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Veröffentlicht am 25.06.2019

Einen Stern für Herrn Wittenberg

Sündenkammer
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Die Sündenkammer war mein erstes Buch von Catherine Shepherd. Der Thriller spielt in Zons, wo die Autorin auch lebt. Er ist in zwei Zeitebenen aufgebaut: der Gegenwart und der 500 Jahre zurück liegenden ...

Die Sündenkammer war mein erstes Buch von Catherine Shepherd. Der Thriller spielt in Zons, wo die Autorin auch lebt. Er ist in zwei Zeitebenen aufgebaut: der Gegenwart und der 500 Jahre zurück liegenden Vergangenheit.

Oliver Bergmann ist Kommissar und wird zu einem Tatort gerufen. Dabei handelt es sich nicht um den „gewöhnlichen“ Ort eines Verbrechens. Er sieht viel mehr so aus, als habe ein Geschehen aus längst vergangener Zeit stattgefunden: die Hexenverbrennung. Und es bleibt nicht bei einer Toten. Zudem erhält Oliver auch noch mysteriöse Päckchen und eine Freundin Anna wird bedroht.

Vor etwa 1500 Jahren in der Nähe des Klosters, wird die Leiche eines jungen Mannes gefunden. Vorher beobachteten Bewohner von Zons, dass auf dem Friedhof eigenartige Gestalten herumliefen und sie denken, dass Untote ihr Unwesen treiben. Der Zonser Stadtsoldat Bastian Mühlenberg ist mit der Auflösung des Falles betraut. Jedoch stößt er bei der Befragung der Mönche und ihrer Novizen auf undurchdringliches Schweigen.

Die Sündenkammer war für mich ein locker, leichter Krimi, mit einigen Wendungen. Interessant war dabei, dass der Name Thomas von Aquin eine Rolle spielt und dieser Mensch tatsächlich lebte. Ja und er verfasste sogar ein Buch über seine kruden Ansichten. Dass es auch heute noch Menschen gibt, die sexuelle Praktiken verabscheuen und immer noch denken, dass Sexualität nur etwas mit Fortpflanzung zu tun hat, das wird so sein. Vereine wie „Die Schwarze Freiheit“ haben mit Sicherheit auch heute noch eine Daseinsberechtigung.

Mir persönlich waren es zu viele Ereignisse und dadurch zieht sich der Thriller für meine Begriffe zu sehr in die Länge. Das Ende kam dann doch sehr überraschend und das wiederum zu schnell. Dennoch gebe ich eine Empfehlung für alle, die einen saloppen Krimi für heiße Sonnentage am Strand suchen. Was eindeutig mal wieder ein Highlight für mich war, das ist der Sprecher Erich Wittenberg. Er versteht es wie kein zweiter, mich in den Bann des Geschehens zu ziehen.

Veröffentlicht am 18.01.2019

Und wieder mal das Thema Schokolade

Die Villa an der Elbchaussee
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Die Autorin Lena Johannson schreibt bereits seit vielen Jahren historische Romane. Die Villa an der Elbchaussee wurde auf der Grundlage eines tatsächlich existierenden Kakao-Kontors geschrieben. Hamburg ...

Die Autorin Lena Johannson schreibt bereits seit vielen Jahren historische Romane. Die Villa an der Elbchaussee wurde auf der Grundlage eines tatsächlich existierenden Kakao-Kontors geschrieben. Hamburg war der Firmensitz und die Beschreibung der Stadt zur damaligen Zeit ist Frau Johannson sehr gut gelungen.

In dem Roman Die Villa an der Elbchaussee steht die Tochter eines Kakao-Kontors mit Namen Frieda im Mittelpunkt. Es werden die Folgen des 1.Weltkrieges für Heimgekehrte beschrieben und auch die Not der Menschen kommt zum Ausdruck. Hier stehen die Arbeitslosen, Kriegsversehrten und Witwen mit ihren Kindern im Fokus. Sie waren sozial kaum abgesichert und litten an Hunger und Wohnungsnot.

Frieda leidet unter der hysterischen Mutter, hat aber ein sehr gutes Verhältnis zum Vater. Der Bruder ist das Sorgenkind der Familie. Neben finanziellen Engpässen, die auch am Leben von Hannemann und Tiez nicht vorüber gehen, hat Frieda mit Enttäuschungen und Herzensangelegenheiten zu kämpfen. Die politische Situation und der Grund für das Erstarken der NSDAP wird hier nur
am Rande erwähnt.

Mir gefiel das Buch gut. Kenner Hamburgs und/oder Berlins der damaligen Zeit, werden etliche Orte wiedererkennen. Die Worte „Himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt“ haben hier ihre ganz eigene Bedeutung. Waren es doch viele junge Männer, die jubelnd in den Krieg zogen und als schwer Verwundete zurückkamen. Vor allen Dingen die psychischen Verletzungen sind für meinen Geschmack gut beschrieben.

Die vielen Wendungen im Leben Friedas waren mir dann aber doch zu viel. Das arme Mädchen kam ja aus dem Schlamassel kaum noch raus. Der Klappentext und der Titel des Buches passen kaum zum Inhalt. Auffallend ist für mich, dass es in den letzten Wochen einige Romane mit ähnlichem Thema und fast identischem Cover gibt. Dennoch, ein Buch für zwischendurch ist Die Villa an der Elbchaussee allemal. Das Lesen lenkte mich vom Alltagsgeschehen ab und daher gebe ich allen, die nicht nur „gehobene Literatur“ lesen, eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 24.10.2018

Das Ergebnis von Abhängigkeit in einer Sekte

Rabenfrauen
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Die Geschichte im Buch Rabenfrauen beruht auf Tatsachen. Es geht um die Sekte Colonia Dignidad. Hier wird beschrieben, was Menschen dazu veranlasst, alles aufzugeben und dem Anführer einer Sekte zu folgen. ...

Die Geschichte im Buch Rabenfrauen beruht auf Tatsachen. Es geht um die Sekte Colonia Dignidad. Hier wird beschrieben, was Menschen dazu veranlasst, alles aufzugeben und dem Anführer einer Sekte zu folgen. Was in Deutschland begann, endet irgendwann wieder hier. Chile spielt eine große Rolle, weil der Anführer alle Mitglieder dorthin brachte.
Beim Lesen des Buches kam mir oft der Gedanke, was ich in der Situation getan hätte. Zu bedenken ist dabei, dass die Hauptperson Flüchtling und im Ort eh schon nicht so gut angesehen war. Und mal ganz ehrlich, ist es nicht immer mal wieder so, dass die vermeintlich große Liebe die Betroffenen zu Aktionen verführt, die im Nachhinein nicht nachvollziehbar sind. Wie immer leiden die Kinder am meisten. Die Autorin hat den Stoff recht gut verarbeitet, allerdings zeigt das Buch einige Längen und die Berichte gehen für meinen Geschmack zu oft hin und her.
Was für mich absolut ungerecht war, die Entscheidung des Gerichtes in diesem Jahr. Der Boss wurde in Chile schuldig gesprochen, muss hier aber nicht ins Gefängnis.

Veröffentlicht am 11.04.2021

Kalter Krieg und die Folgen reichen bis Schweden

Geiger
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Bei dem Thriller „Geiger“ geht es sofort los. Der Autor schildert, wie sich Enkel, Töchter und Schwiegersöhne von einem älteren Ehepaar verabschieden. Die Enkel waren in den Ferien bei den Großeltern und ...

Bei dem Thriller „Geiger“ geht es sofort los. Der Autor schildert, wie sich Enkel, Töchter und Schwiegersöhne von einem älteren Ehepaar verabschieden. Die Enkel waren in den Ferien bei den Großeltern und zum Abschluss wurde noch einmal zusammen gegessen. Das Lebewohl sagen ging rasch und alle hatten das Haus verlassen. Es waren noch nicht alle Familienmitglieder in den Autos als das Telefon klingelte. Agneta, die Hausherrin lief rasch ins Haus und meldet sich, holt eine Pistole und erschießt ihren Mann. Zum Glück sind die Gäste zu dem Zeitpunkt schon auf der Heimreise. Bei den Ermittlungen hilft eine Polizistin, die etliche Jahre ihrer Kindheit in diesem Haus verbrachte. Sie war die Freundin der beiden Töchter.

Es fängt rasant an und die Spannung hält sich lange. Bis es etwa nach zwei Dritteln dann doch für meinen Geschmack zu unrealistisch wird. Auch die vielen Wechsel von Zeit und Orten störten mich mit der Zeit immer mehr. Aber als Erstlingsthriller und Teil einer Reihe, durchaus lesenswert. Die Figuren bleiben allerdings blass, der Autor wollte einfach zu viele Ereignisse unterbringen. Also zum Beispiel, den Kalten Krieg, die Spione der DDR, die Stasi und noch etliche weitere Geheimdienstorganisationen. Das Ende lässt etliche Fragen offen, die mit Sicherheit in den nächsten beiden Büchern geklärt werden.

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Veröffentlicht am 18.03.2021

Nicht wirklich historisch

Die Säulen der Erde
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Nun ja, Ken Follett hat viele Fans und für mich stellt sich die Frage, woran das liegt. Dieses Hörspiel vertrieb mir die Zeit im Auto, jedoch ist es niemals ein historischer Roman. Herr Follett schuf ein ...

Nun ja, Ken Follett hat viele Fans und für mich stellt sich die Frage, woran das liegt. Dieses Hörspiel vertrieb mir die Zeit im Auto, jedoch ist es niemals ein historischer Roman. Herr Follett schuf ein Phantasiegebäude, welches es so niemals gab. Die Sprecher des Hörspiels verstehen ihr Handwerk und nur diese Tatsache brachten mich dazu, die Geschichte bis zum bitteren Ende anzuhören. Herr Follett fällt mir immer wieder durch seine präzise geschilderten Sexzenen auf. Das mag zwar für den Verkauf seiner Werke hilfreich sein, aus dem Alter bin ich aber raus.

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