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Veröffentlicht am 13.07.2025

Aus dem Leben gegriffen

Sputnik
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Am 4. Oktober 1957 wurde der erste künstliche Satellit "Sputnik 1" in die Erdumlaufbahn geschickt. Am selben Tag kam in Westberlin ein Junge zur Welt, scheinbar vertauscht und zurückgetauscht: ...

Am 4. Oktober 1957 wurde der erste künstliche Satellit "Sputnik 1" in die Erdumlaufbahn geschickt. Am selben Tag kam in Westberlin ein Junge zur Welt, scheinbar vertauscht und zurückgetauscht: Sputnik.
Christian Berkel sieht Sputnik wie seinen eigenen Begleiter und erzählt aus seinem Leben bereits vor der Geburt, über die Zeit als Kind und das Erwachsenwerden im Blick auf Berufsausbildung und erste Erfahrungen in Sachen Liebe.
Auch wenn mich Berkels Roman nicht ganz so gepackt hat wie sein erster, so gefallen mir seine Redegewandtheit und sein ganz eigener Schreibstil auch hier.
Die genaue Beschreibung der Geburt mit vielen erdachten Einzelheiten zu Beginn des Romans - oder war es am Ende? - klingen durchaus glaubhaft und nachvollziehbar, und ich habe sie gern gelesen. Der unbedingte Wille, ein guter Schauspieler zu werden, dafür schon in jungen Jahren längere Zeit im Ausland zu leben und vieles zu er-leben, finde ich beeindruckend. Seine Offenheit, gerade auch im Umgang mit Rauschmitteln, ist bewundernswert, wenn auch für mich kaum greifbar.
Rückblickend kann ich nicht mal sagen, warum das Buch mich nicht so richtig gepackt hat. Vielleicht ist es meine fehlende Nähe zum Schauspielerdasein, das sich doch deutlich vom "richtigen Leben" unterscheidet - wobei ich nicht darüber diskutieren möchte, ob nicht das Schauspielerleben das "richtige" sein könnte. Jedenfalls brauche ich eine Menge Fantasie, um mich in das Leben eines (werdenden) Schauspielers hineinversetzen zu können.

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Veröffentlicht am 13.07.2025

Magisches Museum weckt Lust auf Kunst

Mein magisches Museum und Vincent van Gogh
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Kreativität ist gefragt in diesem Buch, das Kindern ab sechs Jahren Leben und Werke Vincent van Goghs nahebringt. Jede Menge Informationen aus den unterschiedlichen Stationen seines Lebens, dazu ...

Kreativität ist gefragt in diesem Buch, das Kindern ab sechs Jahren Leben und Werke Vincent van Goghs nahebringt. Jede Menge Informationen aus den unterschiedlichen Stationen seines Lebens, dazu viele seiner Bilder sind in dem Buch zu entdecken.
Aber es gibt leider einen Haken an der Sache: Es ist nämlich so, dass der junge Museumsdirektor Professor Dell’Arte einige Meisterwerke in einer Ausstellung zeigen möchte, ihm – oder besser gesagt den Bildern – die Farbwichtel allerdings ein paar Streiche spielen. Dabei geraten die Farben völlig durcheinander, so dass der Professor die Kinder um Hilfe bittet, alles wieder in Ordnung zu bringen.
Die Kunsthistorikerin Anne Funck besitzt eine ganz eigene und originelle Art, Kinder mit ihren Geschichten über Kunst zu begeistern. Spielerisch und kreativ arbeiten sich die Leserinnen und Leser durch das Buch und lernen den Künstler dadurch auf eine besondere Weise kennen.
Dass es dabei bunt und fröhlich zugeht, liegt nicht nur an den großartigen Bildern des Künstlers und an der Geschichte von Anne Funck drum herum. Die herrlich bunten Illustrationen von Daniel Sulzberg fügen sich wunderbar in die Erzählung ein und machen das Buch zu einem besonderen Vergnügen.
Sehr gern empfehle ich dieses Buch, von dem ich sicher bin, dass es nicht nur bei Kindern Lust auf Kunst weckt.

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Veröffentlicht am 13.07.2025

Geheimnisvoll, fiktiv und realitätsnah

Die Rettung
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Shearwater liegt zwischen Australien und der Antarktis. Die Insel, auf der über lange Zeit Forschungen betrieben wurden, ist fiktiv, das Thema dagegen brennend aktuell. Der Klimawandel ist verantwortlich ...

Shearwater liegt zwischen Australien und der Antarktis. Die Insel, auf der über lange Zeit Forschungen betrieben wurden, ist fiktiv, das Thema dagegen brennend aktuell. Der Klimawandel ist verantwortlich dafür, dass die Insel vom ständig steigenden Wasser bedroht und schon bald verschwunden sein wird. Dominic Salt mit seinen drei Kindern ist der letzte des Forscherteams, der noch nicht abgereist ist.
Charlotte McConaghy ist eine Autorin, der man ihre Erschütterung über den Klimawandel, aber auch ihre große Liebe zur Natur sofort glaubt, wenn man ihr Buch „Die Rettung“ liest.
Mit einem lebhaften Schreibstil lässt sie ihre Protagonisten alles sehr bildhaft beschreiben. Vor allem den jüngsten Sohn Orly begleite ich gern bei seinen Streifzügen und Erzählungen. Das tut gut, vor allem, weil das Thema Klimawandel doch bedrückend ist und die damit verbundene Gefahr für die Insel an vielen Stellen deutlich betont wird. Dadurch bekommt selbst das Cover nochmal eine andere Bedeutung. Das Wasser wirkt anfangs zwar rau, aber im Verlauf der Geschichte wird es bedrohlich und gefährlich, noch mehr, wenn man das Bild unter dem Schutzumschlag betrachtet.
Am Ende bin ich begeistert von den Anmerkungen der Autorin zum Schauplatz der Geschichte, denn Charlotte McConaghy ist alles, was sie in diesem Buch einfangen wollte, auf eine überwältigende Art geglückt.
Meine volle Leseempfehlung für dieses großartige Buch, das durchgehend spannend bleibt.

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Veröffentlicht am 09.07.2025

Ein Ort, an dem Frauen sicher sind

Die Frauen vom Rosenhag. Traum vom Neubeginn
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Schauplatz der Geschichte, zu der es einen Folgeband geben wird, ist die Hafenstadt Karlskrona in Schweden Anfang des 20. Jahrhunderts.

Liv gehört durch die Heirat mit Sten zur sogenannten „besseren Gesellschaft“. ...

Schauplatz der Geschichte, zu der es einen Folgeband geben wird, ist die Hafenstadt Karlskrona in Schweden Anfang des 20. Jahrhunderts.

Liv gehört durch die Heirat mit Sten zur sogenannten „besseren Gesellschaft“. Doch sie lebt in einer lieblosen Ehe in einer Zeit, in der immer noch viele Frauen würdelos behandelt wurden, und zwar nicht nur körperlich, sondern auch seelisch. Es war eine zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit.

Eine Szene, in der Liv großen Mut beweist, zeigt, dass erst durch Frauen, die sich trauen, etwas bewegt werden kann, damit Frauen in der Zukunft anerkannt werden.

Marlene ist eine Frau, die sich für andere Frauen einsetzt. Sie ist eine Arbeiterfrau, deren Mann, ein Seefahrer, auf See gestorben ist.

Durch Zufall lernen sich die unterschiedlichen Frauen Liv und Marlene kennen. Langsam wird ihre Verbindung enger, und es ist schön zu lesen, wie die beiden ungleichen Frauen zu Freundinnen werden.

Marlene träumt von einem Ort, an dem Frauen sich sicher fühlen können. Dann ist da plötzlich dieses kleine Wildhüterhaus…

Kurze Kapitel und damit verbunden ein ständiger Perspektivwechsel sorgen für eine Spannung, die einfach nicht endet. Fast sieht es so aus, als ob sich Marlenes Traum erfüllen könnte. Doch es liegen eine Menge Steine im Weg. Auch Liv hat mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen, und die Rechte der Frauen lassen wirklich kaum eine Möglichkeit, ihr Vorhaben zu verwirklichen.

Schön wird es – und hoffnungsvoll – als das Rosenhag ins Spiel kommt. Wieder einmal habe ich mit diesem Buch einen von A – Z fesselnden Roman von Corina Bomann gefunden, durch den ich viele spannende Lesestunden erleben konnte und den ich sehr gern weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 09.07.2025

Die Siebzigerjahre spannend und realistisch

Die Kriminalistinnen. Acht Schüsse im Schnee
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Im Düsseldorfer Präsidium werden Lucia Specht und ihre Kolleginnen zu den ersten weiblichen Kriminalistinnen ausgebildet. „Acht Schüsse im Schnee“ ist der zweite Band aus der Reihe „Die Kriminalistinnen“ ...

Im Düsseldorfer Präsidium werden Lucia Specht und ihre Kolleginnen zu den ersten weiblichen Kriminalistinnen ausgebildet. „Acht Schüsse im Schnee“ ist der zweite Band aus der Reihe „Die Kriminalistinnen“ von Mathias Berg.

Ich habe gar nicht gemerkt, dass es einen ersten Band gibt, so dass ich dieses Buch unabhängig von dem vorhergehenden gut lesen konnte. Ich kenne bereits andere Bücher von Mathias Berg und bin auch hier wieder begeistert von seinem lebhaften Schreibstil. Als Kind der Fünfzigerjahre konnte ich mich sehr gut und auch gern auf die Siebzigerjahre einlassen und mich in vielen realistisch wiedergegebenen Situationen an die zurückliegende Zeit erinnern. Zum Beispiel, wie es damals den berufstätigen Frauen in vermeintlichen Männerberufen ging, hat der Autor passgenau geschildert. Auch Lucia und ihren Kolleginnen wird es in der beruflichen Männerwelt nicht immer leicht gemacht.

Sehr gut gefällt mir, die Gedanken lesen zu können, die der Hauptprotagonistin Lucia durch den Kopf gehen. Das ist durch die Kursivschrift gut erkennbar.

Lucia wird konfrontiert mit der Aufklärung zweier Fälle, einem amtlichen und einem aus ihrer eigenen Vergangenheit. Ich bin beeindruckt davon, wie die zwei doch unterschiedlichen Fälle so miteinander verflochten werden, als wäre es eine einzige Geschichte.

Nun habe ich wieder viel über Bergs Beschreibungen der Zeit geschrieben. Ebenso begeistert bin ich allerdings auch davon, wie die Kriminalistinnen an die Aufklärung des Mordes an dem Millionär Theo Ellerbeck herangehen, der vor seiner Villa mit acht Schüssen getötet worden ist. Spannend von A – Z. Gern empfehle ich diesen Krimi nicht nur den Fans der Siebzigerjahre.

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