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Veröffentlicht am 15.09.2016

Spannungs geladen

Gegen alle Zeit
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Nach dem ich von dem ersten Roman „Unter der Asche“ voll auf begeistert gewesen bin, waren mein Anspruch dementsprechend hoch.
In dem zweiten Roman nun ist das Geschehen etwas anders. Henry Ingram erwacht ...

Nach dem ich von dem ersten Roman „Unter der Asche“ voll auf begeistert gewesen bin, waren mein Anspruch dementsprechend hoch.
In dem zweiten Roman nun ist das Geschehen etwas anders. Henry Ingram erwacht in einem Keller, wo er glaubt ihn nicht zu kennen. Seine Gedanken kreisen und so richtig kann er nicht nachvollziehen wo er ist und warum er so einen fürchterlichen Kater hat.
Und es dauert ein wenig, bis er überhaupt begreift, das er sich in einer anderen Zeit befindet. Anfänglich glaubt er in einer Show zu sein, wie „versteckte Kamera“. Aber nach und nach wird ihm klar, das man eine Kulisse in so einer Größe wohl doch nicht bauen kann.

Man könnte es auch als Weiterführung seines ersten Romanes nehmen, wobei sie gut voneinander getrennt sind.
Henry hat am Vorabend als Schauspieler an dem Premierestück "Bettleroper" gespielt, und nun wo ihm klar wird, das er sich im 18. Jahrhundert, nämlich 1724 in London befindet, beginnt ein Abenteuer unglaublicher Art.
Nach und nach trifft er immer wieder auf Figuren, die in der Oper eine Rolle spielen. Es wird keine Figur ausgelassen. Am meisten aber angetan ist Henry von der Hure Edgworth Bess.
Immer wieder stellt er sich die Frage in welchem Zusammenhang wohl alles steht. Nun ganz langsam fügt er das Puzzle zusammen. Und was dann geschieht, sollte jeder Leser für sich alleine lesen. Ansonsten würde man zu viel verraten.

Mein Fazit:
Ich bin nicht enttäuscht worden, im Gegenteil im Vergleich zu „Unter der Asche“ war für mich noch mal eine Steigerung. Der Schreibstil ist super flüssig und in der Spannung steigend. Eine erstaunliche Geschichte, sich auf diese Art auf eine Zeitreisen zu begeben. Auch die Recherchen zur Bettleroper waren erstklassig und ins Detail genau beschrieben. Wie diese entstanden ist und welche Protagonisten eine Rolle spielten. Ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen.

Veröffentlicht am 14.03.2017

Das darf nicht noch mal passieren

Der letzte Überlebende
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"Der letzte Überlebende" von Sam Pivnik ist ein Buch welches über die Gräueltaten des Nationalsozialismus berichtet, die Sam Pivnik am eigenen Leib erfahren musste.

Szlamek hat in seinem Heimatort​Bedzin ...

"Der letzte Überlebende" von Sam Pivnik ist ein Buch welches über die Gräueltaten des Nationalsozialismus berichtet, die Sam Pivnik am eigenen Leib erfahren musste.

Szlamek hat in seinem Heimatort​Bedzin eine​ unbeschwerte Kindheit so seine Erinnerungen, es ist ruhig und friedlich und alle kommen miteinander aus.
Auch die Ferien hat er in guter Erinnerung und hat es als sorglos und schön empfunden.
Seine Eltern sind liebevoll zu ihren Kindern, mit seinen Geschwistern hat er ein Verhältnis wie es so unter Geschwistern eben unter Geschwistern ist.Mit seinem Bruder hat er eine Hassliebe.
Doch als Sam 13 Jahre alt ist, hat sein unbeschwertes Leben für ihn und seine Familie ein jehes Ende. Seine Stadt wurde zum Ghetto als die Nazis in Polen einmaschiert sind.
Sam verliert durch die Entscheidung der Nazis seine gesamte Familie, darum der letzte Überlebende, und für ihn beginnt ein jahrelanges Martyrium in Konzentrationslagern, bei dem er immer wieder bis aufs Nervenzereißen dem Tod entkommt. Wie grausam muss das für Sam gewesen sein.
Dies beschreibt er in seiner Biographie, zu der er sich entschieden hat sie noch im hohen Alter zu schreiben. Es ist schockierend was ein Mensch alles aushalten kann und zu was der Lebenswille fähig ist, denn das ist es was Sam am Leben gehalten hat, er wollte den nächsten Tag erleben, noch einmal ein Stück Brot essen und dann wieder den nächsten Tag, Tag für Tag noch mal erleben.
So wie dieses Buch muss schonungslos von der Zeit des Nationalsozialismus erzählt werden, klar und deutlich ohne etwas zu verschönigen , brutal und schonungslos. So etwas darf nie wieder passieren.
Meine Meinung:
Da Sam Pivnik ohne Umschweife sein Erlebtes mit diesem Buch veröffentlicht hat, wäre ich dafür das es als Schulbuch Pflicht wird es zu lesen. Zu meiner Zeit war es das Buch " Nackt unter Wölfen".
Die Zeit wird durch die Generationen immer mehr in Vergessenheit geraten und das darf einfach nicht passieren. Gerade in der heutigen Zeit ist das Thema sehr aktuell.
Mir viel es an vielen Stellen wirklich schwer das gelesene zu verarbeiten, da es mir schier unfassbar vorkam wie Menschen anderen Menschen so etwas antun konnten nur weil sie einen anderen Glauben haben und nicht arisch waren.
Ein interessantes lehrreiches Buch was ich wirklich nur weiterempfehlen möchte.

Veröffentlicht am 18.12.2016

Sehr spannend geschrieben

Nebeltod
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" Nebeltod" ist ein Nordsee-Krimi (Hauptkommissar John Benthien, Band 3) von Nina Ohlandt.
Auch wenn es der dritte Band ist, ist es ein in sich abgeschlossener Krimi.

Zum Inhalt:
" Schuldig " das ist ...

" Nebeltod" ist ein Nordsee-Krimi (Hauptkommissar John Benthien, Band 3) von Nina Ohlandt.
Auch wenn es der dritte Band ist, ist es ein in sich abgeschlossener Krimi.

Zum Inhalt:
" Schuldig " das ist die Aufschrift auf einem Foto, welches die Polizei bekommt.
Auf dem Foto ist die männliche Leiche die bei Niebül auf auf den Gleisen gefesselt war und von einem Zug überfahren wurde.
Diesen Fall hat kurze Zeit zuvor der Hauptkommissar Johan Benthien von der Flensburger Kripo übernommen. Es ist ein recht seltsamer Fall. Denn es geschehen weitere Morde, und immer kurz davor erhält die Polizei Fotos von den Menschen die umgebracht werden. Ist es ein Serienmörder, sind es vielleicht sogar mehrere oder handelt es sich hierbei um einen Racheakt?
Nun heißt es für Kommisar Benthien auf der Insel Föhr seine Ermittlingen aufzunehmen. Doch es soll sich als sehr erschwerend erweisen, denn es ist eine wetterwendische Gemeinde auf der Insel. Es scheint als wenn jeder etwas weiß, es aber nicht Preis gibt. So als wenn die ganze Wahrheit unterm Tisch gekehrt wird.
Wer ist der Täter und wird er entlarvt werden?

Meine Meinung:
Dies ist mein erster Krimi der Autorin Nina Ohlandt gewesen. Und ich wurde nicht enttäuscht.
Ich hatte einen guten Einstieg und hab sofort den Lesefluss gefunden.
Sehr gewissenhaft und genau wird in den einzelnen Kapiteln alles beschrieben. Dadurch ist es sehr umfangreich, was mich persönlich nicht stört, denn ansonsten hätte man ziemlich schnell zum Ende gefunden.
Es scheint fast unmöglich und aussichtslos den Täter zu stellen. Das hat mich zu vielen Spekulationen angeregt, so wurde ich ebenfalls zum Ermittler.
Auch das der Leser einen Einblick in das Leben des Ermittler, ausserhalb der Polizeiarbeit bekommt, hat mir gut gefallen.

Fazit:
Es ist ein spannungsgeladener Krimi, wobei die Spannung nach und nach gesteigert wird. Das bewirkt, daß Buch nicht mehr aus der Hand legen zu wollen. Der Schreibstil ist klar und verständlich . Darüber hinaus erfährt man wie das alltägliche Wirken von Kriminologen abläuft. Dies ermöglicht dem Leser einen guten Einblick in das Leben von Polizisten mit all seinen Frustration, Erfolgserlebnissen und auch den Stress den so einen Job mit sich bringt, zu bekommen.
Die Kapitelanfänge beginnen mit einem jeweiligen Zitat, diese erschließen sich im Nachhinein mit dem Geschehene. Gut gewählt.
Und nicht unwichtig zu erwähnen, am Ende führt alles zu einem großen Ganzen . Absolut überraschend und nicht vorhersehbar .
Ein wirklich gelungener Krimi. Auf jeden Fall werden ich mir Band 1und 2 noch kaufen.

Veröffentlicht am 26.09.2016

Norwegen 1895 und ein gehütetes Familiengeheimnis

Das Geheimnis der Mittsommernacht
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Olaf Ordal der in Übersee die rechtlichen Interessen der Deutschen Handels - und Plantagen - Gesellschaft der Südsee - Inseln auf Samoa vertreten soll, steckt gerade in den letzten Vorbereitungen für ...

Olaf Ordal der in Übersee die rechtlichen Interessen der Deutschen Handels - und Plantagen - Gesellschaft der Südsee - Inseln auf Samoa vertreten soll, steckt gerade in den letzten Vorbereitungen für die Überfahrt. Gemeinsam mit einer jungen Frau Clara und deren gemeinsamen Sohn Paul, soll es in eine neue Zukunft gehen. Doch dann erreicht ihn eine Nachricht aus seiner Heimat Norwegen. Diese Nachricht veranlasst Olaf noch einmal in seine alte Heimat zu reisen. Vielleicht gibt es nach all den Jahren doch noch eine Aussöhnung mit den Eltern die ihm nie gezeigt haben das sie ihn lieben.
Dort angekommen, schlägt das Schicksal zu und Clara steht mit ihrem kleinen Sohn ohne jede Hilfe in einem fremden Land da.
Anfänglich trifft sie nur auf Abneigung und böse Blicke. Aber Clara ist eine junge starke Frau die sich nicht so leicht unterkriegen lässt.
Dann trifft sie Sofie Svarstein, dessen Vater der große Berwerksbesitzer in Roros ist. Die Ordals und Svarstein's sind seit Ewigkeiten verfeindet, umso erstaunlicher ist diese Freundschaft. Nach und nach fühlt sich Clara und ihr Sohn in Norwegen immer heimischer fassen Fuss und fühlen sich wohl. Es werden ihr Steine in den Weg gelegt , auch eine zarte neue Liebe scheint keine Zukunft zu haben. Es liegen Geheimnisse in der Luft die, so scheint es, nicht gelüftet werden können. Doch was wäre es für eine Geschichte wenn der Leser im Dunklen gelassen werden würde.

Meine Meinung:
Wie von Christine Kabus gewohnt fühlte ich mich gleich von Beginn an in Ihrer Geschichte gefangen. Die Protagonisten, bis auf wenige Ausnahmen, sind mir richtig ans Herz gewachsen. Ich habe mich mit ihnen gefreut aber auch mit ihnen gelitten. Die Landschaftsbeschreibungen sind wunderschön und bildlich geschildert so das ich diese richtig vor Augen hatte.
Interessant fand ich auch die damalige politische Lage und deren Glaubensgesinnung. Manches fand ich unfassbar wenn man überlegt das die Jahre um 1895 man grad 120 Jahre her sind. Die Autorin versteht es einem auch dieses Wissen interessant zu vermitteln.
Für mich ein rundum gelungener Roman um Liebe, Freundschaft Hass und Intriegen.



Vielen Dank das ich an der LR teilnehmen könnte. Aber ein großes Dankeschön an dich Christine........ schön das wir dir Fragen stellen konnten und du uns begleitet hast.

Ich werde die Rezi auf
Thalia, Lovely books, was liest du, Amazon, Hugendubel, Weltbild veröffentlichen, es dauert nur ein bis drei Tage bis ich die Links hier mit angeben kann.
Gerne würde ich die nächste LR mit dir mitmachen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Was für eine Verbindung

Bob, der Streuner
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Zwei Seelen, die sich auf unergründlicher Weise gefunden haben.

Eines Tages, als James nach Hause kommt, befindet sich eine rote Katze in seinem Treppenhaus. Sie sieht nicht gut aus und bräuchte Hilfe, ...

Zwei Seelen, die sich auf unergründlicher Weise gefunden haben.

Eines Tages, als James nach Hause kommt, befindet sich eine rote Katze in seinem Treppenhaus. Sie sieht nicht gut aus und bräuchte Hilfe, denn die Katze hat eine Verletzung und sieht ansonsten auch nicht gut aus. Doch James weiß auch, das er schon genug damit zu tun hat für sich selbst zu sorgen. Doch wie es im Leben manches mal so ist, gewinnt nach ein paar Tagen das Herz und nicht der Verstand.

Ab nun an beginnt für James ein anderes Leben. Liebevoll kümmert es sich um Kater „Bob“, diesen Namen hat James ihm gegeben. Er lässt seine Wunde versorgen, gibt ihm zu Essen und ein warmes zu Hause.

James immer noch Drogenabhängig,zwar mit Methadon, aber trotzdem ein Süchtiger, erfährt was es nun heißt nicht nur für sich alleine zu sorgen. Jetzt ist da jemand für den er da sein muss. Aber Bob ist auch für James da. Als seien es Seelen-verwandte, bestreiten sie von nun an ein gemeinsames Leben. Und da soll sich so einiges verändern. Der erste Schritt ist, dass er eines Tage sein Drogenbesteck, was er eigentlich nicht mehr nutzt in den Müll schmeißt. Aus Angst, Bob könnte sich verletzten.

Als Straßenmusiker verdient er sich seinen Lebensunterhalt. Und Bob entschließt eines Tage sein Herrchen zu begleiten. Natürlich hat James Angst, wegen Straßenverkehr und der gleichen. Doch Bob macht seinem Herrchen deutlich....“ich komme mit dir“.

Die Menschen sind von Bob angetan und endlich bekommt auch James Aufmerksamkeit, wo er sich sonst immer durchsichtig gefühlt hat.

Es gibt aber nicht nur schöne Zeiten, nein auch Zeiten der Angst und Verzweiflung. Bob kommt auch abhanden (für kurze Zeit), doch dieser Moment reicht aus um James deutlich zu machen, was Bob für ihn geworden ist, nämlich ein „bester Freund“ an seiner Seite.



Meine Meinung:

Eine wahre Geschichte, die mit viel Gefühl geschrieben ist. Der Schreibstil ist flüssig, sehr verständlich und lässt einen auch öfter Schmunzeln. Doch regt diese Geschichte auch zum Nachdenken an, was die Obdachlosen oder Drogenabhängigen angeht. Durch dieses Buch schaut man doch auch mal genauer hin. James Geschichte lässt erkennen, das man nicht allzu selten ganz schnell in diese Situation in der James sich befindet, ganz schnell rein rutschen kann. Und dann dieser ewige Kreislauf da zu versuchen wieder raus zu kommen.

Mir hat dieses Buch sehr gefallen und ich ziehe vor James den Hut, dass er diesen Weg geschafft hat. Aber OHNE Bob wäre ihm dieses mit großer Sicherheit wohl nicht gelungen. Und diese Dankbarkeit an Bob ist im gesamten Buch zu spüren. Ich habe James gerne auf seinem Weg begleitet um zu erfahren was aus ihm geworden ist.

Tiere die einem Menschen halt geben. Eine rührende Geschichte.

Übrigens ist Bob und sein Herrchen James über die Landesgrenzen Englands bekannt.