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Veröffentlicht am 16.11.2025

So emotional und mitreißend wie ein K-Drama

Prinzessin der tausend Diebe – Betrayed
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An Prinzessin der tausend Diebe gibt es eine Reihe an Aspekten, die ich geliebt habe. Die spannende Idee hat mich sofort in den Bann gezogen und Soras Familie sorgt zu Beginn für einige Fragezeichen, auf ...

An Prinzessin der tausend Diebe gibt es eine Reihe an Aspekten, die ich geliebt habe. Die spannende Idee hat mich sofort in den Bann gezogen und Soras Familie sorgt zu Beginn für einige Fragezeichen, auf die man unbedingt Antworten möchte. Entsprechend hoch ist der Suchtfaktor des Buchs. Erzählt wird die Geschichte in einem raschen Tempo, wodurch es nie langweilig wird und durchgehend spannend bleibt. Man wird wortwörtlich in die magische Welt gezogen und Teil von ihr. An Action fehlt es der Geschichte nicht, was für viel Dynamik sorgt. Davon darf man sich jedoch nicht täuschen lassen, denn emotionale Momente sind auch in Fülle vorhanden und es passieren einige Dinge, die mich sehr mitgenommen haben.
Busan als Schauplatz habe ich geliebt und finde es super, dass sich die Autorin dafür entschieden hat, die Geschichte fernab von Seoul zu erzählen - eine Stadt, die bei Büchern mit Südkorea als Schauplatz sonst mehr im Fokus steht. Ich habe zu Busan eine persönliche Beziehung und Prinzessin der tausend Diebe hat sich für mich wie Nachhausekommen angefühlt.
Die Charaktere wurden gut ausgearbeitet und haben schnell einen Platz in meinem Herzen gefunden. Sora ist eine starke selbstbewusste junge Frau, die aber auch einen weichen Kern hat. In ihr herrscht viel Wut und es war bewegend, ihre Entwicklung zu verfolgen und zu sehen, wie sie nicht nur ihr Herz mehr Menschen öffnet, sondern auch zu sich findet und an noch mehr Stärke gewinnt. Ran mochte ich sehr mit seiner frecheren Art und habe es schön gefunden zu sehen, wie man mit der Zeit immer mehr erfährt, wie viel dahintersteckt.
Die Liebesgeschichte zwischen ihm und Sora steht zwar nicht im Fokus, aber nimmt einen dennoch sehr mit und ich habe sehr mit ihnen mitgefiebert. Auch die anderen Charaktere wecken Interesse und vor allem Jia habe ich spannend gefunden, weil sie sehr vielschichtig wirkt.
Die Prinzessin der tausend Diebe wirkt insgesamt betrachtet wie ein mitreißendes ideenreiches Fantasy-K-Drama. Der Autorin ist es wirklich gut gelungen, die Atmosphäre solcher auf 400 Seiten einzufangen. Bis zum Schluss wird es immer spannender und nach dem Cliffhanger möchte ich auf jeden Fall den zweiten Band lesen.

Fazit: Starke Charaktere, ein besonderer Schauplatz und eine actionreiche Idee - Thea Hong hat eine Welt erschaffen, die genauso mitreißend und emotional wie ein Fantasy-K-Drama ist.

Veröffentlicht am 11.11.2025

Cinnamon sparks and ginger love

Cinnamon sparks and ginger love
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Cinnamon sparks and ginger love hat eine sehr lockere Atmosphäre und liest sich leicht, was es gut für Zwischendurch macht. Ich fand nicht nur London als Schauplatz super, sondern auch, dass die weibliche ...

Cinnamon sparks and ginger love hat eine sehr lockere Atmosphäre und liest sich leicht, was es gut für Zwischendurch macht. Ich fand nicht nur London als Schauplatz super, sondern auch, dass die weibliche Hauptperson Dina in einem Café arbeitet und eine Leidenschaft fürs Backen hat. Zu sehen, wie groß ihre Leidenschaft dafür ist, ist einfach schön und das Setting passt perfekt zur kalten Jahreszeit. Vor allem, weil es so gemütlich beschrieben wird.
Zwischen ihr und Scott entwickelt sich alles ziemlich schnell, aber dafür ist es sehr süß zu sehen, wie sehr sie einander verfallen und macht viel Spaß ihre Annäherung zu verfolgen. Herausstechen dabei vor allem ihre Unterhaltungen, die jede Menge Humor beinhalten. Das Buch hat auch einige Fantasy-Aspekte, da Dina eine Hexe ist und ihre Liebesgeschichten aufgrund eines Fluchs eigentlich immer zum Scheitern verurteilt sind. Das sorgt für Spannung und bringt viel Bewegung in die Geschichte.
Dinas Familie habe ich sehr ins Herz geschlossen und ihr Zusammenhalt hat mich bewegt. Die Charaktere wurden alle sehr gut ausgearbeitet und haben ihre eigenen Besonderheiten. Bezüglich der Liebesgeschichte hat mir etwas die Tiefe gefehlt, weil sie oberflächlicher erzählt wird, aber das habe ich nicht schlimm gefunden, da Bücher auch einfach nur Spaß machen dürfen. Auf den Herbst stimmt es auf jeden Fall gut ein.

Meine Meinung: Eine lockere Liebesgeschichte mit spaßigen Charakteren und einer Prise Magie, die perfekt auf den Herbst einstimmt.

Veröffentlicht am 08.11.2025

Einfach magisch

Water Moon
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Wer auf der Suche nach einer magischen Geschichte mit zauberhaften Ghibli-Vibes ist, liegt bei Water Moon richtig. Schon von der ersten Seite an hat mich die einzigartige Geschichte in den Bann gezogen. ...

Wer auf der Suche nach einer magischen Geschichte mit zauberhaften Ghibli-Vibes ist, liegt bei Water Moon richtig. Schon von der ersten Seite an hat mich die einzigartige Geschichte in den Bann gezogen. Die Autorin hat einen schönen Schreibstil und ihr gelingt es sehr gut eine eigene Fantasy-Welt aufzubauen, die einen alles um sich herum vergessen lässt. Besonders gelungen finde ich, dass man als Leser zu Beginn genauso ahnungslos wie die weibliche Hauptfigur Hana ist und somit gemeinsam mit ihr mehr über ihre Familie erfahren kann. Auf der Reise begleitet sie der Wissenschaftler Kei und sie steckt voller magischer bildstarker sowie überraschender Stationen.
Emotionen sind in Fülle vorhanden und machen auch die sich sich zögerlich entwickelnde romantische Beziehung zwischen Hana und Kei aus. Mit den beiden kann man nicht anders als mitzufiebern. Die Liebesgeschichte wird sehr mitreißend erzählt und besitzt mehr Drama als man zu Beginn erwarten würde.
Da Water Moon in Tokio spielt, erhält man auch spannende Einblicke in die japanische Kultur, die die Geschichte noch facettenreicher machen. Water Moon ist somit eine magische Geschichte, die richtig schön erzählt wird und einen in eine einzigartige Welt entführt.

Fazit: Ein wunderschön erzählter Fantasy-Roman mit magischen Ghibli-Vibes und viel Gefühl.

Veröffentlicht am 19.10.2025

Eine Geschichte, die zum Träumen einlädt

The Seoul Season
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The Seoul Season ist eine wunderschöne Slow-Burn-Liebesgeschichte, die mich schon von der ersten Seite an in den Bann gezogen hat. Maya ist ein wahrer Wirbelwind, wodurch ich sie direkt ins Herz geschlossen ...

The Seoul Season ist eine wunderschöne Slow-Burn-Liebesgeschichte, die mich schon von der ersten Seite an in den Bann gezogen hat. Maya ist ein wahrer Wirbelwind, wodurch ich sie direkt ins Herz geschlossen habe und sehr schnell in die Geschichte reingekommen bin. Sie hat eine sehr offene und lebhafte Art, was für viel Spaß beim Lesen sorgt und das Buch gut voranbringt. Neben Mayas warmherzigen Charakter ist mir aber auch Patricia Bouslairs Schreibstil sofort positiv aufgefallen. Sie erzählt nämlich so gefühlvoll und flüssig, dass man kaum glauben kann, dass es sich bei The Seoul Season um ihr Debüt handelt. Man fliegt förmlich durch die Seiten.
Jae ist anfangs sehr distanziert und von Maya genervt, als sie zum ersten Mal in seiner Galerie auftaucht. Auch wirkt er wie das komplette Gegenteil von ihr, da er der eher stille Künstlertyp ist, der versucht jeden auf Abstand zu halten. Davon lässt sich Maya zum Glück nicht abschrecken und es wird schnell klar, dass mehr hinter Jaes kalten Fassade steckt. Das sorgt für viel Spannung, weil man als Leser sehnsüchtig auf den Moment wartet, in dem er endlich auftaut und das Eis zwischen ihm und Maya bricht. Mit der Zeit findet er immer mehr Gefallen an der Suche nach Drehorten - und auch an Maya.
Es ist richtig süß zu verfolgen, wie sich die Gefühle zwischen den beiden parallel zu denen der Hauptpersonen des Drehbuchs der Hollywood-Produktion aufbauen, an der Maya arbeitet. Beide wehren sich anfangs dagegen, wodurch sich die Liebesgeschichte sehr langsam entwickelt. Sie wirkt wortwörtlich wie aus einem K-Drama entsprungen, was ich geliebt habe. Zwischen beiden gibt es sehr viele filmreife Szenen, bei denen einem als Leser das Herz aufgeht. Da beide eine künstlerische Ader haben und sich nach tieferen Bindungen sehnen, schweben sie auf der gleichen Wellenlänge und wirken wie perfekt füreinander geschaffen. Was ich an ihrer Beziehung besonders unterhaltend fand ist, dass es immer wieder frechere Wortgefechte zwischen ihnen gibt. Nicht nur während Jaes anfänglichen Genervtheit, sondern auch nachdem die Mauern zwischen ihnen fallen. Diese bringen viel Lebhaftigkeit in ihre Beziehung. Aber auch an Tiefe fehlt es der Liebesgeschichte nicht, da sich beide auch viel aus ihrer Vergangenheit anvertrauen, was das seelische Band festigt. Es werden einige ernstere Themen behandelt, vor allem in Bezug auf Eltern-Kind-Beziehungen und diesen wird mit viel Feingefühl begegnet. Mich haben die dazugehörigen Stellen sehr berührt, weil sie so bewegend geschildert werden.
Neben den starken Charakteren und der emotionalen Liebesgeschichte, punktet aber auch Südkorea als Schauplatz. Seoul wird so traumhaft beschrieben, dass man sich die beschriebenen Orte bildhaft vorstellen kann und das Gefühl hat, selbst dort zu sein. Man spürt beim Lesen, dass die Autorin selbst mehrmals dorthin gereist ist und mit der Kultur eingehend beschäftigt hat. Ich habe es geliebt über The Seoul Season nach Südkorea zurückkehren zu können und es hat sich wie Nachhausekommen angefühlt.

Fazit: Gefühlvoll, romantisch und voller Momente zum Mitfiebern - Maya und Jae haben mein Herz gestohlen. Ihre Geschichte lädt zum Träumen ein und fühlt sie wie Nachhausekommen an.

Veröffentlicht am 17.09.2025

22 Bahnen

22 Bahnen
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22 Bahnen ist eine Geschichte, die aus rein künstlerischer Sicht meiner Meinung nach gut erzählt wird. Der Autorin ist es gelungen, eine ganz eigene Welt aufzubauen, in der man beim Lesen komplett verloren ...

22 Bahnen ist eine Geschichte, die aus rein künstlerischer Sicht meiner Meinung nach gut erzählt wird. Der Autorin ist es gelungen, eine ganz eigene Welt aufzubauen, in der man beim Lesen komplett verloren geht. Ich mochte die Atmosphäre und bin schnell in die Geschichte reingekommen. Vor dem Lesen hatte ich die Sorge, dass ich mit dem eher abgehackten Schreibstil der Autorin Probleme haben könnte, aber dieser hat mir dann sogar sehr gut gefallen, da er zu Tildas rationaler Denkweise passt und wirklich die Stimme einer Mathestudentin einfängt. Berührt hat mich vor allem die Beziehung zwischen ihr und ihrer kleinen Schwester Ida, die auf unendlich viel Liebe aufbaut und beide stärkt. Neben all dem Schmerz bieten sie viele herzerwärmende Momente und ihr Band ist etwas Besonderes.
Auch gut beschrieben wurden die komplizierten Gefühle zu ihrer alkoholsüchtigen Mutter - in manchen Momenten verspürt Tilda Wut und Verzweiflung, aber gemischt darin steckt nun einmal auch Liebe. Die Momente, in denen es der Mutter gut geht, nehmen einen emotional mit, aber es wird auch sehr deutlich, wie wenig sich die Schwestern auf diese einlassen können, weil sie wissen, dass sie nur von kurzer Zeit sind.
Die Liebesgeschichte nimmt nicht so viel Raum ein wie erwartet, aber ich mochte die stille Entwicklung und dass sich Viktor und Tilda auch ohne großes Erklären verstehen. Es war auch schön zu verfolgen wie Tilda dadurch jemanden trifft, der sich um sie sorgt und diese naiven Verliebtheitsgefühle wurden süß beschrieben.
Betrachtet man 22 Bahnen allein wie ein Kunstwerk, finde ich es gut, aber es gibt in Bezug auf die behandelten Themen Armut und Aufwachsen mit alkoholsüchtigem Elternteil Punkte, die auf mich unrealistisch gewirkt haben, wodurch ich nicht ganz in die Geschichte tauchen konnte. Zum einen scheint die Familie so gut wie keine Probleme mit dem Jugendamt zu haben, obwohl z.B. Idas Lehrern auffallen müsste, dass sich Tilda um alles kümmert, da sie z.B. auch Elterngespräche übernimmt.
Dann hat mich die Beschreibung der Wohngegend irritiert. Sie leben im einzigen Mehrfamilienhaus in einer Straße voller Einfamilienhäuser mit Familien, denen es gut zu gehen scheint. Das klingt nach einer eher guten Wohngegend und in einer solchen wären selbst Mietwohnungen teurer (Das wurde im Film realitätsnaher gezeigt). Auch hat es beim Lesen auf mich so gewirkt, als ob sie nicht so arm sind wie die Autorin gerne darstellen möchte. Sie können sich nämlich tägliche Einkäufe und Schwimmbadbesuche leisten und von Verzicht liest man mit Ausnahme von der Entscheidung Eigenmarken-Produkte im Supermarkt zu kaufen, weniger. Überhaupt hat mich der Marken-Fokus gestört und ich habe mich gefragt, ob Kinder in Idas Alter in Supermärkten wirklich auf den Unterschied zwischen Eigenmarken- und Marken-Produkte achten.
Auch scheint Tilda alles sehr leicht zu gelingen, aber in Wahrheit ist für viele ein sozialer Aufstieg in ihrer Situation schwierig und es gibt Punkte, auf die die Autorin nicht eingeht - z.B. dass man sich in Tildas Positionen an der Uni nicht ganz zugehörig fühlen kann neben Studierenden aus finanziell besser aufgestellten Elternhäusern und gerade an Gymnasien es leider auch zu Mobbing kommen kann, wenn man finanziell nicht „mithalten“ kann - leider gibt es sogar Lehrer, die einem wegen familiärer Umstände weniger zutrauen können. In Bezug auf das Thema Alkoholsucht hat es mich etwas gewundert, dass Tilda trotz der Verantwortung für ihre Schwester mit Freunden auch trinkt.
Alles in allem hat sich das Buch auf mich dadurch eher wie eine Illusion der behandelten Themen gewirkt statt einer tiefgründigen Auseinandersetzung. Auch wirkt es wie von einer privilegierten Person für andere Privilegierte geschrieben, statt Betroffene. Das hat mich beim Lesen manchmal unwohl fühlen lassen. Da ich aber selbst nicht so aufgewachsen bin, kann ich das nicht beurteilen und in Rezensionen liest man von Betroffenen unterschiedliches.
Die Freundschaften habe ich auch schwierig gefunden. Marlene scheint mehr an sich zu denken und Tilda nicht zu verstehen, dass auch Menschen, die aus reichen Familien kommen, Probleme haben können. Dadurch wirkt ihre Sichtweise sehr einseitig. Das ist aber kein Kritikpunkt, sondern beschreibt nur einen Charakterzug Tildas und schon oft habe ich erwähnt, dass Buchfiguren nicht perfekt oder etwa sympathisch sein müssen.
Einen Punkt würde ich gerne noch erwähnen: Ich habe bei jemanden gelesen, dass man das Buch auch als eine Abstiegsgeschichte betrachten kann, weil die Mutter Akademikerin ist und das ist eine interessante Sichtweise, die ich hier mitaufgreifen möchte, weil das Buch dadurch zeigt, dass es jeden treffen kann und nicht nur Personengruppen, die man klischeehaft mit dem Thema Alkoholsucht in Verbindung bringen würde.
Allein aus künstlerischer Sicht habe ich die Geschichte also gut gefunden, aber einige Punkte sollten meiner Meinung nach beim Lesen reflektierter betrachtet werden bzw. man sich bewusst sein, dass es für Betroffene anders aussehen kann und vielleicht mit ihren Sichtweisen beschäftigen.

Fazit: Eine wirklich gut erzählte Geschichte über die starke Bindung zweier Schwestern, in der nur manche Punkte etwas unrealistisch auf mich gewirkt haben.