute sich die sympathische Radiomoderatorin und Vjane Anastasia Zampounidis großer Beliebtheit. Mit dem Niedergang des Musikfernsehens musste ein neues Betätigungsfeld erschlossen werden – die Ratgeber, die die Berlinerin mit griechischen Wurzeln zum Thema „zuckerfreie Ernährung“ veröffentlichte, eroberten nicht selten die SPIEGEL- Bestsellerlisten.

Nun hat sie mit „Hot Stuff. Natürlich und entspannt durch die Wechseljahre.“ ein Sachbuch zum Thema Menopause vorgelegt.
Mittels einer speziellen Ernährung (natürlich zuckerfrei!) soll frau leichter durch diese Lebensphase gehen. Auch auf Sport und Co. wird eingegangen, eine medikamentöse Begleitung wird eher kritisch betrachtet, was ich persönlich nicht unproblematisch finde. Jeder Hormonhaushalt ist anders. Wie verändert sich der weibliche Körper, was bedeutet die Transformation für das Liebesleben? Auch diese Aspekte werden in „Hot Stuff“ angeteasert.
„Mehr als 50 Rezepte“ werden angeboten.
Das Format des Buches ist recht ansprechend, auch die verspielte Umschlaggestaltung gefällt. Etwas irritierend finde ich jedoch die „denglischen“ Wendungen wie „Hot Tipp“. Andererseits stellt der rein englische Titel „Hot Stuff“ ein gelungenes Wortspiel dar.
Positiv hervorzuheben ist die klare Gliederung des Buches – ich liebe es, wenn ein Text gut strukturiert ist.
Eine Spotify – Playlist zum Thema Wechseljahre ist eigentlich redundant, dieser Tipp wirkt dann auch wie eine Art Lückenfüller. Auch auf die Fotos im Buch, auf denen die Autorin abgebildet ist, kann eigentlich verzichtet werden. Die Bilder, auf denen Rezepte und diverse Gerichte prangen, gefallen sehr.

Fazit:

Es kann sicher nicht schaden, diesen vegetarischen Ernährungsratgeber zu konsultieren. Das Augenhöhe-Prinzip spielt hier eine große Rolle, ergänzend könnte frau jedoch auch Publikationen von Gynäkologinnen oder Nuklearmedizinerinnen zu Rate ziehen.
Das Buch „Hot Stuff“ von Anastasia Zampounidis bietet eine kompakte Einführung in das Thema ‚Wechseljahre‘.

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