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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.11.2025

So grausam ist die Natur und zudem nicht vorhersehbar

Pompejis letzter Sommer
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Glaukus und Kloidus sind Freunde. Sie spazieren durch Pompeji und freuen sich ihres Lebens. Immerhin gewannen sie beim Glücksspiel und sind um einige Sesterzen reicher geworden. Dabei hätten sie es gar ...

Glaukus und Kloidus sind Freunde. Sie spazieren durch Pompeji und freuen sich ihres Lebens. Immerhin gewannen sie beim Glücksspiel und sind um einige Sesterzen reicher geworden. Dabei hätten sie es gar nicht nötig, sich durch Zockerei ihren Geldbeutel zu füllen. Beide stammten aus wohlhabenden Familien. Das Würfeln um Geld brachte ihnen einen angenehmen Zeitvertreib und sie genossen es sehr.

„Pompejis letzter Sommer“ liest sich fast wie ein Krimi. Die Beschreibung der Häuser und Straßen sind so plastisch dargestellt, dass ich sie mir gut vorstellen konnte. Auch die Sprache empfinde ich perfekt wiedergegeben. So stelle ich mir die Unterhaltungen damaliger Zeit vor. Ein Miteinander zwischen Sklaven und Herren gab es kaum. Die Schere zwischen Armen und Reichen konnte kaum weiter auseinander sein. Aber alle ereilte das gleiche Schicksal. Niemand ist vor den Unbilden der Natur geschützt.

Von dem Buch hatte ich mir mehr versprochen. Es dreht sich hier hauptsächlich um Liebe und Verrat. Für meinen Geschmack kommt die Historie dabei zu kurz. Es gibt zwar ein wenig Spannung, die Auflösung ist jedoch vorhersehbar. Sehr gut gefiel mir die Beschreibung der neuen „Sekte“ der Christen. Wie sie angefeindet wurden und welche Vorbehalte die alten Priester gegen sie hatten.

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Veröffentlicht am 19.11.2025

Leider ist diese tolle Serie mit diesem Buch beendet

Westend
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Er lebt in einem Seniorenheim und ist zufrieden mit seinem Los. Als er von einem Privatdozenten gebeten wird, ein Interview zu geben, zögert er. Was will dieser Typ und warum ausgerechnet jetzt? Wie gut, ...

Er lebt in einem Seniorenheim und ist zufrieden mit seinem Los. Als er von einem Privatdozenten gebeten wird, ein Interview zu geben, zögert er. Was will dieser Typ und warum ausgerechnet jetzt? Wie gut, dass Herr Rath sich auf die Befragung einlässt und Fans der Serie mit dem Buch "Westend" einen gelungenen Abschluss der Reihe präsentiert bekommen.

Mir gefielen die Bücher von Volker Kutscher und ich freute mich auf den Abschluss der sehr guten Serie. Endlich lernte ich den privaten Ermittler näher kennen. Rath erzählt von Ereignissen, die er eigentlich niemals preisgeben wollte. Ausschließlich der sehr guten Fragestellung des Herrn Singers ist es zu verdanken, dass der eigenwillige Ermittler sich ein wenig öffnet und aus dem sogenannten „Nähkästchen“ plaudert.

Die Lesung dieses letzten Bands um Herrn Rath ist gelungen. Alle Beteiligten trugen ihren Part perfekt vor und so entstand ein fesselndes Hörbuch. Allen Fans des Ermittlers Rath empfehle ich diesen letzten Band.

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Veröffentlicht am 18.11.2025

Erschreckend, was in den kleinen Eifeldörfern damals los war

"Reichskristallnacht"
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Erschreckend, was in den kleinen Eifelgemeinden los war. Nicht nur Zülpich oder Bad Münstereifel sind in dem Buch erwähnt. Auch Kommern hat sich nicht gescheut, einen der besten Arbeitgeber zu demütigen ...

Erschreckend, was in den kleinen Eifelgemeinden los war. Nicht nur Zülpich oder Bad Münstereifel sind in dem Buch erwähnt. Auch Kommern hat sich nicht gescheut, einen der besten Arbeitgeber zu demütigen und sein Haus abzubrennen. Der Autor hat umfassend recherchiert und es gibt zudem viele Fotos und Zeitungsartikel zu lesen. Jeder, der sich für Historie der Eifel im Kreis Euskirchen interessiert, sollte das Buch lesen.

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Wie so oft trügt auch hier der Schein

Verlorene Spuren
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Caroline Crow ist glücklich verheiratet. Sie liebt ihren Mann und genießt das Leben an seiner Seite. Er ist zwar häufig unterwegs und sie oft alleine. Aus dem Grund hat sie sich einer Gruppe von Frauen ...

Caroline Crow ist glücklich verheiratet. Sie liebt ihren Mann und genießt das Leben an seiner Seite. Er ist zwar häufig unterwegs und sie oft alleine. Aus dem Grund hat sie sich einer Gruppe von Frauen angeschlossen, die sich regelmäßig zum Schwimmunterricht treffen. Auf den ersten Blick scheint alles in Ordnung. Bis Caroline verschwindet. Sowohl ihr Ehemann als auch Bekannte wissen nicht, wo sie sein könnte.

"Verlorene Spuren" ist ein spannend konstruierter Krimi mit vielen Wendungen. Es gibt etliche Verdächtige und ein lebhaftes Hin und Her bei den Ermittlern. Die Autorin T. M. Payne war viele Jahre als Ermittlerin in der Abteilung „häusliche Gewalt“ tätig. Aufmerksame Leser erkennen diese Tatsache sofort und genau das macht ihre Bücher so authentisch. Für meinen Geschmack hätte der Thriller bedenkenlos kürzer sein können. Will sagen, dass es etliche Längen gibt. Eine Leseempfehlung gebe ich aber trotzdem. Wer spannende und kurzweilige Unterhaltung mag, der sollte das Buch lesen.

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Veröffentlicht am 12.11.2025

Ein wertvolles Buch, das viele Leser verdient

Balkan-Odyssee, 1933-1941
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Immer mehr Staaten verweigerten den Aufenthalt von Menschen, die vor den Nationalsozialisten fliehen mussten. Nur Jugoslawien duldete noch deren Durchreise. Alle Flüchtenden wollten nur das Eine: den rettenden ...

Immer mehr Staaten verweigerten den Aufenthalt von Menschen, die vor den Nationalsozialisten fliehen mussten. Nur Jugoslawien duldete noch deren Durchreise. Alle Flüchtenden wollten nur das Eine: den rettenden Hafen erreiche und nach Palästina ausreisen. Sogenannte Kulturjuden mussten Hals über Kopf aus Berlin fliehen. Ihre Kunst galt als entartete und so wurden auch sie als Person behandelt. Es spielte keine Rolle, dass sie bei ihren Theaterauftritten das Publikum begeisterten. Oder dass sie schon vor vielen Jahren konvertierten. Sie wurden als Juden geboren und als solche verfolgt. Die Gestapo war überall. Aber nicht nur Juden gehörten zu den Verfolgten. Auch Kommunisten, „Zigeuner“ und Behinderte sowie alle, die gegen Hitler agierten, gehörten zu den Feinden.

Den Fliehenden wurde viel versprochen. Sie mussten den Schleusern ihr Hab und Gut abgeben, um überhaupt die Chance zur Flucht zu bekommen. Leider wurden sie sehr oft betrogen, hinters Licht geführt. Und als Hitler massiven Einfluss auf den Statt Jugoslawien bekam, wurde den Hoffenden sogar diese Möglichkeit der Flucht genommen.

"Balkan Odyssee 1933-1941" ist viel mehr als ein Sachbuch. Es liest sich wie ein Schicksalsroman, ist aber leider keine ausgedachte Story. Es handelt sich um das tatsächliche Erleben so vieler Menschen, die aus Nazideutschland fliehen mussten. Immer mehr Tatsachen kommen nach so vielen Jahren ans Licht. Und es gibt unzählige Bücher zum Thema. Dieses setzt sich positiv ab. Obwohl ein Sachbuch, so lässt es sich gut lesen. Ist zu keinem Zeitpunkt langatmig und trotz des ernsten Themas abwechslungsreich und bildhaft geschrieben. Einen Sternenregen und ein absolute Leseempfehlung gibt es von mir.

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