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Veröffentlicht am 18.11.2018

Spukfinder meets Ghostbusters - genial

Das Netz der Seelenfresser
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Sara und ihre Mutter Elisa sind erschüttert. Der Vater Georg ist urplötzlich verschwunden, und weder die Polizei noch die Familie selber weiß, wohin Georg verschwunden ist; die Entführer melden sich nur ...

Sara und ihre Mutter Elisa sind erschüttert. Der Vater Georg ist urplötzlich verschwunden, und weder die Polizei noch die Familie selber weiß, wohin Georg verschwunden ist; die Entführer melden sich nur spärlich und wollen statt Geld lieber ein sehr seltenes Buch. Zu dieser Verzweiflung gesellt sich auch noch Sten, der anscheinend für Georg gearbeitet hat. Doch Sara ist davon überrascht. Sie hielt wie ihre Mutter ihren Vater immer für einen Handelsvertreter für Ungezieferfallen. Doch Sten belehrt sie eines Besseren. Als Sara mit ihrer Mutter Elisa auf dem Weg zur Großmutter Rita einen Unfall haben, und im Krankenhaus auf den merkwürdigen Pfleger Markus Gohra treffen, nimmt die Geschichte eine seltsame Wendung. Sara soll ihrem Namen Spukfinder alle Ehre machen, und bekommt unerwartete Hilfe. Kann Sara mit ihrer Familie und ihren Freunden das Netz der Seelenfresser bekämpfen und somit ihren Vater zurück gewinnen?

Ich mache es kurz: ich bin von diesem Buch restlos begeistert! Ich habe das Buch kaum aus den Händen legen können. Diese Geschichte und die Charaktere sind sprachlich und logisch so wunderbar ausgearbeitet. Allein die Idee des Plankton des Waldes geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich habe mich in diese Idee und Textstelle verliebt. Die Verliebtheit von Sara und Sten passt wunderbar in dieses Buch und wird nicht überzogen dargestellt. Es bleibt der Zauber der ersten Verliebtheit. "Das Netz der Seelenfresser" hält den Spannungsbogen bis zum Schluss. Die Autorin hat es geschafft, einen Show-Down zu beschreiben, der logisch ist, aber überhaupt nicht übertrieben wirkt, sondern für das Buch komplett angemessen. Es gibt keinen abgefahrenen Hokus-Pokus. Es ist für mich persönlich die richtige Mischung zwischen Geisterjäger, ein bisschen Gruselgewusel, aber auch Familiengeschichte. Ein sehr gelungenes Buch. 

Veröffentlicht am 18.11.2018

Ein Buch für schlaflose Nächte

Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr
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Walter Moers: wer kennt ihn nicht als Schöpfer von Käptn Blaubär oder das kleine Arschloch? Doch Walter Moers ist viel mehr: nämlich ein Genie (für mich jedenfalls)! Und das ist allein schon Grund genug, ...

Walter Moers: wer kennt ihn nicht als Schöpfer von Käptn Blaubär oder das kleine Arschloch? Doch Walter Moers ist viel mehr: nämlich ein Genie (für mich jedenfalls)! Und das ist allein schon Grund genug, seine Bücher regelmäßig zu verschlingen. Die Zamonienreihe hab ich bisher am liebsten gemocht, und ich habe schon entdeckt, dass es ein Weihnachtsbuch gibt namens "Weihnachten auf der Lindwurmfeste - oder warum ich Hamoulimepp hasse". Und im Frühjahr wird der Bücherdrache erscheinen. Ick freu mir so!

Aber zurück zum eigentlichen Buch Prinzessin Insomnia und der albtraumfarbene Nachtmahr. Vor ein paar Wochen als Hörbuch angefangen, muss ich leider sagen: Moers muss man lesen. Anfassen. Riechen. Sehen. Fühlen. Bewundern. Die Bücher muss man durchblättern, und die Illustrationen anschauen, die so liebevoll und detailliert gestaltet sind. Erst recht, wenn Moers seine Bücher selber illustriert. Doch für dieses Buch hat sich Moers wunderbare Unterstützung ins Haus geholt. Lydia Rode leidet seit vielen Jahren am sogenannten chronischem Erschöpfungssyndrom, und nahm zu Walter Moers Kontakt auf, da ihr seine Bücher sehr geholfen haben. Und so haben beide die Geschichte um Prinzessin Insomnia gesponnen, die im Gegensatz zu Lydia Rode nächtelang nicht schlafen kann. 

Doch was macht man, wenn man ständig wach ist und unter Schlafentzug leidet? Man fängt an, Dinge zu sehen, die dann eher nicht da sind, wenn man schlafen kann. Z. B. einen alptraumfarbenen Nachtmahr namens Havarius Opal. Und dieser Nachtmahr entführt die Prinzessin Dylia in ihr eigenes Gehirn, das sie auf abenteuerliche Weise entdecken: in typischer Moers-Manier. Man findet hier viele Hinweise auf Hildegard von Mythenmetz, ohne dass dieser sich in den Vordergrund drängt. Aber auch kunterbunte Minigeisterchen, die um einen Herumschweben. 

Während ich das Buch gelesen habe, habe ich mich teilweise selber entdeckt. Wenn man partout nicht einschlafen kann, gehen einem die verrücktesten Dinge durch den Kopf. und es gibt nächte, in denen man Schafe zählt, oder sich 1000 andere Dinge überlegt, wie man einschlafen kann. So werden aus Wörtern Anagramme gebildet, die man wieder entziffern kann, und ich war mehrfach am Schmunzeln und Staunen, welche Gedanken sich Moers hier gemacht hat. Welche Abenteuer kann man in seinem eigenen Gehirn erfahren und wie wird man seine eigenen Albträume los, um wieder einschlafen zu können. 

Und ich hoffe für mich, dass ich meinen gesunden Schlaf so behalten kann, wie er ist. Wieder mal ein tolles Buch!

Veröffentlicht am 13.11.2018

Das Finale der How to be Happy Reihe

How to be happy 4: Winterrose
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Kim Leopolds Schreibstil mag ich super gerne, und so hab ich mich sehr gefreut, als ich gehört habe, dass der vierte Teil - sprich das Finale - der How to Be Happy Reihe veröffentlicht wird. Allein das ...

Kim Leopolds Schreibstil mag ich super gerne, und so hab ich mich sehr gefreut, als ich gehört habe, dass der vierte Teil - sprich das Finale - der How to Be Happy Reihe veröffentlicht wird. Allein das Cover ist mal wieder unschlagbar und passt toll zum Rest der Reihe.
Rose fährt mit ihren Freunden über Weihnachten in die verschneiten Berge. Als sie ankommt, trifft sie prompt auf Jerome, mit dem sie mehr schlechte als gute Erinnerungen verbindet. Als die Freunde nach einem Blizzart in der Stadt unterkommen, und Rose mit Jerome alleine in der Hütte zurück bleibt, muss sie sich ihren Gefühlen und auch ihrer Vergangenheit stellen.
Manchmal freue ich mich so richtig auf ein entspannendes Buch, wie sie Kim Leopold schreibt. Ihr Schreibstil und ihre Ideen finden bei mir sehr guten Anklang, auch wenn Liebesgeschichten nun nicht wirklich mein bevorzugtes Genre sind. Auch hier war ich vom Schreibstil sehr gefesselt.
Dennoch ist Winterrose - für mich jedenfalls - der schwächste Teil aus dieser Reihe. Gefühlt waren mir hier zuviele intime Momente geschaffen worden, die ich manchmal wohl doch nicht so genau oder so oft erwähnt wissen wollte. Viel mehr hätte mich die Geschichte um Rose und Jerome als solches interessiert, und stellenweise fehlte mir die Tiefe, die ich in den vorherigen Büchern so geschätzt habe. Leider hat mich auch etwas der Epilog anfangs etwas verwirrt zurück gelassen, da ich mit einem anderen Ende gerechnet habe. Jedoch habe ich dieses Ende nun für mich als ein Stückweit als positiv gewertet, denn Kim Leopold hat noch ein klitzekleines Türchen für eine weitere Geschichte offen gelassen.
Vielen lieben Dank an Kim Leopold für diese wunderbare Reihe. Eine Geschichte wie ein Puzzle: Jeder Teil kann für sich gelesen werden, doch zusammen gesetzt ergibt es noch ein viel schöneres Gesamtbild.


Veröffentlicht am 10.11.2018

Solides Buch mit Luft nach oben

The President Is Missing
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US-Präsident Jonathan Duncan muss sich als Präsident beweisen. Während ihm die Presse und seine Regierung auf die Pelle rückt, weil bei einem Auslandseinsatz ein US-Soldat ums Leben gekommen ist, will ...

US-Präsident Jonathan Duncan muss sich als Präsident beweisen. Während ihm die Presse und seine Regierung auf die Pelle rückt, weil bei einem Auslandseinsatz ein US-Soldat ums Leben gekommen ist, will der Präsident einen ranghohen Terroristen ausschalten. Denn - so vermutet Duncan - ist dieser nicht nur für den Anschlag und den Tod des Soldaten verantwortlich, sondern plant auch weitere Anschläge. Einer dieser Anschläge soll über einen Virus laufen, bei dem die kompletten us-amerikanischen IT-Systeme ausgeschalten werden sollen, und somit die Wirtschaft und die allgemeine Infrastruktur der USA lahmgelegt werden sollen. Doch zwei der Handlanger bekommen kalte Füße und treten an den Präsidenten heran, um das Schlimmste zu verhindern.

The president is missing: Nun, die Idee eines Cyber-Angriffes auf eine Nation, damit diese zusammen bricht, ist nicht neu. Der Präsident weiht nur seinen innern Stab von acht Leuten ein, um die Nation nicht in Angst und Panik zu versetzen. Da ihn auch noch seine Bluterkrankheit schwächt, setzt sich der Präsident ab. So entstehen die Gerüchte, der Präsident würde sich seiner Verantwortung entziehen. Es scheint, dass der Präsident wirklich vermisst wird. Gehadert habe ich hier mit dem Titel des Buches: Er ließ mir zuviel Spielraum, und ich habe eine andere Erzählperspektive erwartet. So war man ständig im Kreise des Präsidenten unterwegs, und ich habe den Zustand, dass der Präsident sich abgesetzt hat, um die Nation zu retten, nicht wirklich als Vermisstenzustand empfunden. Auch die Protagonistin, die ihre eigenen Pläne hat, den Präsidenten auszuschalten, wirkten fast schon lächerlich. Dass der Präsident sich seinem Secret Service widersetzt, grenzt an Wahnsinn oder gnadenlose Dummheit. 

Dennoch: das Buch hat seine positiven Seiten: ich finde es flüssig zu lesen. Der Spannungsbogen bleibt erhalten, auch wenn es sicherlich nicht das spannenste Buch ist, das ich bisher gelesen habe. Dass auch in seinem engsten Mitarbeiterkreis ein Maulwurf arbeitet, erhöht die Spannung etwas. 

Grundsätzlich ein gutes Buch, welches jedoch etwas mehr Potential gehabt hätte. 

Veröffentlicht am 10.11.2018

winterliches Finale!

Herz über Board 2: Mein Winter mit Lin
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Endlich: das Finale der Dilogie „Herz über Board“ ist da. Und es ist sooo wundervoll geworden.

Während bei [Rezension] Sina Müller – Herz über Board (mein Sommer mit Jonah) die totale Sommerstimmung auf ...

Endlich: das Finale der Dilogie „Herz über Board“ ist da. Und es ist sooo wundervoll geworden.

Während bei [Rezension] Sina Müller – Herz über Board (mein Sommer mit Jonah) die totale Sommerstimmung auf Sardinien herrschte, und ich noch total im Sommermodus war, und mich am liebsten in den Flieger nach Sardinien gesetzt hätte, kann man mit dem Finale nun getrost in die Vorweihnachtszeit bzw. den Winter starten.

Sina Müller entführt uns mit Herz über Board 2 – Mein Winter mit Lin in die Zeit nach dem Abenteuer in Sardinien. Lin studiert in Hamburg an der Stage Schule, um ihre Musical-Ausbildung weiter voran zu bringen. Als sie mit ihrer Ausbildungstruppe ein Dschungelbuch-Musical aufführt, bei dem sie einen Affen mimen darf, taucht plötzlich Jonah im Publikum auf. Lin freut sich natürlich riesig. Doch beide, Jonah und Lin müssen sich nun der Frage stellen, wie geht es weiter mit beiden? Wollen beide eine Fernbeziehung führen? Oder soll Lin doch Jonah nach Sardinien folgen? Welche Rolle wird Adrian einnehmen, denn sein Angebot steht noch, Lin bei einer Gesangsausbildung in London zu unterstützen. Aber auch Jonah hat zu kämpfen. Denn als er nach Sardinien gezogen ist, hat er in Deutschland alle Zelte sehr überstürzt abgebrochen. Kann er die ein oder andre Verbindung zu Freunden und Familie noch retten?

Auch mit diesem Teil ist Sina Müller wieder ein tolles Finale gelungen. Das Buch knüpft wunderbar an den ersten Teil an. Sicherlich ist es hilfreich, den ersten Teil zu kennen, um alle Handlungsstränge nachvollziehen zu können. Aber beide Teile ergänzen sich wunderbar. Ich mag den Kontrast zwischen dem Sommerprogramm, das quietschgelbe Cover, das jetzt im Kontrast zum blauen und winterlichen Cover des zweiten Teils steht. Beide Cover sind zwar gleich aufgebaut, in dem man Boards sieht, die aber entweder entweder zum Sommer oder Winter passen. Auch die Kleidung wurde entsprechend angepasst. Schön finde ich, dass der erste Teil auf Lin abzielt, die ihren Weg gehen kann. Nun darf Jonah seine Bahnen lenken und bekommt im zweiten Teil seinen Raum, um die Geschichte weiterzuspinnen.

Besonders gefallen hat mir, dass beide Charaktere stur sein können, aber beide an sich selber arbeiten. Nicht jede Beziehung läuft ab wie im Bilderbuch, und an jeder Beziehung muss permanent gearbeitet werden, trotz Entfernung und jedwedem Problem, das einem entgegen treten kann. Sina Müller hat hier den Alltag einer Fernbeziehung gekonnt untergebracht, aber auch das Verliebtsein nicht zu kurz kommen lassen. Ein wunderbares Buch, um den Winter einzuläuten!