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Veröffentlicht am 18.01.2026

Er legt den Finger in die Wunde

Demokratie am Limit?
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In „Demokratie am Limit“ geht der Autor nicht auf Antidemokraten ein, die in Ländern unserer Umgebung herrschen. Hier wird sehr genau analysiert, wie es in Deutschland aussieht. Er erinnert an die Aussagen ...

In „Demokratie am Limit“ geht der Autor nicht auf Antidemokraten ein, die in Ländern unserer Umgebung herrschen. Hier wird sehr genau analysiert, wie es in Deutschland aussieht. Er erinnert an die Aussagen von Margot Friedländer. Wir alle können uns gewiss an Fotos erinnern, wo der Kanzler ihr die Hand reicht. Nur für die Presse? Bei ihrer Trauerfeier trug er sogar eine Kippa. Das werde ich hier nicht weiter vertiefen. Marc Raschke hat keine Furcht vor „denen da oben“. Er führt Fakten auf, die ihm beim Kanzler und seinen Genossen sowie der Präsidentin des deutschen Bundestages auffielen. Sein Buch zeugt von Kenne. Bedeutet für mich, dass er sich täglich mit dem Thema beschäftigt.

Fakt ist, dass Rechtsradikale nicht ausschließlich in der AxD zu finden sind. So viele Aussagen von Ministern der CDU/CSU beweisen das. Es sieht tatsächlich so aus, als würden einige Minister für ihr Fortkommen „über Leichen“ gehen. Es werden Statistiken manipuliert und ich verrate Ihnen kein Geheimnis. Gespart wird nur bei den Menschen, die eh schon am Rande der Gesellschaft stehen. Reiche und Privilegierte werden geschont. Ist das richtig? Nein. Was können wir als Bürger Deutschlands tun? Auf die Straße gehen. Herr Raschke sagt explizit, dass Likes und Kommentare bei Facebook nur wenig bringen.

Er erläutert, wann er seine erste Demo anmeldete und welchen Erfolg diese hatte. Ich habe dieses Buch mit Neugier gelesen und es nicht bereut. So viele Fakten kannte ich noch nicht und für mich sind es genau diese, die mir bei Streitgesprächen helfen, mit Argumenten zu punkten.

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Veröffentlicht am 17.01.2026

Hier spürte ich die Liebe zu den Bergen hautnah

Meine Berge bist du
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Als die Mutter mit ihren Zwillingssöhnen einen Ausflug macht, wird eines ihrer Babys entführt. Auch intensive Suchen nach ihm bleiben erfolglos. Es ist einfach spurlos verschwunden. Der Kleine weiß nicht, ...

Als die Mutter mit ihren Zwillingssöhnen einen Ausflug macht, wird eines ihrer Babys entführt. Auch intensive Suchen nach ihm bleiben erfolglos. Es ist einfach spurlos verschwunden. Der Kleine weiß nicht, wer seine Eltern sind. Eines Tages packt die Frau, die er Mutter nennen soll, einen kleinen Koffer. Der Mann, der angeblich sein Vater ist, reist mit ihm zu einem Ort, der in den Bergen liegt. Er fordert ihn auf, an der Türe einer Kate zu klopfen. Zuvor gibt er ihm noch einen Brief in die Hand. Als sich nach dem Klopfen die Türe öffnet, steht sein Ebenbild vor ihm. Eine junge Frau kommt aus der Stube und umarmt den Jungen sofort. Es ist ihr verlorener Sohn.

Santo und Onesto heißen die beiden Jungen. Sie versehen sich sofort und sind nicht nur Brüder, sondern ebenfalls beste Freunde. Dass beide die gleiche Frau liebten, tut ihrer Verbundenheit keinen Abbruch. Geschrieben ist das Buch in Form von Briefen. Sie werden auf Wunsch eines Seniors von einem jungen Mann vorgelesen. Die Briefe wurden von Onesto geschrieben und sind an die Berge der Umgebung gerichtet. Nur diese Giganten konnten ihn verstehen und nur ihnen vertraute er seine geheimen Gedanken an.

"Meine Berge bist du" beschreibt in erster Linie die Liebe zu den Bergen. Gibt Einblick in das karge Leben der Bewohner hoch droben und ist eine Hommage an die Bruderliebe. Es hat mich berührt. Ein Buch, das lange nachwirkt und das ich nicht so schnell vergessen werde.

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Veröffentlicht am 15.01.2026

Und wieder einmal bin ich begeistert

Kleopatra
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Ist es die Tatsache, dass niemand weiß, was in der Antike wirklich geschah? Dass Historiker jederzeit das Bild ganz nach ihrem Gutdünken verfälschen könnten? Für mich spielt es keine Rolle. Nur in Romanen ...

Ist es die Tatsache, dass niemand weiß, was in der Antike wirklich geschah? Dass Historiker jederzeit das Bild ganz nach ihrem Gutdünken verfälschen könnten? Für mich spielt es keine Rolle. Nur in Romanen kann ich den Menschen der Antike wirklich nahe sein. Mir ist dabei egal, ob die Jahreszahlen stimmen oder es sich tatsächlich wie in dem jeweiligen Buch geschrieben, zugetragen hat. Denn es gibt doch stets neue Erkenntnisse und die Ausgrabungen bringen immer wieder Erstaunliches ans Licht. Nein, Kleopatra hatte keinen guten Ruf. Jedoch kann kein Mensch belegen, ob sie tatsächlich so berechnend war, wie es in vielen Büchern dargestellt ist.

„Kleopatra“ ist ein Buch, das dieser Frau ein würdiges Denkmal setzt. Weil sie es ist, die als Ich-Erzählerin ihr Leben beschreibt. Warum sie nicht Pharaonin werden wollte, wie sie den Verrat ihrer Geschwister empfand, wie er sie schmerzte. Als ihr geliebtes Reich dem Untergang geweiht war, bat sie Caesar um Hilfe und bekam sie. Wer hätte anders gehandelt? Warum ging sie nicht nur deswegen als Hure in die Geschichtsbücher ein? Damals galten andere Regeln als heute. Menschen wurden geköpft und/oder wilden Tieren zum Fraß vorgeworfen. Das Volk jubelte. Heute hier, in der westlichen Welt undenkbar.

Beeindrucken fand ich, dass Kleopatra sich um die Gesundheit ihrer Untertanen sorgte. Sie behandelte sie und errichtete sogar Krankenhäuser. Als Mutter war sie sehr um ihre Kinder bemüht. Also, mir ist sie beim Lesen des Buches nähergekommen und ich werde mir mit Sicherheit weitere Literatur zum Thema kaufen. Die Autorin Saara El-Arifi hat mit Sicherheit viele Stunden recherchiert und es kam ein wirklich tolles und lesenswertes Buch heraus.

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Veröffentlicht am 15.01.2026

Ein blutiges Thrillerdebüt, das sich sehen lassen kann

Blutwild
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Anka ist Resilienztrainerin. Selbstständig. Dass sie den Polizeidienst quittierte war für sie die einzige Möglichkeit, ihr Trauma vergessen zu machen. Sie sitzt an ihrem Schreibtisch und plötzlich ploppt ...

Anka ist Resilienztrainerin. Selbstständig. Dass sie den Polizeidienst quittierte war für sie die einzige Möglichkeit, ihr Trauma vergessen zu machen. Sie sitzt an ihrem Schreibtisch und plötzlich ploppt eine Nachricht auf ihrem Handy auf. Nur ein Wort steht dort: „Hilfe“. Zunächst versucht sie, diese Meldung zu ignorieren. Doch fragt sie sich, ob es da draußen nicht wirklich einen Menschen gibt, dem sie ihre Unterstützung geben kann? Vielleicht ist es ja sogar ein Kunde von ihr? Es lässt ihr keine Ruhe und sie fährt los. Mit der SMS kamen nämlich auch Koordinaten, die ihr wohl zeigen sollen, wo Hilfe gebraucht wird.

Da hat sie sich aber nach ihrem Abschied vom Polizeidienst einen schwierigen Beruf ausgesucht. Resilienztrainerin hat auch etwas damit zu tun, dass Menschen lernen, besser mit Stress und unverhofften Ereignissen umzugehen. Anka hat etwas Schreckliches erlebt. Solange ihr Alltag normal abläuft, also sie keine unvorhersehbaren und/oder gefährliche Situationen treffen, ist alles in Ordnung. Es gibt jedoch einige Merkmale an diesem Fall, der sie an ihre Entführung und Folterung erinnert. Nur mit Mühe konnte sie damals ihrem Peiniger entkommen und verlor dabei einen Unterschenkel.

Jetzt sieht es so aus, als würde sie erneut verfolgt. Kann es sein, dass damals ein Täter verhaftet wurde, der nichts mit ihren Traumata zu tun hatte? Je mehr sie erfährt, desto klarer wird ihr, was damals schief lief. Und das führt bei ihr zu Todesangst. Leider wollen ihre ehemaligen Kollegen nicht auf ihre Ängste eingehen. Nur ihre treue Freundin Izzy hält zu ihr und hilft ihr jederzeit.

Mir persönlich gab es bei diesem Buch zu viel Blutvergießen. Diese gehäufte Brutalität mag ich nicht. Aber, dass es ein Thrillerdebüt ist, finde ich beachtenswert. Die Sprache ist locker und die Unterhaltungen abwechslungsreich. Auch die Spannung fehlt nicht. Wer viel Blut und das Heraustrennen von Eingeweiden mag, der wird begeistert sein.

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Veröffentlicht am 13.01.2026

Gute Unterhaltung mit spannenden Abschnitten

Der Kellerby-Code
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Edward dient sich gerne bei seinen reichen Freunden Stanza und Robert an. Eigentlich sind sie ja schon seit ihrer Schulzeit befreundet. Das änderte sich aber mit der Zeit. Edward hat nämlich längst nicht ...

Edward dient sich gerne bei seinen reichen Freunden Stanza und Robert an. Eigentlich sind sie ja schon seit ihrer Schulzeit befreundet. Das änderte sich aber mit der Zeit. Edward hat nämlich längst nicht ihren Erfolg. Er kocht für sie und bringt ihnen gereinigte Kleidung in die Garderobe. Zuweilen ist er auch Fußabtreter, wenn es mal nicht so läuft, wie die beiden es sich wünschen. Einen ganz großen Haken hat die Freundschaft. Edward ist in Stanza verliebt.

Er ist nicht nur ihr „Diener“. Er versucht ebenfalls, Schaden von ihnen abzuhalten. Riskiert sogar Verletzungen von Menschen, die zum Beispiel Robert schaden wollen.
"Der Kellerby Code" ist ein gut durchdachter Thriller. Zunächst wirkt die Freundschaft tatsächlich als solche und nur langsam kristallisiert sich die Wahrheit über die Verbindung heraus. Der Spannungsbogen bleibt bis zum Ende straff und immer wieder gibt es neue Überraschungen. Der Sprecher gefiel mir gut. Er hat dem Hörbuch im wahrsten Sinne des Wortes Leben eingehaucht.

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