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Veröffentlicht am 13.02.2025

Nochmal Bammel gehabt

Wie man einen Bammel auf Hosentaschengröße schrumpft
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Schon der Titel „Wie man seinen Bammel auf Hosentaschengröße schrumpft“ ist sehr lustig – und Programm. Elli und Jaro sind schon immer beste Freunde gewesen. Eines Tages beschließen sie, keine Angst mehr ...

Schon der Titel „Wie man seinen Bammel auf Hosentaschengröße schrumpft“ ist sehr lustig – und Programm. Elli und Jaro sind schon immer beste Freunde gewesen. Eines Tages beschließen sie, keine Angst mehr haben zu wollen, vor „dem Kläffer“ und vor Wasser. Kann man „keine Angst haben“ lernen? Ihr Selbstversuch wird auf eine harte Probe gestellt durch die Neue im 2. Stock. Und auf einmal müssen Elli und Jaro Angst um ihre Freundschaft haben!
Ein wortwitziges, komisches, ernstes, herzliches und Mutmachendes Hörbuch über Ängste und Freundschaft, über Mut und Freundschaftskrisen. Wer könnte Kindern besser die Angst (vor der Angst) nehmen als tapfere, mutige, sympathische und lustige, aber auch ängstliche, zweifelnde und traurige Gleichaltrige wie in diesem tollen Jugendbuch, mitreißenden gelesen von einer absolut passenden Stimme und damit gleich doppeltes Vergnügen beim Mitfiebern und Zuhören!

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Veröffentlicht am 13.02.2025

Episch

Die Tochter der Drachenkrone
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Der epische historische Roman „Die Tochter der Drachenkrone“ zeigt das Schicksal der Fürstentochter Gwenllian, die nach dem Tod zwischen die Fronten der um die Herrschaft rivalisierenden Brüder gerät. ...

Der epische historische Roman „Die Tochter der Drachenkrone“ zeigt das Schicksal der Fürstentochter Gwenllian, die nach dem Tod zwischen die Fronten der um die Herrschaft rivalisierenden Brüder gerät. Als Frau bleibt ihr zur damaligen Zeit nur ein Mittel der Wahl,
Einfluss zu nehmen: die Heirat mit einem anderen Herrscher. Dabei ist aber nicht nur taktierendes Kalkül im Spiel, sondern zunehmend auch Gefühle.
Der Roman öffnet den Blick auf die rauen Zeiten im 12. Jahrhundert in Wales. Irren und Wirren von Kriegen, Intrigen und Liebe nehmen den Leser mit sich. Gwenllian ist sicherlich keine typische Frau der damaligen Zeit, sie versucht, das Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen, nicht nur für sich selbst, sondern auch in der Suche nach Frieden für ihr Volk. Spannend, bisweilen aber auch ein wenig lang, und gefühlvoll, bisweilen aber auch ein wenig gefühlsselig schildert die Autorin Sabrina Qunaj, die Expertin für historische Schmöker ist, das Schicksal einer besonderen Frau in unruhigen Zeiten in einer männerdominierten Gesellschaft.

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Veröffentlicht am 09.02.2025

Schwimmende Freiheit

Fernwehland
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Die „Völkerfreundschaft“ ist ein schicksalsträchtiges Schiff, das im Roman das Leben der drei Protagonist:Innen verbindet. Die kleine Frieda erlebt die Schiffstaufe im schwedischen Göteborg; da hieß es ...

Die „Völkerfreundschaft“ ist ein schicksalsträchtiges Schiff, das im Roman das Leben der drei Protagonist:Innen verbindet. Die kleine Frieda erlebt die Schiffstaufe im schwedischen Göteborg; da hieß es noch „Astoria“. Später trifft sie auf ihrer ersten Reise auf dem Schiff ihren zukünftigen Mann.
Henri, dessen Vater schon von der Seefahrt träumte, überwindet als Matrose auf der „Völkerfreundschaft“ die Grenzen der DDR. Und auch für die Stewardess Simone wird auf dem Schiff der Traum von der großen Freiheit war, besonders als sie für eine schwedische Reederei fahren und somit auch Westhäfen anfahren.
Viele Jahre später begegnen sich alle drei auf der ehemaligen „Völkerfreundschaft“. Das Schicksal hat sie auf sehr unterschiedliche Wege geführt, aber was sie verbindet ist ihre gemeinsame Liebe zu dem alten Schiff. Und aus Nostalgie fahren sie noch einmal auf die Reise.
Auf drei manchmal vier (Zeit)ebenen spielt die Handlung des Romans. Sehr anschaulich lässt die Autorin die drei Leben am Auge des Lesers vorüberziehen. Sie erschafft eine kleine Welt sympathischer Figuren, deren Wege sich immer wieder einmal kreuzen, anfänglich ohne dass die drei davon Notiz nähmen. Was der Roman auf jeden Fall sehr gut vermittelt ist die Sehnsucht nach Freiheit, aber auch Zugehörigkeit zur Familie, aber auch zur Crew auf der „Völkerfreundschaft“. Bei allen Einschränkungen gelingt es den Figuren immer wieder, das Beste aus ihrem Schicksal zu machen und das Glück, wenn es sich denn zeigt, auch zu genießen. Der Leser geht gerne

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Veröffentlicht am 09.02.2025

Der Blick nach vorn geht nur über den Blick zurück

Wohin treibt Russland?
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Die Frage, ob Russland überhaupt demokratiefähig und die russische Bevölkerung demokratiewillig ist, beantwortet der Autor Jens Siegert mit einem Blick in die jüngere und die länger zurückliegende Vergangenheit ...

Die Frage, ob Russland überhaupt demokratiefähig und die russische Bevölkerung demokratiewillig ist, beantwortet der Autor Jens Siegert mit einem Blick in die jüngere und die länger zurückliegende Vergangenheit Russlands. Die Herrschaftsfolge seit der Stabilisierung im Zarenreich, russische Revolution und stalinistische Diktatur haben das Selbst- und Politikverständnis des russischen Volkes und ihr Verhältnis zum Westen geprägt, genau wie die Öffnung in den 90er Jahren und die daraus resultierenden Enttäuschungen, die mit dem Ende des Kalten Krieges auch das Ende einer russischen Weltmachtstellung brachten. Dies wiederum bereitete den Nährboden für eine neue diktatorische Herrschaft unter Putin, in dem viele der Russen den Hersteller der alten Größe und Bedeutung des russischen Reiches sehen, wofür sie auch empfindliche Einschränkungen im Hinblick auf persönliche Freiheit und große Opferbereitschaft in Kauf zu nehmen bereit sind. Aber auch jetzt gibt es immer noch Gruppierungen im Land, die unter hohen Kosten Widerstand zu leisten bereit sind und damit Keim der Hoffnung auf eine demokratische Zukunft jenseits Putin.
Sehr kurz und kompakt gibt Siegert einen Überblick über russische Geschichte und trägt viel zum Verständnis russischer Denkweise heute bei. Er vermittelt ein realistisches Bild der politischen Lage in Russland. Er bezieht schon eine klare Position, aber ohne Polemik oder Schuldzuweisung. Er zeigt auf, wie Demokratie in Russland wieder erstarken könnte und auf wem die Hoffnung ruht. Ein aktuelles Buch, dass die notwendigen Informationen vermittelt, um Russlands Weg heute zu verstehen und Möglichkeiten seiner zukünftigen Entwicklung aufzuzeigen, und damit den Diskurs um die aktuelle russische Politik und die Haltung des Westen dazu bereichert.

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Veröffentlicht am 04.02.2025

Schwaches Finale

Die Glücksfrauen – Das Geheimnis der Rosen
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Im dritten Teil der „Glücksfrauen“ von Anna Claire wartet der Leser gespannt auf die Auflösung der Rätsel um die drei Freundinnen Luise, Maria und Anni. Während es in den ersten beiden Bänden um Luise ...

Im dritten Teil der „Glücksfrauen“ von Anna Claire wartet der Leser gespannt auf die Auflösung der Rätsel um die drei Freundinnen Luise, Maria und Anni. Während es in den ersten beiden Bänden um Luise ging, die mit dem Geld der Freundinnen in New York ein Café eröffnen wollte, wohin sie vor den Nazis geflohen war, und um die Jüdin Maria, die im letzten Moment auf einer abenteuerlichen Fluchtroute den Nazis entkommen konnte, so geht es im letzten Band um Anni. Sie ist eigentlich glücklich liiert mit Siegfried. Der allerdings arbeitet für die Gestapo, und im Laufe der Zeit wird Anni immer misstrauischer den Zielen der Nazis gegenüber und auch gegenüber Siegfried, der sich nicht so für das Gute einzusetzen scheint, wie er vorgibt. Ein drastisches Erlebnis und ein Verrat durch Siegfried veranlassen Anni zu einer spontanen Flucht nach England, wo sie als Agentin gegen die Deutschen arbeitet. Später dann verschlägt es sie nach Tansania, wo sie eine Rosenfarm gründet, auf der die Enkelinnen von Luise und Maria dann auch Annis Enkelin finden, damit sie gemeinsam den letzten Teil des Rätsels lösen. Dabei geht es auch um die Enkelinnen, ihre Lebensentscheidungen und natürlich um die Liebe.
Schon die ersten beiden Bände zeigen Schwächen bei der Umsetzung einer interessanten Idee mit interessanten Figuren. Aber der dritte Teil übertrifft diese, wie ich finde, bei weitem. Er ist ein mehr als unbefriedigendes Ende einer Buchreihe, die vor allem wegen der Suche nach der Lösung des Geheimnisses von Luise lesenswert erscheint. Allerdings ist diese Lösung wenig plausibel und passt nicht in den Handlungsverlauf. Man fragt sich unwillkürlich, ob man etwas Wichtiges überlesen hat. So geht es an anderen Stellen auch recht unlogisch zu. Und der Stil ist sehr hölzern und schlicht. Die Figur der Anni ist in sich schon nicht stimmig angelegt. Dem naiven Mädchen, die dem Erzählstil eine Kleinmädchenausdrucksweise verleiht, ist eine Karriere als Agentin nicht wirklich zuzutrauen. Das Konzept geht leider gar nicht auf. Sehr schade, denn die Geschichte hätte auf jeden Fall Potential für mehr gehabt. Und auch das Schicksal der Spioninnen im 2. Weltkrieg ist sicherlich ein dankbarer Plot für ein spannendes Buch. Aber Anni kann diesen Erwartungen nicht gerecht werden.

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