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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.04.2025

Leseerlebnis mit viel Gefühl

Das Restaurant am Rande der Zeit
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„Das Restaurant am Rande der Zeit“ von Yuta Takahashi erzählt eine ruhige, berührende Geschichte über einen magischen Ort – das kleine, abgelegene Restaurant Chibis Kitchen, dessen Spezialität das „Gericht ...

„Das Restaurant am Rande der Zeit“ von Yuta Takahashi erzählt eine ruhige, berührende Geschichte über einen magischen Ort – das kleine, abgelegene Restaurant Chibis Kitchen, dessen Spezialität das „Gericht von damals“ ist. Es bietet seinen Gästen die Möglichkeit, einen geliebten Verstorbenen noch ein letztes Mal zu treffen. In der Hoffnung, ihren Bruder wiederzusehen, der starb, als er ihr das Leben rettete, macht sich auch Kotoko Niki auf den Weg dorthin.
Mit großer Sensibilität widmet sich Takahashi den Themen Verlust, Schuld, Erinnerung und einer leisen Hoffnung. Sein Stil ist poetisch und feinfühlig. Er taucht tief in das Seelenleben seiner Figuren ein und zeichnet es mit kraftvollen, schlichten Bildern, die einen unmittelbar berühren.
Besonders die stille, zurückhaltende Kotoko, wächst einem schnell ans Herz. Doch auch ihre Verbindungen zu anderen Menschen, die wie sie aus ganz persönlichen Gründen in das Restaurant kommen, machen die Geschichte lebendig und berührend. Die leisen Begegnungen und geteilten Schicksale der Protagonisten fügen sich zu einem feinen Netz aus Erinnerungen und Verlust. Auch ihre Beziehung zu dem geheimnisvollen Gastgeber Kai entwickelt sich behutsam und verleiht der Erzählung eine stille Tiefe.
Obwohl es um ein trauriges Thema geht, fühlt sich das Buch nicht schwer oder düster an. „Das Restaurant am Rande der Zeit“ ist eine ruhige, berührende Lektüre, die noch lange nachhallt – ein echtes Leseerlebnis mit viel Gefühl.

Veröffentlicht am 12.04.2025

Gelungene Mischung aus Biografie und Fiktion

Bertha Benz und die Straße der Träume
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„Bertha Benz und die Straße der Träume“ von Alexander Schwarz ist eine Mischung aus Biografie und fiktiver Erzählung, die das Leben von Bertha Benz lebendig macht. Ihr Mann Carl arbeitet an einer selbstfahrenden ...

„Bertha Benz und die Straße der Träume“ von Alexander Schwarz ist eine Mischung aus Biografie und fiktiver Erzählung, die das Leben von Bertha Benz lebendig macht. Ihr Mann Carl arbeitet an einer selbstfahrenden Kutsche. Doch immer wieder kämpfen sie mit finanziellen Engpässen, sodass Bertha bereits vor der Hochzeit einen Teil ihrer Mitgift zur Finanzierung seiner Werkstatt beisteuert. Als Carl 1888 zögert, seine Erfindung der Öffentlichkeit vorzustellen, packt sie kurzerhand ihre beiden Söhne ein und startet die erste lange Streckenfahrt mit dem Benz Motorwagen von Mannheim nach Pforzheim.

Die Beschreibungen des Autors sind so lebendig und detailreich, dass man sich mühelos in die damalige Zeit versetzt fühlt. Er stellt Bertha als starke, selbstbewusste und praktisch veranlagte Person dar, die viel mehr ist als die Frau hinter einem genialen Tüftler und Erfinder. Die Meisten werden bereits von ihrer bahnbrechenden und mutigen Fahrt gehört haben, trotzdem ist es ein großes Vergnügen, Bertha auf ihrem Weg zu begleiten. Dazu trägt nicht zuletzt der eingängige und gut lesbare Schreibstil von Alexander Schwarz bei, der es einem leicht macht, sich direkt mitten in der abenteuerlichen Reise zu wähnen. Man muss sich nicht für die Geschichte des Automobils interessieren, um Spaß an dem Buch zu haben. Klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 09.04.2025

Leseempfehlung

Das größte Rätsel aller Zeiten
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„Das größte Rätsel aller Zeiten“ von Samuel Burr nimmt die Leser auf eine aufregende Suche nach einem alten Geheimnis mit. Clayton wurde als Findelkind von der Gemeinschaft der Rätselmacher aufgenommen ...

„Das größte Rätsel aller Zeiten“ von Samuel Burr nimmt die Leser auf eine aufregende Suche nach einem alten Geheimnis mit. Clayton wurde als Findelkind von der Gemeinschaft der Rätselmacher aufgenommen und großgezogen. Als seine Ziehmutter Pippa stirbt, hinterlässt sie ihm sein größtes Rätsel: das nach seiner Herkunft.

Burr verwebt gekonnt zwei Erzählstränge zu einer fesselnden Geschichte, Claytons Suche nach der Lösung seines Rätsels in der Gegenwart und ein Rückblick in die Vergangenheit, der erklärt, wie es zu dem Rätsel kam. Dabei werden beide Geschichten so geschickt verbunden, dass sie sich ergänzen, nach und nach die Hinweise liefern, die für das Entschlüsseln des Rätsels nötig sind und so die Spannung aufrecht erhalten.

Burrs Sprache ist einfach und zugänglich. Die Sätze sind flüssig und gut strukturiert. Dem Autor gelingt es meisterhaft, komplexe Themen verständlich zu vermitteln.

Die Charaktere sind liebevoll und detailreich gezeichnet. Burr beschreibt sie so lebendig und komplex, dass es leicht fällt, ihnen durch die Geschichte zu folgen und ganz besonders Spaß macht, den sympathischen Clayton auf seiner Suche zu begleiten.

Klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 09.04.2025

Vorurteile und Machtmissbrauch

Joseph Süßkind Oppenheimer
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Joseph Süßkind Oppenheimer“ von Raquel Erdmann ist ein faszinierendes und zugleich erschütterndes Buch, das die Geschichte eines der größten Justizskandale des 18. Jahrhunderts aufgreift. Es geht um den ...

Joseph Süßkind Oppenheimer“ von Raquel Erdmann ist ein faszinierendes und zugleich erschütterndes Buch, das die Geschichte eines der größten Justizskandale des 18. Jahrhunderts aufgreift. Es geht um den jüdischen Finanzberater Joseph Süßkind Oppenheimer, der am Hof von Herzog Karl Alexander von Württemberg eine bemerkenswerte Karriere machte – und später in einer fragwürdigen Justizaffäre endete.

Die Autorin ist selbst Gerichtsreporterin und hat akribisch recherchiert. Das Buch konzentriert sich auf Oppenheimers Aufstieg und Fall, wobei Erdmann die historischen Fakten geschickt mit einer emotionalen Erzählweise verbindet. 1738 wurde Oppenheimer des Verrats und der Bestechung beschuldigt und angeklagt. Der Prozess basiert aber nicht nur auf rechtlichen, sondern auch auf politischen und antisemitischen Motiven. Der Richter, der das Verfahren leitete, war ein politischer Gegner Oppenheimers, der letztlich zum Tode verurteilt und öffentlich gehängt wurde.

Erdtmann lässt das Leben von Oppenheimer und die Zeit, in der er lebte, lebendig werden. Der Schreibstil ist an manchen Stellen etwas schwer zugänglich und zeigt auch immer wieder Längen, ist aber zugleich einfühlsam und fesselnd.

„Joseph Süßkind Oppenheimer“ regt zum Nachdenken an und zeigt, wie Vorurteile und Machtmissbrauch das Leben eines Menschen zerstören können.

Veröffentlicht am 13.07.2024

Mitreißend

Die Unbändigen
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Kate flüchtet vor ihrem gewalttätigen Partner nach Weyward im Norden Englands. Dort hat sie ein Cottage von ihrer Großtante Violet geerbt. Bei Nachforschungen über ihre Familie stößt sie auch auf Altha, ...

Kate flüchtet vor ihrem gewalttätigen Partner nach Weyward im Norden Englands. Dort hat sie ein Cottage von ihrer Großtante Violet geerbt. Bei Nachforschungen über ihre Familie stößt sie auch auf Altha, die im 17. Jahrhundert als Hexe angeklagt wurde.

Ausgehend von Kates Flucht in der Gegenwart erzählt Emilia Hart von Altha und Violet. Die drei Geschichten stehen zunächst für sich alleine, einzig die Tatsache, dass Violet Kates Großtante ist, stellt eine Verbindung dar. Nach und nach wird klarer, was die Frauen eint.

Emilia Hart gelingt es von der ersten Seite an, Spannung aufzubauen und die Leserinnen und Leser in die Geschichte um Kate, Violet und Altha zu ziehen. Der Schreibstil ist unheimlich fesselnd, die Beschreibungen sind detailreich und sehr bildhaft. Dadurch entsteht ein atmosphärischer Roman, der die Eigentümlichkeiten der unterschiedlichen Zeiten großartig einzufangen vermag.

"Die Unbändigen" ist eine Geschichte über drei Frauen, die den Gegebenheiten ihrer Zeit unterworfen sind und sich auf ihre Art davon befreien. Großartig und mitreißend - ich habe mich wunderbar unterhalten gefühlt und konnte das Buch kaum aus den Händen legen. Leseempfehlung!