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Veröffentlicht am 29.07.2025

Eigentlich "Die Kriminalistin" - Solo für Lucia Specht

Die Kriminalistinnen. Der stumme Zeuge
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„Die Kriminalistinnen“ gehen ins Finale. Lucia Specht ermittelt gleich in zwei Fällen, zum einen eine Kindesentführung in Düsseldorf und zum anderen muss sie in Köln aushelfen und undercover im Drogenmilieu ...

„Die Kriminalistinnen“ gehen ins Finale. Lucia Specht ermittelt gleich in zwei Fällen, zum einen eine Kindesentführung in Düsseldorf und zum anderen muss sie in Köln aushelfen und undercover im Drogenmilieu ermitteln. Gleichzeitig ist sie auch noch dem Mörder ihrer Mutter auf der Spur. Und auch die Männer in ihrem Privatleben halten sie mehr auf Trag, als gut für sie ist.
Der dritte Band ist wieder gut erzählt und auf jeden Fall auch spannend zu lesen. Insbesondere die Kölnfans kommen auf ihre Kosten, da der Leser abtaucht ins Köln Anfang der 70er. Mit seinem dritten Band beweist Mathias Berg wieder einmal, dass ein packender Krimi kein Blutvergießen oder Exzesse körperlicher wie psychischer Gewalt braucht.
Was in diesem letzten Band der Trilogie um ersten Kriminalbeamtinnen der deutschen Polizei allerdings deutlich stärker in den Hintergrund tritt, ist das historische Kolorit. Lucia dominiert das Geschehen so sehr, da ist für ihre Kolleginnen wenig Platz. Die Besonderheit der Frauen bei der Polizei, wie sie den ersten und zweiten Band prägen, fehlt mir hier. Auch ist mir nicht zwingend ersichtlich, warum wir die zwei so unterschiedlichen Krimihandlungen brauchen, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben. Auch Lucias Männergeschichten werden mir hier zu viel, zu viele Liebeleien, die ihr dann – welch Zufall – zum Verhängnis zu werden drohen. Auch scheint es nicht realistisch, dass eine Polizeianwärterin in Ausbildung schon jetzt zur allseits gefragten Expertin wird, der Grund, warum sie nach Köln beordert wird. Etwas weniger Lucia hätte mehr Raum geboten für ihre Kolleginnen, die in den ersten beiden Teilen einen nicht unwesentlichen Teil des Charmes der Handlung ausmachten.
Insgesamt auf jeden Fall ein gut lesbarer Krimi, vor allem für die, die auf Blut und Psycho gut verzichten können, aber nicht unbedingt der Abschluss, den ich mir für die Reihe gewünscht hätte, unabhängig davon, dass ich mir noch gar keinen Abschluss gewünscht hätte, hätten die 70er Jahre doch jede Mengen Stoff für Lucia und ihre Kolleg:Innen bieten können.

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Veröffentlicht am 26.07.2025

Am Ende dann spannend

Das geheime Bildnis
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Die Kunststudenten Caroline und Patrick entdecken ein Tagebuch der surrealistischen Malerin Juliette Willoughby und darin Hinweise auf die Existenz ihres Hauptwerkes, das bei einem Brand in Paris im Jahre ...

Die Kunststudenten Caroline und Patrick entdecken ein Tagebuch der surrealistischen Malerin Juliette Willoughby und darin Hinweise auf die Existenz ihres Hauptwerkes, das bei einem Brand in Paris im Jahre 1938 eigentlich zerstört worden sein soll. Dieses Gemälde scheint eine Botschaft über ein Familiengeheimnis der Willoughbys zu enthalten. Und auch Jahrzehnte später sorgt das Gemälde für einen brutalen Mord, der Patricks und Carolines Leben zu zerstören scheint.
Der Krimi des Autorenduos, das unter dem Pseuconym Ellery Llyod veröffentlicht, spielt auf drei Zeitebenen. Über die ersten dreihundert Seiten zieht sich das Geschehen für mich ziemlich. Auf allen Ebenen ereignen sich Dinge, es gibt eine Geheimgesellschaft mit Ägypten-Kult, Menschen verschwinden, Kunsthändler suchen nach dem Fund ihres Lebens, eine junge Frau aus gutem Hause verursacht einen Skandal, zwei Menschen verlieben sich ineinander, die miteinander zu tun zu haben scheinen, aber vielfach ist nicht erkenntlich, was. Es werden immer neue Erzählfäden aufgegriffen und Geschehnisse aneinander gereiht, aber für mich entsteht kein spannender Erzählsog, wie bei einem Krimi, der nach Auflösung drängt. Erst im letzten vierten Teil fügen sich die Fäden zusammen und es kommt zu einigen überraschenden Wendungen, die den Leser zum Weiterlesen motiviert. Und zum Ende löst sich alles stimmig auf. Der Roman enthält einige interessante, wenn auch nicht originelle Ansätze, aber gleichzeitig auch zu viele, um von Anfang an eine Krimiatmosphäre aufzubauen. Bei der Vielzahl an Krimis fällt es schwer, hier einen ultimativen Pageturner zu sehen.

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Veröffentlicht am 21.06.2025

Wunderbare Wiederauflage eines Märchenklassikers

Die Schneekönigin
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Das Märchen „Die Schneekönigin“ von Hans Christian Andersen begeistert seit jeher mit seiner poetisch schönen und abenteuerlichen Geschichte von der Schneekönigin, die den kleinen Arne mit sich nimmt. ...

Das Märchen „Die Schneekönigin“ von Hans Christian Andersen begeistert seit jeher mit seiner poetisch schönen und abenteuerlichen Geschichte von der Schneekönigin, die den kleinen Arne mit sich nimmt. Nur seine Freundin Janna kann ihn von dem bösen Zauber erlösen. Und so macht sie sich auf den langen und gefährlichen Weg zum Palast der Schneekönigin in ewigem Eis und Schnee.
Die Neuerzählung von Bette Westerea bettet die Geschichte in eine schöne Rahmenerzählung von zwei Kindern auf einem Bauernhof, die nach dem ersten Schneefall Päckchen öffnen dürfen mit je einem Gegenstand und einer dazu passenden Geschichte, den einzelnen Abschnitten des Märchens. In die Erzählung eingebunden sind einfache Kinderreime, die eine fröhliche Stimmung erzeugen und den Erzähltext auflockern. Insgesamt erzählt sie die Geschichte kindgerecht und zugleich in einem angenehm weichen, leicht poetischen Ton.
Begleitet wird der Text von zauberhaften, zarten Zeichnungen der Illustratorin Aida de Jong, die der Geschichte auch viel Geborgenheit und Schönheit geben. Sie laden zum Verweilen und genauen Betrachten ein mit ihren vielen liebe- und stimmungsvollen Details. Farblich angepasst sind sie zum einen der jeweiligen vom bunten, fröhlichen Frühjahr hin in die eisige Finsternis einer Winternacht. Ansonsten spiegeln sich in ihnen zum Teil die nordischen Farben und Muster, aber auch moderne Gestaltungsprinzipien, sodass sich die Kinder gut mit den Figuren identifizieren können.
Insgesamt ein kostbarer Bücherschatz für jedes Bücherregal!

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Veröffentlicht am 20.06.2025

Nerviges Lesen macht doch auch irgendwie Spaß

Lesen NERVT! – Bloß keine Bücher! (Lesen nervt! 2)
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Im zweiten Band der Reihe „Lesen närvt“ hat die von Büchern und Lesern genärvte Spinne Karoline Kneberwecht schon deutlich bessere Laune als im ersten und sich ein Haustier zugelegt, den Bücherskorpion ...

Im zweiten Band der Reihe „Lesen närvt“ hat die von Büchern und Lesern genärvte Spinne Karoline Kneberwecht schon deutlich bessere Laune als im ersten und sich ein Haustier zugelegt, den Bücherskorpion Zwicko. Der ist ihr allerdings ausgebüxt und frisst sich nun munter durch die Bücher. Was die Bücherhasserin Kneberwecht ja eigentlich freuen müsste. Aber sie hat Angst um die Gesundheit von Zwicko und bittet den Leser um aktive Hilfe bei der Suche nach dem Ausreißer. Dazu führt sie ihn durch verschiedene Leserätsel mit vertauschen Buchstaben, Satzgliedersalat und durcheinander geratenen Geschichtenbausteinen, sodass sie ihre Leser ganz schön auf Trab hält.
Insgesamt ist auch der zweite Band ein lustig illustrierter Lesespaß mit Knobeleffekt, der jungen Leser vor einige – wenn auch gut lösbare – Herausforderungen stellt. Der erste Band hat mir aufgrund der noch bissigeren, vom Lesen genervten Spinne und der Art der Leseaufgaben etwas besser gefallen, aber auch der zweite Band kann alle Lesegenärvten sicherlich Lust aufs Lesen machen.

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Veröffentlicht am 16.06.2025

Sprengkraft

Eine Welt nur für uns
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Der Roman „Eine Welt nur für uns“ beschäftigt den Leser mit einem bisher wenig berücksichtigten Thema der Kriegs- bzw. Nachkriegszeit.
Frankreich. Frühjahr 1945. Die Deutschen haben noch nicht kapituliert, ...

Der Roman „Eine Welt nur für uns“ beschäftigt den Leser mit einem bisher wenig berücksichtigten Thema der Kriegs- bzw. Nachkriegszeit.
Frankreich. Frühjahr 1945. Die Deutschen haben noch nicht kapituliert, sind aber bereits aus weiten Teilen Frankreichs zurückgedrängt worden. Allerdings haben sie ein grausiges Erbe dagelassen: die unterschiedlichsten Arten an Minen, die nicht nur Frankreichs Strände, sondern auch die Äcker der Bauern zu einer Todesfalle machen. Frankreichs Wiederaufbau nach der Unterdrückung und Zerstörungswut der Deutschen kann nur beginnen, wenn aber Tausende dieser stummen Feinde beseitigt sind.
Neben einer Handvoll unfreiwillig Freiwilliger, zum Teil ehemalige Verbrecher, die so auf Haftverschonung spekulieren, rekrutiert die französische Armee deutsche Kriegsgefangene für das Aufspüren der Minen. Unter diese zusammengewürfelte, spannungsreiche Truppe mischt sich der Franzose Vincent, der auf der Suche nach seiner Geliebten ist. Während seiner Kriegsgefangenschaft in Deutschland hat er jegliches Lebenszeichen von ihr verloren. Die ihm bei der Suche nach seiner großen Liebe helfen können, sind ausgerechnet die deutschen Kriegsgefangenen, die er hasst und auf deren Hilfe er nun angewiesen ist.
Claire Deya schildert in ihrem Debütroman sehr eindrücklich die Spannungen zwischen den Franzosen und ihren vormaligen Besatzern. Dabei changieren die Figuren gekonnt zwischen Gut und Böse. Keiner ist nur gut oder böse, jeder sieht sich mit einer Extremsituation konfrontiert, sei es ihm Krieg, sei es nun im Umgang mit den Folgen wie den Minen, auf die er versucht zu reagieren, sei es zu seinem Vorteil oder zum Wohle eines anderen. Sie zeigt, wie schwer ein Urteil ist und wie sehr alle geprägt sind von dem Wunsch nach Frieden und nach Leben, vor allem nach dem unwiderbringich verlorenen Leben vor dem Krieg. So stellt sich bisweilen auch die Frage, ob die Anstrengung, die man auf das Überleben aufgewendet hat, sich überhaupt gelohnt hat im Anblick des Verlusts, den fast jede dieser Figuren durchlebt hat.
Der Leser erfährt nicht nur viel über die individuellen Stimmungslagen und die Mentalitäten der Sieger und Besiegten, die letztlich alle Verlierer sind, sondern auch sehr interessante Details über ein spannendes Stück Zeitgeschichte: das zweigeteilte Frankreich am Ende des Krieges auf dem Weg in eine neue Zeit, sowie Militärgeschichte: das Leid der Landminen, das bis heute noch in vielen Ländern für großes Leid sorgt und zur perfidesten Art der Kriegführung gehört, da dieser Krieg über Kapitulation und Friedensschluss hinaus andauert. Mit großer Kenntnis zahlreicher unbekannter Details schafft die Autorin so das Panorama für ihre Handlung.
Das unendliche Leid der Figur entsteht darin gut greifbar für den Leser, der eine Ahnung bekommt vom Mut und Verzweiflung und dem, was den Menschen um- und antreibt.
Dabei stört einzig der zuweilen etwas zu pathetische Unterton und die stellenweise ein wenig hölzerne Übersetzung.

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