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Veröffentlicht am 20.02.2026

Ein weiteres Highlight meines Lesejahres 2026

Die Buchhandlung der Exilanten
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Im Nachwort schreibt der Autor Uwe Neumann, dass er einen Wunsch hat. Nämlich den, dass auch dieses Buch dazu beiträgt, dass die beiden doch recht unbekannten Frauen mehr Beachtung finden.

Als die beiden ...

Im Nachwort schreibt der Autor Uwe Neumann, dass er einen Wunsch hat. Nämlich den, dass auch dieses Buch dazu beiträgt, dass die beiden doch recht unbekannten Frauen mehr Beachtung finden.

Als die beiden Büchereien eröffnet wurden, dachte keine der Frauen daran, dass die Deutschen ihre Stadt Paris für sich vereinnahmen könnten. Und das ohne Widerstand der Franzosen. In den 1920er Jahren trafen sich in diesen Räumen sämtliche Künstler von Rang und Namen. Völlig ungezwungen verkehrten hier nicht nur Ernest Hemingway und Pablo Picasso. Es entwickelten sich Freundschaften, die die harten Jahre des Krieges überdauerten und wo die gegenseitige Hilfe überwiegend selbstverständlich war. Selbst die Ehefrau Hemingways suchte hier nach ihrem Mann, der allerdings mit seiner neuen Liebe Martha Gellhorn unterwegs war.

Adrienne Monier gehörte „Das Haus der Bücherfreunde“ und Sylvia Beach „Shakespeare and Company“. Beide lebten von und für ihre Bücher und unterstützten die Autoren, wo sie nur konnten. "Die Buchhandlung der Exilanten" entführt den Leser in eine bewegte Zeit. Die Kapitel wechseln zwischen den Jahren vor und während des Krieges. Zuweilen ein wenig verwirrend aber nie langweilig. Da ich etliche der genannten Autoren durch ihre Werke kennenlernte, waren sie mir sofort sehr nah.

Mich faszinierten die vielen Episoden der Akteure, die sich tatsächlich alle so ereigneten. Das heißt also, dass der Autor eine langwierige und umfangreiche Recherche durchführte. Die gehobene und sehr bildhafte Sprache machten das Lesen zu einem besonderen Vergnügen. Und die originalen Fotografien freuten mich nochmal extra. Ich konnte mir die Protagonisten so noch viel besser vorstellen. Ein tolles Buch, das ich zum Jahresende lesen durfte.

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Nicht nur spannend, sondern auch lehrreich

Maggie Yellow Cloud
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Spannender kann ein Buch nicht beginnen. Zwei junge Menschen treffen sich in der Einöde. Sie möchten ein wenig für sich sein und erkennen die Gefahr erst, als es fast zu spät war. Er möchte seine Freundin ...

Spannender kann ein Buch nicht beginnen. Zwei junge Menschen treffen sich in der Einöde. Sie möchten ein wenig für sich sein und erkennen die Gefahr erst, als es fast zu spät war. Er möchte seine Freundin schützen und stellt sich mutig gegen eine Überzahl von jungen Männern. Wird bewusstlos geprügelt und seine Freundin kann nicht mehr flüchten. Was ist los im Reservat? Warum gibt es in den letzten Wochen so viele verletzte Jugendliche, die das Krankenhaus aufsuchen, in dem Maggie Yellow Cloud arbeitet? Und wäre das nicht genug, so muss die Ärztin sich auch noch mit gefährlichen Männern auseinandersetzen, die Medikamente vertreiben, welche nicht ausreichend erprobt sind.

Richard Sounding Side ist Stammespolizist und seit dem Tod seines Bruders ist Robert nicht gut auf ihn zu sprechen. Richard war es nämlich, der Robert sofort verdächtigte, als dieser ermordet wurde. Jetzt behauptet er, dass Antonio, der Adoptivsohn von Maggie und ihrem Mann, eine Schlüsselfigur bei den Überfällen sei. Als dann ein Mord geschieht, ist nicht nur Richard alarmiert. Das ganze Reservat hilft mit, den Täter zu finden.

„Skrupellos“ ist der dritte Band um Maggie Yellow Cloud. Die Story ist zwar in sich abgeschlossen, aber das Lesen der ersten beiden Bücher tragen sehr zum Verständnis bei. Nicht nur, dass es unterhaltsam und bildhaft geschrieben wurde, gefiel mir sehr gut. Es ist spannend und ich habe wieder viel über das Leben der Ureinwohner Amerikas gelernt. Ihre Bräuche sind so interessant und ihre Verbindung zur Natur lebenswichtig. Würden alle Menschen so auf ihre Umwelt achten, dann gäbe es keine Furcht vor Klimaveränderung oder dem Aussterben bestimmter Tiere.

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Veröffentlicht am 18.02.2026

Das Buch ist eine Herausforderung

Ich, die ich Männer nicht kannte
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Sie ist die Jüngste von 40 Frauen. Alle leben gemeinsam in einem Raum, der keine Wände, sondern Gitter hat. Vor ihnen patrouillieren Männer, die sogenannten Wachen. Sobald eine der Frauen Hautkontakt sucht, ...

Sie ist die Jüngste von 40 Frauen. Alle leben gemeinsam in einem Raum, der keine Wände, sondern Gitter hat. Vor ihnen patrouillieren Männer, die sogenannten Wachen. Sobald eine der Frauen Hautkontakt sucht, knallt eine Peitsche. Nein, misshandelt wurden sie bisher noch nicht.

Das Buch ist äußerst mysteriös. Dem Leser wird weder der Grund für den Aufenthalt hinter Gittern noch der Ort des Gefängnisses mitgeteilt. Die Ich-Erzählerin berichtet von ihrem Kampf um Anerkennung der Frauen. Sie macht deutlich, dass ihr nur ein selbstbewusstes Auftreten hilft. Mit der Zeit empfindet sie sogar so etwas wie Freundschaft für ihre Mitgefangenen.

"Ich, die ich Männer nicht kannte" beantwortet alleine durch den Klappentext meine oben angeführten Fragen. Im Laufe der Erzählung können alle Frauen ihr Gefängnis verlassen. Doch, fühlen sie sich tatsächlich in ihrer plötzlichen Freiheit zurecht? Wie entwickelt sich das Dasein für die Jüngste, die keine Ahnung von den Erinnerungen ihrer Leidensgenossinnen hat?

Es mag sein, dass es als „internationaler Sensationserfolg“ gefeiert wird. Für mich ist es ein Roman, der mich nicht begeistern konnte. Ja, die Sprache ist ansprechend und bildhaft. Das Erleben der jungen Frau allerdings nicht wirklich realistisch.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Ein Buch aus der Welt der Influencer

Du gehörst zu uns
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Tina lebt alleine. Sie hat das große Glück, dass sie ihre Arbeit meistens im Homeoffice erledigen kann. Eine schwere Enttäuschung machte sie zur Einzelgängerin und es sieht so aus, als hätte sie eine ausgeprägte ...

Tina lebt alleine. Sie hat das große Glück, dass sie ihre Arbeit meistens im Homeoffice erledigen kann. Eine schwere Enttäuschung machte sie zur Einzelgängerin und es sieht so aus, als hätte sie eine ausgeprägte Sozialphobie. Wie gut, dass sie sich zur Influencerin Sorcha hingezogen fühlt. Die berichtet täglich von ihrem Leben und auch von einer Zeit, die sie bis zum Rand der Verzweiflung brachte. Nur ihre beiden Kinder hielten sie davon ab, dass sie Suizid beging.

Zwei Frauen, die sich aus unterschiedlichen Gründen zueinander hingezogen fühlen. Die schüchterne Tina und die recht erfolgreiche und taffe Sorcha. "Du gehörst zu uns" ist ein Thriller, der nur langsam Fahrt aufnimmt. Die eine, nämlich Tina, hat Sorge, dass ihre Vergangenheit ans Licht kommt. Die andere, also Sorcha, hätte nie gedacht, dass sie diese Frau einmal als Freundin bezeichnen könnte. Das Auf und Ab der Beziehung macht das Buch zwar spannend, leider aber erst im letzten Drittel.

Interessant fand ich die Darstellung, wie Influencer arbeiten. Auf welche Weise sie ihre Follower generieren und dann Geld mit ihren Auftritten verdienen. Aber auch die Gefahren, die damit verbunden sind, beschreibt die Autorin eindrücklich. Ein gutes Buch mit einigen Längen. Die sollten aber nicht allzu wichtig genommen werden.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Ein Buch, das berührt

Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand
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Eigentlich verstand Hyoyeong sich mit ihrer Schwester sehr gut. Doch, was ist das? Sie verschwindet ohne ein Wort des Abschieds und das, wo die Mutter operiert werden muss? Und der Vater ihr so viel Geld ...

Eigentlich verstand Hyoyeong sich mit ihrer Schwester sehr gut. Doch, was ist das? Sie verschwindet ohne ein Wort des Abschieds und das, wo die Mutter operiert werden muss? Und der Vater ihr so viel Geld geliehen hat? Hyoyeong ist wütend und verlässt ihr Elternhaus. Sie zieht in eine andere Stadt. Nimmt einen Aushilfsjob an und hofft auf diese Weise, die unguten Gedanken zu vergessen. Dabei ahnt sie nicht, wie sehr sie die Arbeit im "Der Briefladen in dem die Zeit stillstand" begeistert. Endlich lernt sie, dass sie auch mit fremden Menschen kommunizieren kann. Sie lässt sich auf ihr Gegenüber ein und lernt auf diese Weise Leute kennen, die bald viel mehr als „nur“ Bekannte für sie sind.

Es ist ein Debüt der Autorin Baek Seungyeon. Und das ist gelungen. Hier wird ein außergewöhnlicher Shop vorgestellt. Kunden werden zum Briefeschreiben motiviert. Was vor Jahrzehnten noch gang und gäbe war, wird leider nur noch wenig praktiziert. Handgeschriebene Briefe kennt kaum noch jemand. Heute gibt es Kurznachrichten oder E-Mails. Jedoch ist die Rückbesinnung auf das per Hand geschriebene Wort ein Wunsch vieler Menschen. Besonders dann, wenn weder Adressat noch Absender bekannt sind. Ist es tatsächlich so, dass sich die Schreibenden viel leichter öffnen können?

Für mich war es bisher schwierig, mich an den Schreibstil von Autoren aus Fernost zu gewöhnen. Das ist hier anders. Das Buch fesselte mich schon beim Lesen der ersten Seiten und setzte sich bis zum Ende fort. So fein wird hier die Wichtigkeit der Auswahl von Briefpapier und Füller beschrieben. Das Kratzen der Feder auf dem Papier konnte ich praktisch hören. Ja, ich empfehle dieses einzigartige Buch unbedingt weiter. Das hat es verdient.

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