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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.09.2020

ein Frau auf ihrem Rachefeldzug

Wings of Silver. Die Rache einer Frau ist schön und brutal
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Faye hat viel erreicht, eine aufstrebende Firma gegründet, die sie weiter bis nach Amerika expandieren will. Revenge ist ihr alleiniger Erfolg, die hauptsächlich von weiblichen reichen Investorinnen unterstützt ...

Faye hat viel erreicht, eine aufstrebende Firma gegründet, die sie weiter bis nach Amerika expandieren will. Revenge ist ihr alleiniger Erfolg, die hauptsächlich von weiblichen reichen Investorinnen unterstützt wird. Zudem hat sie sich in Italien ein neues Leben aufgebaut. Ihre Tochter wächst jetzt behütet zusammen mit ihrer Mutter in einer wunderschönen Gegend auf. Niemand darf jedoch erfahren, dass die beiden noch leben. Ihr Ex-Mann Jack sitzt ja wegen seiner von ihm ermordeten Tochter für lange Zeit im Gefängnis. Das gleiche Schicksal hat Fayes Vater getroffen, da er ihre Mutter getötet hat.
Doch jetzt droht ihre heile wunderschöne Welt zusammenzubrechen. Jack gelingt die Flucht aus dem Gefängnis. Faye ist klar, sollte er hinter ihr strenggehütetes Geheimnis kommen, droht Lebensgefahr. Auch ihr Unternehmen droht ihr zu entgleiten, durch geheime Aktienübernahmen. Wer ist der geheimnisvolle Investor? Sie setzt alles daran, ihre Familie zu beschützen und dafür ist ihr jedes Mittel recht.

Der zweite Band dieser Reihe setzt sich aus zwei Erzählstränge zusammen, einerseits die Gegenwart, andererseits Fayes Vergangenheit oder besser gesagt, ihre Kind- und Jugendzeit. Der Schreibstil fand ich wiederum flüssig und angenehm zu lesen. Was mir weniger gefiel, ist Faye, wie sie sich zu wehr setzt. Ihr euphorisches Verhalten ging mir ab und zu richtig auf den Kecks. Das Ganze war mir schlichtweg unglaubwürdig und zu wenig durchdacht. In ihrer Vergangenheit erlebte sie zwar schreckliche Dinge, die Faye wahrscheinlich abgehärtet hat. Dies prägte sicherlich auch ihren heutigen Charakter, der sich jedoch in meinen Augen eher überheblich und äusserst unsympathisch machte. Dass sie nochmals einen Reinfall mit einem Mann machte, überraschte mich überhaupt nicht.

Fazit:
Das zweite Buch mit seiner Geschichte fand ich eher unrealistisch und zu konstruiert. Die Protagonistin Faye verlor in meinen Augen viel an Sympathie.
Das Cover mit dem wunderschönen roten Lippenstift passt zum Inhalt der Story.
Bevor man dieses Buch liest, sollte man unbedingt den ersten Teil lesen, da es ansonsten schwierig ist, sich in die Geschichte hinein zu finden. Vom zweiten Teil bin ich ziemlich enttäuscht, was ich schade finde. Die früheren Camilla Läckberg-Thriller gefielen mir eindeutig besser.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.09.2020

Todesfälle, die weit in die Vergangenheit reichen

Verstummt
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Seit einigen Jahren sitzt ein Mann im Gefängnis, der behauptet, dass er zu Unrecht für etwas bestraft wurde. Zudem hätte er Beweise, dass er für die brutale Schändungen an Studentinnen, nicht der wahre ...

Seit einigen Jahren sitzt ein Mann im Gefängnis, der behauptet, dass er zu Unrecht für etwas bestraft wurde. Zudem hätte er Beweise, dass er für die brutale Schändungen an Studentinnen, nicht der wahre Täter sei.

Und wieder wird eine junge Frau im Wald gefunden, brutal vergewaltigt, nach dem gleichen Schema wie die früheren Opfer. Die Frage stellt sich, sitzt tatsächlich der falsche Mann im Gefängnis oder handelt es sich um einen Trittbrettfahrer?

Will Trent und seiner Partnerin werden von ihrer Vorgesetzten die Ermittlungen übertragen. Seinerzeit ermittelte der Ex-Mann (Chief Jeffey Tolliver) von Sara Linton in diesen Fall. Sara wird mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Alte noch nicht ganz verheilte Wunden werden wieder an Tageslicht gezogen. Sie fühlt sich total zerrissen und hat Mühe, dabei einen klaren Kopf zu behalten. Was das Ganze noch mehr erschwerte waren wieder einige Missverständnisse zwischen ihr und ihrem Lebenspartner Will Trent.

Die in zwei Zeitzonen geschilderte Story ist dramatisch, spannend und lässt einem nicht mehr los. Der Erzählstil ist bildhaft und sehr fesselnd. Die Charaktere versuchen mit lockeren Sprüchen und Dialoge den brutalen Szenen ihrer Arbeit und Entdeckungen etwas zu mildern. Denn von denen gibt es genügende. Meine Nerven waren fast immer zum Zerreissen gespannt.

Zuerst konnte ich mit dem Titel «die verstummte Frau» nichts anfangen, doch mit der Zeit ist es mir klar geworden, was damit gemeint ist.

Fazit: Der 8. Thriller aus der Georgia-Reihe ist in sich abgeschlossen und in meinen Augen einer der besten von Karin Slaughter. Obwohl dieses Buch über 650 Seiten hat, blieb es bis zum Schluss spannend und dramatisch. Einzelne Szenen sind sehr blutig beschrieben, also nichts für blutscheue Leser.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.09.2020

amischer Entscheid und dessen Folgen

Quälender Hass
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Inzwischen ist es bereits das 11. Buch mit Kate Burkholder.

Auf einer abgelegenen Farm geschieht ein grausames Verbrechen. Eine amische Grossmutter mit ihren zwei Enkelinnen wird von einem unbekannten ...

Inzwischen ist es bereits das 11. Buch mit Kate Burkholder.

Auf einer abgelegenen Farm geschieht ein grausames Verbrechen. Eine amische Grossmutter mit ihren zwei Enkelinnen wird von einem unbekannten Mann überfallen. Dabei wird die Grossmutter mit mehreren Messerstichen tödlich verletzt und das ältere Mädchen entführt. Wenig später erfährt Kate Burkholder und ihr Team von der schrecklichen Tat. Sie setzt alles daran, das verschwundene Mädchen zu finden, da dieses nicht ganz gesund und leicht behindert ist. Dessen Familie ist schockiert und versteht die Welt nicht mehr. Ganz ihrer Tradition hoffen sie, mit Gebeten und deren Glauben zu Gott, dass das Kind unversehrt zu ihnen zurückkehrt. Schnell realisiert Kate Burkholder, dass hinter diesem Verbrechen mehr steckt als die Familie und der Bischof ihr erzählen. Die Spur führt sie weit in die Vergangenheit und in eine andere amische Gemeinde. Doch überall stösst sie auf eine Mauer des Schweigens und es gibt weitere Tote.

Wie schon gewohnt ist auch dieses Buch sehr stimmig geschrieben. Linda Castillo versteht es immer wieder, dem Leser Eindrücke aus der amischen Glaubensgemeinschaft zu vermitteln. Dass diese auch nur Menschen sind, die Fehler und Fehlentscheidungen treffen, wird in diesem Krimi eindrücklich beschrieben. Zu was Menschen fähig sind, wenn sie in ihrer Not nicht mehr weiterwissen.

Das Cover zeichnet ein eindrückliches Bild, wie es in dieser Gegend vielleicht aussieht. Der Titel sehr passend zur Geschichte gewählt. Der flüssige und spannende Schreibstil hält durch. Die Lösung des Falles stimmig, hat bei mir aber gewisse Fragen offen gelassen.

«Quälender Hass» empfehle ich gerne weiter und vergebe 5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.09.2020

gelungener Debüt-Krimi

Bis ihr sie findet
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Detective Chief Inspector Sheens und sein Team werden mit diesem Cold-Case-Fall richtiggehend herausgefordert.
An einem Bachlauf unter Wurzeln eines Baumes wird in einer Höhle ein menschliches Skelett ...

Detective Chief Inspector Sheens und sein Team werden mit diesem Cold-Case-Fall richtiggehend herausgefordert.
An einem Bachlauf unter Wurzeln eines Baumes wird in einer Höhle ein menschliches Skelett gefunden. Schnell ist klar, dass es sich um die vor 30 Jahren verschwundene Aurora Jackson handelt. Sheens und sein Team nehmen die Ermittlungen auf. Die Erzählung beginnt aus Auroras Sicht, was damals an diesem Ort geschehen ist. Ein zweiter Strang beschreibt ausführlich die Arbeit seitens der Polizei. Sie verschiedenen Verhöre und Aussagen der beteiligten Gruppe die alle im Teenager-Alter waren gestalten sich schwierig. Bis zum fast zum Schluss ist nicht klar, warum Aurora gestorben ist, wurde sie ermordet oder waren die neben ihr gefundenen Drogenspuren schuld an ihrem Tod.

Die verschiedenen vielen Personen sind von der Autorin sehr gut beschrieben. Vor allem Sheens, der die Beteiligten schon seit seiner Jugend kennt, ist stark gefordert. Constable Juliette Hanson, die neu in Sheens Team arbeitet, stürzt sich förmlich in die ihr gestellten Aufgaben.

Ich fand es spannend, wie die Autorin diese Geschichte erzählt. Ihr flüssiger Schreibstil gefällt mir. Es ist mir jeweils schwer gefallen zu unterbrechen. Das Cover hat etwas Mystisches an sich.

Ein Debüt Krimi den ich gerne weiterempfehle. Sicherlich werde ich auch das zweite Buch, das kürzlich erschienen ist, lesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.09.2020

spannend und unterhaltend

Rauchland
4

«Rauchland» das 4. Buch in dieser Reihe mit Tenbrink/Bertram.

Mitten in den der dunkelsten, kältesten Jahreszeit, die sogenannten Raunächte, wird der Schaddebuer Friedhelm Harking mit eingeschlagenem ...

«Rauchland» das 4. Buch in dieser Reihe mit Tenbrink/Bertram.

Mitten in den der dunkelsten, kältesten Jahreszeit, die sogenannten Raunächte, wird der Schaddebuer Friedhelm Harking mit eingeschlagenem Schädel tod vor seinem Kotten aufgefunden. Dieses fiel einem ausgebrochenen Feuer vollständig zum Opfer. Zeugen haben zudem beobachtet, wie ein Mann Harking aus dem brennenden Haus rettete und dann die Flucht ergriff. Schnell wird klar, es konnte sich nur um den langgesuchten Schultewolter handeln. Da sich der Tatort nah an der deutsch/holländischen Grenze befindet, wird dieser von der holländischen Polizei festgenommen. Stur wie er ist, verweigert er jede Aussage. Einzige Ausnahme, er werde höchstens mit dem inzwischen pensionierten Tenbrink sprechen. Und so wird er «unfreiwillig» in die Ermittlungen eingebunden, was ihm nicht ganz ungelegen kommt. Dabei geht er eigenwilligen Nachforschungen nach, die er u.a. auch auf dem Friedhof findet.

Heinrich Tenbrink und Maik Bertram leben inzwischen zusammen in einer WG. Dies klappt bis jetzt ganz gut, so ist Tenbrink immer gut informiert, was so alles auf dem Kommissariat 11 geschieht. Maik muss sich zur Zeit mit vielen privaten Problemen auseinander setzten, die ihn fast zu stark von den Ermittlungen ablenken. Er wird mit einem Schicksalsschlag konfrontiert, der so nicht vorauszusehen war. Auch die weiteren in diesem Buch vorkommenden Personen sind wie schon gewohnt, vom Autor sehr gut beschrieben. Die grenzübergreifenden Ermittlungen gestalten sich sehr verworren. Jan Bonnema von der holländischen Polizei unterstützt seine deutschen Kollegen tatkräftig mit. Der Schluss hat mich überrascht.

Der Münsterländer Krimi beinhaltet viele Beschreibungen der Gegend. Die speziellen Namen und Ausdrücke sei es Plattdeutsch oder Holländisch finde ich gut eingesetzt. Lockert das Ganze etwas auf. Den Ermittlern gelingt es, all die losen Fäden und Spuren zu einem schlüssigen Knoten zu verknüpfen. Die Spannung beginnt bereits am Anfang und hält sich bis zum Ende sehr gut.

Das Cover, wie schon die Vorgänger, wiederum typisch für dieses Gegend passend gewählt und gestaltet.

Ein durchaus empfehlenswerter Krimi aus dem Münsterland, den ich gerne gelesen habe. Darum gibt es von mir 5 Sterne.

  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Spannung