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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.01.2024

Lesevergnügen

Zwischen den Zeiten leuchtet der Schnee
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Die Enkelin hat eine ganz besondere Beziehung zu ihrem Großvater. Er stirbt völlig überraschend im Januar 1968 am Tag nach ihrem achten Geburtstag. Sie berichtet, was ihr ihre Großmutter - Ohme, wie sie ...

Die Enkelin hat eine ganz besondere Beziehung zu ihrem Großvater. Er stirbt völlig überraschend im Januar 1968 am Tag nach ihrem achten Geburtstag. Sie berichtet, was ihr ihre Großmutter - Ohme, wie sie sie nennt - aus diesem Anlass von ihrem Großvater, dem Kennenlernen der Großeltern und ihrem gemeinsamen Leben erzählt.

"Zwischen den Zeiten leuchtet der Schnee" ist eine Familiengeschichte, leise und unaufgeregt abwechselnd in Rückblenden und am Todestag des Großvaters erzählt. Die Protagonisten, besonders die Großeltern, sind detailreich und liebevoll gezeichnet. Über die Enkelin erfährt man wenig, sie tritt eher in den Hintergrund und übernimmt fast schon die Rolle der unabhängigen Beobachterin.

Der ruhige, teilweise lakonische Ton gibt die Ausdrucksweise einer Achtjährigen vortrefflich wieder. Trotzdem will er für mich nicht so recht zu den dramatischen Ereignissen, von denen an mancher Stelle die Rede ist, passen. Dies ist aber nur ein kleiner Makel an Wiete Lenks Roman und tut dem Lesevergnügen absolut keinen Abbruch.

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Veröffentlicht am 20.01.2024

Tolle Geschichte mit leichten Schwächen

Ich hätte da ein paar Fragen an Sie
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Bodie Kane war selbts Schülerin in Granby. Jahre später kehrt sie mit gemischten Gefühlen als Dozentin an das Internat zurück - hatte sie dort doch nicht die besten Erfahrungen gemacht. In ihrem Podcasting-Kurs ...

Bodie Kane war selbts Schülerin in Granby. Jahre später kehrt sie mit gemischten Gefühlen als Dozentin an das Internat zurück - hatte sie dort doch nicht die besten Erfahrungen gemacht. In ihrem Podcasting-Kurs widmet sich eine Schülerin dem Mord an Thalia, Bodies Zimmergenossin zu Collegezeiten, der damals die ganze Schule in Aufregung versetzte und zur Verhaftung und Verurteilung von Omar Evans führte.

"Ich hätte da ein paar Fragen an Sie" ist Krimi, Collegegeschichte und Gesellschaftsstudie in einem. Bodies gemeinsame Recherchen mit ihren Schülerinnen und Schülern führt sie immer wieder zurück in ihre Vergangenheit der 1990er Jahre. In Rückblenden lässt Rebecca Makkai Bodie sich an ihre Schulzeit erinnern, dabei kommen ihr immer mehr Zweifel, ob wirklich der Richtige für den Mord büßt. Sie hat einen Verdacht und führt einen inneren Dialog mit "ihrem" Täter. An mancher Stelle ist es schwierig, auf Anhieb zu erkennen, ob es gerade um Vergangenheit, Gegenwart oder das Zwiegespräch mit Bodies Verdächtigen geht. Das erschwert den Lesefluss etwas.

Die Protagonisten sind detailreich gezeichnet. Dennoch fehlt mir insbesondere bei Bodie die Authentizität. Ihre Entwicklung von der Einzelgängerin, unbeliebten Schülerin und dem Mobbingopfer zur bekannten und beliebten Podcasterin und Influencerin vermag mich wenig überzeugen.

"Ich hätte da ein paar Fragen an Sie" ist insgesamt trotz dieser Schwächen eine tolle spannende und mitreißende Geschichte, gespickt mit Überraschungen.

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Veröffentlicht am 05.01.2024

Uneingeschränkt empfehlenswert

Vom Verschwinden der Arten
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"Vom Verschwinden der Arten" ist ein Buch zu einem brandaktuellen Thema, von denen es gar nicht genug geben kann. Friederike Bauer und Katrin Böhning-Gaese schreiben gut recherchiert und wissenschaftlich ...

"Vom Verschwinden der Arten" ist ein Buch zu einem brandaktuellen Thema, von denen es gar nicht genug geben kann. Friederike Bauer und Katrin Böhning-Gaese schreiben gut recherchiert und wissenschaftlich fundiert von der Artenvielfalt in unserem Ökosystem Erde und deren Einfluss auf das Wohlbefinden und die schiere Existenz der Menschheit. Sie machen Mut, dass es trotz des katastrophalen Zustands und jeglichen Worst-Case-Szenarios noch Hoffnung gibt, das Artensterben aufzuhalten, wenn es ernsthaft von allen gemeinsam angegangen wird.

Das Thema Klimawandel, Biodivesität und alles, was damit zusammenhängt, macht mich immer wieder wütend, betroffen und hoffnungslos. Es ist mir unerklärlich, wie man die Augen davor verschließen kann, welchen Einfluss wir Menschen darauf haben und welche Folgen uns drohen. Jedes Buch, das es zu diesem Thema gibt, erhöht die Chance, dass immer mehr Menschen sich mit dem Thema beschäftigen und irgendwann - hoffentlich nicht zu spät - einsehen, dass etwas getan werden muss, und dass es immer teurer und schwieriger wird, umso länger wir warten.

"Vom Verschwinden der Arten" nimmt kein Blatt vor den Mund und beschönigt nichts, dramatisiert aber auch nicht unnötig und kommt - meiner Meinung nach - auch völlig ohne Panikmache aus. Ich kann es uneingeschränkt empfehlen und hoffe, dass es bei möglichst vielen Menschen zum Umdenken und Handeln anregt.

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Veröffentlicht am 05.01.2024

Nüchtern und sachlich

Henriette lächelt
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"Henriette lächelt" von Andrea Heinisch widmet sich dem immer aktueller werdenden Problem Adipositas. Die 50 jährige Henriette wiegt 190 kg. Allein diese Tatsache macht ihr das Leben schwer, dazu kommt ...

"Henriette lächelt" von Andrea Heinisch widmet sich dem immer aktueller werdenden Problem Adipositas. Die 50 jährige Henriette wiegt 190 kg. Allein diese Tatsache macht ihr das Leben schwer, dazu kommt aber, dass ihre Mutter, schlank, sportlich und aktiv, in der Wohnung über ihr lebt und sich ungefragt in alles einmischt.

Das Buch ist in kurzen, nüchternen und sachlichen Sätzen geschrieben, ebenso kurz sind die Kapitel. Möglicherweise liegt es an diesem Schreibstil, dass es mir nicht so recht gelingen will, eine Beziehung zu Henriette aufzubauen. Auch wenn ich als Leserin Einblick in ihr Gefühlsleben und ihre Gedankengänge bekomme, fällt es mir schwer, mich hineinzuversetzen und habe eher das Gefühl eine episodenhafte Dokumentation ihres Lebens vor mir zu haben.

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Veröffentlicht am 05.01.2024

Ruhe und Beschaulichkeit

Die Bibliothek der verlorenen Geschichten
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In "Malinverno oder Die Bibliothek der verlorenen Geschichten" erzählt Domenico Dara von Astolfo Malinverno, dem Bibliothekar und Friedhofswärter eines fiktiven Dorfes in Kalabrien.

Das Buch lässt mich ...

In "Malinverno oder Die Bibliothek der verlorenen Geschichten" erzählt Domenico Dara von Astolfo Malinverno, dem Bibliothekar und Friedhofswärter eines fiktiven Dorfes in Kalabrien.

Das Buch lässt mich etwas ratlos zurück, zwiegespalten, ob ich es mochte oder nicht. Einerseits verbreitet es eine große Ruhe und Beschaulichkeit, ist tiefgründig und anspruchsvoll und sehr poetisch geschrieben. Andererseits empfinde ich es aber an mancher Stelle sehr langatmig und lässt mich die Ruhe und Beschaulichkeit als langweilig empfinden. Dadurch ist es mir sehr schwer gefallen, reinzukommen. Vielleicht fehlte mir auch einfach die nötige Ruhe, mich darauf einzulassen und die schönen Worte zu genießen.