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Veröffentlicht am 17.09.2023

Das Buch bringt einen in Sekundenschnelle nach Italien

Die verlorene Tochter
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Mit „die verlorene Tochter“ ist Soraya Lane ein spannender und atmosphärischer Auftakt gelungen. Das Cover zeigt gut, wie die Stimmung des Buches sein wird.
Das Grundgerüst der Geschichte ist dass Lily, ...

Mit „die verlorene Tochter“ ist Soraya Lane ein spannender und atmosphärischer Auftakt gelungen. Das Cover zeigt gut, wie die Stimmung des Buches sein wird.
Das Grundgerüst der Geschichte ist dass Lily, die von Neuseeland nach Italien zieht, um dort einen neuen Job als Kellermeisterin zu beginnen, bei ihrem Zwischenstopp Zuhause in England erfährt, dass ihre Groß- und Urgroßmutter eine andere Vergangenheit gehabt haben könnten als Lilly bewusst war. Sie erfährt kleine Einzelheiten, kommt aber nicht zu definitiven Schlüssen.
In Italien hat sie die Chance, mehr über ihre eigenen Wurzeln zu recherchieren und sich im Weingut der Familie Rossi fallen zu lassen.

Die Stimmung bei dem Weingut ist so angenehm, dass ich schon selbst darüber nachgedacht habe, ob ich nicht in eine ähnliche Berufsrichtung wie Lilly einschlagen soll.

Der Roman wechselt regelmäßig zwischen den Jahren 1937-48 und der Gegenwart, was immer wieder Schwung in die Geschichte bringt.
Das Buch ist in Erster Person geschrieben und für mich war es sehr angenehm, vor allem aus Lilys Perspektive zu lesen, da sie eine für mich sympathische Protagonistin war. In den Vergangenheitskapiteln wird aus Estees Perspektive erzählt. Wer sie genau ist und was sie für einen Zusammenhang zu Lily hat, kann man anfangs nur vermuten.

Dabei merkt man, dass Soraya einen anderen Schreibstil für die verschieden Zeiten verwendet und es wird einem leicht gemacht, nicht zu verwechseln in welcher Zeit man sich befindet.
Die Kultur und die Umgebung katapultieren mich jedes Mal aufs Neue nach Italien, wenn ich das Buch aufschlage.
Die Story hat durch die Mischung aus Romantik und Spannung, die durch das Geheimnis vorangetrieben wird geglänzt. Dabei muss ich erwähnen, dass es mir persönlich zu schnell "romantisch" wurde und ich es nicht sofort nachvollziehen konnte.

Leider zieht sich die Story gegen Ende ein bisschen, und gewisse für mich kitschige Phrasen kamen immer öfter, was ein bisschen frustrierend war.

Das italienische Flair hat so echt gewirkt, dass ich mich einige Male gefragt habe, wie die Autorin das Weingut, die Familie und die Kultur so gut beschrieben hat, ohne überhaupt während des Schreibens dort gewesen zu sein.
Für mich war es ein toller Roman, den ich jedem empfehlen würde, der noch einen rätselhaften Touch bei Liebesromanen sucht, dem sympathische Charaktere wichtig sind und der gerne ein Buch mit Italien-, Sommer- und Urlaubsfeeling lesen möchte.

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Veröffentlicht am 17.09.2023

Eine besondere Leseerfahrung

Die Neapolitanische Saga 1: Meine geniale Freundin
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Grahic Novels/Comics machen Spaß! Das ist bei diesem hier nicht anders.
Dieser Graphic Novel ist mit Worten nur kurz gebunden, man erfährt einiges, man möchte weiterlesen, und trotzdem fühlt es sich ...


Grahic Novels/Comics machen Spaß! Das ist bei diesem hier nicht anders.
Dieser Graphic Novel ist mit Worten nur kurz gebunden, man erfährt einiges, man möchte weiterlesen, und trotzdem fühlt es sich doch etwas zusammenhanglos an. Als wären zwischendurch Seiten rausgerissen worden, die mir geholfen hätten, den Sinn zu verstehen.
Da wird vermutlich klar: ich habe den Roman noch nicht gelesen. Deshalb kann ich meiner Erfahrung nach sagen: Ich fand den Graphic Novel keineswegs schlecht, wenngleich die Zeichnungen etwas zu blass, trist und „altmodisch/kindlich” für mich sind, aber ich denke auch, dass ich die Story erst richtig verstehen werde, wenn ich auch den Roman gelesen habe.

Zu guter Letzt: schon, als ich nur einen kurzen Teil des Romans gelesen habe, habe ich sofort gemerkt, dass viele Dinge im GN weggelassen wurden, wodurch sich der Sinn einiger Situationen nicht richtig erschließen lässt.

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Veröffentlicht am 17.09.2023

Wirrungen durch den Sumpf und die Zeit

Treacle Walker
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Das Buch Treacle Walker ist sehr kurz, und daher ist es gut, dass es einen direkt im ersten Kapitel in seinen Bann zieht. Das hat auch nie aufgehört , die immer neuen Eindrücke haben mich während des ...


Das Buch Treacle Walker ist sehr kurz, und daher ist es gut, dass es einen direkt im ersten Kapitel in seinen Bann zieht. Das hat auch nie aufgehört , die immer neuen Eindrücke haben mich während des Lesens gespannt gelassen. Ich bin großer Fan von kurzen Kapiteln und die haben hier beim Leseerlebnis auch nicht enttäuscht.
Es fängt an mit Joe, der den Treacle Walker vor seiner Tür trifft und somit beginnt eine Art Freundschaft. Es passieren Dinge, die man sich weder hätte erklären noch hervorsehen können. Joe ist ein Kind, aber wissen wir das ? Er trifft Thin Amren, aber existiert er überhaupt?

Wer sich einen Roman erhofft, der logisch strukturiert ist, wird hier nicht glücklich, aber wenn man bereit ist und möchte, dass man etwas fantastisches, fast wie einen Traum oder einen Traum in einem Traum liest, der ist hier genau richtig.
Ich hatte auf der kurzen absurden Reise viel Spaß und muss immer noch an Thin Armen denken und bin dem Autor für die immer noch währenden Fragezeichen in meinem Kopf dankbar.
Das Cover hat mir sehr gut gefallen und passt sehr gut zum Inhalt des Buches.

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Veröffentlicht am 17.09.2023

Wer ist sie denn jetzt?

Die Lügnerin
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Clara Konrad, oder besser Konrad Clara, oder doch Konrad Klarer?

Auch nach der letzten Seite dieses Buches habe ich nicht den wahren Namen unserer Protagonistin erfahren. Aber was ist schon wahr beziehungsweise ...

Clara Konrad, oder besser Konrad Clara, oder doch Konrad Klarer?

Auch nach der letzten Seite dieses Buches habe ich nicht den wahren Namen unserer Protagonistin erfahren. Aber was ist schon wahr beziehungsweise real? Damit beschäftigt sich dieses Buch.

Wir werden anfangs direkt in die Handlung gezogen doch leider hat sich der schnelle und spannende Anfang des Buches nicht gesteigert. Stattdessen werden wir mitgerissen, und so wie die Protagonistin selber wissen wir nicht ganz wohin.

Clara ist in einem Institut, erzählt ihre Geschichte, und obwohl es immer wieder packende Momente gibt, stört mich sehr, dass ich keinen richtigen Zusammenhang zwischen den verschiedenen Handlungen spüre.
Ich habe nicht verstanden, wann Clara mit dem Leser und wann sie mit ihrer Ärztin/Psychologin gesprochen hat.
Was auch sehr schwierig war, ist wann wer gesprochen hat und wann es Gedanken waren, da einerseits keine Anführungsstriche benutzt wurden und trotzdem bestimmte Aussagen kursiv gedruckt waren, dessen Sinn ich leider nicht verstanden habe.

Es war spannend zu überlegen, was wirklich passiert und was nur ausgedacht war, noch während Clara es erzählte, aber mit der Zeit wurde es etwas fad, da die Sicht auch zum Ende hin nicht klarer (Clara?) wird. Obwohl man sich bis zum Schluss darauf eingelassen hat, eine undurchsichtige Geschichte zu lesen, wird man nicht mit einer Wendung oder Erklärung belohnt.
Ich hatte zum Schluss nicht das Gefühl, dass das Buch eine klare Aussage oder einen Grund hatte.

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Veröffentlicht am 17.09.2023

Welch ein Buch!

Kleine Probleme
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Dieses Buch hat mich trotz trister Prämisse so oft zum Lachen gebracht. Dazu kommen so viele Zitate, die mir unheimlich gut gefallen haben. Ich habe schon lange kein Buch gelesen, das sich so angefühlt ...

Dieses Buch hat mich trotz trister Prämisse so oft zum Lachen gebracht. Dazu kommen so viele Zitate, die mir unheimlich gut gefallen haben. Ich habe schon lange kein Buch gelesen, das sich so angefühlt hat, wie dieses. Nele Pollatschek hat nicht nur ein sprachlich intelligentes, sondern auch ein tiefsinniges Buch geschrieben. Das hört und fühlt man gleichermaßen.

Hier geht es um Lars, aus dessen Perspektive erzählt wird. Es ist der 31. Dezember und er hat noch so, so viele Dinge zu erledigen. Und dabei hatte er so viel Zeit sie vorher schon zu beenden. Aber keine Sorge, denn er macht eine To-Do Liste, und alle, die sich zumindest ein bisschen in diesen Prokrastinierer hineinversetzten können, wissen, dass das ja schon der erste Schritt ist, den man nun nicht mehr auf die To-Do Liste schreiben muss.
Einmal dort angefangen, nimmt uns Lars auf diese eintägige Reise innerhalb seines Hauses mit. Man darf mit ihm fühlen, erkennt sich auch (manchmal zu sehr) in ihm wieder.

Es gab immer wieder Momente, in denen Themen aufgegriffen wurden, die sehr "politisch korrekt" sind, die der Meinung von Lars Sohn entsprechen, welche ich schwierig finde und trotzdem hatte ich weder das Gefühl, dass mir die Autorin ihre Meinung, noch eine andere aufzwängen wollte und das finde ich sehr wichtig. Die Tochter von Lars hatte dagegen eine durch und durch gegenteilige Meinung, was das Ganze wiederrum gut abgerundet hat.

Sehr dankbar bin ich für die Gefühlsachterbahn, dessen Ticket im Buch enthalten war, in der man lachen durfte, sich auf den stolzen Lars freuen durfte, den es geben wird, wenn er seine Aufgaben schafft, und gleichzeitig darum bangen konnte, ob er es schafft. Natürlich hat man auch mit ihm um seinen Zustand gefühlt und getrauert. Ich kannte Lars zum Ende des Buches und wollte ihm doch so gerne sagen, wie ich mich für ihn freue.

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