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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.03.2026

Lebensgefühl der 70er Jahre in Bonn

Rheinblick
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„Rheinblick“ von Brigitte Glaser ist ein Roman, der weniger durch eine spannende Handlung als durch seine Figuren und die Atmosphäre lebt. Im Mittelpunkt stehen die verschiedenen Charaktere und ihr Lebensgefühl ...

„Rheinblick“ von Brigitte Glaser ist ein Roman, der weniger durch eine spannende Handlung als durch seine Figuren und die Atmosphäre lebt. Im Mittelpunkt stehen die verschiedenen Charaktere und ihr Lebensgefühl – besonders das der jüngeren Generation Anfang der 1970er-Jahre. Die Autorin zeichnet ein stimmungsvolles Bild dieser Zeit am Rhein und legt viel Wert auf zwischenmenschliche Dynamiken und persönliche Entwicklungen.

Mir persönlich fiel es jedoch etwas schwer, richtig in die Geschichte hineinzufinden. Da die Handlung eher ruhig und wenig handlungsgetrieben ist, brauchte ich einige Zeit, um mich auf die Figuren und ihren Alltag einzulassen. Wer einen klar strukturierten Plot erwartet, könnte hier möglicherweise Geduld brauchen.

Der am Rand mitlaufende Kriminalfall hat für mich letztlich den entscheidenden Spannungsbogen geliefert. Ohne dieses Element hätte ich das Buch vermutlich nicht bis zum Ende gelesen.

Insgesamt ist „Rheinblick“ vor allem ein Roman für Leserinnen und Leser, die sich für Charakterstudien und das Lebensgefühl der 70er Jahre interessieren. Wer dagegen eine durchgehend spannende Handlung sucht, wird hier möglicherweise weniger auf seine Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Sommer der Veränderung

Sommer auf Perigo Island
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Mit Sommer auf Perigo Island ist Perry Chafe ein einfühlsamer und atmosphärischer Roman gelungen. Die raue, zugleich wunderschöne Kulisse der Insel bildet den perfekten Hintergrund für eine Geschichte ...

Mit Sommer auf Perigo Island ist Perry Chafe ein einfühlsamer und atmosphärischer Roman gelungen. Die raue, zugleich wunderschöne Kulisse der Insel bildet den perfekten Hintergrund für eine Geschichte über Freundschaft, Erwachsenwerden und die leisen, aber nachhaltigen Veränderungen, die ein Sommer mit sich bringen kann.

Im Mittelpunkt steht Pierce und die Suche nach der verschwundenen Anna. Über den Sommer und die Suche wird sich Pierce Beziehung zu seinen Freunden sich im Laufe der Handlung spürbar verändern. Anfangs scheint vieles selbstverständlich – alte Dynamiken, vertraute Rollen, unausgesprochene Erwartungen. Doch mit den Ereignissen des Sommers beginnen sich diese Strukturen zu verschieben. Freundschaften werden hinterfragt, Loyalitäten geprüft, und Pierce muss erkennen, dass Nähe nicht immer Beständigkeit bedeutet. Diese Veränderungen wirken nie konstruiert, sondern entstehen organisch aus der Situation heraus. Gerade diese leisen Zwischentöne machen den Roman so authentisch und berührend.

Chafes Schreibstil ist ruhig, aber intensiv. Er nimmt sich Zeit für Stimmungen und innere Konflikte, ohne dabei an Spannung zu verlieren. Die emotionale Entwicklung der Figuren – insbesondere die von Pierce – steht klar im Vordergrund und verleiht der Geschichte eine besondere Tiefe.

Der Epilog hat für mich das Buch sehr stimmig abgeschlossen. Er rundet die Geschichte erzählerisch ab und macht deutlich, wie prägend dieser Sommer für Pierce und seine Freundschaften war.

Insgesamt ist Sommer auf Perigo Island ein sensibler, kluger Roman über das Erwachsenwerden und die Veränderungen, die selbst enge Freundschaften durchlaufen können. Eine klare Leseempfehlung für alle, die charakterstarke Geschichten mit emotionaler Tiefe schätzen. Die Suche nach der verschwundenen Anna bildet dabei einen intensiven Rahmen, der einen Hauch von Kriminalroman verleiht.

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Veröffentlicht am 22.01.2026

atmosphärischer Krimi im Nachkriegsköln

Echo der Toten. Ein Fall für Friederike Matthée (Friederike Matthée ermittelt 1)
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Echo der Toten von Beate Sauer hat mich von der ersten Seite an berührt. Die Atmosphäre des Nachkriegsdeutschlands ist unglaublich dicht und eindringlich beschrieben. Besonders dem Leben der Menschen im ...

Echo der Toten von Beate Sauer hat mich von der ersten Seite an berührt. Die Atmosphäre des Nachkriegsdeutschlands ist unglaublich dicht und eindringlich beschrieben. Besonders dem Leben der Menschen im zerstörten Köln mit ihren täglichen Entbehrungen und der Last der Kriegserlebnisse ist dabei viel platz eingeräumt. Man spürt beim Lesen förmlich den Mangel, aber auch den starken Willen zum Überleben. Eigentlich habe ich die ganze Zeit beim lesen gefroren.

Die Geschichte entfaltet sich ruhig und bedacht, ohne dabei an Spannung zu verlieren. Gerade dieses langsame, gut nachvollziehbare Erzählen hat mir sehr gefallen, da es den Figuren Raum gibt. Die Charaktere sind vielschichtig, glaubwürdig und geben ihre Geheimnisse erst mit der Zeit preis.

Der historische Aspekt der weiblichen Beamten war mir völlig neu und hat mir ein Stück Geschichte näher gebracht.
Insgesamt ein atmosphärisch dichter, emotionaler Roman, der nachwirkt und den ich uneingeschränkt empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 26.12.2025

etwas abgedreht aber lesenswert

Die Saat von gestern
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Ferl ist nicht in der besten Phase seines Lebens. Arbeitslos, von der Freundin verlassen und auf dem besten Weg Alkoholiker zu werden. Als sich dann auch noch sein Cousin Kurt umbringt, fährt er in sein ...

Ferl ist nicht in der besten Phase seines Lebens. Arbeitslos, von der Freundin verlassen und auf dem besten Weg Alkoholiker zu werden. Als sich dann auch noch sein Cousin Kurt umbringt, fährt er in sein Heimatdorf um sich die Sache genauer anzusehen. Damit nehmen Ereignisse ihren Lauf, die vieles auf den Kopf stellen, dass er zu wissen geglaubt hat.

Ich fand das Buch nicht leicht zu lesen. Am Anfang zog es sich hin und am Ende passierte so viel, dass es mich fast erschlagen hat. Die Story an sich entwickelt sich gut. Ich kann nicht sagen, dass es eine Stelle in dem Buch gab an der ich gewusst hätte was als nächstes kommt. Mir war es am Ende aber dann doch irgendwie fast zu abgedreht. Eine große Stärke des Buch liegt in den alles andere als perfekten Leben, die hier gezeigt werden. Die Menschen haben es schwer. Sie haben alle ihr Päckchen zu tragen, bleiben dabei aber nahbar, authentisch und sympathisch.

Man muss bereit sein sich darauf einzulassen, dann lohnt es sich auch.

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Veröffentlicht am 12.12.2025

chaotisch und liebevoll

Morgen ist es Liebe
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„Morgen ist es Liebe“ hat mich von der ersten Seite an abgeholt und perfekt in vorweihnachtliche Stimmung versetzt. Ich habe das Buch im Dezember gelesen – und die winterliche Atmosphäre der Geschichte ...

„Morgen ist es Liebe“ hat mich von der ersten Seite an abgeholt und perfekt in vorweihnachtliche Stimmung versetzt. Ich habe das Buch im Dezember gelesen – und die winterliche Atmosphäre der Geschichte passt wunderbar zur Jahreszeit.

Besonders gut gefallen hat mir das liebevolle Chaos, in dem die verschiedenen Figuren miteinander verknüpft sind. Monika Maifeld gelingt es, jede einzelne Person mit viel Wärme, Humor und einem feinen Blick für Details zu zeichnen. Die Charaktere wirken dadurch unglaublich lebendig und nahbar. Was ich besonders mochte: Sie haben nicht nur Stärken, sondern auch Schwächen – genau das macht sie so authentisch und liebenswert.

Der etwas eigene Humor hat mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht. Vor allem die Gedanken der einzelnen Personen gaben dabei immer wieder Anlass amüsiert über die eigene Gedankenwelt zu reflektieren.

Für mich ist „Morgen ist es Liebe“ ein perfekter Begleiter für die Weihnachtszeit – warm, humorvoll und voller echter Gefühle. Eine klare Leseempfehlung! 🎄✨

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