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Veröffentlicht am 23.03.2020

Wo das Glück zu Hause ist

Happy Ever After – Wo das Glück zu Hause ist
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„Happy Ever After – Wo das Glück zu Hause ist“ ist der Auftaktband einer tollen neuen Reihe. Als die Bibliothekarin Nina Redmond ihren Job in Birmingham verliert, bläst sie nicht lange Trübsal. ...

„Happy Ever After – Wo das Glück zu Hause ist“ ist der Auftaktband einer tollen neuen Reihe. Als die Bibliothekarin Nina Redmond ihren Job in Birmingham verliert, bläst sie nicht lange Trübsal. Selbst ist die Frau, denkt sie sich und so macht sie sich auf, um in Schottland Bücher an den Mann beziehungsweise die Frau zu bringen. Mit dem Bücherbus „gondelt“ sie durch die Highlands. Die schüchterne junge Frau stößt dabei auf manches Hindernis. Nach einigen Startschwierigkeiten findet Nina nicht nur beruflich ihr Glück...

Ich habe den Roman aus Jenny Colgans Feder sehr gerne gelesen! Colgans Stil liest sich einfach und flüssig, klare, kurze Sätze dominieren, mir war der Stil fast ein wenig zu schlicht! Die Protagonistin Nina wandelt sich von der schüchternen jungen Frau zu einer resoluten jungen Dame, die Wandlung wird plausibel beschrieben, sie kommt nicht aus dem Nichts heraus! Auch die Liebe spielt eine Rolle im ersten Band einer neuen Serie. Die Figuren haben Ecken und Kanten, sie sind gut charakterisiert und nicht zu flach; Ninas Mitbewohnerin Surinder mochte ich sehr gerne. Wenn man viele Romane des Genres gelesen hat, wird man manche Elemente vielleicht etwas vorhersehbar finden, und man sollte keinen Mann’schen Tiefgang erwarten. Das Ganze wirkt in Zeiten der Digitalisierung und Onleihe liebenswert altmodisch. In diesen unruhigen Zeiten war Jenny Colgans Sommer- Schmöker aber genau die richtige Lektüre für mich.

Fazit:
„Happy Ever – Wo das Glück zu Hause ist“ von Jenny Colgan ist der erste Band einer neuen Reihe, die sich wohl primär an Frauen richtet. Die Protagonistin muss sich beruflich neu orientieren & findet ganz nebenbei die große Liebe.

Kurzum: Tolle Chick -lit!

Ich vergebe vier von insgesamt fünf möglichen Sternen für den Roman.




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Veröffentlicht am 11.03.2020

Dankbarkeiten

Dankbarkeiten
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„Es kam plötzlich. Von einem Tag auf den anderen. Ich will nicht behaupten, dass es keine Vorzeichen gab.“

In Delphine de Vigans „Dankbarkeiten“ wird die Geschichte von Michelle („Michka“) ...


„Es kam plötzlich. Von einem Tag auf den anderen. Ich will nicht behaupten, dass es keine Vorzeichen gab.“

In Delphine de Vigans „Dankbarkeiten“ wird die Geschichte von Michelle („Michka“) erzählt. Eines Tages beginnt Michka, die Orientierung zu verlieren. Die kinderlose alte Dame kann ihren Alltag nicht mehr selbständig organisieren. Ängste plagen sie. Sie, die stets aktive Frau in jungen Jahren, wird von einer engen Vertrauten -Marie- ins Seniorenheim gebracht. Michka möchte jedoch unbedingt noch die Menschen finden, denen sie in tiefer Dankbarkeit verbunden ist …
Der liebevolle Ton der Autorin Delphine de Vigan hat mich besonders berührt, auch wenn ich die Lektüre bedrückend fand. Wenn Menschen alt und krank werden, müssen sie ins Heim, diese traurige Realität von westlichen Gesellschaften wird in „Dankbarkeiten“ perfekt abgebildet. Das macht betroffen und auch wütend, und mit „Dankbarkeiten“ regt de Vigan zum Nachdenken an, sie liefert eine längst fällige Geselllschaftskritik, die jedoch durch manche Figuren etwas abgemildert wird. So gibt es etwa einen Logopäden im Pflegeheim, der sich rührend um Michelle kümmert (die Sprache kommt ihr abhanden). Sollten wir nicht alle geduldig mit alten Menschen sein?
Alternierende Perspektiven führen den Leser durch’s Geschehen, der Stil der Autorin ist klar und präzise, was im Gegensatz zu Michelles unpräziser Wortwahl steht. Die Geschichte ist zuweilen tragikomisch, etwa wenn Michka, die unter Aphasie leidet, Phantasiewörter erfindet, das Ganze driftet aber nie in Kitsch ab, vielmehr werden philosophisch – ethische Fragen aufgeworfen, und die Autorin zeigt, dass im Leben nicht nur das Materielle zählt.

Fazit:

„Dankbarkeiten“ ist ein absolut lesenswerter Roman.

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Veröffentlicht am 04.03.2020

Die eiserne See

Die Eiserne See - Wilde Sehnsucht
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Zum Inhalt:

In diesem Fantasyroman mit Steampunk-Elementen gibt es zwei Antagonisten, die Inspektorin Wilhelmina und den Herzog Rhys. Letzterer gilt als Kriegsheld und Haudegen, da er England von der ...

Zum Inhalt:

In diesem Fantasyroman mit Steampunk-Elementen gibt es zwei Antagonisten, die Inspektorin Wilhelmina und den Herzog Rhys. Letzterer gilt als Kriegsheld und Haudegen, da er England von der "Horde" befreite. Wilhelmina muss ihm einen Besuch abstatten, da ein Mord in seinem Haus geschah, und so nehmen die Ereignisse ihren Lauf...
Der Roman ist durchaus unterhaltsam, Luftschiffe, Dampfmaschinen und sonstige Automaten dienen dazu, den Roman im Genre des Steampunk zu verorten. Der Romantikanteil wiegt jedoch schwerer, und so kann Meljean Brooks Werk vor allem Romance - Leserinnen erfreuen.

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Veröffentlicht am 02.03.2020

Only life can be stranger than fiction

Milchmann
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„Milchmann“ ist in seinem Kern ein feministischer Roman. Es gibt namenlose Figuren wie die achtzehnjährige Protagonistin, nur der nicht minder ominöse „Milchmann“ ist näher charakterisiert, nicht auf gute ...

„Milchmann“ ist in seinem Kern ein feministischer Roman. Es gibt namenlose Figuren wie die achtzehnjährige Protagonistin, nur der nicht minder ominöse „Milchmann“ ist näher charakterisiert, nicht auf gute Weise. Er stalkt die Protagonistin, wird jedoch nicht an den Pranger gestellt. Vielmehr wird die Schuld der unschuldigen Hauptfigur zugeschoben -slut shaming lässt grüßen (Ich musste während der Lektüre an die Serie „Fleabag“ denken. In der Streaming – Serie wird die Protagonistin vom Mann ihrer Schwester bedrängt, niemand glaubt ihr)!
Überhaupt bleibt in dieser Erzählung von Anna Burns Vieles ungesagt, es lässt sich jedoch zwischen den Zeilen herauslesen. Die Gewalt und der Terror implizieren, dass der Ort der Handlung Belfast (in Nordirland) ist. In den späten 1970er Jahren waren die sogenannten „Troubles“ das beherrschende Thema der britischen Innenpolitik. Anna Burns beschreibt die bürgerkriegsähnlichen Zustände sehr anschaulich, daher ist das Buch bestimmt kein „Wohlfühlbuch“; dennoch ist es eine gewitzte Erzählung, ein schwarzhumoriger Kommentar, der auf sarkastische Art die bitterernste Bedrohung der damaligen Zeit aufzeigt, die an Skurrilität grenzende Bigotterie. Wie Eugène Ionesco entwirft Burns eine absurde Szenerie, aber wie sagt der Engländer so schön: „Only life can be stranger than fiction.“ Die kafkaeske Grundstimmung des Romans trifft auf wahre Begebenheiten, denn der Nordirlandkonflikt fand in seiner heißen Phase wirklich so statt, wie es die Autorin schildert – auch wenn sie mit Verfremdungseffekten arbeitet. Als Leser muss man jedoch über „Sitzfleisch“ verfügen, denn es gibt keinen wirklichen plot, fast könnte man meinen, der Roman sei sehr handlungsarm, aber es passiert dennoch Vieles, das auch in der heutigen Zeit noch für Probleme sorgt. Daher ist „Milchmann“ mehr als ein (zeit)historischer Roman; er spiegelt durchaus auch das heutige Machtgefälle der Geschlechter wider. „Milchmann“ ist völlig zurecht mit dem Man Booker Prize 2018 ausgezeichnet worden, denn es ist eine formal innovative Geschichte, die aber leider auch Längen aufweist. Daher vergebe ich für Milchmann von Anna Burns vier von insgesamt fünf möglichen Sternen, und ich spreche eine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 29.02.2020

The Work

Ich will ja loslassen, doch woran halte ich mich dann fest?
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Der Titel ist Programm - im Sachbuch wird die Methode "The Work" (erfunden von Byron Katie) erörtert. Und tatsächlich ist es eine Herangehensweise, die Konzentration und auch ein wenig Kopfarbeit erfordert. ...

Der Titel ist Programm - im Sachbuch wird die Methode "The Work" (erfunden von Byron Katie) erörtert. Und tatsächlich ist es eine Herangehensweise, die Konzentration und auch ein wenig Kopfarbeit erfordert. Man soll seine Gedanken quasi neu programmieren, um Gedankenspiralen und negatives Grübeln zu durchbrechen. Mehrere Schritte sind dazu nötig. Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben ?

Mir persönlich scheint dieses Verfahren ein wenig umständlich zu sein, und ich denke es ist schwierig für Kopfmenschen, das Gedankenkarussell mittels noch mehr "Kopfgymnastik" zu durchbrechen.

Die Verlagsbeschreibung liest sich so:

"In ihrem Buch berichtet die bekannte Schauspielerin, wie sich ihr Leben mit THE WORK (von Byron Katie) verändert hat und wie auch wir es schaffen können unsere negativen Gedanken zu überwinden.

„Mein Chef ist unzufrieden mit mir. Ich werde krank werden. Mein Partner wird sich von mir trennen. Mein Kind wird einen Unfall haben. Meine Mutter lehnt mich ab.“

Die meisten Befürchtungen, die wir den ganzen Tag hegen, treten nie ein. Die meisten Sorgen, die wir uns machen, lösen sich wieder in Luft auf und doch können wir diese negativen Gedanken nie ganz von uns abschütteln. Wie wäre das Leben ohne diese Gedanken, befreit von allem Unheil, das zwar noch nicht da ist, das wir aber in Zukunft vermuten?

In lebendigen und berührenden Geschichten erzählt Ina Rudolph von ihren Erfahrungen mit "The Work" und wie sich ihre Freundschaften, die Beziehung zu ihrer Tochter und ihrem Lebenspartner sowie ihre berufliche Situation nach und nach positiv veränderten. "

Daraus kann man ableiten, dass die Autorin, die eine Ausbildung zum "The Work" - Coach gemacht hat & hauptberuflich Schauspielerin ist, sehr Persönliches in "Ich will ja loslassen..."

mitteilt, und viele Fallbeispiele mit Praxisbezug anführt.




Das Sachbuch ist nicht durch ein Psychologie - oder Medizinstudium der Autorin beeinflusst und blendet daher evtl. manche Gründe für Grübelei aus. Die Autorin behauptet allerdings auch nicht, allwissend zu sein, womit sie auf dem boomenden Markt der Ratgeberliteratur eine erfreuliche Ausnahme bildet.


Ich halte "The Work" für eine Herangehensweise, die auf Ratio basiert. Hier wird dem Leser kein schnelles Heilsversprechen offeriert, aber auch kein esoterischer Quatsch untergejubelt.

Ich finde die Methode wie gesagt ein wenig umständlich, kann aber kein allgemeingültiges Urteil abgeben.

Fazit: Lesen, selber ausprobieren.

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