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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.12.2020

Historisch, fesselnd und berührend – einfach schön!

Kinderklinik Weißensee - Zeit der Wunder
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Was für ein Buch – endlich wieder eines, in dem ich sofort versunken bin!

Weißensee - 1911. Emma und Marlene, zwei Schwestern, die als Waisenkinder im Heim in Berlin aufwuchsen, kommen nach ihrem Abitur ...

Was für ein Buch – endlich wieder eines, in dem ich sofort versunken bin!

Weißensee - 1911. Emma und Marlene, zwei Schwestern, die als Waisenkinder im Heim in Berlin aufwuchsen, kommen nach ihrem Abitur in die neu eröffnende Kinderklinik Weißensee bei Berlin. Dort werden sie ihre Ausbildung zur examinierten Kinderkrankenschwester absolvieren.

Der Weg für die beiden ist nicht einfach, sind sie doch die einzigen unter den insgesamt 11 Elevinnen, die nicht aus besserem Hause stammen.

Wie ihnen dies gelingt, wird in diesem Roman von Antonia Blum beschrieben. Ich war seit langem wieder von einem Buch sofort gefangengenommen. Wie eindrücklich und berührend die Geschichte um Emma und Marlene geschrieben wird. Wie an Kleinigkeiten, fast nebenbei, das Dünkelhafte in dieser Zeit deutlich gemacht wird. Und wie wunderbar die Charaktere von Emma und Marlene geschildert werden. Auch der zeitgeschichtliche Hintergrund kommt wunderbar zum Tragen, ich fühlte mich in die damalige Zeit versetzt – und war beim Auftauchen aus dem Buch froh, im Hier und Jetzt zu leben!

5 Sterne von mir für dieses Buch! Ich freue mich schon sehr auf den 2 Band!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.12.2020

Interessant zu lesen

Teatime mit Lilibet
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Von lilalesemaus

„Teatime mit Lilibet“ von Wendy Holden – für mich eine Geschichte über eine Person, von der ich noch nie vorher gehört hatte.

Die zweiundzwanzigjährige Marion Crawford möchte im Großbritannien ...

Von lilalesemaus

„Teatime mit Lilibet“ von Wendy Holden – für mich eine Geschichte über eine Person, von der ich noch nie vorher gehört hatte.

Die zweiundzwanzigjährige Marion Crawford möchte im Großbritannien der frühen 30er Jahre Lehrerin werden. Ihr Wunsch ist es, später in sozial schwachen Gebieten zu unterrichten und dadurch Kinder aus ihrem Elend befreien zu können. Sie ist sozial bereits während der Ausbildung engagiert und weiß, wovon sie redet.

Aber – wie so oft im Leben kommt alles anders als man denkt und plant. Durch ihre Direktorin bekommt sie einen Ferienjob in einer adligen Familie – da diese mit der englischen Königsfamilie verwandt ist, wird daraus schnell mehr und Marion findet sich als Gouvernante der späteren Königin Elisabeth II wieder.

Die Autorin beschreibt dies alles sehr gelungen. Marions Charakter ist gut gezeichnet und durchgehend waren für mich ihre Handlungen nachvollziehbar. Auch das zeitliche Colorit und die anderen Charaktere (von Königin Mary bis hin zur noch kleinen „Lilibet“) sind alle lebhaft und eindrücklich geschildert. So sehr, dass ich manchmal schlucken musste, bei der Vorstellung, wie weit entfernt die künftige Königin als Kind von der Realität entfernt war.

Der Spannungsbogen wird von Anfang bis zum Schluss gehalten, wartet doch zum Anfang die inzwischen alte Marion auf die Queen und ihre Schwester, die doch hoffentlich dieses Jahr endlich bei der alljährlichen Ferienreise nach Schottland zu ihr zum Tee kommen.

Trotzdem die Autorin in meinen Augen alles gut gemacht hat, wurde ich mit dem Buch nicht richtig warm. Vielleicht war mir das ganze Thema doch zu fern oder auch zu ärgerlich, die Vorstellung wie weltfremd jemand leben kann. Die leise Melancholie die über allem lag, das Traurige an der wahren Geschichte, die sich dahinter verbirgt... daher gibt es von mir 4 Lesesterne

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.11.2020

Asterix - mal anders

Asterix - Der Goldene Hinkelstein
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Asterix "der goldene Hinkelstein" - eine in Deutschland erstmals als Printmedium veröffentlichte Geschichte.
Mein Sohn liebt Comics aller Art - daher war er auch auf dieses "neue, alte" Abenteuer von ...


Asterix "der goldene Hinkelstein" - eine in Deutschland erstmals als Printmedium veröffentlichte Geschichte.
Mein Sohn liebt Comics aller Art - daher war er auch auf dieses "neue, alte" Abenteuer von Troubadix gespannt.

Bei den Galliern findet ein Musikwettbewerb statt, Troubadix darf dabei natürlich nicht fehlen. Begleitet von seinen Freunden Asterix und Obelix ahnt niemand, dass einer der Teilnehmer von einem römischen Centurio entführt werden soll - zur Unterhaltung desselben. Dies alles mündet in ein gewohnt turbulentes Abenteuer um die altbekannten Helden.

Diesmal wird die Geschichte nicht in altbewährtem Comic-Stil erzählt, sondern eher in Bilderbuchform mit Dialogen, wie in einem Theaterstück. Gewöhnungsbedürftig, aber trotzdem unterhaltsam. Die Bilder sind bestechend schön und extrem liebevoll gestaltet.

Meinem Sohn hat es gefallen. 4 Lesesterne dafür, einer wird abgezogen, da der Stil der Geschichte gewöhnungsbedürftig ist.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.11.2020

Ergreifend, erschütternd und lesenswert!

Trümmermädchen – Annas Traum vom Glück
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„Trümmermädchen – Annas Traum vom Glück“ von Lilly Bernstein – die Altstadt von Köln im Juli 1941.
Dort wohnt die kleine Anna mit ihrer Tante Marie und Onkel Mathias, dem die Bäckerei gehört. Tante Marie ...

„Trümmermädchen – Annas Traum vom Glück“ von Lilly Bernstein – die Altstadt von Köln im Juli 1941.
Dort wohnt die kleine Anna mit ihrer Tante Marie und Onkel Mathias, dem die Bäckerei gehört. Tante Marie und Onkel Mathias lieben sich und sind glücklich, trotz der Schwernisse, die der Krieg schon mit sich bringt, Anna wächst trotz Krieg behütet auf, ist es für sie zum Beispiel das Schönste, morgens mit dem Geruch von frisch gebackenem Brot auf zu wachen.

Doch das Kriegsgeschehen geht auch an Anna nicht unbemerkt vorüber, eines Tages ist ihre beste Freundin Ruth Kohn mitsamt ihrer Familie, die jüdisch sind, verschwunden, die Wohnung wird anschließend von Nazis geplündert und die schönste Puppe von Ruth taucht am nächsten Tag bei einer Klassenkameradin, deren Vater Nazi ist, wieder auf. Onkel Mathias wird eingezogen. Tante Marie und Anna müssen von nun alleine klar kommen. Viele Hindernisse säumen ihren Weg durch die Kriegs- und Nachkriegsjahre bis 1948. Hunger, Leid, Entbehrung, aber immer auch Annas Traum vom Glück.

Ein großer Spannungsbogen wird von der Autorin geschlagen, mich hat er sofort gepackt und ich habe das Buch in 2 Tagen auslesen müssen. Mit einer ruhigen, anschaulichen Sprache schildert die Autorin alles. Sehr berührende Momente werden eindrucksvoll geschildert. Die Not, den Hunger, die Kälte, die Verzweiflung – alles ist sehr klar geschildert.

Die Charaktere sind deutlich gezeichnet, starke Mädchen und Frauen spielen die Hauptrolle, die zwar mal ins Straucheln kommen, jedoch nie untergehen oder vergessen, wer sie sind und was sie wollen.

Das Backen von Brot - der Geruch davon - durchzieht wie ein roter Faden den Roman. Und das so eindringlich, dass ich immer wieder Appetit auf frisch gebackenes, leckeres Brot bekam.

Von mir eine klare Leseempfehlung für alle, die Familienromane mit einem geschichtlichem Hintergrund mögen – 5 Sterne!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.10.2020

Das Schweigen nach dem Krieg

Ada
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Ada - kurz vor Kriegsende im Februar 1945 geboren, wandert ihre alleinstehende Mutter nach Kriegsende nach Argentinien aus. Nach einigen Jahren kehrt die Mutter mit der inzwischen 9jährigen Ada in die ...

Ada - kurz vor Kriegsende im Februar 1945 geboren, wandert ihre alleinstehende Mutter nach Kriegsende nach Argentinien aus. Nach einigen Jahren kehrt die Mutter mit der inzwischen 9jährigen Ada in die Heimat Deutschland zurück. Eine Heimat, die Ada jedoch völlig fremd ist und deren Sprache sie nicht spricht. Über ihr Aufwachsen in dieser fremden Heimat, um immer neu auftauchende Familiengeheimnisse, um das Schweigen der Kriegsgeneration über die jüngste Geschichte und das Erleben von Krieg, Gewalt und Hass dreht sich Adas Erzählung.

Ada erzählt ihre Geschichte in Rückblenden und in der "Jetzt-Zeit" des Buches im Deutschland der Wendezeit. Man erlebt die Schwierigkeiten, die durch die Sprachlosigkeit der Mutter in der Mutter-Tochter-Beziehung entstehen hautnah mit. Ada möchte lieben - und leidet nur. Sie versteht die Welt nicht, versteht ihre Mutter und ihren Vater nicht, versteht nicht, warum man ihr einen Teil der eigenen Geschichte - nämlich ihr "jüdisch-sein" - verheimlicht. Sie fängt an, sich mit den 68ern gegen das Schweigen über die jüngste Vergangenheit aufzulehnen, sucht immer wieder einen eigenen Weg und fühlt sich immer wieder als gescheitert, als nicht ausreichend gut genug für sich, ihre Eltern und die ganze Welt.

Adas schwieriger Weg, der in einer langen Therapie endet und mit einem einigermaßen hoffnungsvollen Ende, wird anschaulich und unpathetisch erzählt. Christian Berkel nutzt eine ansprechende, klare, eindrucksvolle Sprache ohne viele Umwege. Ich musste immer weiterlesen, es entwickelte sich eine "Sogwirkung".

4 Sterne trotzdem nur von mir, weil ich mich nach dem Buch fragte, was es mir eigentlich sagen wollte. Spannend und gut zu lesen, jedoch bleiben bei mir so einige Fragezeichen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere