Ernstes Thema
Und mir bleibt der hässliche Hund
Hinter dem lustigen Cover und Titel verbirgt sich eine sehr ernste, bedrückende Geschichte. Der 17jährige Ich-Erzähler hat bei einem Unfall seine gesamte Familie verloren. Der einzig Überlebende ist der ...
Hinter dem lustigen Cover und Titel verbirgt sich eine sehr ernste, bedrückende Geschichte. Der 17jährige Ich-Erzähler hat bei einem Unfall seine gesamte Familie verloren. Der einzig Überlebende ist der hässliche Hund seiner kleinen Schwester. Sein völlig aus den Fugen geratenes Leben macht ihm Angst. Mit Panik-Attacken sucht er eine Therapeutin auf, in deren Wartezimmer er Mo kennenlernt. Gemeinsam mit ihrer Zufallsbekanntschaft aus einem Drogeriemarkt, Marie, versuchen die beiden, sich ihren Ängsten zu stellen. Dabei werden sie immer mutiger oder eher übermütig. Denn eine Konfrontationstherapie ist nichts für Anfänger. Und so landen beide in einer Situation, die zu eskalieren droht.
Teils komisch, teils sehr ernst erzählt die Autorin die Geschichte eines Jungens, der an einer Krankheit leidet, Angst, die am häufigsten verbreitete seelische Erkrankung unter Kinder und Jugendlichen. Sie findet Worte für ein Gefühl, die vielleicht vielen Betroffenen fehlen. Sie macht Mut, sie zeigt Probleme auf, sie wirbt dafür, mit sich selbst großzügig, vergebend und liebevoll umzugehen, sie reißt auch Lösungswege an. Dafür hat seine einen sehr treffenden Charakter geschaffen, mit dem sich viele, nicht nur Jugendliche identifizieren können, die sich in diesem Buch mit ihren Sorgen und Ängsten sehr ernst genommen fühlen können. Die Problematik ist eingebettet in eine Sommer-Liebes-Freundschaftsgeschichte. Erzählt wird sehr unpathetisch, dafür umso empathischer. Zum Ende hin wird die Geschichte für mich etwas langatmig, bevor sie ein fulminantes, wenn auch schließlich etwas zu verkürztes Ende nimmt. Hier nehmen die Reflexionen einen zu breiten Raum ein, sie werden kreisend und sind sehr dramatisierend.
Aber abgesehen davon ist das Buch sicherlich eine sehr empfehlenswerte Lektüre, sei es für Betroffene, aber auch für Menschen, die eine gute Geschichte und hässliche kleine Hunde mögen.