Gefährliche Spiele mit leichten Lösungen
To Cage a Wild BirdTo Cage a Wild Bird war für mich zunächst eine Überraschungsentdeckung. Vor dem Release hatte ich kaum etwas über das Buch mitbekommen, doch die Beschreibung klang spannend und tatsächlich lassen sich ...
To Cage a Wild Bird war für mich zunächst eine Überraschungsentdeckung. Vor dem Release hatte ich kaum etwas über das Buch mitbekommen, doch die Beschreibung klang spannend und tatsächlich lassen sich schnell die versprochenen Die Tribute von Panem-Vibes erkennen.
Raven lebt im Dividium, einer Gesellschaft mit klaren Regeln: Wer ein Vergehen begeht, erhält einen Strike. Zu viele Strikes führen ins Gefängnis Endlock, wo es kein Entkommen gibt. Bevor die Insassen jedoch sterben, müssen sie zur Unterhaltung der reichen Elite in einer Arena gegeneinander antreten. Anders als in Panem müssen sie dabei nicht voneinander fliehen, sondern die Mitte erreichen. Trotz der Parallelen schafft es die Autorin, ihrer Welt genug Eigenständigkeit einzuhauchen, um eine grundsätzlich spannende Ausgangslage zu schaffen.
Der Weltenbau ist allerdings recht schlicht. Die Welt basiert auf wenigen Regeln und erweitert sich meist erst dann, wenn die Handlung es benötigt. Raven ist eine toughe Protagonistin mit Kampffähigkeiten, die sie einsetzt, um ihren Bruder zu schützen und ihr im Gefängnis Zeit verschaffen.
Das Gefängnis ist interessant angelegt und greift dabei stark auf bekannte Muster zurück. Manipulierbare Wächter, Schmuggel innerhalb der Mauern und typische Gefängnissituationen. Gleichzeitig wirkten die Gefangenen erstaunlich frei. Dinge ins Gefängnis hinein- oder herauszuschmuggeln scheint fast zu einfach zu sein.
Auch der Handlungsverlauf fühlte sich stellenweise zu glatt an. Die Insassen erhalten viel Hilfe, ohne dass dies wirklich auffällt. Dadurch fehlt der Geschichte manchmal die Härte, die das Setting eigentlich verspricht. Besonders das Finale lief deutlich reibungsloser ab, als ich erwartet hätte. Die Fluchtidee ist zwar kreativ und auch der Twist funktioniert, doch insgesamt fehlte mir ein wirklicher Höhepunkt. Auch die Liebesgeschichte entwickelt sich einen Tick zu schnell.
Trotz der Kritik habe ich das Buch gern gelesen. Die Idee ist spannend und das Tempo hoch. Da sich bereits andeutet, dass Band zwei eine andere Richtung einschlagen könnte, bin ich neugierig, wie sich die Reihe weiterentwickelt.