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Veröffentlicht am 17.01.2017

Zweiter Teil der neapolitanischen Saga

Die Geschichte eines neuen Namens
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Nach dem ersten Buch über die Kinder- und frühen Jugendjahre der beiden ungleichen Freundinnen Lila und Elena, welches mich nicht so sehr begeistert hat, gefällt mir der zweite Teil schon viel besser.

Die ...

Nach dem ersten Buch über die Kinder- und frühen Jugendjahre der beiden ungleichen Freundinnen Lila und Elena, welches mich nicht so sehr begeistert hat, gefällt mir der zweite Teil schon viel besser.

Die Geschichte um die beiden 16-jährigen Mädchen, die im Rione, einem ärmlichen Viertel von Neapel, aufgewachsen sind, geht dort weiter, wo der erste Teil aufgehört hat - bei der Hochzeit Lilas mit dem reichen Lebensmittelhändler Stefano. Die Schusterstochter Lila, die in Armut aufgewachsen ist, gibt nun das Geld mit vollen Händen aus und vergisst auch ihre alten Freunde nicht. Allerdings ist ihr Leben nicht so, wie sie es sich erträumt hat. Noch in der Hochzeitsnacht muss sie erfahren, dass ihr Mann sie belogen hat. Als sie ihm Vorwürfe macht, prügelt er sie grün und blau. Nachdem sie die Schule abgebrochen hat, zeigt sie längere Zeit kein Interesse mehr an Büchern und am Lernen. Sie arbeitet in den Geschäften ihres Mannes mit.

Diese Geschichte wird wieder aus Elenas Sicht erzählt. Sie
ist eine Musterschülerin und macht ihr Abitur mit Bestnoten, was ihre Familie nicht sonderlich beeindruckt. Das einzige was für ihre Eltern zählt ist Geld, welches immer knapp ist. So sind sie auch nicht begeistert, als Lenú ein Stipendium für Pisa bekommt. Dort lernt sie ihren Verlobten kennen, der aus einer angesehenen Familie stammt.

Hatten die beiden Freundinnen nach Lilas Hochzeit erst mal weniger, dann wieder mehr Kontakt, so verbringen sie dann sogar einen gemeinsamen Strandurlaub auf Ischia, wo sich bedeutende Dinge ereignen. Lila spielt sich als Wohltäterin gegenüber Elena auf, da sie sie für ihre Begleitung bezahlt hat.

Das Verhältnis der beiden Freundinnen wird immer wieder von Neid und Missgunst beeinträchtigt. Trotzdem hält diese Freundschaft weiterhin an. Die beiden intelligenten Mädchen stehen immer wieder in einem Konkurrrenzkampf zueinander.

Lila will sich von ihrem Mann nichts sagen lassen, sie hat ihren eigenen Kopf, den sie durchsetzen will. Sie beginnt ein Verhältnis mit einem Studenten, für den auch Lenú schon lange schwärmt. Er fordert sie intellektuell heraus, sie diskutieren viel und dadurch fängt sie wieder an, alles zu lesen, was sie in die Finger bekommt. Durch ihn erwachen ihre geistigen Fähigkeiten wieder, etwas, das ihr Mann nicht verstehen kann.

Das Leben in Italien in den 60er Jahren wird hier gut beschrieben, die große Kluft zwischen Arm und Reich. Die Männer setzen ihre Wünsche mit Gewalt durch, die Frauen haben nicht viel zu sagen. Für die untere Schicht ist es ein äußerst schwieriger Weg, an Bildung zu gelangen und es gibt nicht viele, die den Kampf wagen. Lila hatte ihn zeitweise aufgegeben, Elena geht dagegen ihren Weg, der nicht einfach für sie ist und sie ist oft voller Selbstzweifel. Aber sie schafft es während Lila dagegen an einem Tiefpunkt angelangt ist.

Nun bin ich auf den dritten Teil gespannt.

Veröffentlicht am 08.01.2017

Gefärliche Kaffee-Kränzchen!

Mord mit Schokoguss
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Das rüstige Rentner-Damen-Trio ermittelt wieder! Auf Wunsch von Ali, dem Kreisbrandrat Alois Schraufstetter, treffen sie sich - wie immer - im Café. Dort berichtet er bei Kaffee und Kuchen von seiner Jugendliebe, ...

Das rüstige Rentner-Damen-Trio ermittelt wieder! Auf Wunsch von Ali, dem Kreisbrandrat Alois Schraufstetter, treffen sie sich - wie immer - im Café. Dort berichtet er bei Kaffee und Kuchen von seiner Jugendliebe, die obwohl kerngesund plötzlich im Museum tot zusammen gebrochen ist. Angeblich ein natürlicher Tod, was er sehr bezweifelt und um Nachforschungen der für ihre detektivischen Ambitionen bekannten Damen bittet. Als die drei sich in besagtem Museum umsehen, geschieht ein weiterer Mord und ausgerechnet die zart besaitete Wally findet die Leiche.

Diesen Fall der Hobby-Detektivinnen fand ich war der beste der bisher erschienenen Fälle. Es ist alles vorhanden, Spannung ebenso wie Humor und natürlich Lokalkolorit. Das Buch ist leicht und locker geschrieben und lässt sich sehr gut lesen.

Veröffentlicht am 03.01.2017

Lesenswerter Krimi aus Schweden

Der unerbittliche Gegner
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Auch der fünfte Fall des Autorenduos Voosen/Danielsson hat mich wieder gleich in seinen Bann gezogen. Das ungewöhnliche Ermittler-Duo Stina Forss und Ingrid Nyström ermittelt in zwei grausamen Mordfällen, ...

Auch der fünfte Fall des Autorenduos Voosen/Danielsson hat mich wieder gleich in seinen Bann gezogen. Das ungewöhnliche Ermittler-Duo Stina Forss und Ingrid Nyström ermittelt in zwei grausamen Mordfällen, die offenbar zusammen hängen, da die Spurenlage an beiden Tatorten keinen anderen Schluß zulässt.

Allerdings haben beide Mordopfer keine erkennbaren Gemeinsamkeiten. Das Team um Stina und Ingrid recherchiert in alle Richtungen - auch mal in eine falsche und nach weiteren Morden kristallisiert sich endlich ein Motiv heraus - Rache. In Rückblenden wird die Geschichte von Malopo, einem Kindersoldaten erzählt. Lange Zeit wird nicht klar, wie diese Fälle mit dem jungen Mann aus dem Kongo zusammen hängen.

In diesem überaus spannendem Buch werden sehr aktuelle Themen angesprochen. Es gibt in Schweden ebenso wie bei uns das Problem der Flüchtlingskrise, von Rassismus, Hass auf Ausländer und gefährliche Rechtsextremisten, die vor nichts zurück schrecken. Ein wirklich lesenswerter Krimi aus dem winterlichen Schweden!

Veröffentlicht am 29.12.2016

Spannender Kulinarik-Krimi aus Luxemburg

Gefährliche Empfehlungen
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Auch der fünfte Fall um den Koch und Hobby-Ermittler Xavier Kieffer ist wieder sehr spannend und gleichzeitig auch humorvoll geschrieben.

Bei der glanzvollen Neueröffnung des Maison Gabin (Valérie Gabin ...

Auch der fünfte Fall um den Koch und Hobby-Ermittler Xavier Kieffer ist wieder sehr spannend und gleichzeitig auch humorvoll geschrieben.

Bei der glanzvollen Neueröffnung des Maison Gabin (Valérie Gabin ist die Freundin von Xavier und die Chefin des berühmten Gastroführers Guide Gabin) kommt es zu einem Zwischenfall. Nach einem Stromausfall ist ein wertvoller Band des Guide Gabin aus dem Jahre 1939 spurlos verschwunden. Andere Bände dieses Büchleins werden aus Bibliotheken gestohlen und es gibt auch einen Todesfall in diesem Zusammenhang. Was ist an diesem alten Buch so interessant, dass dafür sogar gemordet wird?

Der französische Präsident persönlich bittet Xavier darum, diesbezüglich Ermittlungen aufzunehmen. Es kommt zu einigen gefährlichen Situationen für den Koch und Chef des "Deux Eglises", aber er schafft es wieder mal wie immer, seinen Kopf in letzter Minute aus der Schlinge zu ziehen.

In Rückblenden erfährt der Leser einiges über den Geheimdienst zu Zeiten des zweiten Weltkriegs. Damals wurde der Guide Gabin aufgrund seiner detaillierten Landkarten gerne genutzt. Lange bleibt unklar, inwiefern diese damaligen Aktivitäten mit den heutigen Geschehnissen zu tun haben.

Dazwischen wird immer wieder gut gekocht und geschlemmt - französisch und luxemburgisch, in einem Anhang werden die Gerichte übersetzt.

Veröffentlicht am 22.12.2016

Klufti - gut wie immer!

Himmelhorn
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Kommissar Kluftinger, bekannt aus zahlreichen Allgäu-Krimis, ist mit E-Bike und Lieblingsfeind Langhammer unterwegs. Sie machen eine grausige Entdeckung in den Bergen - drei tote Bergsteiger, die zum Himmelhorn ...

Kommissar Kluftinger, bekannt aus zahlreichen Allgäu-Krimis, ist mit E-Bike und Lieblingsfeind Langhammer unterwegs. Sie machen eine grausige Entdeckung in den Bergen - drei tote Bergsteiger, die zum Himmelhorn wollten.

Sah es anfangs noch nach einem tragischen Bergunfall aus, erhärtet sich nach und nach der Verdacht, dass hier nachgeholfen wurde. Neben diesem Fall wird auch noch ein lange zurück liegendes Unglück aufgeklärt.

Klufti und seine besondere Kollegentruppe bringen mich immer wieder zum Lachen. Besonders gut sind seine Versuche, auf dem Aktienmarkt mit zu mischen. Zudem wird er Fan einer Daily Soap und gibt die Weisheiten aus dieser Serie als seine eigenen Lebenserfahrungen weiter, was meistens gut ankommt. Auch bei seiner hochschwangeren Schwiegertochter Yukimo kann er damit punkten.

Erschreckende Erfahrungen macht er bei seinen Ermittlungen bei den Bergbauerfamilien, die in einfachsten Verhältnissen leben wie noch vor vielen Jahren. Mit diesen wortkargen Leuten hat er anfangs seine Schwierigkeiten, aber er findet auch hier einen Weg. Und er hat einen genialen Plan entworfen, um die Mörder zu überführen und begibt sich dabei selbst in große Gefahr ...

Das Buch hat mir wieder sehr gut gefallen, es lässt sich leicht und flüssig lesen, hat viele Stellen, die mich schmunzeln und sogar laut lachen ließen. Auch die Spannung kam nicht zu kurz.