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Veröffentlicht am 08.02.2017

Eine kurzweilige Zeitreise ins exotische China

Das Geheimnis der Schneekirsche
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Inhalt:

Nach einem Brief ihres Vaters, mit der Bitte, die schwer erkrankte Mutter zu besuchen, reist Selma mit ihrer Schwester und ihrer Tante in das ferne Tsingtau. In China arbeitet der Vater für das ...

Inhalt:

Nach einem Brief ihres Vaters, mit der Bitte, die schwer erkrankte Mutter zu besuchen, reist Selma mit ihrer Schwester und ihrer Tante in das ferne Tsingtau. In China arbeitet der Vater für das Reichsmarineamt und Selma`s Mutter verlor bereits vor einigen Jahren ihr Gehör und damit auch etwas an Lebensmut. Durch die Verkettung unglücklicher Umstände gibt sich Selma die Schuld an der Misere und büßte dabei auch ihre große Liebe Paul ein. Den trifft sie völlig unverhofft in China wieder. Die Zeit heilt alle Wunden, doch trifft das auch für die einstige Liebe zu?

Selma stürzt sich mit Leidenschaft in ihren Beruf als Lehrerin und die chinesische Heilkunde, um ihrer Mutter auf ihre Art und Weise zu helfen. Dabei findet sie in Tsingtau neue Freunde und viele hilfsbereite Menschen, bis die Schatten des Krieges übers Land ziehen und die Familie plötzlich vor den Trümmern ihrer Existenz stehen.

„Glück kam nie mit einem Paukenschlag. Ebenso leise, wie es heranschlich, war es wieder fort. Doch in diesem Augenblick erlebte ich es, das Glück. Ich spürte es, bevor der nächste Windstoß es davonwehte.“ (Zitat S. 168)

Meine Meinung:

Die Autorin Lisa Marcks vereint in ihrem Roman „Das Geheimnis der Schneekirsche“ mehrere Genre, nicht ganz die Liebesgeschichte, wie im Klappentext versprochen, mehr Familiensaga mit einer Prise Historiendrama. Der Leser reist gemeinsam mit Selma, ihrer Schwester Adele und Tante Mirelle ins exotische China. Die Hauptprotagonistin Selma stellt das Fundament dieser Lektüre dar. Sie ist facettenreich gezeichnet, mit Stärken und Schwächen, eine selbstbewußte Frau, die in ihrem Beruf aufgeht und sich aufgeschlossen neuen Kulturen und Sichtweisen zeigt. Dennoch plagen sie Zweifel und sie trägt die Bürde, die Familie zusammenzuhalten. Die anderen Charakteren bleiben leider etwas blass und nerven zuweilen sogar. Man fragt sich teilweise, warum erwachsene Menschen, es einem einzelnen Familienmitglied so schwer machen müssen.

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen und birgt in einigen Passagen wundervolle philosophische Ansätze. Leider konnte mich die Geschichte nicht berühren, einzig Selma hat mich als Charakter überzeugt. Ich wäre auch gerne tiefer in die damalige chinesische Zeitgeschichte eingetaucht, vieles wurde nur angekratzt ohne in die Tiefe zu gehen.

Zum Schluß noch ein schönes Zitat aus dem Buch.

„Niemand macht das Land, in dem er geboren wurde. So wie das Land, in dem man geboren wurde, keine Menschen erschaffen kann. Menschen schaffen Menschen. Und Trauer, Liebe und Wut formen sie. Grenzen dagegen sind nur ausgedacht. Wir sollten nicht an sie glauben. An unsere Kraft. An unsere Liebe, unsere Trauer, unseren Zorn.“ (S.297)

Dennoch vergebe ich für dieses Buch 4 Sterne, weil es wirklich schön erzählt ist und viel Potential dahintersteckt, das leider nicht ganz ausgeschöpft wurde.

Veröffentlicht am 31.01.2017

Existentiell, tröstlich und berührend!

Solange ich in deinem Herzen bin
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Inhalt:

Der alleinerziehende Vater Will kommt bei einem tragischen Unfall ums Leben. Er fährt gerade mit dem Rad, zur Schule seiner 6-jährigen Tochter, als eine unachtsame Autofahrerin ihn frontal erfasst. ...

Inhalt:

Der alleinerziehende Vater Will kommt bei einem tragischen Unfall ums Leben. Er fährt gerade mit dem Rad, zur Schule seiner 6-jährigen Tochter, als eine unachtsame Autofahrerin ihn frontal erfasst. Sekundenbruchteile, die über Leben und Tod entscheiden. Das dramatische daran, Will ist nicht bereit zu gehen. Er fühlt sich verpflichtet, das Versprechen, das er seiner Tochter gegeben hat einzuhalten. Er hat Ella geschworen, sie niemals zu verlassen. Das Mädchen wächst schon ohne Mutter auf, die ebenfalls, bei der Geburt verstarb. Vollwaise mit 6 Jahren, das kann Will als Vater nicht hinnehmen.

Eine Frist von ganz „oben“,gibt ihm die Chance mit seiner Tochter Kontakt aufzunehmen und ihr in dieser schweren Zeit zur Seite zu stehen. Doch Will muss auch schmerzlich erkennen, das es nicht mehr wie früher ist. Gelingt es Will seiner Tochter für immer Lebewohl zu sagen und in der Welt der Seelen auf sie zu warten? Oder wird er für immer dem Paradies entsagen, um Ella für den Rest ihres Lebens zu begleiten?

Meine Meinung:

Der Autor S.D. Robertson schrieb mit „Solange ich in deinem Herzen bin“ ein sehr tröstliches Werk über Abschied, Liebe und Tod. Der Einstieg ins Buch verläuft äußerst dramatisch und ich musste selten, schon so zeitig, zu Taschentücher greifen. Man kennt die Protagonisten zwar noch nicht. Aber Will`s Gedanken, direkt nach dem Unfall, sind so eindringlich und mit einer unglaublichen emotionalen Intensität beschrieben, das es einen mitten ins Herz trifft. Von einem Moment auf den anderen aus dem Leben gerissen und die geliebte Tochter zurücklassen zu müssen, diese Entscheidung möchte wirklich niemand treffen. Deshalb kann man sich in Will`s Dilemma sofort hineinversetzen.

Zum Glück bleibt die Traurigkeit nicht erhalten und dem Autor gelingt es souverän, sich nicht in Melancholie zu verlieren, sondern graue Momente in bezaubernde Augenblicke aufbrechen zu lassen. Der Roman wird hauptsächlich aus Will`s Perspektive erzählt und man begleitet ihn auf seinen steinigen Weg als „Seele“ in der Welt der Lebenden. Seine Versuche Kontakt mit seinen Lieben aufzunehmen und die ständigen Gewissensbisse, die ihn plagen, machen diese märchenhafte Erzählung authentisch und man beschäftigt sich unweigerlich selbst mit existentiellen Fragen. Was geschieht mit der Seele nach dem Tod? Wann ist der richtige Zeitpunkt Abschied zu nehmen? Was geschieht wenn die „Lebenden“ auf die „Toten“ treffen, Fluch oder Segen?

Ich kann es jedem nur empfehlen diesen berührenden Roman zu lesen. Und keine Sorge, so tränenreich wie zu Beginn bleibt es nicht und auch wenn man selbst schon einen Trauerfall in der Familie hatte, kann diese Lektüre durchaus tröstlich sein, denn der Autor versteht sein Handwerk und behandelt das Thema Tod sensibel und warmherzig.


5 Sterne!!!

Veröffentlicht am 19.01.2017

Actionreicher Thriller mit kleinen Schwächen

Welt ohne Morgen
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Inhalt:

Jonathan und Lew haben ihre Geheimidentität „Der Monarch“ längst hinter sich gelassen, als ein übermächtiger Feind von einst, die Geliebte von Lew versucht zu entführen und Jonathan`s Tochter, ...

Inhalt:

Jonathan und Lew haben ihre Geheimidentität „Der Monarch“ längst hinter sich gelassen, als ein übermächtiger Feind von einst, die Geliebte von Lew versucht zu entführen und Jonathan`s Tochter, trotz aller Sicherheitsvorkehrungen, bedroht. Das ruft eine einflussreiche Geheimorganisation auf den Plan, „Die Kuratoren“, deren finanzielle und technische Mittel jegliche Rahmen sprengen. Sie verlangen von Jonathan und Lew wieder in ihre alte Rolle zu schlüpfen und schleusen sie, unter dem Vorwand ein gestohlenes Kunstwerk sicher zu stellen, auf die Yacht der ominösen Umi.

Doch die Wahrheit sieht ganz anders aus. Auf der Jurojin Maru angekommen, stehen sie einem bedrohlichem Feind gegenüber, der eine Verschwörung plant, die die ganze Welt aus den Angeln hebt. Unter Zeitdruck versuchen Jonathan und Lew, das Schlimmste zu verhindern und decken dabei einen Komplott ungeahnten Ausmaßes auf, bei dem sogar Politik und Wirtschaft ihre Finger im Spiel haben. Die Lage scheint aussichtsslos. Gelingt es den beiden die Menschheit vor dem Untergang zu bewahren?

Meine Meinung:

Jack Soren´s Thriller „Welt ohne Morgen“ ist der Nachfolger von seinem Roman „Der Monarch“, bei dem ebenfalls Jonathan und Lew die Hauptrolle spielten. Die Handlung ist in bester Agentenmanier konstruiert und es wird nicht lange gefackelt, bis man auch mitten im Geschehen ist. Ein geheimnisvoller futuristischer Prolog weckt schnell die Neugier auf den weiteren Verlauf. Zu Beginn wird man gleich Zeuge von mehreren Handlungssträngen, die man noch nicht so recht zuordnen kann.

Die Hauptprotagonisten Jonathan und Lew sind die einzigen Akteure, die man eindeutig, zu den „Guten“ zählt, alle anderen, sind unter einer schleierhaften Facette nicht zu deuten. Der Autor hat seine Figuren geschickt mit verschiedenen Schattierungen versehen, die den Leser kaum erahnen lassen, in welche Richtung, sie sich entwickeln. Da hält Jack Soren ebenfalls etliche Überraschungen parat.

Die Story erinnert unweigerlich an James-Bond-Filme. Es geht rasant und actionreich zur Sache, als Leser kommt man kaum zum Luft holen und das ist wahrscheinlich auch so gewollt, um von den Logikfehler, die sich zum Ende hin einstellen, abzulenken. Für meine Empfinden hat der Autor mit seinem Roman einfach zu viel gewollt und einiges nicht plausibel zu Ende gedacht. Alles ein bisschen zu pompös, zu konstruiert, zu komplex um sich dann alles in Wohlgefallen aufzulösen. Auf die einzelnen Aspekte möchte ich jetzt nicht eingehen, denn dann müsste ich spoilern.

Den Roman soll jeder, bei Interesse, selbst lesen und bewerten. Unterhaltsam ist er auf jeden Fall und sorgt für spannende kurzweilige Lesestunden. Er hat mich nur etwas unzufrieden zurückgelassen, weil ich immer alles bis ins Detail verstehen möchte und ich hier ein wenig ratlos zurückgelassen wurde. Aber das ist meine persönliche Geschmackssache.

3 Sterne und für Fans rasanter Agententhriller eine klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 13.01.2017

Ein warmherziger und humorvoller Roman zum Wohlfühlen

Vergissmeinnicht war gestern
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Inhalt:

Für Marieke geht`s zurück auf Anfang und das mit Mitte vierzig, kein leichtes Unterfangen. Dennoch fasst sie, endlich den Entschluß, ihren untreuen Ehemann zu verlassen und einen Neustart zu wagen. ...

Inhalt:

Für Marieke geht`s zurück auf Anfang und das mit Mitte vierzig, kein leichtes Unterfangen. Dennoch fasst sie, endlich den Entschluß, ihren untreuen Ehemann zu verlassen und einen Neustart zu wagen. Ihre Schwester Alexandra ist ihr da leider keine große Hilfe. Die Therapeutin setzt auf eine baldige Versöhnung und rät Marieke an der Ehe festzuhalten. In ihrer neuen Nachbarschaft findet sie die Unterstützung, die sie braucht. Die kleine Gemeinschaft funktioniert, wie eine große Familie. Marieke entdeckt wieder die Freude an der Kunst und endlich an sich selbst zu denken und das Leben, in von ihr gewollte Bahnen zu lenken. Ausgerechnet ein herrenloser Hund hilft ihr aus der anfänglichen Einsamkeit heraus. Marieke gibt ihm eine neues zu Hause auf Zeit und findet dabei Unterstützung von Ben. Der weckt in Marieke ungeahnte Gefühle. Ein neuer Mann in ihrem Leben? Warum eigentlich nicht? Doch vorher muss sie, nicht nur, mit ihrer missglückten Ehe, sondern auch mit den Schatten der Vergangenheit abschließen.

Meine Meinung:

Die Autorin Ilke S. Prick schuf mit dieser Lektüre einen stilvolle Geschichte über die Stolpersteine eines Neuanfangs. Das Leben neu zu sortieren und abermals Wurzeln zu schlagen. Der Leser begleitet Marieke auf diesem Weg. Die Hauptprotagonistin ist sehr authentisch gezeichnet. Eine Frau mit Stärken und Schwächen und kleinen Makeln, die das Leben, ihr hinterlassen hat. Man kann sich sofort mit ihr identifizieren, obwohl sie nicht immer so handelt, wie man sich das als Leser vorstellt. Manchmal möchte man ihr einfach einen Schubs in die richtige Richtung geben oder einen Ratschlag erteilen. Die Autorin beschreibt sensibel, charmant und humorvoll, welche Hürden Marieke überwinden muss, um ihrem Leben eine neue Richtung zu geben und das ein frischer Wind sich auch manchmal zu einer steifen Brise entwickeln kann. Aber Marieke wächst in ihre neuen Aufgaben herein und macht nicht immer das, was man von ihr erwartet. Sie tappt zwar auch gelegentlich in so manches Fettnäpfchen und lässt sich öfters von der Sehnsucht nach ihrem alten Heim übermannen. Doch wer fühlt sich nicht überfordert, wenn er seine festen Strukturen über Bord schmeißen muss? Ein Roman, mit lebensnahen Figuren, die man sofort in sein Herz schließt.

Sehr nett finde ich die Idee der Autorin, die Kapitelüberschriften mit Pflanzen und Blumen zu versehen. Denn die Botanik spielt in diesem Buch ebenfalls eine große Rolle und man findet die Begriffe fast in jedem Abschnitt wieder.

Von mir gibt es 4 Sterne und eine absolute Leseempfehlung, dieses Buch bringt Farbe in die dunklen Wintermonaten.

Veröffentlicht am 11.01.2017

Ein gelungenes Debüt mit kleinen Schönheitsfehlern

High Heels - Heisse Deals
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Tara Bernhard, eine modisch versierte, junge Anwältin, verfolgt das ehrgeizige Ziel, sich auf dem Parkett, der Schönen und Reichen zu etablieren. Als ein Forscher der Beautyfirma Bellapharma auf ihr Autodach ...

Tara Bernhard, eine modisch versierte, junge Anwältin, verfolgt das ehrgeizige Ziel, sich auf dem Parkett, der Schönen und Reichen zu etablieren. Als ein Forscher der Beautyfirma Bellapharma auf ihr Autodach stürzt, kommt sie einem mysteriösem Komplott auf die Spur und wittert ihre Chance. Dabei wird sie nicht nur mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert, sondern auch mit Intrigen ungeahnten Ausmaßes. Sie stolpert in ihren High Heels von einer gefährlichen Situation in die nächste und gerät zwischen die Fronten. Beim Filmfestival in Cannes kommt es schließlich zum großen Showdown und das Netz der Verschwörungen wird entwirrt.

Das Debüt der Autorin Dina Casparis ist ein gelungener Wirtschaftskrimi, der mit einer Prise Chick-Lit aufgepeppt wird. Man darf sich, allerdings, von dem Cover nicht irreführen lassen, denn wer lockere humorvolle Unterhaltung erwartet, wird zunächst enttäuscht. Mir erging es da nicht anders und ich musste mich durch den Beginn des Romans regelrecht durchkämpfen. Die Mühe hat sich aber durchaus gelohnt, die Handlung ist raffiniert gestrickt und bietet immer wieder überraschende Wendungen. Dina Casparis versteht sich darin ein stimmiges Konzept zu entwickeln und diesem Strukturen und ein Fundament zu verleihen. Der Schreibstil ist geradlinig und nüchtern. Die Autorin bringt Fakten besser rüber als Emotionen zu vermitteln und so wird man zunächst mit den Protagonisten nicht so recht warm. Auch die Dialoge hätten geraffter ausfallen können, um unnötige Längen zu vermeiden.

Aber die Autorin gewährt dem Leser einen exklusiven Einblick in die Juristerei, Pharmakonzerne und Finanzwelt. Natürlich muss man sich auch mit Fachbegriffen auseinandersetzen, jedoch habe ich mich daran nicht gestört, denn ich lerne auch gerne bei Unterhaltungsromanen etwas dazu.

Alles in allem ein eindringlicher anspruchsvoller Roman mit kleinen Schönheitsfehlern. Ich vergebe dieser Lektüre dennoch 4 Sterne, da man diesem Buch anmerkt, das hier viel Arbeit und Recherche dahintersteckte.

Eine Leseempfehlung für alle, die auch, einem anfangs, schwer zugänglichem Roman eine Chance geben.