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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.11.2020

Harry Holes schwerster Schicksalsschlag

Messer
1

So tief gefallen wie im 12. Fall ist Harry Hole noch nie.
Einmal mehr säuft er sich ins Delirium. Als er daraus erwacht, wird er mit einem Schicksalsschlag getroffen, der ihn förmlich aus den Schuhen ...

So tief gefallen wie im 12. Fall ist Harry Hole noch nie.
Einmal mehr säuft er sich ins Delirium. Als er daraus erwacht, wird er mit einem Schicksalsschlag getroffen, der ihn förmlich aus den Schuhen kippt; Rakel ist ermordet worden. Die grosse Frage, war er es selbst oder läuft irgendwo ihr Mörder rum?

Jo Nesbo hat mit diesem Band einmal mehr bewiesen, was für ein grossartiger Schriftsteller er ist. Sein Schreib- und Erzählstil hat mich bis zur letzten Seite in dessen Bann gezogen. Gekonnt hat er die einzelnen Handlungsstränge und Erklärungen zu schlüssigen Aufklärungen geführt. Dieser Fall hat es einfach in sich, regt den Leser immer wieder zum Nachdenken ein.

Auch wenn Harry Hole ein versoffener und rücksichtsloser Typ ist, als Mordermittler ist er einsame Spitze.

Aus der Reihe Harry Hole ist dieser Roman einer der Besten. Danke und eine klare Leseempfehlung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.11.2020

Aktueller Fall – spannend und brisant

Kreuzberg Blues
0

Der 10. Fall mit dem Privatdetektiv Georg Dengler und seiner Freundin Olga ging mir unter die Haut.

Ein Hilferuf einer Freundin von Olga, lässt die beiden umgehend nach Berlin reisen. Das Wohnhaus, in ...

Der 10. Fall mit dem Privatdetektiv Georg Dengler und seiner Freundin Olga ging mir unter die Haut.

Ein Hilferuf einer Freundin von Olga, lässt die beiden umgehend nach Berlin reisen. Das Wohnhaus, in dem sie wohnt, sollte ‘entmietet’ werden. Um dieses brutale Ziel zu erreichen, ist dem Immobilienhai jedes Mittel recht. Skrupellose kriminelle Handlanger werden eingesetzt, und die scheuen gar nichts. Einer von ihnen setzt mitten in der Nacht aggressive Ratten aus. Einer dieser Monster gelingt es, in die Wohnung von Silke einzudringen und ihrer kleinen Tochter in den Finger zu beissen. Die restlichen Bewohner setzen sich zur Wehr und so nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Der herbeigerufene Dengler und Olga versprechen zu helfen. Wie mehr die beiden diverse Spuren verfolgen, desto mehr geraten sie in einen erbitternden Kampf mit den Immobilienhaien sowie korrupten Politiker. Diese setzen alles daran, ihr geldgieriges Ziel (Kapitalismus) zu erreichen. Sogar internationale Investoren haben «ein Auge» auf Berlin geworfen. Viele Bürger wollen sich dies nicht länger mehr bieten lassen und rufen zum Widerstand auf.

Nicht genug, bricht auch noch die Corona-Pandemie aus. Und jetzt geht es recht zur Sache. Auch Dengler wird hautnah in dieses Geschehen mit ein bezogen.

Bemerkenswert fand ich die hervorragenden Recherchen über die ganze Immobilien-Situation in Berlin. Sein Schreibstil ist direkt, schonungslos und mitreissend. Diese aktuellen Themen sind von ihm eindrücklich verarbeitet worden. Die vielen «Baustellen» zu einem schlüssigen Ende gebracht, genau so wie ich es mag. Das Cover in schwarz/weiss finde ich sehr passend gewählt.

Von mir eine absolute Leseempfehlung. Ich freue mich heute schon auf den 11. Fall mit Dengler und Co., was der Cliffhänger ganz kurz verspricht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.11.2020

Spannend von der ersten bis zur letzten Seite

Artiges Mädchen: Thriller
1

Auch dieser Fall mit dem sympatischen Ermittler-Duo Kessler/Saathoff und natürlich mit der Rechtsmedizinerin Julia Schwarz fängt gleich spannend und grausam an.

Auf einem Spielplatz ist eine junge tote ...

Auch dieser Fall mit dem sympatischen Ermittler-Duo Kessler/Saathoff und natürlich mit der Rechtsmedizinerin Julia Schwarz fängt gleich spannend und grausam an.

Auf einem Spielplatz ist eine junge tote Frau aufgefunden worden. Auffällig ist, wie sie gekleidet ist, nämlich in einem weissen Rüschenkleid. In ihren blonden geflochtenen Haaren trägt sie rosa Spangen. Makaber ist, wie sie zu Tode gekommen ist, eine Pfeilspitze hat ihr Herz durchbohrt. Lange ist nicht klar, um wen es sich bei der Toten handelt. Und schon findet man eine weitere Tote auf einem benachbarten Spielplatz. Florian und Julia sind gefordert, möglichst schnell die Hintergründe und Namen der Toten zu ermitteln. Spuren und Verdächtige gibt es einige, doch wer ist der wahre Täter und was sind seine Beweggründe. Denn der ist schlau und lässt praktische keine Spuren zurück.

Catherine Shepherd hat mit «Artiges Mädchen» erneut bewiesen, wie spannend ein Thriller sein kann. Die Charaktere der Protagonisten sehr gut beschrieben mit all ihren Kanten und Fehlern. Auch Julia, die öfters kalt und undurchschaubar geschildert wird, lässt diese Todesfälle überhaupt nicht kalt. Dies einer der Wesenszüge, die vor allem Florian an ihr sehr schätzt. Wo immer möglich, zieht er sie in seinen Ermittlungen mit ein. Immer mehr verliebt er sich in sie, das spürt Julia auch. Trotzdem ist sie ihren eigenen Gefühlen immer noch nicht sicher.

Bei den laufenden Ermittlungen gibt immer mehr Verdächtige, die für diese Todesfälle in Frage kommen. Viele Fäden werden aufgezogen, die erst gegen Schluss zu einem fulminanten Schluss verknotet werden. Auch der gewählte Titel «Artges Mädchen» bekommt seine Erklärungen.

Einmal angefangen zu lesen, konnte ich das Buch bis zum Schluss fast nicht mehr aus der Hand legen. Ich freue mich heute schon, auf einen weiteren Fall aus den Federn Catherine Shepherds.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.11.2020

Kommissar Nick Marzek – seine spezielle Herausforderung – ein ungewöhnliches Ermittlerduo

Die Krieger
1

Gleich vorab, diese Kriminalgeschichte basiert auf wahre Begebenheiten, die in den 1980er Jahren in München für Aufsehen sorgten.

Kommissar Nick Marzek, ein gebürtiger Berliner, arbeitet noch nicht sehr ...

Gleich vorab, diese Kriminalgeschichte basiert auf wahre Begebenheiten, die in den 1980er Jahren in München für Aufsehen sorgten.

Kommissar Nick Marzek, ein gebürtiger Berliner, arbeitet noch nicht sehr lange bei der Mordkommission 3 in München. Er fühlt sich in seiner «neuen Heimat» immer noch fremd. Sein Schicksal ist geprägt vom frühen Tod seiner Frau. Zu seinem fast erwachsenen Sohn hat er zwar ein relativ gutes Verhältnis und doch entfremden sich die zwei immer mehr.

Im Rotlichtmilieu sind wieder mal diverse Revierkämpfe ausgebrochen. Es gibt Schwerverletzte und ganz speziell die Spurensicherung findet eine Hand aber das dazugehörende Opfer ist nicht auffindbar. Die Gewalt eskaliert, nachdem ein grauenhafter Brandanschlag auf die Diskothek Liverpool verübt wurde. Ein paar Tage erhält die Mordkommission betr. dieses Brandanschlags ein Bekennerschreiben aus Oberitalien. Wer ist diese sogenannte «Gruppe LUDWIG», auffällig ist der Gruss «Gott mit uns» und der stilisierte Reichsadler, der ein Hakenkreuz in den Klauen hält. Handelt es sich hier um eine rechtsextremistische Nazi-Gruppe? Nick wird für die weiteren Ermittlungen nach Italien geschickt. Da er kein italienisch spricht, begleitet die Putzfrau Graziella Altieri ihn.

Ihre Ermittlungen führen die beiden über verschiedene Stationen in Oberitalien. Auf ihrer Spurensuche treffen sie auf einen Journalisten sowie auf einen pensionierten Kommissar, die den beiden sehr interessante Geschichten und Dokumente unterbreiten. Das Ganze nimmt immer mehr mystische Formen an, die weit zurückführen in Ereignisse, die vor langer Zeit geschehen sind «die Krieger des Christkönigs». Über diesen Teil erzählt Maurer sehr ausführlich. Ich habe förmlich gespürt, hier liegt seine Stärke, eine spannende und fesselnde Kriminalgeschichte zu erzählen. Dabei scheut er nicht, auch sehr brutale Szenen zu schildern, die mir richtiggehend unter die Haut gingen. Gegen den Schluss verknüpft er die verschiedenen Ereignisse und Erkenntnisse gekonnt zu einem recht schlüssigen Ende. Ich hatte immer mehr das Gefühl, dass Nick und Graziella immer mehr der Lösung näherkommen, ich aber weniger. Diese Art einen Kriminalfall zu lesen, war für mich eine Herausforderung.

Nick und Graziella sind wirklich ein ungewöhnliches Ermittler-Duo. Er immer noch traumatisiert wegen seiner Vergangenheit, sie lebenshungrig und temperamentvoll. Doch die beiden verstehen es, sich gegenseitig zu stützen und zu motivieren. Ihre Ecken und Kanten zeichnen die beiden Charaktere hervorragend aus. Ein richtiges Happy-End gibt es nicht, doch die Erklärungen haben mich überzeugt.

Eine spannende Kriminalgeschichte. Ich hoffe, wieder mal etwas über dieses ungewöhnliche Ermittler-Duo zu lesen. Von mir eine klare Leseempfehlung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.11.2020

Ein Odenwald-Krimi, der leider meine Erwartung nicht erfüllt hat

Lügenpfad
3

Frank Liebknecht stösst eher ungewollt auf alte Zeitungsgeschichten, die vor 20 Jahren hochbrisant und aktuell waren. Ganz in der Nähe gab es ein amerikanisches Munitionslager, welches aufgegeben wurde. ...

Frank Liebknecht stösst eher ungewollt auf alte Zeitungsgeschichten, die vor 20 Jahren hochbrisant und aktuell waren. Ganz in der Nähe gab es ein amerikanisches Munitionslager, welches aufgegeben wurde. Gleichzeitig demonstrierten Friedenaktivisten dazumal vor diesem Lager. Ein paar Zeitzeugen leben heute noch in Vielbrunn und treffen sich ab und zu im Wirtshaus am Stammtisch. Doch einige von denen mögen es überhaupt nicht, als Frank dazu Fragen stellt, was alles geschehen ist.

Der Stoff und die Idee darüber einen spannenden Krimi zu schreiben, fand ich super. Nach gut 100 Seiten fragte ich mich jedoch immer mehr, wohin das alles führen wird. Mir fehlte einfach der wahre Kick und eine gute Spannung. Viele Fäden wurden aufgezogen und in meinem Kopf entstand ein richtiges Durcheinander. Ich fragte mich je länger je mehr, wohin das alles führen soll. Erst mit der Entführung wurde meine Neugier etwas geweckt und ich hatte das Gefühl jetzt kommt Stimmung auf. Ein Schluss das die vielen losen Fäden zu einem fulminantem Ende führt. Gewisse Fragen werden beantwortet, doch für meinen Geschmack reicht das nicht.

Die einzelnen Protagonisten blieben mehrheitlich oberflächlich auf der Strecke. Frank, der eigentlich alles ins Rollen gebracht hat, hat mich als Polizist in diesem Buch überhaupt nicht überzeugt. Da seine Gefühlswelt ziemlich stark strapaziert wurde, erledigte er seine Aufgabe als Polizist mehr schlecht als recht. Gottseidank hat er eine sehr verständnisvolle Vorgesetzte, die in dem ganzen Wirrwarr wenigstens einen kühlen Kopf behielt.

Fazit: Ein Krimi, den ich wahrscheinlich ziemlich schnell vergessen werde.

  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Spannung