Vielschichtig, atmosphärisch und überraschend komisch
Wedding People (deutsche Ausgabe)In "Wedding People" schickt Alison Espach Phoebe Stone ins abgelegene Cornwall Inn, wo sie eigentlich ihr Leben beenden will. Doch dort trifft sie auf eine Hochzeitsgesellschaft – die Braut hat das ganze ...
In "Wedding People" schickt Alison Espach Phoebe Stone ins abgelegene Cornwall Inn, wo sie eigentlich ihr Leben beenden will. Doch dort trifft sie auf eine Hochzeitsgesellschaft – die Braut hat das ganze Hotel für eine Woche exklusiv gebucht. Durch einen Buchungsfehler bekommt Phoebe trotzdem ein Zimmer, und zwar das schönste im Haus. Statt dem erhofften Rückzug wird sie so unerwartet Teil dieser teils skurrilen, vielschichtigen Gesellschaft.
Der Roman erzählt aus einer eher distanzierten Perspektive, fängt aber Phoebes Gedanken und Gefühle sehr einfühlsam ein. Sie wirkt dabei gleichzeitig sarkastisch, melancholisch und verletzlich – eine Figur, die mir noch lange im Kopf geblieben ist.
Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir ein Begriff aus einem kurzen Gespräch: „mäandernde Geschichten“. Für mich bringt das diesen Roman perfekt auf den Punkt. Wedding People folgt keiner straffen Handlung, sondern nimmt sich Zeit für Umwege, Abschweifungen und stille, aber auch laute Momente. Das schafft eine ganz besondere Atmosphäre, auch wenn es an ein oder zwei Stellen Längen gibt.
Das ist keine klassische Hochzeitsgeschichte, sondern eine leise und zugleich laute, melancholisch-humorvolle Auseinandersetzung mit Lebensmüdigkeit, Einsamkeit, Fremdheit – und der überraschenden Nähe, die Menschen zueinander finden können. Ein großartiges Buch – vielschichtig, atmosphärisch und überraschend komisch.