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Veröffentlicht am 20.01.2026

Witzig und herzerwärmend

Before I met Supergirl
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Before I met Supergirl ist die Biografie von Rea Garvey. Rea Garvey beginnt, Episoden aus seiner Kindheit zu erzählen. Wie das Zusammenleben in der Familie war, und seine Stellung unter den Geschwistern. ...

Before I met Supergirl ist die Biografie von Rea Garvey. Rea Garvey beginnt, Episoden aus seiner Kindheit zu erzählen. Wie das Zusammenleben in der Familie war, und seine Stellung unter den Geschwistern. Sein humoriger Schreibstil und die Offenheit und Ehrlichkeit nehmen mich schnell für ihn ein. Seine Zeilen bringen mich zum Nachdenken und zum lebhaften Nicken und zum Denken: "genau so! genau so sind Kinder! genau so geht Leben!". Es ist herrlich, diese kleinen wie großen - immer auch herzerwärmenden Momente aus Reas Familienleben zu erleben und mitzufühlen.





"Wir waren die Schwachstelle des perfekten Familienbildes. Laut, frech und vor allem sehr kommunikativ. Offen und bereitwillig gaben wir sämtlichen Interessierten über alles Auskunft, was sich bei uns im Hause Garvey abspielte. Wir ersten Vier waren in unserem Ort eine illustre Kombination aus Geheimdienst und Fernsehnachrichten. Jedes Geheimnis wurde zur Schlagzeile und umgehend allen präsentiert, die uns zuhörten." - Seite 15



Und genauso anekdotisch geht es weiter ins Jugendalter von Rea.



"Ich war zwar weit davon entfernt, ein Gitarrenwunder zu sein, aber wenn exzessives Posieren vor dem Spiegel zum Ruhm gehörte, dann war ich längst auf Welttournee. Ich war fünfzehn, und mein Leben kreiste um zwei Dinge: Mädchen und Musik - in dieser Reihenfolge, je nach Tagesform." - Seite 60



Und im mittleren Teil des Buches finden sich Fotos von Reas Eltern, als sie selbst noch klein waren und von der Kinder- und Jugendzeit Reas und seiner Geschwister. Ein toller und vor allem echter Einblick in sein Leben und das seiner Familie.

Mir hat der Einblick in Reas Leben einen Riesenspaß bereitet. Der fröhliche, humorige Schreibstil lässt mich nur ungern zwischendrin das Buch mal zur Seite legen. Und auch die Aufmachung als Hardcover ist gelungen und lässt mich das Buch bequem lesen.



Fazit
Rea Garvey - Before I met Supergirl ist ein Buch, das ich gern wieder zur Hand nehme - und mich lesen und schmunzeln und auch an meine eigene Kindheit und Jugend zurückerinnern lässt.

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Veröffentlicht am 08.01.2026

Lockerer Schreibstil mit ordentlich Tempo

Der Nachbar
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Der Nachbar ist die Geschichte um Sarah - und eben dem Nachbarn. Sarah ist Anwältin und im besonderen Strafverteidigerin. Sie lebt mit ihrem Mann Ralph und ihrer Tochter Ruby zusammen. Ralph ist Psychiater. ...

Der Nachbar ist die Geschichte um Sarah - und eben dem Nachbarn. Sarah ist Anwältin und im besonderen Strafverteidigerin. Sie lebt mit ihrem Mann Ralph und ihrer Tochter Ruby zusammen. Ralph ist Psychiater. Beide sind durch ihre Jobs gut situiert, Ruby ist noch klein. Die knappen Fakten könnten eine Bilderbuchidylle beschreiben, doch leider sind die Protagonisten in einem Psychothriller gelandet.


Es erwartet mich beim Lesen ein erfrischend moderner Schreibstil. Selbst die Frauen sind mit ihrer Vita im Zeitalter der Gleichberechtigung gelandet. Wenn da nicht der Nachbar unterwegs wäre. Die Erzählung erfolgt in kurzen, knappen und spannenden Kapiteln. Eine weitere unterschwellige Aufforderung, das Buch nicht aus der Hand zu legen. Am Ende eines jeden Kapitels wird die Neugier zusätzlich angefacht.

Sebastian Fitzek schreibt locker und eingängig und nimmt kein Blatt vor den Mund. Dabei muss er nicht alles bis ins kleinste Detail ausformulieren. Die Wortwahl ist dafür exakt und auf den Punkt. Wenn ich als Leserin sehen soll, wie es an dem beschriebenen Ort aussieht, dann steht es auch ganz genau dort geschrieben. Ein Detail genügt und den Rest habe ich dann schon vor Augen. Manches wiederum fügt sich durch Logik, wieder anderes wird angedeutet und ist gedanklich schwerer zu ergründen. Die Spannung bleibt dabei stets aufrecht und es bleibt immer genügend Raum, im Fall mit zu ermitteln und zu rätseln, wer der Täter sein könnte und warum er sich an den Opfern vergeht.



"Er lachte. Zu Lebzeiten war Maria die Größe S oft zu groß gewesen. Beim Anblick des für ihre zierliche Gestalt viel zu voluminösen Sargs auf der Beerdigung hatte Sarah denken müssen, dass selbst der Tod für ihre Mutter eine Nummer zu groß gewesen war." - Seite 83



Mich hat Der Nachbar sehr gut unterhalten. Die Entwicklung der Charaktere war nachvollziehbar und auch an Überraschungen hat es nicht gemangelt. Die Cliffhanger waren gut gesetzt und haben bei mir die Freude am Lesen und Ermitteln aufrecht gehalten. Ein Buch, in dem ich selbst jetzt beim Schreiben der Rezension immer mal wieder reinblättere und mich kaum von den Lesestellen trennen kann.

Fazit
Der Nachbar ist für alle, die sich durch einen Psychothriller locker unterhalten wissen wollen. Die Charaktere sind leicht zuzuordnen und das Geschehen - trotz ordentlich Tempo - gut nachzuvollziehen.

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Veröffentlicht am 26.12.2025

Präzise erzählt. Komplexer Rechtsmedizin-Thriller.

Mit kalter Hand
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Mit kalter Hand ist der dritte Fall für Rechtsmedizinerin Dr. Sabine Yao. Während die Ermittlungen zum Pferderipper von Lübars laufen und die Sonderkommission in Sorge ist, dass der Täter, der es bislang ...

Mit kalter Hand ist der dritte Fall für Rechtsmedizinerin Dr. Sabine Yao. Während die Ermittlungen zum Pferderipper von Lübars laufen und die Sonderkommission in Sorge ist, dass der Täter, der es bislang auf Pferde abgesehen hat, bald auch Menschen tötet, werden Leichenteile gefunden. Und über allem die drängende Frage: Wie viel Zeit bleibt, bis ein neues Tötungsdelikt hinzukommt?











Michael Tsokos spart nicht mit seiner Expertise und nimmt mich als Leserin mit in den Sektionssaal und die Welt der genauen Bezeichnungen. In sehr anschaulicher Weise erklärt Yao was sie bei der Inaugenscheinnahme sieht und lässt mich daran teilhaben. Die Worte sind so sorgfältig gewählt, wie ihre Arbeit erledigt wird und die gelegentlich auftauchenden Fachbegriffe erklären sich aus dem Kontext der Erzählung.



Anfangs, als es um den Pferderipper ging, fühlte ich einen ungewöhnlichen Abstand zur Geschichte rund um Pferde, Ställe und Tiermord oder Tierquälerei. Mit Yao hingegen fühlte ich mich sehr verbunden. Vielleicht machte Yao´s gelebte Distanz zu Pferden hier den Ausschlag, vielleicht die eigene Unverbundenheit zu Pferden. Ich konnte mich jedenfalls sehr gut in Yao hineinversetzen.

Das Tempo der Erzählung zog während des Geschehens immer mehr an, so dass ich ab etwa der Hälfte den Eindruck hatte, die Geschichte würde sich von allein weitererzählen. Dafür, dass ich so eng bei den Ermittlungen mitgenommen wurde, erschien mir das Ende dann nahezu abrupt. Der Schluss ist mir zu kurz gekommen. Ich hatte kaum erfasst, was die Ermittlungen ergeben hatten, da war es auch schon aus.

Mir hat das Buch sehr gefallen. Das Tempo der Geschichte war für mich genau richtig. Die Details hätte ich gern eher angedeutet als genau erzählt gehabt und das Ende darf mich beim nächsten Buch gern etwas länger in Atem halten. Für Leserinnen, die Rechtsmedizin-Thriller mögen, auf jeden Fall der richtige Lesestoff.

Fazit
Mit kalter Hand wird präzise erzählt. Der passende Lesestoff für Leserinnen und Leser von spannenden Rechtsmedizin-Thrillern.

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Veröffentlicht am 12.10.2025

Harmlos in der Außenwirkung, böse von innen

Böse
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Böse ist die Geschichte, die in dem äußerst harmlos wirkenden Dorf Hussfeld spielt. Die einen sagen, wie wunderbar idyllisch, die anderen sagen, Hussfeld ist das letzte Kaff. Bei letzterem schließt sich ...

Böse ist die Geschichte, die in dem äußerst harmlos wirkenden Dorf Hussfeld spielt. Die einen sagen, wie wunderbar idyllisch, die anderen sagen, Hussfeld ist das letzte Kaff. Bei letzterem schließt sich auch Fenja an. Fenja ist gerade 17 Jahre alt und über den Ortswechsel alles andere als glücklich. Ihre Mutter Katharina hat sich nun aber gerade von ihrem Vater getrennt und ausgerechnet in der Nähe von Hussfeld einen neuen Job erhalten. Hussfeld fühlt sich schon ein bisschen tot an. Der Ort soll ja auch Bewohner haben, doch begegnet sind Fenja davon nur wenige.

Jonas Wagner schreibt in einem sehr lockeren Erzählstil. Als Leserin bekomme ich einen sehr guten Eindruck, wie sich der Ort anfühlt und was es für Geräusche in ihm gibt. Auch die Gedanken der Charaktere und deren Ausdruck sind bildhaft beschrieben, so dass ich bei einem Zögern schnell in eine Habacht-Stellung gerate. Ja, der Spannungsbogen wird hier gut gehalten. Die Szenen zwischen Fenja, die nach kurzer Zeit verschwunden ist, und ihrer Mutter Katharina wechseln sich ab. Das Gefühl des Verlassenseins ist spürbar.

Das Buch hat mir gut gefallen. Es war spannend und an den richtigen Stellen gab es kurze Entspannungsmomente. Ich werde auf jeden Fall wieder zu einem Thriller von Jonas Wagner greifen.

Fazit
Wer spannende Thriller mag und vor Bösem in Büchern nicht zurückschreckt, wird in Böse mit Fenja und Katharina ordentlich mitfiebern können.

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Veröffentlicht am 12.10.2025

Aliza und die Frage des Lebens

Die Erfindung der Welt
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Die Erfindung der Welt erzählt die Geschichte von der Schriftstellerin Aliza Berg. Aliza Berg bekommt ein Angebot, dass sie nicht ausschlagen kann. Ein Angebot, das ziemlich unverfroren ist, übergreifend ...

Die Erfindung der Welt erzählt die Geschichte von der Schriftstellerin Aliza Berg. Aliza Berg bekommt ein Angebot, dass sie nicht ausschlagen kann. Ein Angebot, das ziemlich unverfroren ist, übergreifend und attraktiv. Sie bekommt das Angebot von G., den sie nicht einordnen kann, oder vielmehr als einen älteren, gut situierten Herrn einordnet.


Dieser G. hat ihr einen Brief geschrieben, einen Dank formuliert für ihre schriftstellerische Tätigkeit und ihr mitgeteilt, dass sie die Summe, die jetzt auf ihrem Bankkonto ist, getrost als Anzahlung für ein neues Buch als auch als Dankeschön für ihre bisherige Literatur ansehen darf. Er wünsche sich allerdings, dass sie sich dazu entscheidet, das für ihn wichtige Buch zu schreiben.

Das Thema allerdings bestimmt dieser ominöse, ältere Herr namens G. Es handelt sich um das Leben selbst und die Bewohner einer ganz bestimmten Region. Um alle Bewohner. Das ist ihm wichtig. Nun, ich halte es wie Aliza Berg: ich würde mich ungern dermaßen "überfahren" lassen. Und ich würde das Schreibangebot annehmen.

Mir gefällt der Schreibstil von Thomas Sautner. Und mir gefällt eines der beiden Zitate am Anfang des Buches:



"Wir vergessen, dass das, was wir nicht getan haben, wir auch nicht gewesen sind." - Fernando Pessoa - Seite 7



Und Fernando Pessoa hat so, so recht mit dieser Aussage. So viele Dinge nehmen wir uns vor oder denken zumindest darüber nach, dass wir diese Dinge tun würden, wenn wir uns nur trauen würden. Und dann? Dann verbleibt es meistens dabei und der Alltag holt uns ein und dann, ja, dann haben wir sie nicht getan, diese wunderbaren großen, manchmal kleinen Dinge. Und diese ungetanen Dinge sind wir am Ende des Tages auch nicht gewesen. Wir hätten sie sein können, ja. Und taten es doch nicht.

Der Roman startet für mich also schon sehr nachdenklich ob dieses kleinen Zitats mit großer Wirkung.

Und auch sonst, wie bereits erwähnt, gefällt mir der Schreibstil von Thomas Sautner über alle Maße. Er wirkt gerade so angemessen für ein Buch, dass sich um das Thema Leben dreht. Und mir gefällt nicht nur der Schreibstil, mir gefällt auch die Wortwahl, mit dem er den Charakteren Tiefe verleiht. So, wie Elli:



"Ich sah sie an. Wie sehr ich sie mochte, dabei kannte ich sie doch noch gar nicht. Vielleicht war es auch, weil sie mir ihr Kindheitsgesicht gezeigt hatte. Wenn mir jemand sein Kindheitsgesicht zeigt, ohne sich dessen bewusst zu sein, bin ich verloren, dann kann er oder sie alles von mir haben. Gegen diese zarte Verletzlichkeit, diese Unmittelbarkeit, diese Wahrheit komme ich nicht an." - Seite 55



Mal im Ernst: So ein Buch muss man einfach lieben. So ein Buch kann alles haben: Aufmerksamkeit - ungeteilt, schonende Behandlung, vorsichtiges Umblättern, umsichtige Ablage, gute Gedanken. Vor allem auch an Aliza, die den Charakteren in der Geschichte dieses Buchs genauso viel Leben einhaucht, wie der Autor Thomas Sautner in dem Buch Die Erfindung der Welt.

Mir hat diese Reise mit Aliza sehr gefallen. Die Erfindung der Welt und die Geschichte über das Leben.

Fazit
Die Erfindung der Welt ist für alle, die nun Lust haben, sich mit Aliza ins Unbekannte zu wagen und sich der Frage des Lebens zu stellen.

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